Hey
@_Phoenix2_ ,
tut mir leid, dass es dir grade so geht und gut, dass du dich gemeldet hast, um darüber zu schreiben. Ich hoffe auch, dass dir das ein bisschen hilft.
Eigentlich sind die Ängste schon ein bisschen lächerlich… aber nicht ICH bin lächerlich sondern nur DIE ÄNGSTE.
Du bist nicht lächerlich, aber deine Ängste auch nicht. Womit ich nicht sagen will, dass du begründet Angst vor den aufgelisteten Ereignissen hast und sie bestimmt eintreffen werden. Ich will damit sagen: ich glaube, das meiste Genannte macht jedem irgendwann einmal Angst, manchmal anlassbezogen, manchmal einfach so und aus dem Nichts, manchmal gelingt es besser, diese Ängste wegzuschieben und manchmal kippt man in ein Angstloch und wird von all diesen Angstgedanken verschluckt. Das haben die meisten Menschen schon einmal erlebt, ich auch. Was dabei in mir abgeht, verstehe ich durch meinen Sohn (12) mittlerweile etwas besser.
Er hat seit längerem eine Angst- und Zwangserkrankung und oft reicht ein klitzekleiner Gedanke aus, um ein Karussell an Ängsten und Zwangsgedanken auszulösen, das sich immer weiter und weiter dreht und schneller und schneller wird und sich nicht mehr abstellen lässt.
Rational und mit Gedankenkraft geht dann nicht viel, wenn es schlimm ist. Auch so etwas wie Ablenkung mit anderen Themen greift oft nicht so gut.
Besser funktioniert bei ihm (- und bei mir auch) über den Körper zu gehen. Der reagiert ja auch stark mit Symptomen. Ihm hilft: joggen, radfahren, Tischtennis spielen, Ball werfen und fangen und dabei mitzählen, (wenn er alleine ist
🙂 einen Ball gegen die Wand werfen und dabei mitzählen, alles, was mit Aktivität und Bewegung verbunden ist. Bei mir ist das anders, gehen ist manchmal gut, aber oft komme ich besser zur Ruhe, wenn ich mich eher erde. Auf dem Boden legen und den Boden mit den Handflächen bewusst fühlen, kalt duschen oder heiß baden, typische Skills (Körper abklopfen, einen Igelball oder Knetmasse zur Hand nehmen). Manchmal auch banale Spiele wie Tetris oder ähnliches, auf das man sich kurzfristig stark fokussieren muss.
Vielleicht hilft irgendwas davon auch dir. Wobei das alles superindividuell ist und jeder Mensch auf anderes anspricht oder auch nicht.
Solange man IN dem Karussell sitzt, macht es (meiner Erfahrung nach) übrigens wenig Sinn, sich inhaltlich mit den Ängsten auseinanderzusetzen. Für mich klappt das erst, wenn ich aussteigen konnte, ruhiger geworden bin und mich besser fühle.
Hoffentlich geht es dir bald besser!
🙂