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Auf nach Utopia

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TMM

Mitglied
Das Lesen dieses Themas -mit allen eingefügten Filmen von Youtube- hat mich zum Nachdenken gebracht:

http://www.hilferuf.de/forum/gesellschaft/113264-erhoehte-gefahr-von-terror-anschlaegen.html

und zwar jetzt nicht auf die Terrorgefahr bezogen, sondern auf die Motivation der Gesellschaft, zusammen voran zu kommen.

Die erste Frage, die ich mir stellte, war: "Wohin soll's mit uns und unserer Gesellschaft denn überhaupt gehen?"
Die Wirtschaft und deren kontinuierliches Wachstum ist meiner Meinung nach eines der grössten Missverständnisse unserer modernen industriellen Zeit. Es ist eine absolute Illusion zu denken, dass es mit der Konjunktur neben den kurzfristigen Schwankungen längerfristig stets aufwärts gehen KANN. Womöglich sind wir heute schon an der Grenze der Ausbeutung unserer von der Erde zur Verfügung gestellten Ressourcen angelangt...
Weitere Stichworte zu dieser These sind: Massenproduktionen, blinder Konsum, exponentielles Bevölkerungswachstum, spreizende Gesellschaftsschere, Ausbeutung, Gier, Egoismus, Umweltverschmutzung usw.
Das Gesamtbild der Menschheit ist farblos und macht mich persönlich nicht stolz dazu zu gehören, ein Mensch zu sein…

Dieser, in einem der erwähnten Filme genannte, Philosoph Strauss hatte schon Recht: Die Gesellschaft zerfällt, wenn sie nicht ein gemeinsames Ziel, einen gemeinsamen Weg oder "Kampf"/“Gegener“ findet. Denn eine Gesellschaft, in der jeder Einzelne nur noch seine individuellen Begehren und Wünsche verfolgt, verliert früher oder später sämtliche Moralvorstellungen. Plötzlich ist alles erlaubt damit alle Homo-Ökonomiki überhaupt die Chance haben, glücklich zu werden. Je "egoistischer" sich das Individuum verhält, desto schädlicher ist dies für das Kollektiv. Also hat in der bisherigen Geschichte der Menschheit stets ein kleiner Bevölkerungsanteil, jener mit Macht und Einfluss, dafür gesorgt, dass ihr Volk einen Kampf zu kämpfen hatte und auch einen Grund (meistens die Angst), ihn zu kämpfen. Dadurch haben die Untertanen ihre individuellen Wünsche und Begehren mehr oder weniger freiwillig zurückgeschraubt und (wieder) zusammengehalten.
Ein sehr intelligenter, mir bekannter Geschichtslehrer, hat einmal grinsend gesagt, dass der eigentliche Auslöser eines jeden Krieges stets die Langeweile gewesen sei...

Also nochmals überblickend zusammengefasst: Die weltweite menschliche Gesellschaft musste sich bisher damit erhalten, dass sie sich abwechselnd selbst zerstört und wieder aufgebaut hat. Und der bevölkerungsreiche Pöbel, der stets dabei bluten und schwitzen musste, wurde von den wenigen Mächtigen dazu befehligt (früher) oder durch div. Medien manipuliert (heute), nur damit diese ihre Macht, welche immer auf dem Kollektiv begründet ist, beständig halten konnten.

Heute sollten wir aus unserer blutigen Geschichte endlich die nötigen Schlüsse ziehen und aus diesem Teufelskreis ausbrechen.
Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich habe die Schnauze gestrichen voll, mich diesem -im Endeffekt selbstzerstörerischen- tyrannisierenden Gesellschaftsetwas anzupassen, bloss weil es immer schon so war. Veränderungen sind angebracht. JETZT und nicht „morgen“, was so viel heisst wie: „irgendwann“, was so viel heisst wie: „nie“

