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Angstzustände, den ganzen Tag

M

Monisia

Gast
Hm...Ich schreib einfach drauf los....
Mit 5 Jahre wurde ich von einem Mann mißbraucht, der bei Feiern in meinem Elternhaus, in mein Zimmer gekommen war. Mit 8 Jahren wurde ich von meinem Onkel mißbraucht. Er wohnte ein paar Wochen bei uns. Und dann mit 15 Jahren wurde ich ein halbes Jahr lang von dem Mann meiner Cousine vergewaltigt.
Warum fragen mich immer wieder Menschen, warum ich immer und immer wieder zu ihnen nach Hause gegangen bin, wenn ich wußte, dass er mich wieder und immer wieder vergewaltigen würde?
Wenn ich ihnen dann antworte: Weil er mir gesagt, dass mir schlimmeres passieren wird, wenn ich nicht mehr komme und dass ich einfach Angst vor den Fragen meiner Eltern hatte, warum ich da nicht mehr hingehe. Zu dem Zeitpunkt war ich mir 100% sicher, dass mir keiner glauben würde;
entgegnen sie mir: Dann muss er dir ja mit der Zeit gefallen haben.
Was soll das??? frage ich den Mensch. Wieso ist es so schwer zu verstehen, dass man mit 15 Jahren nicht erwachsen ist und nun mal nicht weiß, was man in solch einer Situation tun soll.
Ich habe jetzt etwa 2 Jahre Therapie (1999-2001) und (leider nur) ein paar Wochen Klinik (2001) hinter mir. Und jetzt vier Jahre danach fange ich wieder mit Therapie an, weil meine Angstzustände so schlimm sind, dass ich anfange Sachen zu sehen, die gar nicht da sind :-( Es ist so unheimlich schwer, sich zu sagen: Nein, das bildest du dir nur ein.
Ich habe Angst vor allen und allem. Mein Tag besteht nur aus Angst. Jeder Mensch kann sich in ein Monter verwandeln, selbst meine Eltern, (Tochter, nicht immer, aber wenn es mir richtig schlecht geht, dann habe ich auch vor ihr Angst *heul*) und mein Freund.
Ich weiß zur Zeit einfach nicht, was ich mit mir machen soll und wie ich mit dieser Angst leben soll. Es macht mich so unwahrscheinlich fertig.
Ich habe Angst vor der Angst und wenn ich schlafen gehe, dann habe ich vor meinen Träumen Angst. Ich bin es so satt andauernd, jede Sekunde des Tages Angst zu haben!
Jeder Mann ist für mich ein potentieller Täter ( ich weiß, dass nicht alle Männer Täter sind; ich versuche immer zu unterscheiden, aber es fällt mir immer schwerer).

Zu dem kommen auch noch die Erinnerungen von den Mißbräuchen mit 5 und 8 Jahren ;-( Ich kriege sie einfach nicht weg. Ich habe es schon mit dieser Tresormethode probiert, aber ich bin durch meine Ängste so angespannt, dass ich mich auf nichts konzentrieren kann.
Es ist einfach zum Verzweifeln. Vor allem ist das scheiße, weil es sich auf meine Mitmenschen auswirkt. Ich kann nicht mal mehr meinen Freund küssen, ohne das mir ganz komisch wird.

Was soll ich nur tun? Ich kann mir zur Zeit einfach nicht selbst helfen *heul* Und das schlimmste ist, dass ich niemanden wirklich erklären kann, was mit mir los ist, weil es so viel ist. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.
Der ganze Alltag ist für mich eine Tortur und das einzige was mich zu lächeln bringt, ist wenn meine Tochter lacht. Ich stecke so tief in einer Kriese, dass ich kein Licht sehe und nicht weiß, wie ich rauskommen kann. Ich sehe einfach den Weg nicht.
Ich sitze stumpf zu Hause rum und bin glücklich, wenn er endlich zu Ende geht. Nur durch meine Tochter komme ich überhaupt mal raus, weil sie ja auch nach draußen möchte/muss oder ins Mütter-und Kinderzentrum. Ich habe Angst, dass sie merkt, dass ich total down bin. Vielleicht versteht sie das nicht und denkt, dass ich sie nicht haben möchte oder sie nicht lieben würde! Ich versuche das so gut wie möglich von ihr zu trennen, ihr nichts zeigen oder fühlen lassen, dass es mir so schlecht geht.

