Hallo Trixie,
kurze Info vorneweg, ich bin viel im eve-rave.ch unter dem gleichen Nick unterwegs. Da gibt es meine ganze Geschichte zu lesen.
Ich sage Dir kurz was zu mir und dann poste ich einen Ausschnitt aus einem aktuellen Thread, den ich dort heute eröffnet habe.
Ich bin genau seit Februar 2006 von GBL abhängig, also seit 6 Jahren schon.
Die WM 2006 in Deutschland war die beste Zeit meines Lebens - und gleichzeitig der Anfang vom Ende, denn da kaufte ich im Internet meinen ersten Liter und war danach extrem psychisch und körperlich abhängig.
Ich habe inzwischen zwei Hausdurchsuchungen wegen GBL-Imports und eine wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz hinter mir. Alles eingestellt worden.
Ich habe 1999 Abitur gemacht und mit 20 meinen Zivildienst in der Jugenherberge Frankfurt am Main an der Rezeption gemacht. Die damals beste Zeit in meinem Leben. Mit dem Entlassungsgeld, was ich nach einem Disziplinarverfahren im letzten Nachtdienst bekommen habe, nachdem ich 500 Gäste im "Haus der Jugend" für 4 Stunden eingeschlossen habe, um in Frankfurt beim "Sound of Frankfurt" feiern zu gehen, bin ich mit den 1500 Mark nach Ibiza geflogen. Dort habe ich zwei Zivikollegen meines besten Freundes kennengelernt und im Space auf einer Afterhour meine erste halbe Ecstasy eingeworfen - mein erster Kontakt mit "harten Drogen". Danach habe ich mir in Frankfurt zwei Jahre lang alles gegeben was es gibt, Speed, Kokain, jede Menge Ecstasy. Die Krönung war, dass ich 2002 wieder nach Ibiza flog, mit dem Kollegen von damals, und in 14 Tagen 60 Ecstasy-Pillen geschmissen habe. Danach hatte ich die ersten neurologischen Aussetzer meines Lebens, zwei Wochen lang "Blitze im Kopf", stromstoßartige Missempfindungen im ganzen Körper, die nach zwei Wochen Gott sei Dank von alleine wieder abklangen.
Danach wurde es langsam immer weniger, bis dann 2006 GBL mein Leben für immer veränderte. Nach nur kurzer Zeit waren die Nebenwirkungen so stark, weil ich die Dosis auf unfassbare 60-70ml am Tag! hochgetrieben hatte. Die Zeit des Amok-Mischkonsums begann: Ich nahm bis zu zwei Gramm Amphetamin am Tag, und zwar täglich, für Monate. Das GBL vertrieb natürlich auch die Nebenwirkungen des Speeds, Herzrasen z.B.. Dadurch explodierten die Dosen förmlich.
Durch GBL bin ich zum Alkoholiker geworden und Benzodiazepin- also Beruhigungs- und Schlafmittelabhängig. Außerdem Opioide Schmerzmittel.
Ich habe im November 2010 meine erste klinische Entgiftung durchgeführt und von allen vier Substanzen gleichzeitig 4 Wochen entgiftet.
Jetzt poste ich den Teil aus dem Forum, der meine heutige, aktuelle Situation beschreibt:
Hy Leute,
Wie der Titel schon sagt, ich bin seit einer Weile wieder Rückfällig.
Wer es damals verfolgt hat kennt vielleicht meinen Thread noch, in dem ich mehr oder weniger "Live" ins Delir geschlittert bin, der Thread ist im Januar 2011 entstanden.
7 Tage lang war ich auf der Intensivstation, mein Zustand war kritisch, Distraneurin zeigte keinen Effekt, Benzos sowieso nicht, ich stand eine Woche auf der Kippe und saß danach eine Woche im Rollstuhl, weil sie mir insgesamt 25mg Haldol reingeknallt haben, eine extrem hohe Dosis.
Außerdem hatte ich Selbstmordgedanken geäußert, die ich damals wirklich ernst gemeint habe, da ich dachte, ich komme da nie wieder raus. Ich wollte mich vor ein Auto auf der Autobahn stürzen oder von einer Brücke in Frankfurt.
Daher gabs einen Gerichtsbeschluss, Einweisung für weitere vier Wochen nach Besserung.
Meine Eltern und meine Freundin waren fix und fertig, hatten sich fast schon verabschiedet. Dann kam ich doch zurück.
Bis Dezember '11 habe ich durchgehalten, aber nur durch Substitution, vor allem mit Speed. Habe es monatelang täglich genommen, über ein halbes Jahr. Bin in Frankfurt mit allem bestens versorgt.