Diejenigen, die mein Utopia zurückweisend belächeln und meinen, der Mensch sei nun mal so, menschlich und egoistisch, und die Welt sei nun mal so, darwinistisch und brutal, sind meiner Meinung nach einfach nur etwas eingerostet im Geiste zurückgeblieben J
Ich weiss, es gibt gute Menschen hier, von denen man sagen könnte, dass wenn alle so wären, dies der Weltfriede bedeuten würde. (Ich gehöre nicht dazu) Aber auch diese wissen, wie die globale Realität wirklich ist…

Also: Wohin soll's mit uns gehen?
Was kann uns weltweit verbinden, damit wir uns nicht mehr nur für uns selbst, nur für unsere Familie, nur für unsere Firma, nur für unser Dorf, nur für unser Land, nur für unseren Kontinent, nur für unsere Rasse oder nur für unsere Spezies interessieren.
Wann haben endlich Alle begriffen, dass das eigene Glück nicht von Macht, Geld, Luxus oder Anerkennung abhängig ist. Das ist doch alles nur Nahrung für unser unersättliches Ego, das nie zufrieden und glücklich sein kann.
Was kann unsere neue Motivation für eine bessere Welt sein?
Bis und mit heute war es immer die Angst gewesen! Damit soll Schluss sein!!
Religionen sind durch ihre Unfähigkeit zur Akzeptanz gegenüber Anderen und durch Korruptionen, Missdeutungen, Radikalisierungen und persönliche Anmassungen gescheitert.
Glauben allein reicht noch nicht wieder aus. Er ist notwendig für jedes Einzelnen „inneren Wachstums“, was durchaus eine Voraussetzung einer friedlichen Gesellschaft ist. Aber weil Glauben individuell ist, kann man darauf keine Gesellschaftsstruktur aufbauen. Jeder Einzelne kann höchstens erkennen, dass der eigene Glauben einzigartig ist und jeder Glaube eines jeden Anderen Akzeptanz verdient. Dann ist der Grundstein gelegt und der Begriff „Normal“ wird endlich wieder auf alle Menschen ausgeweitet. Es gibt in Wahrheit keine „guten“ oder „schlechten“ Menschen, sondern einfach nur einen bunten zusammengeworfen Haufen WitzfigurenJ, von denen keiner wirklich eine Ahnung von Irgendwas hat… aber ich schweife ab…

also…
Was kann unsere neue Motivation für eine bessere Welt sein?
Und wie sieht diese bessere Welt überhaupt aus?


Kleiner Monolog von mir zum Schluss:
„Hätte ich nicht diesen unseren Wandel zum friedlichen Zusammensein im Kopf, würde ich längst nicht mehr leben wollen… weil ich mich schäme, ein Mensch zu sein… halt, zurück…
ist dieser Gedanke, das Utopia, das gewünschte Paradies womöglich selbst die Motivation für das gewünschte Paradies, das Utopia, diesen Gedanke…?“
 
Die Utopie wird ja nicht umsonst als Fiktion angesehen.

Das mag sich nach Schwarzmalerei anhören. Aber faktisch ist der Mensch nicht imstande, eine langfristige Gesellschaft ohne Leid zu erschaffen und leiten. Dafür sind die Interessen des einzelnen einfach zu unterschiedlich. Stattdessen wird es wohl weiterhin Phasen von besseren und schlechteren Zeiten geben. Weltreiche entstehen, gehen unter und werden durch neue ersetzt. 😉
 
Die Utopie wird ja nicht umsonst als Fiktion angesehen.

Das sehe ich nicht so. Jede erreichte (Weiter-)Entwicklung und Veränderung war zuvor ja erstmal "nur" eine Utopie gewesen. Von den Realisten wurde das stets vergebens bekämpft. Ohne die Idee einer möglichen Veränderung, einer möglichen Verbesserung des Ist-Zustandes wäre ja auch gar keine Entwicklung möglich, das würde ja Stagnation bedeuten. So ist das Leben aber ganz sicher nicht beschaffen. Dann hätte es niemals die Philosophie gegeben, dann hätte es auch niemals ein Gedanken an die Gestaltungskraft der Menschen für die Zukunft gegeben, dann wäre ja alles sinnfrei und auch sinnlos, weil vorgegeben.

