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Angehörige von Drogenabhängigen zum austauschen gesucht!

Hallo zusammen!
@Gast: welche drogen nimmt er denn? seit wann weißt du es?

Mein freund war bis vor einem monat in der therapie, aber nachdem da immer mehr drogen reinkamen, immer mehr leute rückfällig wurden und er auch einen rückfall hatte, hat er beschlossen abzubrechen, weil er sich da drinnen nicht mehr sicher fühlte. er hat sich nur noch in seinem zimmer verkrochen, aus angst den leuten zu begegnen, von denen er wusste, dass sie etwas versteckt haben...
zuerst war ich natürlich sehr verärgert und enttäuscht, dass er es nicht bis zum ende durchgezogen hat, aber im nachhinein verstehe ich ihn doch. es ist für ihn besser und motivierender, wenn er es zu hause schafft, sauber zu bleiben. er ist jetzt seit ca. 5 wochen zu hause und, nach seiner aussage, hat er seitdem nichts mehr konsumiert.
mal sehen, wie es weitergeht...

lg gast
 
Hallo,
war schon lange nicht mehr da. Wir hatten ne Zeit lang kein Internet. Aber jetzt klappt wieder alles.
Ich hoffe es geht euch gut. Mir geht es momentan gut, allerdings gibt es hin und wieder Stimmungsschwankungen. Meinem Mann geht es mittlerweile auch gut. Nur unsere Beziehung steht noch auf der Kippe. Hab einfach zuviel durchgemacht. Letztes Jahr war ich einige Wochen in Kur und die tat mir gut. Ich habe viel für mich gelernt. Konnte wieder Kraft tanken. Nur ein Problem gab es Zwischenzeitlich. Mein Mann hatte einen einmaligen Rückfall und wollte mir diesen auch noch verheimlichen. Habe aber alles mitbekommen und deshalb ist mir momentan vieles gleichgültig. Außerdem begleitet einen immer die Angst dass man irgendwann wieder enttäuscht wird. Deshalb versuche ich im Moment meinen eigenen Weg zu finden. Ob wir irgendwann wieder eine normale Beziehung führen können, steht noch in den Sternen.

