G
Gast
Gast
Nun hab ich dreimal dieses Thema angefangen, bis ich es richtig einordnen konnte, erst bei Liebe und Partnerschaft, aber eigentlich gehört es hier hin. Denn eigentlich geht es hier nicht um meinen Freund, sondern um mich.
Ich habe Angst. Ich habe einen Vater, der jahrelang zu viel getrunken hat. Er hat so lange getrunken, bis er krank wurde. Jeden Abend. Er war niemals gewalttätig, nie ausfällig, grob oder irgendwas in dieser Art. Er kam nur nach Hause, hat getrunken und ist eingeschlafen. Manchmal war er beleidigt, weil wir über irgendetwas lachten und er dachte, wir lachen über ihn. Manchmal war er sauer, weil er irgendwas nicht mitgekriegt hat ... Nachdem er krank wurde hat er aufgehört zu trinken. Heute trinkt er keinen Tropfen mehr. Er weiß, dass die Zeit nicht leicht war für meine Mutter. Mir wurde alles erst später wirklich bewusst.
Meine Tante hat getrunken, bis sie gestorben ist. Sie hat sich zu Tode gesoffen, ohne Rücksicht auf ihren Mann und ihre Kinder.
Ich trinke nichts. Mir hat Alkohol nie geschmeckt. Gut, mal zwei Schuck Bier zum probieren, mal einen Schluck von einem Cocktail, wenn ich mit einer Freundin weg war ... es schmeckt mir einfach nicht.
Mein Freund trinkt gern. Jeden Freitagmittag geht mittlerweile die Überlegung los, mit wem er sich wo betrinken könnte. Die meisten seiner Freunde haben keine Partnerin und verbringen das Wochenende in der Disco, auf Partys oder bei Kumpeln. Immer mit einer Flasche Wodka oder mehreren Flaschen Bier. Heimkommen erst in den Morgenstunden, den ganzen Tag halbtot rum liegen, dann abends wieder los.
Erst ist er gar nicht weg gegangen, dann war es ein Abend, manchmal sind es auch zwei.
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, jeder kann feiern solang und sooft und wie er will. Ich will niemanden, schon gar nicht meinem Freund irgend etwas verbieten. Und trotz feiern, versucht er auch Zeit mit mir zu verbringen. Wir sehn uns unter der Woche jeden Abend und unternehmen auch an den Wochenenden nachmittags mal was. Er bringt mich immer irgendwie unter - klingt blöd, aber es beschreibt einfach die Situation. Er hat dann zwar meistens Kopfweh, oder ihm ist schlecht oder sonst was, aber er zieht es durch.
Aber ich dreh durch dabei. Mir graut es bald schon vor jedem Wochenende. Ich liebe ihn und ich hasse es zu sehen, wie er sich jedes Wochenende abschießt. Ich weiß, dass das für viele absolut normal ist. Ich hab auch echt kein Problem damit wenn jemand das ab und zu "braucht", so ist halt jeder anders. Aber was mir einfach Angst macht, ist diese Regelmäßigkeit. Dieses Freitagmittag schon überlegen, wo es abends hin geht. Dieses trinken "müssen".
Letztes Wochenende war es soweit. Er ging freitags weg, lies sich Samstag zur nächsten Party überreden und war am Sonntag einfach nur platt. Da ging nichts mehr, außer den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und Löcher in die Luft starren. Gegen Nachmittag hat er sich zu mir geschleppt. Ich hatte ihm gesagt, er soll sich Zeit lassen und er hat sich für mein Verständnis bedankt.
Aber welches Verständnis? Ich hätte nur noch heulen können, war am durchdrehen, konnte mit mir einfach nichts anfangen, wollt am liebsten schreien und irgendwohin weglaufen. Aber es hätte doch nichts gebracht, ihm das in dem Moment zu sagen. Ich hab ihm gesagt dass ich Angst hab, dass er zu viel trinkt und dass ich die Trinkerei mittlerweile hasse. Das ist die Wahrheit und das ist ja eigentlich auch das Wesentliche. Er versprach mir weniger zu trinken und hat sich entschuldigt, weiß selbst, dass es zuviel war.
Ich bin dann raus und hab was mit einer Freundin unternommen und ab so irgendwo wieder die Kurve gekriegt. Der Abend war dann einfach nur komisch, er war zwar dann bei mir, aber ich war völlig erledigt und fertig und damit konnte dann er nichts anfangen und wusste nicht, was er mit mir machen soll.
Ich hab mit zwei-drei Freundinnen gesprochen, aber will das eigentlich im Bekanntenkreis nicht an die große Glocke hängen.