Hinzu kommt außerdem, dass es auch Beispiele in der Geschichte zuhauf gibt, dass das Leben, das wir gerade erleben, keineswegs unabänderlich und selbstverständlich ist. Es hat sehr wohl früher harmonischere Zeiten gegeben, die mit den heutigen nicht vergleichbar sind.

Ich denke, dass wir Menschen sogar unbedingt Visionen und Utopien brauchen, dass es ohne das auch gar nicht geht. Gerade in diesen Zeiten mit zunehmender Zukunftsangst tritt das auch wieder verstärkt auf. Weil wir spüren, dass die Dinge nicht in Ordnung sind, so wie sie gerade sind. Das beobachte ich auch vermehrt, und ich halte das auch für völlig normal.

Das allein ist für mich schon ein Zeichen, dass sich gerade etwas grundlegend verändert. Und das ist auch gut so, weil jede Form von erlebter Unfreiheit automatisch zum Nachdenken über die Freiheit führt. Die Sehnsucht nach der Freiheit, die sich zum Glück auch nie auf Dauer wirklich unterdrücken läßt.
 
Danke für eure Beiträge.

@Seth:

Ja, das denken heute viele. Genau wie überall in der Natur sollen auch bei uns "intelligenten" Menschen die darwinistischen Gesetzmässigkeiten zutreffen? Der Stärkere, der Gerissenere, der Manipulierendere, der Hinterhältigere oder der Egoistischere überlebt, während die Schwachen, Ungebildeten, emotional Unstabilen, Gutherzigen, Sozialen, usw. auf der Strecke bleiben?

Ich weigere mich einfach, dem zuzustimmen.
Wie auch Traumatisierter bereits gesagt hat, darf man bezüglich Weltbild und Gesellschaftsstrukturen niemals von einer unveränderlichen Situation ausgehen, der wir uns machtlos hingeben müssen.
Denn WIR bestimmen sie.
WIR haben zum Beispiel die Wirtschaft strukturiert. Leider ist diese auf einem völlig falschen, zukunfts- und aussichtslosen Menschenbild aufgebaut. Ich hab ihn schon im ersten Beitrag erwähnt: Der Homo Ökonomikus
Als ich diesen Begriff in der Schule kennenlernte -wir befassten uns gerade mit dem Zusammenhang von Angebot und Nachfrage- hab ich noch nicht weiter darüber nachgedacht und es sogar interessant gefunden. Aber im Grunde geht diese Philosophie davon aus, dass jeder einzelne Mensch, jede Firma und jedes Land -kurz: jedes wirtschaftliche Organ- ein egozentrischer Homo-Ökonomikus ist, der ausschliesslich darauf aus ist, mit möglichst geringen Kosten so viel wie möglich rauszuholen... also sind wir alle ein riesiger Haufen gefühlskalter, rücksichtsloser Egoisten?
...Und tatsächlich: es stimmt!

Aber nur oberflächlich betrachtet!!!

Denn wir haben diese Philosophie in die Welt gesetzt. Wir haben den Begriff des Homo-Ökonomikus definiert und zum Leben erweckt. ALSO können wir das auch wieder ändern. Wir müssen sogar! Denn er bedeutet eine Sackgasse für uns Alle und lässt uns kilometerweit am eigentlichen Ziel vorbeischiessen.
Wir sollten endlich aufwachen, aus der leidvollen Geschichte lernen und unser Denken JETZT ändern. Ich glaube, wenn wir dies nicht bald tun, wird uns entweder eine noch nie dagewesene globale Krise ins Mittelalter zurück katapultieren, womit für die Überlebenden alles wieder von vorne beginnt, oder wir werden dabei wie die Dinosaurier ganz zu Grunde gehen.
Die Erde und die Natur wird uns überleben. Aber wenn wir auf bzw. in Ihr überleben wollen, sollten wir uns baldmöglichst von sämtlichem narzistischen Verhalten loslösen, erkennen, dass wir auch zur Natur gehören und uns dementsprechend mit ihr in Einklang bringen.
Damit meine ich nicht, dass wir alle rauchende und meditierende Medizinmänner/-frauen werden sollen, die sich von Iboga-Wurzeln ernähren und sich in spiritueller Ernsthaftigkeit von jeglichem Genuss entfernt haben... Diese Fasette wäre nur das radikale Gegenstück zu heute.
Nein, ich denke eher, dass wir versuchen sollten, den goldenen Schnitt unserer Entwicklung vorauszusehen. Dazu ist unser Instrument "der Verstand" da. Moral- und Wertvorstellungen sind individuell und relativ. Alle Extreme zusammen ergeben eine Balance. Wie wenn man z.B. folgende mathematisch Gleichung ansieht:
(+∞) + (-∞) = 0