LG Trixi
 
Hallo,

vor vier Jahren habe ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt, und vor zwei Jahren haben wir geheiratet. Ich wusste von Anfang an, dass er drogenabhängig ist (Amphetamine, Marihuana) und war aber so knallverliebt, dass mir das egal war. Er ist auch wirklich ein besonderer Mensch. Nach einiger Zeit habe ich jedoch auch aufgrund des Auftretens einiger Leute aus seinem Bekanntenkreis eine ziemliche Wut auf diese Szene gekriegt, die sich nichts dabei denkt, Kinder zum Drogenverkaufen zu benutzen und Frauen absichtlich willenlos zu machen. Dadurch habe ich auch gegen seinen Drogenkonsum etwas gehabt, und habe es zur Bedingung gemacht, ihn nur zu heiraten, wenn er zumindest damit aufhört. Er hat es mir versprochen, und irgendwie war mir klar, dass es gar nicht sein kann, dass er sich daran halten wird. Aber ich habe eben gehofft, dass es für ihn etwas "Heiliges" ist und das irgendwie sein Bewusstsein ändert. Vor einem Monat habe ich nach langer Zeit mal wieder seine Sachen durchsucht, und prompt etwas gefunden. Erstmal bin ich nicht ausgerastet, sondern habe ihm klipp und klar gesagt, dass es allein seine Angelegenheit ist, ob er das in den Griff bekommt, aber dass ich im Leben niemals Kinder mit ihm bekommen werde, wenn er mir nicht glaubwürdig zeigt, dass er clean bleiben kann. Er möchte unbedingt Kinder, ich auch, aber ich glaube ich könnte auch ohne welche glücklich sein.
Wir leben an sich gut mit seiner Sucht, es ist zwar etwas teuer für Studenten, aber das eigentliche Problem ist auch nicht seine Sucht, sondern sein äußerst geringes Selbstwertgefühl, die Unfähigkeit, sich auf das Studium zu konzentrieren, woraus auch finanzielle Probleme entstanden sind (was ihn natürlich nicht davon abhält, zu konsumieren, stattdessen fängt er wieder an, Drogen zu verkaufen, anstatt das Studium durchzuziehen). Aber zumindest sind gegenüber den anderen Beiträgen in diesem Forum keine körperlichen Ausfälle da, keine Isolation o.ä.
Mein Problem ist meine Wut. Ich hasse ihn dafür, dass er mich zwei Jahre lang angelogen hat, sein Scheiß-Kästchen mit dem Kram vor mir versteckt hat, wenn ich ihn danach gefragt habe, mir gesagt hat, dass er clean sei. Ich weiß, dass er eine echt harte Kindheit hatte, er hat mit zehn Jahren Heroin genommen und seine besten Freunde dadurch verloren, und ich weiß auch, dass ich ihm sehr sehr viel bedeute. Ich gestehe ihm auch zu, dass man nicht innerhalb von ein paar Jahren alles ändern kann, was einen vorher das ganze Leben geprägt hat. Aber ich frage mich, wie lange ich mich noch bescheissen lassen soll, und vor allem, wie ich ihm jemals glauben soll, dass er clean ist. Denn wenn ich eins nicht tun werde, dann mit einem Drogenabhängigen Kinder in die Welt setzen!
Meine Fragen an euch wären: Wie geht ihr mit eurer Wut, mit eurem Hass darauf um, dass am Ende die Drogen wichtiger sind als man selbst? Sollte man kontrollieren, ob irgendwo Drogen versteckt sind? Ich meine, mein Mann ist eh zu schlau, der wird sie auf jeden Fall vor mir verstecken können, egal wie gut ich suche. Er war ein dreiviertel Jahr in ambulanter Therapie, hat dann aber abgebrochen, es ging auch weniger darum, mit den Drogen aufzuhören (der Leidensdruck ist ja nicht so groß wie bei anderen härteren Drogen), sondern seine Therapeutin wollte ihn erstmal aufbauen, ihm wieder Selbstbewusstsein geben usw. Ich habe echt das Gefühl, meine besten Jahre damit zu verschwenden, darauf zu warten, ob mein Lebensentwurf trägt oder nicht. Ich will mich auch nicht trennen, weil ich ihn liebe und ich mir sicher bin, nie wieder so einen tollen Mann zu finden, der mich so bedingungslos liebt. Ich weiß, dass der einzige Weg aus der Sucht darin besteht, ihn liebevoll zu begleiten und einfach zu warten, bis er irgendwann aufhört (das sagt er zumindest so). Aber selbst wenn es mir mal gelingt, zu akzeptieren, dass er die Drogen zur Aufrechterhaltung seiner Persönlichkeit braucht (er hat ADS, da passen Amphetamine natürlich super), dauert es nicht lange, und meine Wut bricht wieder durch, ich raste aus, schreie herum, verletze ihn emotional so sehr, wie ich nur kann - und so geht es halt nicht vorwärts. Mit das Bescheuertste ist, dass er ohne Drogen VÖLLIG ANDERS ist als mit - wie ein Kleinkind, redet nur Unsinn, lacht dämlich, absolut nichts mit ihm anzufangen - und ich frage mich manchmal, ob ich ihn ohne Drogen überhaupt lieben würde, und ich weiß ja nichtmal, wann er was genommen hat und was nicht.
So das war jetzt ganz schön viel Text, wer ihn zu Ende gelesen hat: Dankeschön! Ich weiß einfach nicht, wohin mit meiner Wut, weil ich sie zum Teil auch berechtigt finde - warum sollte er sie nicht als Strafe abkriegen?
Grüße die Gästin ;-)
 
