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Auf Kosten anderer Menschen leben

Ja, ein paar Punkte stimmen.
Aber man soll sich mindestens als Ziel setzen, den Menschen von schweren, unnötigen und automatisierbaren Arbeiten zu befreien oder mindestens die Belastung der Menschen zu minimieren und darauf seinen Fokus setzen. Nicht mehr Arbeitsplätze schaffen und jeden in Arbeit bringen, sondern elegant die vorhandene Arbeit möglichst automatisieren und verteilen.
Und wer aus diesem Prozess, warum auch immer herausfällt oder nicht mitmacht, sollte nicht unbedingt gesellschaftlich geächtet werden.
Wer möchte, kann freiwillig immer mehr machen, als er muss. Sei es aus Spaß, als Selbstverwirklichung oder aus Gier.
 
Ja, ein paar Punkte stimmen.
Aber man soll sich mindestens als Ziel setzen, den Menschen von schweren, unnötigen und automatisierbaren Arbeiten zu befreien oder mindestens die Belastung der Menschen zu minimieren und darauf seinen Fokus setzen.


Das wird doch längst gemacht, seit Erfindung der ersten Fließbänder. Nur läßt sich nicht jede Arbeit, auch nicht jede Scheißarbeit (sorry Ausdruck), automatisieren, weil die so vielgerühmten Roboter nicht "intelligent" genug dazu sind, und wenn sie intelligent genug wären, wären sie so teuer, daß menschliche Arbeitskräfte viel billiger kämen. An der vielfältigen Einsatzfähigkeit eines Menschen kann sich nach wie vor kein Automat messen. Außer man vergleicht Roboter mit unausgebildeten Hilfskräften mit weniger IQ als ein Pferdeapfel. 🙄
 
Auf Kosten anderer Menschen leben:
Jeder Mensch, der heutzutage Textilien oder Elektronik kauft, die von Menschen in sklavenähnlichen Zuständen produziert wurden, lebt auf Kosten anderer Menschen.
Jeder Mensch, der in die Dominikanische Republik oder auf die Seychellen fliegt, dort das günstige Niveau ausnutzt, um sein Leben zu genießen, lebt auf Kosten anderer Menschen.
Jeder Mensch, der sich nicht um seine Eltern kümmert, sondern aus Weißrussland oder Moldawien eine Pflegerin zum Hungerlohn einstellt, um die Eltern zu versorgen, profitiert von der Armut anderer Menschen. Er lebt sein leben bequem weiter - auf Kosten anderer Menschen, nämlich der Pflegerin.

Von dem Geld, das der Tourist in der Dominikanischen Republik läßt, von dem Lohn der Pflegerin können diese Leute in ihrer Heimat vielleicht eine ganze Familie ernähren, weil dort die Lebensstandards, aber auch die Preise niedriger sind.
Das ist ein Geben und Nehmen, jeder kriegt was er will - der eine einen Luxusurlaub oder familiäre Entlastung, der andere genug Geld für das Verwirklichen eigener Ziele.
Ein Gefälle, egal ob Wasser oder Reichtum, sucht auf die Dauer immer nach Ausgleich, bis irgendwann, günstigstenfalls, jeder das gleiche hat. Und: ehrlicher Handel funzt auch auf Augenhöhe. Keiner bekommt zu viel, keiner zu wenig, alle sind zufrieden.

Aber darum geht es nicht im Anfangspost, oder? Sondern um jemanden, der Leistungen beansprucht, ohne irgendeine Gegenleistung zu erbringen.
 
Irgendwie lebt doch jeder auf anderer Leute kosten. Das lässt sich doch gar nicht vermeiden.

Selbst wenn man etwas ganz profanes wie beispielsweise ein neues Smartphone kauft, im besten Falle weil das alte hinüber ist, dann hat man indirekt irgendwo die Landschaft wegen der "seltenen Erden" mit zerstört und irgendein armer Chinese hat es unter widrigsten Bedingungen zusammen gebaut.

Und so ist es mit allen Dingen im Leben.
 
Ist jemand der seinen Lebensunterhalt mit Sozialleistungen bestreitet anders zu beurteilen als jemand der mit dem Auto zur Arbeit fährt?

Wer seine Bildung nur von RTL hat, wird natürlich lospoltern, dass alle Harzer Schmarotzer seien und er selbst der tolle fleißíge Arbeiter, auch wenn er jeden Tag den Chef in A**** kriecht für jeden Cent Lohn und dann Zuhause jammert wie scheiße doch die Arbeit sei 🙄

Die Klügeren Menschen würden eher die Lebensumstände betrachten und dann ein Urteil fällen.
 
Erstmal danke für die zahlreichen Antworten. Nachdem ich nun nochmal drüber nachgedacht habe, werde ich die Frage etwas genauer stellen.

Das Bespiel mit dem 2,5 Stunden Weg zur Arbeit war interessant und ist vermutlich die Ausnahme von der Regel oder auch nicht. Es gäbe Alternativen wobei ich mir vorstellen kann, dass die Umsetzung als nicht realistisch angesehen wird (da mit zu großen Opfern verbunden). Ich denke am Ende ist es eine Frage der Verantwortung und der Konsequenz.