Ich könnte noch die ganze Nacht schreiben, aber ich glaube, dass reicht. Danke, dass ich hier reinschreiben durfte. Allein das Schreiben, hat mich etwas leichter gemacht. Es immer schön zu wissen, wo man hingehen kann.

Ich wünsche euch allen alles Liebe und Gute.

Monisia.
 
Hallo Du,
das macht mich total betroffen zu lesen was Du schlimmes erleben musstest.
Angstzustände und die Angst vor der Angst sind seit über 20Jahren meine ständigen Begleiter.
Meine Geschichte ist nur nicht so schlimm wie Deine.
Ich glaube das man das was Du erlebst hast nie richtig verarbeiten kann.
Es macht mich auch sehr wütend auf diese Kerle...mit welchem Recht tun die sowas...
Ich weiß auch nicht wie der Stand der Therapie bei Dir ist?
Was mir in den letzten Jahren sehr geholfen hat sind einfach auch die Medikamente.
Ohne die ist es kaum möglich die Ängste zu überwinden.
Es hat bei mir auch Jahre gedauert die richtige Medikation zu finden,aber Stand heute ist das ich happy bin das die Medis so gut wirken.
Ich bin in den letzten Wochen auch froh das man sich hier austauschen kann,obwohl es auch sehr schwer ist die richtigen Ratschläge zu geben!

Ich wünsche Dir erst mal ganz viel Kraft und halte durch und akzeptiere die Angst,sehe sie nicht als Feind.
Auch das hat mir geholfen.

Gruß Rolf
 
Danke für deine Lieben Wort.
Nun ja. Wie gesagt, ich habe schon ein bisschen Therapie hinter mir und habe z.B. Depressionen und Panikanfälle, Heulkrämpfe heute gar nicht mehr. Zumindest nicht mehr in dem Ausmaß wie früher. Depressionen sind heute eigentlich nicht mehr so das Thema, weil ich mit ihnen umgehen kann, aber diese Angst ist einfach schrecklich. Medikamente habe ich in meinem Leben schon genug genommen, ich habe da eine kleine Aversion dagegen. Erst wenn es wirklich überhaupt nicht mehr gehen sollte, werde ich dazu greifen.
Ich habe ja jetzt mit einer Therapie angefangen. Ich war eingentlich noch auf der Warteliste, aber weil es mir so schlecht geht, hat meine Thearpeutin mich vorgezogen. Ich hätte sonst noch ein halbes Jahr warten müssen und das wäre nicht "zu verantworten" meinte sie.

Ich muss stark bleiben, schon allein für meine Tochter, sie ist jetzt 3 Jahre alt.

Ich wünsche dir auch für deinen weiter Lebensweg alles Gute. Es tut mir sehr leid, dass du auch unter Ängsten leiden musst. Das ist wirklich schrecklich. Alles Liebe dir.

Monisia.
 
Hallo Monisia,

ich habe mit grosser Anteilnahme deinen Beitrag gelesen und möchte dir dazu folgende Worte sagen: Du hast eine Reihe schlimmer und traumatischer Erlebnisse hinter dir und deine Seele braucht Zeit und auch professionelle Hilfe um damit klar zu kommen.
Aber nur Mut! Du schaffst das, wenn du dich einigermaßen geschickt dabei anstellst.
Wichtig für dich ist, dass du dir selber keine Schuld gibst...allein die Täter sind verantwortlich für ihre Straftaten...
Meine Schwester hatte letztes Jahr auch Angstzustände, eine Psychose und war 8 Wochen in einer Klinik und ist bis heute noch in Therapie...Sie nimmt ein Neuroleptikum...ein einziges mal hat sie in den letzten Monaten vergessen das Medikament zu nehmen und schon kam die Angst zurück.
Wichtig für dich wird sein, dass du dich ggf. sorgfältig und v.a. lang genug medikamentös behandeln lässt, damit dein GEhirn diesen annormalen Angsterregungszustand wieder vergisst und sich auf ein Normallevel einpendelt.
Die Medikamentation darf nicht ohne Absprache mit dem Arzt unterbrochen oder abrupt abgebrochen werden..sonder muss ganz sacht ausgeschlichen werden...Such dir einen guten Psychiater, der das richtige Medikament für dich findet und dich richtig "einstellt". Das ist der erste SChritt und der zweite sollte eine begleitende Verhaltenstherapie sein. Du musst entweder mit Bekannten oder Freunden oder was oft leichter ist mit nem Psychologen über alles reden können, was du erlebt hast, was dir Probleme bereitet, wie du wieder fit wirst...