Hallo, dass hört sich auch nicht gut an. Zuerst muss er für sich mit den Drogen aufhören wollen. Denn leider können wir als Angehörige nichts tun außer zu hoffen dass der Abhängige den Willen hat aufzuhören. In deinem Beitrag habe ich auch etwas gelesen, dass auf meinen Mann zutrifft (ADS, kindisches Verhalten). Scheinbar neigen solche Menschen eher zum Drogenkonsum. Ich finde es auch kein gutes Zeichen, dass er seine Therapie abgebrochen hat. Bei mir war es so dass sich meine Wut immer mehr verstärkt je länger er sich Zeit ließ Hilfe anzunehmen. Ich war so sehr daran zerbrochen, dass ich immer noch mit Gefühlsschwankungen zu kämpfen habe. Die größte Wut habe ich persönlich mit Schreiben verarbeitet. Es tut gut alles aufzuschreiben, denn Papier ist geduldig und mir ging es danach jedefalls besser. Allerdings hat sich mein Mann irgendwann helfen lassen und hat seine Therapie bis zum Schluß durchgezogen. Aus diesem Grund kann ich jetzt wieder hoffen dass dies so bleibt und er nie wieder einen Rückfall hat. An manchen Tagen fällt es mir schwerer und ich frage mich ob ich meine Zukunft weiterhin mit Angst verbringen will. Am schwierigsten ist es für mich wenn meine Tage schon mit Depressionen beginnen. Trotz allem versuche ich die verlorene Liebe zu meinem Mann wieder zu finden. Mittlerweile gibt er sich auch sehr viel Mühe alles anders zu machen.


LG Trixi
 
Hallo Trixie,

kurze Info vorneweg, ich bin viel im eve-rave.ch unter dem gleichen Nick unterwegs. Da gibt es meine ganze Geschichte zu lesen.
Ich sage Dir kurz was zu mir und dann poste ich einen Ausschnitt aus einem aktuellen Thread, den ich dort heute eröffnet habe.
Ich bin genau seit Februar 2006 von GBL abhängig, also seit 6 Jahren schon.
Die WM 2006 in Deutschland war die beste Zeit meines Lebens - und gleichzeitig der Anfang vom Ende, denn da kaufte ich im Internet meinen ersten Liter und war danach extrem psychisch und körperlich abhängig.
Ich habe inzwischen zwei Hausdurchsuchungen wegen GBL-Imports und eine wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz hinter mir. Alles eingestellt worden.
Ich habe 1999 Abitur gemacht und mit 20 meinen Zivildienst in der Jugenherberge Frankfurt am Main an der Rezeption gemacht. Die damals beste Zeit in meinem Leben. Mit dem Entlassungsgeld, was ich nach einem Disziplinarverfahren im letzten Nachtdienst bekommen habe, nachdem ich 500 Gäste im "Haus der Jugend" für 4 Stunden eingeschlossen habe, um in Frankfurt beim "Sound of Frankfurt" feiern zu gehen, bin ich mit den 1500 Mark nach Ibiza geflogen. Dort habe ich zwei Zivikollegen meines besten Freundes kennengelernt und im Space auf einer Afterhour meine erste halbe Ecstasy eingeworfen - mein erster Kontakt mit "harten Drogen". Danach habe ich mir in Frankfurt zwei Jahre lang alles gegeben was es gibt, Speed, Kokain, jede Menge Ecstasy. Die Krönung war, dass ich 2002 wieder nach Ibiza flog, mit dem Kollegen von damals, und in 14 Tagen 60 Ecstasy-Pillen geschmissen habe. Danach hatte ich die ersten neurologischen Aussetzer meines Lebens, zwei Wochen lang "Blitze im Kopf", stromstoßartige Missempfindungen im ganzen Körper, die nach zwei Wochen Gott sei Dank von alleine wieder abklangen.
Danach wurde es langsam immer weniger, bis dann 2006 GBL mein Leben für immer veränderte. Nach nur kurzer Zeit waren die Nebenwirkungen so stark, weil ich die Dosis auf unfassbare 60-70ml am Tag! hochgetrieben hatte. Die Zeit des Amok-Mischkonsums begann: Ich nahm bis zu zwei Gramm Amphetamin am Tag, und zwar täglich, für Monate. Das GBL vertrieb natürlich auch die Nebenwirkungen des Speeds, Herzrasen z.B.. Dadurch explodierten die Dosen förmlich.
Durch GBL bin ich zum Alkoholiker geworden und Benzodiazepin- also Beruhigungs- und Schlafmittelabhängig. Außerdem Opioide Schmerzmittel.
Ich habe im November 2010 meine erste klinische Entgiftung durchgeführt und von allen vier Substanzen gleichzeitig 4 Wochen entgiftet.
Jetzt poste ich den Teil aus dem Forum, der meine heutige, aktuelle Situation beschreibt:

