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Angst vs Todesangst

E

Eine

Gast
Hallo,
Ich mache zur Zeit Traumatherapie. Das wühlt viel auf. Vor allem nachts. Es kommt wieder vermehrt vor, dass ich Szenen aus der Tat acht träume oder ähnlich gelagertes. In der Therapie gehe ich den vielen Gefühlen nach, um sie loszuwerden. Jetzt ist es so, dass es mir sehr, sehr schwer fällt dieses eine sehr bedrohliche Gefühl, welches mich schweissgebadet aufwachen lässt und das auch am Tage manchmal aufkommt, zu beschreiben.
Es ist Angst, aber doch irgendwie anders. Und ich tue mir enorm schwer während dieses Gefühl in mir aufkommt, es zu benennen. Es ist kaum zu erklären. Es ist, als würde mein Körper ganz plötzlich "abschalten", sehr bedrohlich und existenziell. Es passiert in gewissen Szenen, wenn mein Leben bedroht ist. Ich schreckte dann meistens mit Herzrasen und Kaltschweiss hoch, ohne dieses Gefühl näher beschreiben zu können. Es ist etwas ganz vernichtende und doch völlig anders oder deutlicher heftiger als alleine das Gefühl der Angst. Es fühlt sich so unkontrollierbar an.

Kennt das jemand, der auch mal in einer Lebensbedrohlichen Situation war? Wie würdet ihr das beschreiben, wenn ihr es benennen müsstet?

Danke.
 
E

Eine

Gast
Ich frage deshalb, weil ich mich gerne mal mit jemandem austauschen würde, dessen Leben auch real bedroht war. Ob der oder die die selben Empfindungen/Gefühle erlebt oder erlebt hat. Man fühlt sich so isoliert, wenn es niemand so wirklich versteht oder nachvollziehen kann.
 

Daoga

Urgestein
Angststarre, Schockzustand, wie bei einem verletzten Tier. Die tierischen Instinkte sind auch in uns noch vorhanden. Ein Schock gilt heute als Gefahr die behandelt werden muß, weil man an einem Schock auch sterben kann, aber tatsächlich ist es eine Schutzreaktion des Körpers gegen schlimmeres. Im Schock bewegt man sich nicht, weshalb sich vorhandene Wunden nicht verschlimmern können und der Blutfluß verringert, außerdem ist man in diesem Zustand meist schmerzfrei aufgrund ausgeschütteter körpereigener Schmerzdämpfer. Wenn man sich in diesem Zustand doch bewegen muß, weil das nackte Überleben davon abhängt, kommt man selbst mit schweren Verletzungen wie z. B. Knochenbrüchen noch ein ganzes Stück, weil man den Schmerz nicht fühlt.
 

Lavendelgrau24

Aktives Mitglied
Eine gute Freundin hatte vor einigen Jahren einen schweren Autounfall und war eingeklemmt. Sie berichtet bis heute von ähnlichen Gefühlen, besonders Nachts oder bei Träumen. Es ist wie ein schwarzes Loch der Angst, dass einen anzieht und nieder drückt.

Letztens bei einem kleinen Blechschaden (sie hat ein Schild umgefahren) kam das alles schlagartig sogar tagsüber im Auto zurück. Sie beschreibt das sehr ähnlich wie Du. Bei ihr wirkt es aber alles ehr unterbewusst, wie wenn sie auch noch sehr frisch daran kauen würde.

Ob hier jemand ist mit dem du dich austauschen kannst, weiß ich leider nicht. Ggf. findet sich ja jemand der das ebenfalls möchte.
 

Mittendurch

Moderator
Teammitglied
Moin @Eine,
wir kennen einiges, was nächtliche Flashbacks angeht.
Was uns vielfach geholfen hat. Zu wissen es ist vorbei und es hat etwas damit zu tun, dass es nicht integriert/verarbeitet ist. Immer wieder, wenn dann nachts etwas da war, was eigentlich längs vorbei - haben wir zu uns gesagt:" Es ist vorbei und wir hatten es damals überlebt und so werden wir dies hier jetzt auch überstehen - denn es ist vorbei...."
Auch hatten wir bemerkt, dass manches eben auch unbedingt gesehen/bemerkt werden sollte und solange immer wieder auftauchte bis es endlich verarbeitete wurde und als teil unseres Lebens akzeptiert - nicht für gut geheißen, aber als gewesen akzeptiert
 

Mittendurch

Moderator
Teammitglied
Es ist auch schwierig. Dauert auch oft einiges an Zeit und doch nach und nach, wenn klar wird es ist vorbei - es war - dann wird es allmählich.
Wenn die Träume in einer Nacht sich öfter wiederholen hilft manchmal dies kurz zu notieren und einen Termin für das Bearbeiten darunter zu schreiben. Dieser sollte dann aber auch genutzt werden...
Beim drüber sprechen achte auch auf deine grenzen, wenn es zu viel wird oder es noch eine oder mehrere Sperre/n gibt dann sage es und schau was es braucht, um mehr Sicherheit zu haben es dann später ansprechen zu können. In der Therapie kannst du erwähnen, wenn es grad nicht geht. Dann gemeinsam mit der Therapeutin an deiner Seite nach dem schauen was es braucht, so haben wir es ganz oft gemacht und ab und an gingen dann auch wirklich schwierige Dinge zu benennen und gemeinsam in die Vergangenheit zuzuordnen
 
E

Eine

Gast
Ich bin da sehr rational. Das Problem ist, dass ich dieses Gefühl nicht beschreiben kann bzw. es nicht benennen. Und ich bräuchte für mich die Sicherheit, dass das was ich da spüre das ist, was ich denke, dass es ist. Dafür brauche ich Menschen, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Es verunsichert mich, dass ich dies nicht greifen kann und habe Angst, dass ich es dann nicht verarbeiten kann. An die großen Themen gehen wir nur sehr vorsichtig dran. Es steht auch im Raum dich nochmal mit Emdr zu arbeiten, damit aus den Fragmenten ein ganzes Bild entsteht. Aber davor habe ich große Angst. Auch diese Stimmen in meinem Kopf wehren sich dagegen. Mich macht das alles sehr verrückt.
 

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