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Angst vor Therapie...?

Hallo Arcadis

also die ersten stunden waren ja ok, aber gestern war die therapiestunde kathastrophal. Sie hätte mich fast rausgeworfen.
Auch das kommt mir aus meiner ersten Therapie sehr bekannt vor. Meine damalige Therapeutin hat schon Menschen vor die Tür gesetzt, wenn sie ihr zu konfus geredet haben, und meinte einmal zu mir, ich würde "geistige Selbstbefriedigung" betreiben. 😉

ich vermute das sie mich mit ihrem genervt-sein usw. drauf aufmerksam machen will das es so nicht geht, das ich schon auch was tun muss.
Ich nehme an, sie versucht, authentisch zu reagieren. Also spontane, klare und direkte Reaktion auf Dein Verhalten. Nicht jeder Therapeut arbeitet so. Und das ist auch nicht jedermanns Sache. Es fördert nicht gerade, dass man sich beim Therapeuten in Sicherheit wiegt. Auf der anderen Seite ist sie damit eine Herausforderung für Dich. Es gibt auch Therapeuten, die kaum Rückmeldungen geben, Dich einfach nur erzählen lassen. Da würdest Du Gefahr laufen, Stunde für Stunde irgendwelchen Kleinkram zu erzählen, ohne überhaupt voran zu kommen.

aber meine reflex-haltungen kann ich nicht so schnell ändern. sie war richtig wütend und genervt. sicher auch mit recht.
aber ich kann doch nicht einfach alles über bord werfen und meine ganze haltung ändern... meine schutzwälle sind einfach reflex, auch der trotz...
Kannst Du auch nicht. Es ist Deine Schutzfunktion, so hast Du es gelernt, damit funktionierte Dein Leben.

was soll ich denn das nächste mal sagen zu ihr? zu kreuze kriechen? stolz hab ich ja auch noch...😉
Ihr das halt auch so sagen, oder? Ich vermute, Du weiß gar nicht genau, was sie eigentlich von Dir will. So ging es mir jedenfalls damals.

Ich weiß heute, was meine Therapeutin damals gemeint hatte. Es muss anstrengend sein, mit jemandem zu arbeiten, der sich mehrere Sachen zurechtgelegt hat, über die er sprechen möchte, aber nicht beim Thema bleibt, wenn sie darauf eingegangen ist. Der immer ausweicht, wenn es unangenehm wird, ohne es selbst zu bemerken. Vielleicht hat sie es ja auch als Herausforderung betrachten können. 🙄

Und ist nicht leicht, vor einem Therapeuten zu sitzen, der erwartungsvoll wartet, und einfach so offen über sich zu erzählen. Ich bin nach mancher Stunde mit dem Gefühl gegangen, nicht über das gesprochen zu haben, was mich wirklich beschäftigt hat - ohne daß ich das wieder klar in Worte hätte fassen können.

Günter
 
Das ist bei mir genau das selbe. ich sag ihr das einfach, wenn ihr das wieder seh ich ja dann. im schlimmsten fall hör ich auf. ich versuch einfach mein bestes...

Danke!

lg
 
Das ist schon nicht so tragisch, Arcadis. Es ist halt ihre Art.

Ich kann nicht beurteilen, ob diese (ähnliche) Art meiner ersten Therapeutin gut oder schlecht für mich war - ich bin nur diesen einen Weg gegangen.

Auf der einen Seite hatte ich dadurch mehr Angst vor der Therapie und hatte nachher auch manche Gedanken im Kopf, mit denen ich später nicht mehr einverstanden war. Auf der anderen Seite habe ich viel bei ihr gelernt. Und das mag auch durch die relativ harte Konfrontation mit ihren Reaktionen gekommen sein.

Heute wäre ein Therapeut ungeeignet für mich, der wenige Rückmeldungen gibt.

Überlege Dir halt, ob das etwas für Dich sein könnte. Bis zur 5. Stunde kannst Du ja noch relativ problemlos wechseln.