eine Medallie hat stets zwei Seiten, aber es ist immer noch EINE EINZIGE, es kommt nur auf den BLICKWINKEL an.

Ich war beispielsweise manisch-depressiv.
Das interessante ist, dass ich in depressiven Phasen wirklich davon überzeugt war, dass alles schlecht und sinnlos ist. Ich konnte mich dann unmöglich mit irgendetwas trösten oder aufbauen, weil mein momentanes Weltbild, meine Realität, negativ war.
Genauso war es umgekehrt. Wenn es mir euphorisch-gut ging, konnte ich meine gestrige depressive Stimmung nicht mehr wirklich nachvollziehen.
Dann begann ich zu begreifen, dass es meine wechselnden Werte sind, mein Urteil über mich selbst, das mein Weltbild malt (und zwar jederzeit, in jedem einzelnen Jetzt). Ich bin es, der die Perspektive festlegt...
Daraufhin wollte ich alles kontrollieren, doch das ging sogar nach hinten los. Ich erkannte meine Unfähigkeit, meine emotionalen Schwankungen in den Griff zu kriegen. Dafür verurteilte ich mich. Ich sah mich als Versager meinerselbst und wäre fast daran zerbrochen, weil ich erkannt hatte, dass ich das Problem bin und es nicht lösen kann. Aber in dem Moment, als ich quasi aufgab und losliess, fühlte ich mich plötzlich leicht und befreit. Ich hatte aufgehört kontrollieren zu wollen, wer ich bin. Die Gesellschaft hält einem eine Normalität vor die Nase und wer dem nicht entspricht ist nicht normal und somit schlecht.... Ich hatte angefangen zu akzeptieren, wer ich bin. Wenn ich depressiv bin, dann hab ich das Recht depressiv zu sein. Wenn ich gut gelaunt bin, dann bin ich es eben. Und wenn ich mal meine Ruhe brauche und mit niemandem sprechen will, dann ist es eben so. Wer ausser mir hat das Recht darüber zu urteilen?
Ich habe im Grunde den ganzen Druck abgebaut, indem ich die schwer belastende Verantwortung abschob... und zwar auf mich selbst... (ich weiss, es hört sich sehr schizophren und dämlich an, aber ich kann's nicht anders erklären).

Für mich bedeutet das bezüglich der Gesellschaft nun folgendes:
Stellt man das individuelle Selbst äquivalent zum kollektiven Selbst: Also jeder für sich folgendermassen:
Ich <=> Gesellschaft​
dann erkennt man tatsächlich überraschende Parallelen wie Stimmungsschwankungen, Uneinigkeit wegen all den verschiedenen Stimmen (im Kopf <=> in Parteien), der Drang zur Kontrolle und übersichtlichen Strukturen, sämtliche Tugenden, Bedürfnisse und Ansichten...

diejenigen, die sich bereits mit pragmatischer Esoterik befasst haben, kennen den Begriff des "projizierten Selbst".
Jeder Einzelne ist ein stets schwankendes, veränderliches und unkonstantes Selbst UND alle diese "Undefinierten" oder "Temporären" sehen in allen Anderen eine Projektion ihrerselbst. Verbildlicht könnte man sich vorstellen, wie lauter Spiegel sich gegenseitig begegnen und grüssen:

zum Beispiel sagt einer der Spiegel:

"Hi! Du siehst gut aus!... oh, das bin ja ich..." darauf hüpft er fröhlich davon...
😀 <--> ¦😀

oder aber:
"Hau ab du Dummkopf!!!....oh, das bin ja ich..."
:mad: <--> ¦:mad:

Naja, worauf ich hinaus will ist, dass sich die Gesellschaft erst ändern kann, wenn sich alle Beteiligten geändert haben oder ändern wollen. Wenn auch nur ein einziges Gesellschaftsmitglied aus der Reihe tanzt, kann das Gebilde zusammenbrechen, weil jeder auf jeden abfärbt.

