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Assistierter Suizid

In dem konkreten Fall gab es Menschen, die nicht die leiseste Ahnung davon hatten,
Das wäre eigentlich ein Ansatz. Man könnte ganz sachlich und aufrichtig darüber sprechen und mit Bedacht einweihen in seine Entscheidung, in seinen Entschluss. Reden darüber, jedes Argument anhören, seine Gedanken dazu mitteilen. Vielleicht wäre das das Beste. "Nach langer und reiflicher Überlegung kommt mir das als einziger Ausweg vor. Man wird vielleicht gemeinsam trauern, sich gegenseitig trösten, zwar bestürzt sein, aber akzeptieren lernen, dass dieser Entschluss gefasst ist.

Mir ist ein Fall bekannt, wo eine zweifache Mutter über Monate den Zwang verspürte sich umzubringen, das war für die Angehörigen die Hölle, mal fand man sie nach langem Suchen im Wald, bewusstlos von Tabletten, mal blutend hier, mal völlig aus dem Häuschen da.. usw.
Klinikaufenthalt, Umgestaltung ihrer Prioritäten, Aussteigen aus dem, was sie so stresste,ganz etwas anderes machen, all das half, um sie zu beruhigen können.
Heute lebt sie als glückliche Oma so, wie es ihr gefällt.
 
Ich finde es gut und wichtig, darüber zu reden. Denn es geht uns alle was an, selbst dann, wenn der Nachbar Suizid begeht. Es ist ein letztes Tabu in unserer Gesellschaft.
Unser Verhältnis zum Tod ist etwas "verknorzt". Das hat auch mit der christlichen Prägung unserer Gesellschaft zu tun, man weiss ja von anderen Kulturen, dass ganz anders damit umgegangen wird.

Nur weil man Suizid verschweigt und tabuisiert heisst es nicht, dass keine persönlichen Katastrophen dahinter stecken - im Gegenteil. Diese werden doch noch grösser?

Ich kannte vier Menschen, die sich allesamt das Leben nahmen. Einsam, verzweifelt, alleine. Ich finde, auch psychisch erkrankte Menschen haben ein Recht auf assistierten Suizid, nicht nur körperlich erkrankte.
 
@_cloudy_ ich glaube, das kommt darauf an, was man für eine Einstellung zum Tod hat.
Seltsamerweise kann ein zufälliger Tod, der wie ein "Versehen" wie ein Unfall, wie ein "tödlicher Ausrutscher" passiert ist besser verkraftet werden, als ein Suizid eines Freundes, oder eines Angehörigen. Da fühlt man sich doch automatisch haftbar und schuldig, wenn sich wer umbringt in der Familie.
Die Mutter meines Schwiegersohns rutschte neben einem Berggipfel aus. Ihr Tod könnte ein beabsichtigter Freitod gewesen sein, denn sie hatte MS. Niemand wird das je erfahren und alle halten daran fest, es war ein tödlicher Unfall. Es ist wie ein Freispruch für die Angehörigen. Bei einem offiziellen Suizid haben wir doch daran Beteiligung, wir sind ja eine Gruppe, die haftbar ist für die anderen und haben dann versagt, so heißt doch dann und so fühlt es sich auch an.
 
Was ich auf jeden Fall fragen würde wäre, ob ein Organspendeausweis vorhanden ist.
Wenn jemand sein Leben wegwirft, kann vielleicht ein anderer noch etwas mit ein paar Körperteilen anfangen.
Dann war es nicht ganz umsonst.
Das mit der Organspende ist so eine Sache. Es gibt gerade wieder neue Forschungsergebnisse, die erklären, was in unserem Gehir abläuft beim Sterben.

Unter Umständen "montieren" die Ärzte einem Menschen Organe aus dem Bauch, der noch gar nicht ganz tot ist.

Ich für mich lehne die Organspende ab. Das ist mir zu heikel. Ich will "in Ruhe" sterben dürfen.
 
Hallo
Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr erfahren würdet, dass jemand aus eurem Umfeld offiziell sterben würde?
Aus psychischen Gründen?

Wäre euch das lieber als im Nachhinein zu erfahren, dass sich jemand suizidiert hat?
Oder wäre es belastend es zu wissen?

Was würdet ihr dem Menschen sagen?

Glg
Oona
Hallo Oona,
da das nicht leicht auszusprechen ist, würde ich davon ausgehen, dass derjenige den Wunsch hat, sich von mir zu verabschieden oder eventuell, wenn der Kontakt enger ist, sich Beistand wünscht.

Wenn es um assistierte Sterbehilfe geht mit einem Verein oder mit ärztlicher Hilfe, ist das doch das Ende eines langen Prozesses, von allen Seiten beleuchtet, geprüft, ob man denjenigen nicht noch in ein sinnvoll zu lebendes Leben zurückholen kann. Das sollte akzeptiert werden, finde ich, so traurig es ist.

Wenn es keine assistierte Sterbehilfe ist, dann sollte man jedoch Hilfe anbieten, oder vermitteln, insbesondere wenn es denn ein Familienmitglied, ein Freund, oder enger Bekannter ist und Mut machen, dass man zurückfinden kann ins Leben. Alles was da auf eigene Faust versucht werden kann, ist auch meiner Meinung nach mit zuviel Leid verbunden und, wie hier schon darauf hingewiesen wurde, eventuell strafbar.
 
Unter Umständen "montieren" die Ärzte einem Menschen Organe aus dem Bauch, der noch gar nicht ganz tot ist.
Das kann dir dann doch auch egal sein, passiert ja unter Vollnarkose und wenn man eh sterben will..

Und es "montiert" bestimmt kein Arzt einem Lebenden Organe aus dem Bauch oder sonstwo.
Solche Äußerungen kommen immer wieder und aber Organe werden so dringend gebraucht von schwerkranken Menschen die aber leben wollen.
 
@Holunderzweig
Ja oder es gibt Familien (wie meine), die denken, "oh armes Ding, war immer schon schwächlich".
Mein Cousin hat sich im Sommer 2021 das Leben genommen. Wurde und wird totgeschwiegen.
 

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