Hy Leute,

Wie der Titel schon sagt, ich bin seit einer Weile wieder Rückfällig.
Wer es damals verfolgt hat kennt vielleicht meinen Thread noch, in dem ich mehr oder weniger "Live" ins Delir geschlittert bin, der Thread ist im Januar 2011 entstanden.
7 Tage lang war ich auf der Intensivstation, mein Zustand war kritisch, Distraneurin zeigte keinen Effekt, Benzos sowieso nicht, ich stand eine Woche auf der Kippe und saß danach eine Woche im Rollstuhl, weil sie mir insgesamt 25mg Haldol reingeknallt haben, eine extrem hohe Dosis.
Außerdem hatte ich Selbstmordgedanken geäußert, die ich damals wirklich ernst gemeint habe, da ich dachte, ich komme da nie wieder raus. Ich wollte mich vor ein Auto auf der Autobahn stürzen oder von einer Brücke in Frankfurt.
Daher gabs einen Gerichtsbeschluss, Einweisung für weitere vier Wochen nach Besserung.
Meine Eltern und meine Freundin waren fix und fertig, hatten sich fast schon verabschiedet. Dann kam ich doch zurück.

Bis Dezember '11 habe ich durchgehalten, aber nur durch Substitution, vor allem mit Speed. Habe es monatelang täglich genommen, über ein halbes Jahr. Bin in Frankfurt mit allem bestens versorgt.
Bin ein extremer Dopamin-Junkie geworden und habe den Eindruck, dass da ohne Drogen nicht mehr viel geht, zumindest nicht, bis ich endgültig mit ALLEM aufgehört habe und sich alles (hoffentlich) regeneriert habe.

Im Januar 12, dieses Jahr, bin ich fast auf den Tag genau von meiner Freundin im Koma aufgefunden worden und hatte schon gekotzt, im Sitzen zum Glück, hätte ich gelegen, wäre ich jetzt tot. Meine Freundin hat den Notarzt gerufen, ich war aber nur zwei Tage vorher draufgekommen, die haben mich mit Diazepam vollgeknallt, das Delir blieb aus, und ich bin am nächsten Tag entlassen worden.

Seitdem kamen immer wieder Rückfälle, die meistens nur exakt 7 Tage dauern, weil ich immer nur 500ml bestelle und mit meiner Freundin zusammen konsumiere - sie kann mich auf dem Zeug nüchtern nicht ertragen, wir leben in nur 38qm zusammen, ich kann sie gut verstehen. Daher der hohe Verbrauch, der aber hauptsächlich auf meine Kappe geht.

Gestern habe ich zum ersten Mal mitgeschrieben, und ein Dickes Problem entdeckt:
Ich bin vor zwei Wochen Donnerstag wieder rückfällig geworden, habe wie immer mit ner Menge Diazepam und Tavor letztes Wochenende entzogen - 8 Tage später.
Aber dann habe ich zwei Tage durchgehend Hartsprit gesoffen (ich bin seit 2010 offiziell Alkoholiker und war auch schon 2 Wochen in einer Entgiftung und danach in einer Reha, damals lag mein Gamma-GT bei TAUSEND und ich hatte eine Fettleber Stufe 0, alles reversibel) und wurde einfach nicht besoffen, wie es halt so ist. Ich glaube es waren mindestens 2 x 0,7 Liter Vodka und ein Sixpack pro Tag, also mehr als 600 Gramm reiner Alkohol am Tag! Diese Woche Montag bis Mittwoch, täglich.
Das konnte ich nicht ertragen, vor allem wegen der ganzen Benzos. Es waren exakt 16x50mg Diazepam und 5x2,5mg Tavor, was ne Menge Holz ist. Ich lief, verständlicherweise, rum wie ein Zombie. Und hatte trotzdem Entzugserscheinungen, oder sagen wir brutales Craving dazu.
Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich habe gestern meine nächsten 500ml bekommen, wovon ich mit erschrecken heute festgestellt habe, dass bereits fast 100 fehlen! Ich weiß, das klingt krank, und das ist es auch, aber leider die Wahrheit.