Günter
 
So nachdem ich doch eingeräumt habe das sie ja vielleiiiicht😱 recht haben könnte😱 ist die letzte stunde ganz gut verlaufen, mit dem Ausgang entweder ich mach den schritt nach vorne um mich zu verändern oder das ganze hat keinen sinn. es ging darum das ich zur tür reinkomme und eine offene person spiele. da sträuben sich alle meinen inneren federn. also entweder ich mach das oder ich lass das.
sie hat jetzt urlaub, also ich hab zeit zum nachdenken...
aber höchstwarscheinlich werd ich über meinen schatten springen müssen...😱

lg
 
hallo arcadis,

vielleicht kann ich dir mit meiner geschichte ein wenig mut machen.

schwierig ist nur, ich weiß nicht wo ich anfangen soll.

hm, ich mache seit einigen jahren therapie.

nach dem plötzlichen tod meiner mutter, wuchsen mir meine probleme u ängste über den kopf, meine vergangenheit holte nicht ein.
was ich damals aber noch nicht erkannt habe.

therapie abbrüche waren anfang auch dabei, heute weiß ich das es meine angst war die mich weglaufen lief.

die 52euro die ich zahen muß wenn ich wen termin verschwitze war ich auch anfangs sauer drüber.

irgendwann kam der tag, ich habe meinen therapeuten angerufen und ihm gesagt das ich vorbei kommen muß und das ich nicht mehr weiter weiß.


ich war doch ein meister im verdrängen, warum schaffte ich es nicht mehr,
ich wußte weder was ich verdränge noch was dahinter seckte.

irgendwann kam der tag, wo ich nicht mehr konnte,
ich rief meinen therapeuten an und sagte ihm das ich nicht mehr weiter weiß.
er hat mir nicht geholfen, mir nur eine spritze verpasst.
welche möglichkeit ich nicht bedacht habe, ist das ich ihn vielleicht garnicht an mich heran gelassen habe.

jedenfalls versuche ich mir an diesem abend das leben zu nehmen.

und erst dann fing für mich ein neuer anschnitt meines lebens an, teilweise sehr hart, manchmal schmerzhaft.

aber meine erfahrung ist, das ein therapeut dich denken kann zu verstehen was in deinem leben abgelaufen ist.

ich habe schritt für schritt lernen müssen vertrauen zu fassen und ich bin heute noch dabei zu lernen das ich auch mir selbst vertrauen kann.

sorry ich hole viel zu weit aus.
was ich sagen möchte ist das ich im vorfeld nie verstand was der therapeut von mir möchte, aber im nachhinein bin ich froh das ich mich darauf einlassen konnte.
ich lerne immer mehr gefühle in mir kennen, die ich nie geglaubt habe sie in mir zu haben.

es sind nicht wie ich sie kannte schmerzhafte gefühle, nein schöne warme....

ich wünsche dir das du den mut und die kraft hast dich von deiner therateutin
führen u begleiten zu lassen, mehr kann sie nicht tun.
umsetzen ist deine aufgabe, aber du glaubst garnicht wieviel kraft sie dir deben kann, wenn du es zuläßt...
 
es ist einfach schwierig die eigene mauer runterzufahren, sämtliche wegstoss-reflexe (von denen man eigentlich nicht weiß das sie da sind) aufzugeben...
aber ich bin ja nicht alleine🙂
Danke!!


lg
 
Hmmm...
Also nach einigen Fehlstarts mit Psychotanten (Kein Termin frei, die Kasse zahlt nicht, die 3. hat aufgehört) klappts jetzt doch mal.
War jetzt das 2. Mal dort, um die formalen Sachen zu besprechen, sprich Therapieantrag, Konsiliarbericht von Hausarzt (dem hat sie einen Brief geschrieben wo mehr oder weniger drinstand was er reinschreiben soll 🙂 also irgend was von "anhaltenden Depressionen", "Persönlichkeitsstörung", "Krisen". Das dürfte aber übertrieben sein, damit die Kasse die Therapie genehmigt, weil depressiv bin ich eigentlich nicht)
Ausfallgebühr gibts auch wenn ich nicht komme über 50 Euro, sie ist aber auch kulant wenn wirklich was sehr wichtiges ist.
Also kann ich dann anfangen aufzuarbeiten. Keinen Missbrauch oä aber halt meine Gespenster.
Jetzt habe ich einen Fragebogen zum Ausfüllen bekommen und soll einen Lebenslauf mit allen wichtigen Ereignissen schreiben. Allein der Fragebogen ist schon sehr sehr lustig. An wie wenig ich mich erinnern kann! Dieses Nachdenken zum ausfüllen zeigt mir das der Mensch auch sehr viel verdrängen kann.
Das wiederrum zeigt mir das das Aufarbeiten sehr sehr hart wird. Weil einfach sehr sehr viel sehr sehr wehtut, aber was kann ich nichtmal genau sagen, weil ich alles verdränge und mich innerlich dagegen sträube zu wühlen.
Aber ich weiß das das sein muss. Auch wenn ich am liebsten weglaufen würde.
Irgendwie hab ich einfach Angst.
Angst zu merken was ich in Wirklichkeit fühle.
Angst zu sehen wie es mir denn hinter meinen selbst erbauten Mauern geht.
Angst damit umgehen zu müssen.