Eine Freundin hat überhaupt kein Verständnis für mich und findet es völlig normal, dass man am Wochenende feiern und trinken geht. Eine andere meint, ich sollte versuchen die Wochenenden mit ihm irgendwie zu planen, dass er seine Zeit zum feiern hat und ich einen Tag an dem ich einfach was nur für mich tue ohne über ihn nachzudenken. Planen will oder kann er nicht, das hab ich nämlich schon probiert.
Ein gemeinsamer Bekannter, fragt mich immer wieder besorgt, ob alles ok ist und sagt zu ihm, er soll weniger trinken ... ihm gegenüber sag ich eigentlich gar nichts mehr, aber er kriegt genug mit.
So an einem Montagmorgen betrachtet ist das gar kein großes Problem. Es ist seine Sache, was er trinkt, wie viel, wie oft. Und ich hab echt genug Interessen und Hobbies um mal Zeit allein verbringen zu können. Ich bin auch gerne mal allein.
Aber wenn er dann was trinkt, wenn es Freitagnachmittag wird ... kann ich anscheinend nicht mehr normal denken. Ich fang an zu nerven, schlag ihm Unternehmungen für den Abend vor - obwohl ich weiß, dass er nichts machen will, weil er was trinken will. Ich nehm mir selbst nichts vor, falls er doch Zeit hat und ich hab spontan auch schon Verabredungen abgesagt, weil er dann doch Zeit hatte. Ich hab keine Lust weg zu gehen, hab dann keine Lust meinen Hobbies nachzugehen, sondern sitze wie auf Kohlen. Ich weiß, dass ich dann schrecklich anstrengend bin. Wenn er dann am nächsten Tag nur rumhängt, seine Ruhe will ... nagt in mir immer so dieser Gedanke: saufen kann er, und wo bleib jetzt ich? Dabei ist dieser Gedanke richtig unfair, weil er sich wirklich bemüht, danach auch mit mir was zu unternehmen.
Eine Freundin meinte: warum bist Du nicht froh über die freie Zeit die du hast?
Und ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
Irgendwo habe ich auch Angst, nicht genug zu sein. Weil ich eben nicht trinke, weil ich eben nicht in diese Saufgruppe dazu passe. Weil ich Spaß haben und lachen kann, ohne mich zu besaufen. Wir lieben uns und irgendwie muss es doch eine Lösung geben, wie ich selbst besser damit umgehen kann.
Habt ihr einen Rat für mich?
Ich habe Angst. Ich habe einen Vater, der jahrelang zu viel getrunken hat. Er hat so lange getrunken, bis er krank wurde. Jeden Abend. Er war niemals gewalttätig, nie ausfällig, grob oder irgendwas in dieser Art. Er kam nur nach Hause, hat getrunken und ist eingeschlafen. Manchmal war er beleidigt, weil wir über irgendetwas lachten und er dachte, wir lachen über ihn. Manchmal war er sauer, weil er irgendwas nicht mitgekriegt hat ... Nachdem er krank wurde hat er aufgehört zu trinken. Heute trinkt er keinen Tropfen mehr. Er weiß, dass die Zeit nicht leicht war für meine Mutter. Mir wurde alles erst später wirklich bewusst.
Meine Tante hat getrunken, bis sie gestorben ist. Sie hat sich zu Tode gesoffen, ohne Rücksicht auf ihren Mann und ihre Kinder.
Ich trinke nichts. Mir hat Alkohol nie geschmeckt. Gut, mal zwei Schuck Bier zum probieren, mal einen Schluck von einem Cocktail, wenn ich mit einer Freundin weg war ... es schmeckt mir einfach nicht.
Mein Freund trinkt gern. Jeden Freitagmittag geht mittlerweile die Überlegung los, mit wem er sich wo betrinken könnte. Die meisten seiner Freunde haben keine Partnerin und verbringen das Wochenende in der Disco, auf Partys oder bei Kumpeln. Immer mit einer Flasche Wodka oder mehreren Flaschen Bier. Heimkommen erst in den Morgenstunden, den ganzen Tag halbtot rum liegen, dann abends wieder los.
Erst ist er gar nicht weg gegangen, dann war es ein Abend, manchmal sind es auch zwei.
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, jeder kann feiern solang und sooft und wie er will. Ich will niemanden, schon gar nicht meinem Freund irgend etwas verbieten. Und trotz feiern, versucht er auch Zeit mit mir zu verbringen. Wir sehn uns unter der Woche jeden Abend und unternehmen auch an den Wochenenden nachmittags mal was. Er bringt mich immer irgendwie unter - klingt blöd, aber es beschreibt einfach die Situation. Er hat dann zwar meistens Kopfweh, oder ihm ist schlecht oder sonst was, aber er zieht es durch.