Jetzt habe ich natürlich bedenken, dass diesmal Benzos mir nicht mehr wirklich weiterhelfen, denn die Dias von Sonntag wirken ja immer noch leicht und verstärken die ganze S****.

Dazu muss ich sagen, dass ich unbegrenzt Zugang zu allen verschreibungspflichtigen Medikamenten habe. Benzos (alle!), Opioide (keine BTM, zum Glück), daher auch meine Tiliabhängigkeit (600mg retard am Tag!)

Hat jemand ähnliches erlebt?
Ich habe jetzt vor, folgendes zu tun: Ich will es bis Montag noch weiternehmen, dann alles bis auf einen Notfallrest aufheben, 10ml oder so, und bei meinen Eltern auf dem Speicher bunkern oder im Keller. Die sind bis Ende nächster Woche im Urlaub, wohnen um die Ecke und ich habe einen Schlüssel. Meine Freundin könnte es mir also holen und mich bis in die Notaufnahme "retten", falls ich ins Delir abkippe (leider weiß ich und JEDER hier, der schon mal ein richtiges Delir hatte, dass man davon selber NICHTS mehr mitbekommt, wenn es erst mal da ist. Und das geht verdammt schnell, viel Zeit was zu nehmen hat man nicht mehr).
Dann hau ich mir eine hohe Dosis Diazepam rein. Ich habe heute 100 Stück geholt. Ich dachte an wieder zunächst mindestens 3x50mg, abends oder bei Ausrastern tagsüber zusätzlich Tavor, solange ich welche habe. Ich weiß, das ist High-Dose, aber ich habe eben auch Toleranz.
Außerdem habe ich noch mindestens 10x2,5mg Tavor übrig, bin also gut "bewaffnet", würde ich sagen.
Ist das machbar, oder würdet Ihr mir raten, sofort ins Krankenhaus zu gehen? Die Entscheidung fällt mir sehr schwer, weil meine Eltern dann informiert werden müssen wenn sie wiederkommen, und die waren damals schon so fertig.

Was sagt Ihr zu der S****, in die ich mich wieder geritten habe?

Danke Euch allen im Voraus!
Xyn
 
Hallo xynthetic,

zu deinem Bericht kann ich leider nur sagen, dass er mich ganz scön schockiert und ich wünsche dir alles Gute dass du es irgenwann schaffst von allem los zu kommen und dass du dein Leben ohne Drogen geniesen kannst.


Des weiteren möchte ich hier nocheinmal darauf Aufmerksam machen, dass ich eigentlich Angehörige von Drogen oder Alkoholabhängigen suche. Mein Mann ist mittlerweile clean und irgendwie versuchen wir uns neu zu finden. Mir geht es mittlerweile auch wieder recht gut. Ich habe wieder neuen Lebensmut gefasst und keine Depressionen mehr. Allerdings denke ich nun auch viel an mich und nicht nur an andere. Da ich aber leider immer noch keine Gruppe gefunden habe in der ich mich mit Angehörigen austauschen kann, bitte ich alle die jenigen, die sich mit mir oder anderen austauschen wollen hier zu melden oder mir eine Mail zu senden. Es brauch niemand Angst zu haben, denn jeder bleibt völlig anonym und es kann auf keinen zurückgeführt werden was hier geschrieben wird. Ich würde mich sehr freuen mal wieder was von jemandem zu hören, der mir bereits hier geschrieben hat und natürlich freue ich mich auch über neue Zuschriften. Ich gehe jedenfalls sehr offen damit um wie sehr meine Gefühle verletzt wurden und was ich durchgemacht habe. Und hier suche ich Angehörige denen es ebenso wie mir geht. Meldet euch, denn es gibt bestimmt noch viele andere wie mich.


