Ich kann mir vorstellen, dass du glaubst, wenn du ein Kind hättest, schlagartig alles besser wird.
Du glaubst, dass du eine sinnvolle Aufgabe im Leben hättest, gebraucht wirst, dem Kind die Liebe geben würdest, die dir fehlt und du jmd hättest, der zu dir aufschauen wird.
Aber so wird es nicht laufen.
In einem Thread hast du geschrieben, dass du unter den Umgebungsgeräuschen deines Arbeitsplatzes leiden würdest, weil es deine Reize überflutet. Jetzt stell dir mal vor wie sehr erst deine Reize überflutet sein werden, wenn du für die nächsten zwei bis vier Jahre jede Nacht um 2 Uhr vom lauten Babygeschrei geweckt wirst, weil die Windel voll ist, es Hunger hat, sich von Geräuschen draußen erschrocken hat, einfach zu Mama will, usw.
Im Kleinkind- und Kindesalter wird es nur bedingt besser. Dann will das Kind ständig was von ein, will lachen, toben, kreischen, malt vielleicht mit Filzstiften diue Wand voll oder wirft beim Spielen etwas um und es geht kaputt... kannst du sowas aushalten? Bedenke auch deine Diagnose: Ich weiß nicht wie sehr dein Autismus ausgeprägt ist, aber fühlst du dich in der Lage die Emotionen und Bedürfnisse deines eigenen Kindes richtig einzuschätzen?
Dann kommt noch die Pubertät... ooooh, dann will das Kind plötzlich nicht so viel Nähe mit dir, will die Welt entdecken, macht jugendlichen Blödsinn, findet dich auch noch uncool und peinlich... könntest du wirklich damit umgehen?
Und wenn dann das überstanden ist, geht es für das Kind hinaus in die Erwachsenenwelt und du siehst es nur noch, wenn es zwischen eigenen Partnerschaft, Kinder Beruf und private Unternehmungen mit Freunden und Kollegen mal Zeit für ein Kaffeeplausch hat. Ich befürchte, dass du spätestens da dich emotional wieder an dem Punkt wiederfinden wirst, wo du angefangen hast.