Aber ich dreh durch dabei. Mir graut es bald schon vor jedem Wochenende. Ich liebe ihn und ich hasse es zu sehen, wie er sich jedes Wochenende abschießt. Ich weiß, dass das für viele absolut normal ist. Ich hab auch echt kein Problem damit wenn jemand das ab und zu "braucht", so ist halt jeder anders. Aber was mir einfach Angst macht, ist diese Regelmäßigkeit. Dieses Freitagmittag schon überlegen, wo es abends hin geht. Dieses trinken "müssen".
Letztes Wochenende war es soweit. Er ging freitags weg, lies sich Samstag zur nächsten Party überreden und war am Sonntag einfach nur platt. Da ging nichts mehr, außer den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und Löcher in die Luft starren. Gegen Nachmittag hat er sich zu mir geschleppt. Ich hatte ihm gesagt, er soll sich Zeit lassen und er hat sich für mein Verständnis bedankt.
Aber welches Verständnis? Ich hätte nur noch heulen können, war am durchdrehen, konnte mit mir einfach nichts anfangen, wollt am liebsten schreien und irgendwohin weglaufen. Aber es hätte doch nichts gebracht, ihm das in dem Moment zu sagen. Ich hab ihm gesagt dass ich Angst hab, dass er zu viel trinkt und dass ich die Trinkerei mittlerweile hasse. Das ist die Wahrheit und das ist ja eigentlich auch das Wesentliche. Er versprach mir weniger zu trinken und hat sich entschuldigt, weiß selbst, dass es zuviel war.
Ich bin dann raus und hab was mit einer Freundin unternommen und ab so irgendwo wieder die Kurve gekriegt. Der Abend war dann einfach nur komisch, er war zwar dann bei mir, aber ich war völlig erledigt und fertig und damit konnte dann er nichts anfangen und wusste nicht, was er mit mir machen soll.
Ich hab mit zwei-drei Freundinnen gesprochen, aber will das eigentlich im Bekanntenkreis nicht an die große Glocke hängen.
Eine Freundin hat überhaupt kein Verständnis für mich und findet es völlig normal, dass man am Wochenende feiern und trinken geht. Eine andere meint, ich sollte versuchen die Wochenenden mit ihm irgendwie zu planen, dass er seine Zeit zum feiern hat und ich einen Tag an dem ich einfach was nur für mich tue ohne über ihn nachzudenken. Planen will oder kann er nicht, das hab ich nämlich schon probiert.
Ein gemeinsamer Bekannter, fragt mich immer wieder besorgt, ob alles ok ist und sagt zu ihm, er soll weniger trinken ... ihm gegenüber sag ich eigentlich gar nichts mehr, aber er kriegt genug mit.
So an einem Montagmorgen betrachtet ist das gar kein großes Problem. Es ist seine Sache, was er trinkt, wie viel, wie oft. Und ich hab echt genug Interessen und Hobbies um mal Zeit allein verbringen zu können. Ich bin auch gerne mal allein.
Aber wenn er dann was trinkt, wenn es Freitagnachmittag wird ... kann ich anscheinend nicht mehr normal denken. Ich fang an zu nerven, schlag ihm Unternehmungen für den Abend vor - obwohl ich weiß, dass er nichts machen will, weil er was trinken will. Ich nehm mir selbst nichts vor, falls er doch Zeit hat und ich hab spontan auch schon Verabredungen abgesagt, weil er dann doch Zeit hatte. Ich hab keine Lust weg zu gehen, hab dann keine Lust meinen Hobbies nachzugehen, sondern sitze wie auf Kohlen. Ich weiß, dass ich dann schrecklich anstrengend bin. Wenn er dann am nächsten Tag nur rumhängt, seine Ruhe will ... nagt in mir immer so dieser Gedanke: saufen kann er, und wo bleib jetzt ich? Dabei ist dieser Gedanke richtig unfair, weil er sich wirklich bemüht, danach auch mit mir was zu unternehmen.
Eine Freundin meinte: warum bist Du nicht froh über die freie Zeit die du hast?
Und ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
Irgendwo habe ich auch Angst, nicht genug zu sein. Weil ich eben nicht trinke, weil ich eben nicht in diese Saufgruppe dazu passe. Weil ich Spaß haben und lachen kann, ohne mich zu besaufen. Wir lieben uns und irgendwie muss es doch eine Lösung geben, wie ich selbst besser damit umgehen kann.
Habt ihr einen Rat für mich?