LG Trixi
 
Hallo alle zusammen,
Ich bin seit einigen Wochen in einer Suchtklinik beschäftigt... Hatte den ersten Tag dort angefangen mit arbeiten und traf einen alten Freund der dort auf Entzug war... Ich weiß nicht warum aber irgendwie beschäftigt mich diese Sache seit der Begegnung so sehr das ich jeden Tag darüber nachdenke... wir kennen uns schon seit der Schulzeit (7Klasse) und sind jetzt beide 20... Nachdem Entzug war er nochmal zu Hause wir telefonierten und haben uns noch ein paar mal getroffen ... dann fing er seine Reha an... wir dürfen nun keinen Kontakt mehr haben ,sehen uns aber öfter weil ich ja wie gesagt dort arbeite...es verletzt mich sehr einfach an ihm vorbeizugehn... wir telefonieren ab und zu noch aber in letzter zeit meldet er sich nur noch selten...
ich weiß nicht wie ich mit der situation umgehen soll... und seit der Begegnung bekomme ich ihn nicht mehr aus dem Kopf und will ihm helfen...
Hat evtl . irgendwer Tipps oder ähnliche Erfahrungen?
 
Hallo zusammen!
Ich habe gestern erfahren dass mein Freund im letzten Monat rückfällig geworden ist.. ich kannte ihn nur clean, habe es deswegen einen Monat lang noch nicht mal bemerkt. Es hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Er will es direkt wieder lassen (hat schon ein paar Tage nichts genommen) und bereut es wahnsinnig.. aber das macht die Sache nicht unbedingt leichter.
Gin20, ich wollte dir nur sagen: Halt dich vielleicht lieber fern von diesem alten Freund bevor dich das zu sehr fertig macht. Ich wünschte ich hätte mehr Abstand zu meinem Freund bewahrt, dann würde ich jetzt gehen..
Mir hat es sehr geholfen diese Einträge alle zu lesen, danke Trixy. Man fühlt sich normalerweise so unvestanden und ich kann mit meiner Familie da nicht drüber reden und auch nicht mit vielen Freunden. Ich schäme mich und will nicht dass sie ihn verurteilen.
Mein Verstand sagt mir, ich muss erstmal gehen, dass ich das nicht verdient habe mir mein Leben lang Sorgen zu machen.. aber mein Herz kann nicht loslassen..
Das kennt ihr sicherlich alle gut genug. Mein Hausarzt sagt mir ich soll mir gut überlegen, ob ich das will..Meine zwei Freundinnen mit denen ich rede, sagen auch ich sollte lieber einen Schlussstrich ziehen.
Hilft mir alles leider nicht..Unsere Beziehung war wunderschön, in jedem Sinne..Wie soll man da loslassen und seinen Freund, der jetzt deine Unterstützung braucht einfach alleine lassen? Dass kann doch kein Mensch, der ein gutes Herz hat, oder?
Fühl mich komplett alleine..
Danke an alle die hier geschrieben haben.. ist irgendwie beruhigend, dass es mehr Menschen in ähnlichen Situationen gibt.
Wünsche allen viel Kraft!
 
Hallo an alle hier,
die meisten Angehörigen von Abhängigen schämen sich und reden kaum mit jemanden über ihre Probleme.

Ich habe eine Drogenabhängige Tochter die seit etwa 18 Jahren abhängig ist, schon sehr viele Therapien erfolglos gemacht hat und nie clean geworden ist. Sie belügt sich und alle anderen Menschen, Therapeuten Ärtzte usw. und ist geistig so geschädigt dass sie gar nicht merkt dass niemand mehr ihre Darstellungen glaubt.

Außerdem war mein verstorbener Mann Alkoholiker mit noch mehreren anderen Sucht- Problemen. Nach 33 Jahren habe ich mich aus der Beziehung endlich gelöst weil ich von dem Dauerstress selbst sehr krank war.
Die ganze Familie und die meisten Freunde zogen sich zurück weil sie glaubten ich müsse bei meinem inzwischen schwer kranken Mann bleiben. Er zog zu einer Frau mit der er schon viele Jahre eine Beziehung hatte und die selbst auch Drogenabhängig war wie ich erst später herausfand.

Die wichtigste Frage ist , wie man trotz allem weiterleben kann und einen Sinn im Leben findet.
Viele Jahre lebte ich immer am Rande des Suizids. Der Gedanke half mir dass ich Schluß machen kann wenn der Schmerz und die Trauer unerträglich werden. Es ist aber erstaunlich wieviel Kummer der Mensch ertragen kann.