In der Hinsicht hat vermutlich jeder eine andere Grenze und deshalb sind ja die Dinge so wie sie sind.

Nehmen wir einen Angestellten, der eine halbe Stunde mit dem Auto zur Arbeit fahren müsste. Er fliegt zweimal im Jahr in den Urlaub und ist bei seinem sonstigen Konsum nicht wählerisch geht es um den näheren Herstellungsprozess der Produkte.

Hat dieser Mensch eine zweifache Moral, wenn er Leute kritisiert, die von Sozialleistungen leben?

* Zu der Frage, was es eigentlich heisst auf Kosten anderer Menschen zu leben: Das Leid bzw prekäre Arbeitsbedingungen durch den eigenen Konsum zu unterstützen, Ausbeutung zu fördern. Das wäre meine spontane Antwort darauf. Dem schliessen sich viele interessante Fragen an: Wieviel ist genug, wieviel braucht man wirklich, etc.

Um es nochmal zusammenzufassen, ging es mir hauptsächlich um die Frage der etwaigen Doppelmoral.
 
Erstmal danke für die zahlreichen Antworten. Nachdem ich nun nochmal drüber nachgedacht habe, werde ich die Frage etwas genauer stellen.

Das Bespiel mit dem 2,5 Stunden Weg zur Arbeit war interessant und ist vermutlich die Ausnahme von der Regel oder auch nicht. Es gäbe Alternativen wobei ich mir vorstellen kann, dass die Umsetzung als nicht realistisch angesehen wird (da mit zu großen Opfern verbunden). Ich denke am Ende ist es eine Frage der Verantwortung und der Konsequenz.

In der Hinsicht hat vermutlich jeder eine andere Grenze und deshalb sind ja die Dinge so wie sie sind.

Nehmen wir einen Angestellten, der eine halbe Stunde mit dem Auto zur Arbeit fahren müsste. Er fliegt zweimal im Jahr in den Urlaub und ist bei seinem sonstigen Konsum nicht wählerisch geht es um den näheren Herstellungsprozess der Produkte.

Hat dieser Mensch eine zweifache Moral, wenn er Leute kritisiert, die von Sozialleistungen leben?

* Zu der Frage, was es eigentlich heisst auf Kosten anderer Menschen zu leben: Das Leid bzw prekäre Arbeitsbedingungen durch den eigenen Konsum zu unterstützen, Ausbeutung zu fördern. Das wäre meine spontane Antwort darauf. Dem schliessen sich viele interessante Fragen an: Wieviel ist genug, wieviel braucht man wirklich, etc.

Um es nochmal zusammenzufassen, ging es mir hauptsächlich um die Frage der etwaigen Doppelmoral.

Naja, die Diskussion ist in dem Bereich schwer. Im Konsens verstehen die meisten unter "Auf Kosten anderer leben" hauptsächlich nur harzen (oder noch, dass eine Tussi nen 80 Jährigen reichen Kerl einreden kann, dass sie voll verliebt ist🙄). Ob man durch Konsumverhalten prekäre Arbeitsverhalten fördert, denken glaube ich die wenigsten, solange es nicht selbst betrifft. Deswegen sind die Leute, die für Harz 4 Empfänger am liebsten kostenlose Steinbrucharbeit fordern, meist die Gleichen, die laut aufheulen, sobald sie ihren einst gut bezahlten Job verlieren, sich in Sinnlosmaßnahmen und anschließend selbst in irgendeiner Scheißarbeit unter ihren Niveau wiederfinden 😉
 
Nochmals danke für die Antworten.

Ist es ein so seltsamer Gedanke zu sagen, dass Autofahrer mit den erzeugten Abgasen zur Umweltverschmutzung beitragen und somit "ihren Beitrag leisten" zur Verschlechterung des Allgemeinwohls (rein gesundheitlich, nicht wirtschaftlich)?

"Der Sozialhilfeempfänger lebt auf Kosten der Allgemeinheit. Der Autofahrer (ein Bespiel unter vielen) lebt auf Kosten der allgemeinen Gesundheit." Was wäre ein Argument dagegen? Die Autos spielen keine große Rolle, es ist eh schon alles so verschmutzt, da fällt das nicht mehr groß ins Gewicht? Ist es für das höhere Wohl und deshalb ok? Entkräftet das die Anfangsaussagen?

Ist die Frage nach der Doppelmoral zu trivial oder interessiert sie einfach nicht? So ist es halt, so ist der Mensch eben? Gern auf andere zeigen, sich selbst besser fühlen?

"Nehmen wir einen Angestellten, der eine halbe Stunde mit dem Auto zur Arbeit fahren müsste. Er fliegt zweimal im Jahr in den Urlaub und ist bei seinem sonstigen Konsum nicht wählerisch geht es um den näheren Herstellungsprozess der Produkte.

Hat dieser Mensch eine zweifache Moral, wenn er Leute kritisiert, die von Sozialleistungen leben?"


* Die Frage nach Gegenleistungen finde ich auch interessant, ist für mich aber eine andere Diskussion.
 
Es macht für mich wenig Sinn, denn du kannst es doch auf praktisch alles anwenden: Rauchen, Flugreisen, ...
 

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