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Auf Kosten anderer Menschen leben

Keep Going

Aktives Mitglied
Ist jemand der seinen Lebensunterhalt mit Sozialleistungen bestreitet anders zu beurteilen als jemand der mit dem Auto zur Arbeit fährt?

Mir geht es speziell um die Formulierung: Auf Kosten anderer Menschen zu leben.

Lebe ich auf Kosten anderer Menschen, in diesem Fall, wenn ich ein Auto nutze und damit z.B. meinen Teil zur Luftverschmutzung beitrage?

Lebe ich auf Kosten anderer Menschen, wenn ich ein Produkt nutze, dessen Bestandteile Ausbeutung und Leid anderer Menschen innehaben?

Wenn ich 2x im Jahr mit dem Flugzeug in den Urlaub fliege (Abgase/ Umweltverschmutzung)? ...

Ich würde sagen, ja, wenn man sich so verhält, tut man das. Man nimmt halt für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse die negativen Konsequenzen in Kauf, die es für andere Menschen hat.

Aber das ist nur meine Meinung, wie seht ihr das so?
 
Nun, es gibt Dinge, die MUSS man tun, um andere Dinge zu erreichen. Dein Beispiel mit der Arbeit und dem Auto.
Wir wohnen auf einem Dorf, mein Mann hat einen Arbeitsweg von 30 km.

Würde er mit dem ÖPNV fahren, dann wäre er sage und schreibe 2,5 Stunden (und 2 mal umsteigen), sowie knapp 10 Euro Fahrtkosten für EINEN Weg los. Also 5 Stunden und 20 Euro an einem Tag.
Das ist schlicht und ergreifend keine Alternative, also fährt er Auto.

Die Flugreise, die Kreuzfahrt, das sind alles Dinge, die man machen möchte und auch problemlos sein lassen kann.

Aber jemanden, der arbeiten geht und dazu mit seinem Auto fährt mit jemandem zu vergleichen, der auf Kosten anderer lebt, nein, das seh ich def. nicht so.
 
Und was heißt überhaupt auf Kosten anderer leben?

Es gibt immer Menschen, die aufgrund irgendwelcher Ursachen nicht mehr selber am Erwerbsleben teilnehmen können. Dafür gibt es ja einen Sozialstaat, der für diese Menschen sorgt. Dazu zählen Erwerbslose, Kranke, Rentner, etc.

Es gibt sogar Staaten, welche in die EU eingegliedert wurden und die ganze Industrie wurde kaputtgemacht, weil dies ja eine Konkurrenz sein würde. Dafür hängen diese Staaten bei der EU am Tropf, was letztendlich billiger ist als Konkurrenz in der Produktion. Beispiel Latvia mit 1.5 Mio Einwohnern. Chemische Industrie, Werften etc. existieren nicht mehr. Staat wird durch EU unterstützt.

Leben jetzt diese Menschen auf Kosten anderer?
 
Und was heißt überhaupt auf Kosten anderer leben?

Es gibt immer Menschen, die aufgrund irgendwelcher Ursachen nicht mehr selber am Erwerbsleben teilnehmen können. Dafür gibt es ja einen Sozialstaat, der für diese Menschen sorgt. Dazu zählen Erwerbslose, Kranke, Rentner, etc.

Es gibt sogar Staaten, welche in die EU eingegliedert wurden und die ganze Industrie wurde kaputtgemacht, weil dies ja eine Konkurrenz sein würde. Dafür hängen diese Staaten bei der EU am Tropf, was letztendlich billiger ist als Konkurrenz in der Produktion. Beispiel Latvia mit 1.5 Mio Einwohnern. Chemische Industrie, Werften etc. existieren nicht mehr. Staat wird durch EU unterstützt.

Leben jetzt diese Menschen auf Kosten anderer?

Also ich meine damit diejenigen Menschen, die z.B. arbeiten gehen KÖNNTEN, aber schlicht und einfach keine Lust dazu haben. Nicht Menschen, die aufgrund von Behinderung, Alter, etc. nicht (mehr) können.
 
Also ich meine damit diejenigen Menschen, die z.B. arbeiten gehen KÖNNTEN, aber schlicht und einfach keine Lust dazu haben. Nicht Menschen, die aufgrund von Behinderung, Alter, etc. nicht (mehr) können.

Manchmal KÖNNEN Menschen auch nicht arbeiten, weil sie einfach die falsche Einstellung dazu haben...
 
Sorry, dann müssen sie an der Einstellung arbeiten. Faulheit ist kein Grund.