Bin ein extremer Dopamin-Junkie geworden und habe den Eindruck, dass da ohne Drogen nicht mehr viel geht, zumindest nicht, bis ich endgültig mit ALLEM aufgehört habe und sich alles (hoffentlich) regeneriert habe.
Im Januar 12, dieses Jahr, bin ich fast auf den Tag genau von meiner Freundin im Koma aufgefunden worden und hatte schon gekotzt, im Sitzen zum Glück, hätte ich gelegen, wäre ich jetzt tot. Meine Freundin hat den Notarzt gerufen, ich war aber nur zwei Tage vorher draufgekommen, die haben mich mit Diazepam vollgeknallt, das Delir blieb aus, und ich bin am nächsten Tag entlassen worden.
Seitdem kamen immer wieder Rückfälle, die meistens nur exakt 7 Tage dauern, weil ich immer nur 500ml bestelle und mit meiner Freundin zusammen konsumiere - sie kann mich auf dem Zeug nüchtern nicht ertragen, wir leben in nur 38qm zusammen, ich kann sie gut verstehen. Daher der hohe Verbrauch, der aber hauptsächlich auf meine Kappe geht.
Gestern habe ich zum ersten Mal mitgeschrieben, und ein Dickes Problem entdeckt:
Ich bin vor zwei Wochen Donnerstag wieder rückfällig geworden, habe wie immer mit ner Menge Diazepam und Tavor letztes Wochenende entzogen - 8 Tage später.
Aber dann habe ich zwei Tage durchgehend Hartsprit gesoffen (ich bin seit 2010 offiziell Alkoholiker und war auch schon 2 Wochen in einer Entgiftung und danach in einer Reha, damals lag mein Gamma-GT bei TAUSEND und ich hatte eine Fettleber Stufe 0, alles reversibel) und wurde einfach nicht besoffen, wie es halt so ist. Ich glaube es waren mindestens 2 x 0,7 Liter Vodka und ein Sixpack pro Tag, also mehr als 600 Gramm reiner Alkohol am Tag! Diese Woche Montag bis Mittwoch, täglich.
Das konnte ich nicht ertragen, vor allem wegen der ganzen Benzos. Es waren exakt 16x50mg Diazepam und 5x2,5mg Tavor, was ne Menge Holz ist. Ich lief, verständlicherweise, rum wie ein Zombie. Und hatte trotzdem Entzugserscheinungen, oder sagen wir brutales Craving dazu.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich habe gestern meine nächsten 500ml bekommen, wovon ich mit erschrecken heute festgestellt habe, dass bereits fast 100 fehlen! Ich weiß, das klingt krank, und das ist es auch, aber leider die Wahrheit.
Jetzt habe ich natürlich bedenken, dass diesmal Benzos mir nicht mehr wirklich weiterhelfen, denn die Dias von Sonntag wirken ja immer noch leicht und verstärken die ganze S****.
Dazu muss ich sagen, dass ich unbegrenzt Zugang zu allen verschreibungspflichtigen Medikamenten habe. Benzos (alle!), Opioide (keine BTM, zum Glück), daher auch meine Tiliabhängigkeit (600mg retard am Tag!)
Hat jemand ähnliches erlebt?
Ich habe jetzt vor, folgendes zu tun: Ich will es bis Montag noch weiternehmen, dann alles bis auf einen Notfallrest aufheben, 10ml oder so, und bei meinen Eltern auf dem Speicher bunkern oder im Keller. Die sind bis Ende nächster Woche im Urlaub, wohnen um die Ecke und ich habe einen Schlüssel. Meine Freundin könnte es mir also holen und mich bis in die Notaufnahme "retten", falls ich ins Delir abkippe (leider weiß ich und JEDER hier, der schon mal ein richtiges Delir hatte, dass man davon selber NICHTS mehr mitbekommt, wenn es erst mal da ist. Und das geht verdammt schnell, viel Zeit was zu nehmen hat man nicht mehr).
Dann hau ich mir eine hohe Dosis Diazepam rein. Ich habe heute 100 Stück geholt. Ich dachte an wieder zunächst mindestens 3x50mg, abends oder bei Ausrastern tagsüber zusätzlich Tavor, solange ich welche habe. Ich weiß, das ist High-Dose, aber ich habe eben auch Toleranz.
Außerdem habe ich noch mindestens 10x2,5mg Tavor übrig, bin also gut "bewaffnet", würde ich sagen.
Ist das machbar, oder würdet Ihr mir raten, sofort ins Krankenhaus zu gehen? Die Entscheidung fällt mir sehr schwer, weil meine Eltern dann informiert werden müssen wenn sie wiederkommen, und die waren damals schon so fertig.
Was sagt Ihr zu der S****, in die ich mich wieder geritten habe?
Danke Euch allen im Voraus!
Xyn