Und schon haben wir den Bezug zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft. Jeder wäre sich seinem Einfluss bewusst und würde sich fragen, mit welchen Farben er/sie seine/ihre Welt ausmalt, damit das Gesamtbild der Gesellschaft ein unfassbarschönes Kunstwerk werden kann...

"Das von der Gesellschaft beeinflusste Selbst beeinflusst die Gesellschaft, welche das Selbst beeinflusst."
 
Danke für eure Beiträge.

@Seth:

"Ja, das denken heute viele. Genau wie überall in der Natur sollen auch bei uns "intelligenten" Menschen die darwinistischen Gesetzmässigkeiten zutreffen?
Der Stärkere, der Gerissenere, der Manipulierendere, der Hinterhältigere oder der Egoistischere überlebt, während die Schwachen, Ungebildeten, emotional Unstabilen, Gutherzigen, Sozialen, usw. auf der Strecke bleiben?"

Antwort von TMM:
Ich weigere mich einfach, dem zuzustimmen.

Ich weigere mich auch dem zuzustimmen,
weil du da Gegensätze zusammen vereinst, die wohl so als zusammengehörige Gegensätze nicht existieren.

Das heißt aber nicht, dass ich nicht zustimme, daß ich den darwin-schen Gesetzen nicht zustimme und daß ich dem Sinn deiner Ablehnung nicht zustimme. Heißt: ich stimme deiner Ablehnung zu.

Es findet eine Entwicklung statt. Ich glaube, das hatte doch schon Marx rausgefunden. Gibt es dafür eine Gestzmäßigkeit?
Jedenfalls ein Merkmal: das Verhältnis der Produktionsmittel zu deren Besitzern bzw. dem Verhältnis derer, die mit den PM (persönlich=körperlich) arbeiten, zu den PM.


Gibt ja auch die Verneinung der Verneinung - (Negation der Negation).
schludige, so einen gehaltvollen Beitrag kann ich unmöglich auf einen Schlag durcharbeiten und Stellung nehmen. (wenn ichs dann überhaupt kann)

FG Gelinda

p.s.
Ich hab ihn schon im ersten Beitrag erwähnt: Der Homo Ökonomikus
Als ich diesen Begriff in der Schule kennenlernte - hab ich noch nicht weiter darüber nachgedacht .... geht diese Philosophie davon aus, dass jeder einzelne Mensch, jede Firma und jedes Land -kurz: jedes wirtschaftliche Organ- ein egozentrischer Homo-Ökonomikus ist, der ausschliesslich darauf aus ist, ... also sind wir alle ein riesiger Haufen gefühlskalter, rücksichtsloser Egoisten?
...Und tatsächlich: es stimmt!
NEIN! Es stimmt nicht. "!WIR!" haben eine Moral: "Besitz verpflichtet" : nur leider wurde diese MORAL v e r g e s s e n! Nicht nur von den Besitzern der PM, nein von den wichtigsten in unserem Gemeinwesen den POLITIKERN! und wieso behaupte ich das? Weil sie die von unseren Voreltern geschaffenen Werte verschütten, weil sie unseren begrenzten Staat, als Gemeinwesen, nicht hüten, sie sind Lobbyisten.

Sind wir (Deutschland) die Sozialkammer der ganzen Welt? Wir haben ja nicht mal mehr Grenzen!

Grenzen haben wir wunderbar verschoben, was wir nicht mehr beeinflussen können. Lobbyismus und Globalisierung ---- Zeichen für die Globalisierung ist unser Telefonbuch, wo unser Ort nicht mehr exisiert....demnächst werden die Atlanten und Karten neu gedruckt, da wird es nur noch Städte ab 50TE (ab 50 Tausend Einwohner) geben..... aber das ist schon wieder ein gaaanz anderes Thema.