Wenn du einigermaßen gefestigt bist könntest du dir überlegen, ob du die Täter nicht anzeigst und ihnen damit eine Strafe dafür verpasst, was sie dir angetan haben...Du leidest dich bis heute krumm und schimmelig und sie laufen noch frei herum? Nicht richtig oder?
Ich kann deine Angst und die Tendenz zu Schweigen verstehn...zu schweigen ist jedoch der falsche Weg, führt dich immer tiefer in dein Leid und schützt einzig und allein die Täter. Es geht jedoch darum in erster Linie dich zu schützen und deine Vergangenheit zu bewältigen. Psychisch ist es an sich immer von Vorteil, wenn die Opfer-Täter-Seite getrennt wird, die Täter ihre Strafe bekommen und so die Dinge klargestellt worden sind..Bevor du rechtliche Schritte unternimmst solltest du dich natürlich erstmal in Sicherheit bringen...Falls du keine Bekannten oder Freunde hast, wo du abtauchen könntest: überall gibt es Gewaltopferberatungsstellen und Frauenhäuser, wo du mit deiner Tocher anonym untertauchen kannst...jederzeit! Denke daran: Du bist nicht allein mit deinen Problemen, es gibt sehr viele Menschen, die dir weiterhelfen können, wenn du sie lässt.
Dein Weg hier ins Forum war ein sehr guter SChritt, darüber hinaus kannst du noch mehr für dich tun. Das solltest du dir wert sein, denn du hast es nicht verdient dir von ein paar miesen Typen/Gewaltverbrechern dein Leben dauerhaft versauen zu lassen..Diese Macht über dich solltest du ihnen nicht gönnen, daher kämpfe!
Empfehlen kann ich dir auch einen Kampfsport zu erlernen...sehr gut zum Aufbau des Selbstbewusstseins und eines täterabschreckenden Habitus (Auftreten) sehr gut auch zur Angstbewältigung, sehr gut auch um dich in Gefahrensituationen effektiv zur Wehr setzen zu können..

Deinen Beschreibungen nach bist du, was leider häufig als Spätfolge von Gewalterfahrungen auftritt, wahrscheinlich in eine Depression geraten...typisch sind auch Distanz-Nähe-Probleme, Berührungsängste...das alles deutet auf unverarbeitetes Trauma....Daher ist eine rechtzeitige und ausreichende (!) fachärztliche Behandlung das A und O für dich und auch deine kleine Tochter, die eine Mami braucht, die gesund und fit ist und auch bleibt. Daher gib nicht auf, sondern kämpfe weiter!

Lieber Gruss
Tyra
 
Ähh..nee ich leide nicht an Ängsten...ich bin ne kleine Kampfassel, die eher Angst und Schrecken verbreitet, wenn's sein muss...ansonsten aber sehr sozial und friedlich 🙂) Meine Schwester war es die letztes Jahr u.a. aufgrund unbewältigter Kindheit mit gewalttätigem Vater zusammengeklappt ist und Angstzustände hatte...ich habe sie während ihrer Therapie begleitet...
Wichtig für dich finde ich dass du mit deinen Kräften zu haushaltest und dir unnötiges Leiden ersparst...Die Täter hattest du nicht angezeigt, oder? Ich meine in ständiger weiterer Gefahr zu sein schürt natürlich die Angst immer wieder neu...
Weiss dein Freund oder sonst jemand von deinen Bekannten oder Freunden von deinen Gewalterfahrungen?

Deine Aversion gegen Medikamente in allen Ehren, ich selber war vor der Psychose meiner Schwester ähnlicher Ansicht, habe mich jedoch dann ganz intensiv damit beschäftigt, kenne mich auch mit der Funktion des Gehirns etc. aus...und kann nur sagen: ohne geht es manchmal nicht. Es gibt heutzutage auch sehr gute sogenannte atypische Neuroleptika...die so gut wie keine Nebenwirkungen haben...
Es ist in Hinsicht auf die Funktion unseres GEhirns sehr schädlich zu langen zu warten...je länger sich das HIrn an Zustände hoher Erregung wie Angst oder Panik befindet, desto mehr gewöhnt es sich daran...das sollte unter allen Umständen vermieden werden...denn der Endzustand sind oft irreversible psychische Erkrankungen!!