Stimme dir mehr oder weniger zu. Glaube aber auch, dass es dem Themeneröffner nicht explizit um dieses doch relativ "abgelutschte" Thema geht, sondern auch gerade darum, wie Erwerbstätige auf Kosten anderer leben. So zumindest mein Eindruck.

~~~

Wenn man also einen gewissen Kontrast herstellen wollte, so könnte man sagen, dass "Sozialhilfeempfänger" (im weitesten Sinne) oft nicht viel haben, aber auch die allgemeine Infrastruktur nicht so stark belasten, bspw. Straßen, weil sie vielleicht nur mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stimme dir mehr oder weniger zu. Glaube aber auch, dass es dem Themeneröffner nicht explizit um dieses doch relativ "abgelutschte" Thema geht, sondern auch gerade darum, wie Erwerbstätige auf Kosten anderer leben. So zumindest mein Eindruck.

Ja und da sehe ich es so, dass ein Erwerbstätiger ja irgendwie zu dem Ort seiner Erwerbstätigkeit hinkommen muss, die auch noch zumutbar ist. Da hat die Fahrt mit dem eigenen Auto für mich nichts mit dem Leben auf Kosten anderer zu tun, sondern mit einem "notwendigen Übel". Denn, was wäre denn die Alternative?
 
Wir leben letztendlich fast alle "auf Kosten anderer" - und diese auf unsere. Beispiel: KK.

Solange es nicht in Ausnutzung mündet, nennt man das >Solidargemeinschaft<.
 
Dem Planeten Erde als Ganzes würde es gut tun, gäbe es weniger Menschen, die weniger tun.
Ursprüngliche Gesellschaften, z.B. Indianer oder Eskimos, haben diesen extremen Raubbau nicht betrieben.
Die Menschheit heute lebt auf Kosten des Planeten und viele hochbeschäftigte Menschen tragen zu seiner schnelleren Zerstörung bei, sei es durch Flüge, Kriege, Rohstoffabbau, Produktion minderwertiger Produkte, die schnell ersetzt werden müssen usw.

Lösung wäre eine Produktion im Hinblick auf Langlebigkeit, eine Verlangsamung gesellschaftlicher Prozesse und des Lebens und ein Mentalitätswandel, sodass nicht Geld und Wirtschaftswachstum an erster Stelle stehen, sondern Erhalt des Planeten und ein halbwegs natürliches Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur.

Sinnvoll wäre es klassische Familienstrukturen zu bewahren und die Vereinzelung und Überindividualisierung der Menschen als Regelfall zu verhindern.
Das System heute maximiert den wirtschaftlichen Nutzen, macht die Menschen finanziell reich zum Preis der Vereinzelung, Zerstörung normaler sozialer Strukturen, Zerstörung der Umwelt.
Beschleunigt sich der Prozess, wird der Planet irreparabel beschädigt, die Menschen voneinander abgetrennt und krank und irgendwann nimmt auch die Wirtschaftsleistung ab, da deren Grundlage gesunde Menschen auf einem gesunden Planten sind.
Folglich ein irrsinniges System, aber vielleicht entsteht ja langsam ein weltweites Bewusstsein dafür, was schief läuft.

Auf Kosten anderer Menschen leben:
Jeder Mensch, der heutzutage Textilien oder Elektronik kauft, die von Menschen in sklavenähnlichen Zuständen produziert wurden, lebt auf Kosten anderer Menschen.
Jeder Mensch, der in die Dominikanische Republik oder auf die Seychellen fliegt, dort das günstige Niveau ausnutzt, um sein Leben zu genießen, lebt auf Kosten anderer Menschen.
Jeder Mensch, der sich nicht um seine Eltern kümmert, sondern aus Weißrussland oder Moldawien eine Pflegerin zum Hungerlohn einstellt, um die Eltern zu versorgen, profitiert von der Armut anderer Menschen. Er lebt sein leben bequem weiter - auf Kosten anderer Menschen, nämlich der Pflegerin.

Und je mehr er davon konsumiert, umso mehr lebt er auf deren Kosten.
Derjenige, der am wenigsten konsumiert, vielleicht selbst anbaut, viel zu Fuß geht und das meiste selbst erleidigt, lebt am wenigsten auf Kosten anderer Menschen. Folglich müsste man, wenn man wirklich konsequent ist, die Folge jeder seiner Handlungen reflektieren - von der Urlaubsreise bis zum Einkauf. Darüber kann es minimieren, auf Kosten anderer zu leben.

Aber wer kann heutzutage so reflektiert leben? Man wird verrückt und kann das Leben nicht genießen.
Ich würde versuchen, halbwegs gesellschaftskonform zu leben nach außen, auch wenn die Ziele in der Gesellschaft heutzutage unsinnig sind und dabei darauf achten, die gröbsten Schnitzer zu vermeiden, z.B. nicht 5x im Jahr in den Urlaub, alle 3 Jahre ein neues Auto, jedes Jahr ein neues Handy und jeden Monat neue Klamotten kaufen.
Im Endeffekt ist es der Zeitgeist heutzutage, der die Menschen zu einer Art Arbeits- und Konsumsklaven formt, das eine einhergehend mit dem anderen. Die Wirtschaft profitiert. Grund ist auch, dass Menschen sich miteinander vergleichen bez. sozialem Status usw. Ohne diese Vergleiche wären viele vllt entspannter, würden vllt eher auf ihre inneren Bedürfnisse hören...
 
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