Bleiben wir doch mal in dem (beinahe) überschaubaren Rahmen "Deutschland".
Wem nützt es denn, daß wir keine Grenzen haben???
Doch nicht etwa mir?
Wer kann denn grenzenlos verreisen? Was haben wir - zu Hause gebliebenen denn davon?
Die verreisten Freunde sollten sich auf uns zugebliebene verlassen können.
Jeder ist nur stark, wenn er Freunde hat, gleichgesonnene Menschen. Wodurch können wir Freunde haben? Durch gleiche Ziele. Haben wir gleiche Ziele oder nur Ziele gegeneinander? Das können wir als erstes erkennen durch unsere Schulen, durch unsere moralische Bildung.

Und in den Schulen stimmt schon was nicht. Da werden die Lehrer nicht mehr als das maßgebende, moralische, humanistiche Wissensgefäß angenommen. Selbst die Lehrer unterliegen dem sogenannten Wettbewerb.

Wir sollten viel mehr auf die Erfahrungen unserer Voreltern zurückgreifen und nicht denken, daß wir alles so viel besser machen können und das "Fahrrad" noch mal erfinden wollen.

Schuldigung, wollte eigentlich ganz was anderes sagen, aber es hängt nun mal alles zusammen. Man kann eben nicht alles auf einmal sagen. *seufz*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo TMM,

du hast im Prinzip etwas geschafft, was sehr wertvoll ist. Du hast eine Verantwortung über dein eigenes Leben übernommen. Du denkst außerhalb der Denkschablonen, die von außen angeboten werden, damit sich alle nach bestimmten Voraussetzungen integrieren. Man darf nicht vergessen, dass der Mensch ein Sippentier ist. 😀 Die Versuchung, sich anzupassen, ist sehr groß. Das verspricht Anerkennung, Lob und ein Leben, in dem man sich nicht großartig selbst Gedanken machen muss. Dazu kommt, dass man in der Entwicklung ja auch sehr schnell an die Konventionen herangeführt wird, die allgemein gelten. Aus der Reihe tanzen und zu viel fragen, das wird obendrein sanktioniert in der Regel. Die antiken Griechen haben deswegen sogar ihren Aristoteles umbringen lassen, nur weil er zu viel gefragt hat, weil das dem Pöbel suspekt gewesen ist. Es gibt also einen übergeordneten Druck, der die Menschen bei der Stange und im System hält.

Es ist ja nun nicht einmal so, dass der Unterdrücker dafür überhaupt noch nötig wäre. Das System trägt sich von selbst. Die mit der Zeit erreichte Konformität während der Entwicklung, die ja auch Anerkennung und vor allem bei Erfolg auch Bewunderung verspricht, erledigt das heute schon von ganz alleine. Platon, der humanistische Philosoph, hat das zum Beispiel mal sehr vorzüglich mit seinem Höhlengleichnis aufgezeigt:

Platons Höhlengleichnis

Das Höhlengleichnis beschreibt die Situation der Menschen und deren Bemühen, durch philosophische Bildung das eigentliche Sein zu erkennen.