Stark sein ist gut, aber man sollte v.a. verantwortungsbewusst mit seiner Gesundheit umgehen...und Kräfte nicht sinnlos vergeuden...ist meine Einstellung...und in HInsicht auf Gewalterfahrungen bringt verdrängen oder verschweigen leider nichts...Seelenschmerz muss raus, sonst haut es auf die Psyche...leider...wäre schade, wenn du unnötig lange leiden würdest und am End total zusammenklappst und kaum noch auf die Beine kommst.

Das mit der Therapie hört sich ja gut an...schildere doch der Therapeutin mal deine Probleme und frag, was sie raten würde....kann ja sein, dass du es auch ohne Medikamente hinkriegst...aber du solltest das mal fachlich checken lassen...ist sicherer!
 
Hallo Tyra,

die Täter habe ich angezeigt, doch die Stattsanwaltschaft kam zu dem Entschluss, dass ich nicht überzeugend genung war bei meinen Aussagen :-( und dann war die Anklage wegen mißbrauchs von Schutzbefohlenen Minderjährigen verjährt. Naja, wie so etwas verjähren kann, verstehe ich einfach nicht. Für mich verjährt die Sache nicht!
Nun, ich habe schon einige Medikamente genommen und sie haben mir geholfen, aber auch davon abgehalten weiterzukommen. Ich möchte es erstmal so versuchen und wenn es nicht geht, dann werde ich wohl Medikamente nehmen müssen. Ob ich will oder nicht, aber dann ist es wirklich besser.
Ja, meine gesamte Familie und mein Freund wissen bescheid und sie versuchen immer Verständnis für mich zu haben und mir zu helfen. Das Problem ist nur, dass sie mir gar nicht helfen können. Natürlich könne sie mir zuhören und mich in den Arm, dies ist auch eine Art Hilfe und das ist auch gut so.
Nun meine Therapeutin weiß über meine Angstzustände bescheid und sie weiß auch um meine Vergangenheit. Ich war in den letzten Monaten einmal im Monat bei ihr und da kann man nicht viel machen. Jetzt werde ich einmal die Woche hingehen und darauf "freue" ich mich, weil ich dann voran komme.

Hm...weißt heißt unnötig lange? Ich finde schon eine Sukunde unnötig lange, aber ich weiß schon was du meinst. Ja, du hast recht, man muss besser auf seine Gesundheit achten. Das mit dem Gehirn wußte ich gar nicht. Ich werde das nächste mal mit meiner Therapeutin reden, ob man eine medikametöse Behandlung in Erwegung ziehen sollte.

Ich war schon mal auf einer Seite (chatten) für Frauen/Mädchen, die vergewaltigt/mißbraucht wurden oder es immer noch erlebten. Das hat mir auch sehr geholfen und deshalb habe ich mich für dieses Forum entschieden.

Danke, dass du mir Mut machst und danke für deine Anteilnahme.
Ich werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen.

Liebe Grüße. Monisia.
 
