Traurig ist es eher, dass einige Menschen Hoffnung brauchen. Das bedeutet nämlich, dass ihr jetziges Leben sie nicht zufriedenstellt. Das kann bei einem unheilbar Kranken der Fall sein, der sich ein Leben nach dem Tod ohne diese Krankheit wünscht, aber auch bei einer depressiven Person, die hofft, dass jegliche Existenz mit dem Tod abgeschlossen ist und sie erlöst wird. Beide Fälle enthalten Hoffnung, also das Hoffen auf eine ihrer Meinung nach bessere Zukunft.
Hoffnung birgt immer das Potential für Enttäuschung. Desto größer die Hoffnung, desto größer wird auch die Enttäuschung sein, falls der erhoffte Fall nicht eintritt. Hoffnung ist auch oft Ausdruck von Naivität. Nämlich dann, wenn es zwei Möglichkeiten gibt, die eintreffen können. Man hofft auf Möglichkeit A und die nicht gewollte Möglichkeit B wird komplett ignoriert, da sie einem nicht gefällt.
Man sollte aber immer für alle Möglichkeiten offen sein und nüchtern betrachten, was für Möglichkeit A und was für Möglichkeit B spricht. Natürlich hofft man beim Roulette darauf, dass man auf die richtige Zahl gesetzt hat, aber die Hoffnung darf nicht so groß sein, dass man sein gesamtes Ersparnis darauf setzt. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit zu verlieren viel größer.
Auch bei der Frage, was nach dem Tod sein wird, sollte man nicht blind auf etwas hoffen, sondern sich damit auseinandersetzen. Lustigerweise trifft das Argument mit der großen Enttäuschung bei zu großer Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod nicht zu. Entweder gibt es ein Leben nach dem Tod, dann trifft das Erhoffte ein oder es gibt kein Leben nach dem Tod, dann hätte man aber kein Bewusstsein mehr und könnte somit auch keine Enttäuschung fühlen.
Wenn also beide Fälle nicht negativ sind, dann ist es nicht mehr von allzu großer Bedeutung, was tatsächlich nach dem Tod passiert. Man kann beruhigt sein vergängliches Leben leben und muss im Bezug auf dieses Thema kein trauriger Mensch sein.