  • Die Beschreibung der Lage der Gefangenen
    Die Gefangenen befinden sich in einer tiefen Höhle und sehen oben am Rand Schatten. Sie erkennen Menschen, die Gegenstände vorbei tragen.
    Das soll bedeuten, dass die Sinne Andeutungen und Täuschungen zeigen, aber nicht das Eigentliche.
  • Die Befreiung von den Fesseln innerhalb der Höhle
    Einer der Gefangenen wird entfesselt. Er wird vom Licht geblendet und erkennt die Gegenstände nicht richtig. Er möchte verstehen, kann aber nur undeutliche Dinge erkennen.
    Das soll den Standpunkt des empirischen Naturforschers verbildlichen. Er sucht nach allgemeinen Gründen angesichts einzelner vergänglicher Dinge.
  • Befreiung aus der Höhle
    Der Gefangene wird nach oben geführt und erkennt allmählich im Licht der Sonne die Dinge, wie sie sind.
    Dies verdeutlichet den Standpunkt der Mathematiker und Künstler, die das Wesentliche, die Ideen und die Ideale sehen.
  • Im Angesicht der Sonne
    Der Gefangene sieht nun die Sonne selbst und erkennt auch die Hintergründe.
    Dies stellt die Grenze der menschlichen Erkenntnisfähigkeiten dar. Das Sein wird entdeckt als Urgrund alles Seienden.
  • Die Rückkehr zu den Gefangenen
    Der Gefangene steigt wieder hinunter in die Höhle und erzählt das Erlebte. Allerdings macht er sich damit vor den anderen lächerlich, die seine Erkenntnis nicht nachvollziehen können. Sie sehen nach wie vor nur den Rand der Höhle mit den Schatten.
    Dies versinnbildlicht die Weitergabe der Erkenntnis mit und trotz der Gefahr des Scheiterns. Die Philosophie wird als innere Verpflichtung verstanden.

Quelle: Platons Höhlengleichnis
Oder hier etwas ausführlicher:

Platons Höhlengleichnis: Der Weg zur Erkenntnis der Wahrheit hinter den Dingen

Wer immer nur in einer Höhle ist, der hält die Schatten und die Dunkelheit für das ganz Normale, das ist seine Welt. Er wird das Licht der Freiheit scheuen, das paßt nicht in seine Welt, es würde ihn von den anderen trennen. Jeder der die Höhle verläßt, der verläßt auch die anderen, die dagegen aufbegehren. Der Preis der Erkenntnis ist also hoch. Der Preis der Freiheit ist wohl dann wohl auch die Trennung von denjenigen, die in der Höhle verbleiben.

Analog zu diesem Bild gibt es nur zwei Möglichkeiten, die Höhle in Frage zu stellen. Die eine wäre, dass das Leben dort nicht mehr erträglich ist, dann strebt der Mensch danach, seinen Ist-Zustand zu verbessern. Die andere Möglichkeit wäre die Verbreitung von Wissen und Bildung, was vor allem das eigenständige Fragen ermöglicht. Das freiwillige Ghettoleben ist auch vor allem ja auch deswegen möglich, weil Wissen und Bildung stets nicht jedermann zugänglich gewesen ist. Wer nicht fragt, wer nicht hinterfragt, der gibt sich leichter mit dem zufrieden, was gerade ist. Die Unfreiheit hängt am meisten damit zusammen, denke ich. Und damit, dass es ein einigermaßen erträgliches Leben in der Höhle gibt, was man ja auch das Prinzip "Brot und Spiele" nennt, damit können Menschen zufriedengestellt werden.

Ich denke, sogar beide Bedingungen erfahren gerade auch einen deutlichen Zuwachs. Zum einen ist die Verbreitung von Wissen und Bildung enorm gewachsen gegenüber früheren Zeiten, das fing im Prinzip schon mit der Erfindung des Buchdrucks an, dem auch bald die Aufklärung folgte. Und zum anderen sorgt das brutale System der Selektion dafür, dass das Leben für viele Menschen schier unerträglich wird, so dass sie sich auch vermehrt Gedanken um die Möglichkeit der Befreiung machen. Und wie du schon ganz richtig schriebst, da gibt es eine Verbindung zwischen den Menschen, das kann nach dem Schneeballprinzip ablaufen. Wissen und neue Erkenntnisse bleiben nicht anonym, das wird weitergegeben, von einem zum anderen. So entstehen letztendlich auch Bewegungen, die über einzelnen Individuen irgendwann hinausgehen, denn gerade freiheitliche Ideale werden aufgesogen von den Menschen. Weil wir alle eine Sehnsucht danach im Herzen tragen. 🙂

Soviel von mir dazu. Ich finde es gut, dass du dir diese Gedanken machst. Und du bist damit bestimmt nicht allein.