Liebe Monisia, ich kann gut verstehen was in Dir vorgeht. Ich bin mittlerweile
43 und kämpfe heute noch. oder besser gesagt ich habe gelernt anders als
früher mit meiner "Kindheit" zu kämpfen. Es war ählich wie bei Dir! Das erste Mal
sexueller Mißbrauch vom Cousin (ich 6 Jahre alt - wenn Du was verräts mach ich Deine Mutti tot, den Messerstich in meinem Bauch mußte ich mit Sturz auf Gartenzaun erklären) das nächste Mal einer meiner Stiefväter ich war 10 (vergewaltigt, ebenso nochmal mit 18 von meinem damaligen "Freund") Mit 22
hatte ich ein ganzes Jahr lang chronisches Darmbluten, wahnsinns Krämpfe und Panikattacken. Bin von einem Doc. zum nächsten. Damals teilten mir die Ärzte mit ich würde keine 30 Jahre alt werden. Ging mit 30 zum Therapeuten (mußte ein Paar mal wechseln, denn ich konnte nie richtig über meine "Kindheit" reden.
Nur andeutungsweise. Habe diverse Medikamente bekommen die zu 3 Suizidversuchen führten. Hatte übrigens noch mit 29Jahren einen Schlaganfall!
Alles streßbedingt. Mein Leben bis zu meinem 34.LJ ist wie ein schlechter
Schmuddelroman. Habe zwar seit 18 Jahren einen festen Partner, er liebt mich
wohl wirklich sonst würde er das ganze Theater nicht mitmachen. Manchmal
"lege ich ihn für 1 Jahr auf Eis". D.h. Keine Berührung, nix, gar nix. Worauf ich
eigentlich hinaus will ist folgendes: Meinen großen Schritt nach vorn tat ich
als ich endlich mit 34 den Rat eines Therapeuten befolgte und mich hinsetzte
und all den Wahnsinn, den ich erlebt habe bis ins kleinste Detail niederschrieb.
Tat für Tat. Es war grauenhaft. Ich durchlebte alles noch einmal, ich spürte
den körperlichen und seelischen Schmerz als ob es eben wiederpassiert. Ich
schaffte es nicht, alles in einer Nacht niederzuschreiben. Aber als alles geschrieben war, las ich es noch einmal durch und es war als ob das was da geschrieben stand, nicht mir sondern einer anderen passiert ist. Dann löschte
ich alles was ich geschrieben habe (und verpackte es damit in die unterste
Schublade) wie mein Therapeut es mir gesagt hatte. Ich bin durch all dies
hart zu mir selbst geworden und leider auch zu anderen. Aber es ist dadurch
erträglicher geworden und Panikattacken bekomme ich "nur noch" 1-2 mal im Jahr. Und was wirklich wichtig ist, ich kann mich wieder an kleinen Dingen des
Lebens freuen, Blumen , das Lachen eines Kindes etc. Ich weiß das ich es
noch lange nicht geschafft habe, aber ich bin auf dem Weg. Ich weiß nicht wie alt oder wie jung Du bist. Aber versuche so früh wie möglich Hilfe anzu-
nehmen, denn ich tat es eindeutig zu spät. Und das sind die Schweine einfach
nicht wert. Vielleicht habe ich meinen Kampf auch erst so spät aufgenommen,
weil es sich für damalige Zeiten um Tabuthema 1 handelte. So was passierte
einfach nicht und wenn doch sprach man nicht darüber. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut und ich habe tatsächlich erfahren: Was Dich nicht umbringt macht Dich stark!!!" Gruß Caro
 
Hi Monisia,

leider ist das Rechtssystem nicht grad optimal gestaltet, grad was sexuellen Missbrauch betrifft. Aber ich hab noch irgendwo im Hinterkopf, dass die Verjährungsfrist sich auf 30 Jahre beläuft...? Bin mir aber nicht ganz sicher..

Essenstiell für dich ist daher an deinem Selbstbewusstsein zu arbeiten und einen effektiven Selbstschutz aufzubauen..und v.a. musst du erstmal deine psychischen Probleme in den Griff kriegen...notfalls nochmal mit dem Komplettprogramm: einige Wochen Klinik, dann Tagesklinik, dann ambulant....jedenfalls hat das meiner Schwester sehr viel gebracht...wie war nach 2 Wochen angstfrei! Und ist es bis heute geblieben. Kann ja schlecht abschätzen in welchem Ausmass du Angst- oder Panikattacken hast...aber sprich auf jeden Fall mit einem Arzt drüber...wegen dieser hirnphysiologischen/biochemischen Sache...redundante also wiederholte oder häufige Angstzustände sind echt schädlich für dieses neuronale Wunderwerk was du oben im Kopp hast...und du bist nunmal stark abhängig von der Gesundheit deines HIrns....Eine Bekannte von mir Neurologin und auch die damalige Psychiaterin meiner Schwester hatten immer diesen Spruch drauf: ein Hirn in Psychose oder Angszustand etc. ist vergleichbar mit nem akuten Blindarmdurchbruch....und beim Blinddarm macht man ja auch was ohne zu zögern...beim GEhirn zögert man oft zu lang und hat dann den (Hirn)Salat...Natürlich und gottseidank braucht man dat Hirn nicht zu operieren..die Biochemie wird durch Medikamente wieder getaktet...bzw. wird man durch Neuoleptika ja ne Zeitlang gedämpft...was vielen Patienten auch nicht gefällt, da sie sich dann anders erleben, emotional auch weniger empfinden, sich selbst ggü fremd vorkommen und Schiss kriegen...man nennt das Minussymptomatik....ist aber nur ne Zeitlang so und geht nach Absetzen der Medikamente auch wieder weg...es kommt unterm Strich ja auch darauf an dass ne Therapie ERfolg hat und zwar langfristig...daher lieber 1 Jahr lang emotionel gedämpft als ein Leben lang psychisch kaputt finde ich...
Es gibt natürlich auch Therapien ohne Medikamenteneinsatz...in den USA hat man Psychotiker und Depressive ohne Medis wieder normalisiert...allerdings über Jahre auf ner Farm ganz ohne Aussenreize...ist nur wat für Millionäre...und die Erfolge v.a. Langzeiterfolge werden in einer Studie noch untersucht...