Ich wollt das einfach nur mal so loswerden.
Vllt mag mich ja jemand ein bisschen aufbauen 😉


Dich aufzubauen werde ich wohl nicht köönen,aber ich kann deine Ängste sehr gut verstehen!Angst habe ich jeden Tag aufs neue,ich hatte zum beispiel angst im Forum über mich und meinen Problemen zu reden,aber ich habe gemerkt,wen man zu seinen Ängsten steht,gibt es immer menschen die versuchen einem die angst zu nehmen.Ich wünsche Dir das Du in der Therapie solche Menchen kennen lernst und das Dir die Therapie den erhofften Erfolg bringt.


Stehe stets zu Dir und verstecke dich nicht,es wäre schade wen dich niemand findet

Du wirst das schon schaffen !!!!!!!! Gruss catcry
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Arcadis

es ist einfach schwierig die eigene mauer runterzufahren, sämtliche wegstoss-reflexe (von denen man eigentlich nicht weiß das sie da sind) aufzugeben...
Angst ist ein lebenswichtiges Gefühl, das uns davon abhält, Dinge (wiederholt) zu machen, die uns schaden.

Änderungen der Lebenssituation im Verlauf des Lebens führen dazu, dass manche Ängste überflüssig werden - die man aber trotzdem weiter empfindet und nach denen man handelt.

Fürs erste sollte es ausreichen, wenn Du Dir das manchmal bewußt machst: Es kann sein, dass Deine Therapeutin Dich mit derartigen Ängsten konfrontiert, die Dir noch nicht bewußt sind.

Günter
 
Hallo...

Momentaner Start: Therapiepause und überlegen ob ich weitermache.
Sie sagt ich habe im Moment keinen so großen Leidensdruck, der wird aber irgendwann kommen. Laut ihr bin ich in Sachen Trotz auf dem Entwicklungsstand eines 2- 10 Jährigen kindes stehengeblieben, habe es nie gelernt ein (streit)gespräch zu führen, zu kommunizieren wie ein erwachsener. und ich weise durch meine art jegliche andere menschen ab, schiebe alle weg. durch mein verhalten, körpersprache, nicht worte.
ich weiß nicht ob ich das weitermachen werde, vor allem habe ich im moment sehr wenig zeit, eigentlich gar keine, und muss von einem zum anderen ende der stadt (zu fuß) und habe auch nichtmal den kopf frei um mich auf eine therapie zu konzentrieren...

mal sehen

lg
 
Hallo Arcadis

Sie sagt ich habe im Moment keinen so großen Leidensdruck, der wird aber irgendwann kommen. Laut ihr bin ich in Sachen Trotz auf dem Entwicklungsstand eines 2- 10 Jährigen kindes stehengeblieben, habe es nie gelernt ein (streit)gespräch zu führen, zu kommunizieren wie ein erwachsener. und ich weise durch meine art jegliche andere menschen ab, schiebe alle weg. durch mein verhalten, körpersprache, nicht worte.
Das erinnert mich gleich wieder an meine erste Therapeutin. Sie geht direkt zur Sache. Sie hat eindeutig einen Vorteil: Sie will mit Dir arbeiten und nicht einfach nur 1 oder 2 Jahre vergehen lassen, ohne dass etwas dabei herauskommt.

ich weiß nicht ob ich das weitermachen werde, vor allem habe ich im moment sehr wenig zeit, eigentlich gar keine, und muss von einem zum anderen ende der stadt (zu fuß) und habe auch nichtmal den kopf frei um mich auf eine therapie zu konzentrieren...
Das ist das, was sie meinte mit: Der Leidensdruck sei noch nicht groß genug. 😉

Du denkst bitte daran, dass Du nach der 5ten Stunde nicht mehr einfach so wechseln kannst. Brichst Du die Therapie danach sogar ab, wird die Krankenkasse für 2 oder 3 Jahre nicht mehr so leicht einer weiteren Therapie zustimmen. Da solltest Du Dich bei Deiner Krankenkasse erkundigen.

Bei wievielen Therapeuten hattest Du denn die erste Stunde in Anspruch genommen, um sie Dir auszusuchen?

Günter
 

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