Viele Grüße
Traumatisierter
 
Aus der Wiki:
"Aristoteles
floh nach Chalkis auf Euboia, wo das Landgut seiner Mutter lag. Dort überfiel ihn bald ein ...... Magenleid; er starb nach wenigen Monaten (322 v. Chr.), 62 Jahre alt. Aristoteles ist der grösste Systematiker (d.h. System-Schöpfer) der europäischen Geistesgeschichte. Obwohl seine Werke nur zum Teil erhalten sind, zeigen sie “ein geschlossenes, universales System der Forschung und Lehre”.😱
Gelinda

p.s. Ich möchte mich für den Beitrag bedanken von Traumatisierter, es ist genau das, was ich eigentlich sagen wollte und nicht vermochte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die Berichtigung, Gelinda!

Es war ja gar nicht Aristoteles, der damals in Athen umgebracht wurde, sondern Sokrates. Die alten Griechen hatten ja alle recht ähnliche Namen, das verwechsle ich schon mal... 🙄
 
Hallo zusammen 🙂

danke für die schönen Anregungen. Das Hölengleichnis ist wirklich ein griechischer Geniestreich. Genau wie einige andere "antiken" Geschichten, deren Genialitäten erst beim Interpretieren zum Vorschein kommen. Und selbst wenn man die richtigen Worte für die Interpretation gefunden hat, heisst das noch nicht sofort, dass man es begriffen hat. Beispielsweise das "Narrenschiff" (weiss nicht mehr von wem das ist, kann, wers interessiert, ja googlen): Da ist es ganz einfach zu sehen, dass der Autor die Welt mit ihren Bewohnern auf ein Schiff, das von Narren ziellos auf dem unendlichen Meer herumgesteuert wird, reduziert und verbildlicht hat. Aber erst einige Jahre nach der eigentlich gut abgeschlossenen Prüfung in der deutschen Literatur über dieses Narrenschiff habe ich wirklich verstanden, worum's geht. In der Schule hatte ich noch zu wenig Lebenserfahrung und auch gar kein Interesse für philosophische Fragen... Ich lernte es einfach, weil ich musste, und sowohl mein Lehrer wie ich selbst dachte, ich hätte es begriffen 🙄
Ich denke, das hat deshalb nichts mit der Intelligenz zu tun, weil ich damals wohl intelligenter war als heute, wenn es um Schulstoff lernen geht (hab vor kurzem wieder mit einer Schule begonnen...irgendwie sehr anstrengend)...

Jedenfalls, worauf ich hinaus möchte ist, dass für die Philosophie und das gedankliche Errichten eines Utopia's die Intelligenz eine zweitrangige Voraussetzung ist. Viel wichtiger ist ein kritischer und ehrlicher Umgang mit sich selbst. Wer sich vom kindheitlichen Narzismus lösen konnte und sich stets mehrere Meinungen zu einem Thema anhört, bevor er sich selbst eine bildet, der erkennt in alltäglichen Situationen sehr merkwürdige, lustige oder tragische Hintergründe...

naja, soviel von mir für heute... ich muss mich jetzt in Chemiebücher stürzen.
Ich freue mich über weitere Anmerkungen und Ideen. Sehr gerne auch von jemandem, der mich für total bescheuert hält 😉
 
hallo tmm,

respekt für deinen beitrag!
ich melde mich jetzt mal nur kurz zu wort!
ich habe nämlich das gefühl dass du dir große sorgen machst!

meiner meinung nach ist jede gesellschaft ein großes getriebe, indem jeder mensch ein kleines zahnrad ist!

funktioniert eines der rädchen nicht werden teile der maschine lahm gelegt!

was ich damit sagen will: du kannst die welt nicht ändern, aber du kannst dich selbst ändern und somit zu einer besseren welt beitragen!

nutze deine energie dafür zutun was du kannst! und sei es nur ein guter mensch zusein, aber verschwende sie nicht damit dir gedanken zumachen über dinge die zu groß sind als dass du sie beeinflussen könntest!

wenn es einen weg nach utopia gibt, dann ist dies der einzige...schätze ich!

lg, kena
 
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