Auch Caros Schilderung hat mich sehr erschüttert, aber auch ihr muss ich sagen: geh konsequent weiter deinen WEg um mit der Vergangenheit abschliessen zu können.grenze dich effektiv ab, stärke deine körperlichen und psychischen Kräfte...mit einem starken Willen kann man unheimlich viel bewirken..Manchmal ist es sehr gut und lebensnotwenig ein wenig hart gegen sich oder andere zu sein...Puddingherzen sind gefährdet! Aber man muss natürlich ein wenig, schauen, dass man nicht zu sehr verhärtet...
Caro hat Recht...man sollte den Mistkerlen nicht gönnen das man kaputt geht!

Der emotionale Rückhalt durch Familie oder Freund/e ist auch sehr wichtig...klar haben deren Hilfsmöglichkeiten GREnzen, sie können z.B. keine professionelle psychologische Hilfe geben, dafür gibt es aber dann die Therapeuten und auch zum Austausch gibt es ja hier das Forum...damit hat man denke ich schonmal ne Menge Möglichkeiten die man nutzen kann und sollte. Ich finde aber schon dass du über deine Angstzustände mit der family oder Freund reden solltest...Wie ich es kenne reden wir in der Familie über alles.....und auch mit Freunden red ich über alles....ist ne echt entlastende Methode.

LG
Tyra
 
Liebe Caro,

wäre wohl blöd jetzt zu schreiben, dass ich dich verstehen kann, denn anscheinend sind wir in der gleichen Lage.
Ich bin 24 Jahre alt/jung, wie man es nimmt. Mir kommt mein lange sehr lange vor, denn bisher hatte ich nicht so ein wunderschönes Leben. Ganz im Gegenteil.
Im Gegensatz zu dir, habe ich mein Erlebtes noch nicht aufgeschrieben. Nun ja, immer mal wieder was, aber noch lange nicht alles und vor allem nicht im Detail. Ich habe einige Male dagesessen und versucht es aufzuschreiben, aber es ging. Auch bei meiner Anzeige musste ich nicht alles im Detail sagen, was mir auch komisch vorkam, denn jeder hat mir erzählt, dass man wirklich jede Kleinigkeit erzählen muss. Hm...
Aber auch jetzt, wenn ich nur darüber nachdenke, alles im Detail aufzuschreiben...nee, danke, aber erstmal würde ich das wohl nicht können.
Hilfe habe ich mir ja schon geholt, denn ich bin ja in Therapie.
Die letzten Tage ging es bei mir ein bisschen besser, auch weil ich hier schreiben kann und mir geantwortet wird. Ich schäme mich schon ein wenig, weil ich hier Hilfe suche, aber keinem im Moment helfen kann. Ich lese mir einige Beiträge durch, aber kann nichts dazu schreiben, weil ich mich nicht konzentrieren kann. Allein dies hier zu schreiben/ antworten ist für mich ein hartes Stück arbeit.
Ich freue mich aber sehr für dich, dass du deinen Weg gefunden hast und die Hoffnung aus ein besseres Leben nicht aufgibst. Durch Menschen wie dich schöpfe ich ein wenig Kraft, weil ich sehe: Ich bin nicht allein und es lohnt sich zu kämpfen. Danke.

Ich mache erstmal hier Schluss. Ich wünsche dir alles Gute und mach weiter, geh deinen Weg weiter.

Mit lieben Grüßen. Monisia.
 

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