Eine starke Wut half mir und gab mir die Kraft die Trennung durchzuziehen.

Eine gute Portion Trotz und Stolz, das Gefühl ich laß mich von niemandem und nichts kaputtmachen und nicht unterkriegen gab mir die Motivation mein restliches Leben einigermaßen neu zu gestalten.
Auch heute, viele Jahre später hilft mir vor allem der Trotz mein ziemlich oft sinnlos scheinendes Leben weiter zu leben. Es gibt sogar Tage wo es mir gut geht und ich das Leben richtig genießen kann, besonders im Sommer.
Heute weiß ich dass es sich nicht lohnt wegen irgend etwas oder irgend jemand sein Leben zu beenden, und ich habe gelernt dass man die grauen, traurigen einsamen und leeren Tage abwettern muß wie ein Seemann auf dem Meer.
Dabei hilft es sich klar zu machen nicht ständig im eigenen Kummer zu baden wie eine Sau in der Suhle sondern ganz aktiv sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Wenn hier noch jemand Interesse an einer Kommunikation hat, ich schaue in den nächsten 2 Wochen regelmäßig auf diese Seite, dann registriere ich mich auch ordnungsgemäß.
 
Hallo,
ich möchte auch allen herzlich danken. Ich denke, dass alle die hier offen über ihre Erlebnisse schreiben, etwas Gutes für Gleichgesinnte oder Betroffene tun. Meiner Meinung nach wird das Thema immer noch zu sehr tot geschwiegen. Seit einiger Zeit gehe ich mit meinen Erlebnissen sehr offen um. Ich bin sogar dabei eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Außerdem schreibe ich ein Buch darüber, was mir geschehen ist und was ich durchgemacht habe. Seitdem ich mich damit beschäftige eine Selbsthilfegruppe zu gründen, habe ich so viele tolle Menschen kennen gelernt, die mich in allem bestärken und unterstützen. Vor allem hat mich das wieder lebendig gemacht. Ich war innerlich tot und wurde nun zum zweiten Mal geboren. Es war der absolute Wahnsinn, was ich in den letztenWochen durchgemacht habe. Mein Körper kannte zwei Jahre keine Glücksgefühle mehr und plötzlich geschieht so viel Beeindruckendes. So kam es, dass ich nach diesem Glück gierte und was dann in meinem Körper los war, ist der absolute Wahnsinn.Ich war innerlich total unruhig, dazu Herzrasen und völlig überdreht. Dieser Zustand hielt etwa 8 Wochen an. Doch dann hatte ich es überstanden und bin endlich wieder zu neuem Leben erwacht. Es lohnt sich nicht aufzugeben. Bitte werft euer Leben nicht weg, sondern versucht einen Weg zu finden, der euch gut tut. Ich bin weiterhin mit meinem Mann zusammen. Allerdings haben wir uns beide verändert und beschreiten nun einen neuen gemeinsamen Weg. Außerdem habe ich mir vorgenommen von nun an eigenständiger zu bleiben. Nur manchmal muss ich aufpassen nicht wieder rückwärts zu gehen. Mir gefällt das neue Leben nämlich sehr gut und ich möchte es weiter führen.
Des Weiteren rede ich mittlerweile mit sehr offen über das Vorgefallene und ich muss sagen, ich mache nur positive Erfahrungen, denn dadurch offenbaren mir viele etwas von sich und ich musste feststellen, dass es in vielen Familien nicht so rosig aussieht, wie man denkt. Darum frage ich mich, warum verheimlichen wir als Angehörige eigentlich alles? Aber am meisten frage ich mich, warum befreien sich viele immer noch nicht von ihren Sorgen, obwohl der Suchtkranke sich geoutet hat? Ich gehe jedenfalls weiterhin offen damit um, denn dadurch habe ich mich befreit. Jetzt bin ich auch nicht mehr depressiv und krank, sondern glücklich. Ich habe meinen Weg gefunden und hoffe alle anderen finden ihn auch. Habe mich auch sehr über die weiteren Beiträge gefreut. Danke an alle!!!!

LG Trixi :daumen:
 
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