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Angeblich will ich ja nicht arbeiten.....ich bin enttäuscht

Das ist doch schön, herzlichen Glückwunsch!
Wünsche dir alles Gute beim Start ins Postpromotionsarbeitsleben!

Ich glaub nicht, daß die hier Schreibenden. dir etwas böses wollten, ihr Anliegen war eher, das Problem ein wenig in Relation zu setzen. Leider liegen auch für viele Promovierte die Jobs nicht direkt auf der Straße und ein nicht zu unterschätzender Teil verdingt sich für relativ wenig Geld in fachfremden Bereichen.
Hohe Qualifikation -> hohes Gehalt... davon muß man sich in einigen Fachbereichen wohl leider verabschieden.
 
Naja, nach vielen Jahren des Studiums und einer Promotion hab ich schon mehr erwartet als eine auf 8 Monate befristete Stelle für 1700 € brutto. Das hätte ich nur für ihn gemacht.

Gestern bekam ich für meinen Heimatort eine Zusage für eine Halbtagesstelle für 2000 € brutto und zwar in meinem Beruf! Tja, wenn ich die Kommentare so sehe, dann bin ich dennoch enttäuscht..

Hier scheinen viele noch nicht versucht zu haben in einer Großstadt wie München von 1.200,-- Euro
zu wohnen und zu leben. Mit der "Sicherheit" von einigen Monaten.
Was kommt danach ? Das Gehalt des Freundes ? Der schon bei dem Gedanken Angst zu haben scheint.

Davon,dass du mit deinem Freund zusammenziehst /zusammenbleibst darf man nicht ausgehen.
Das Geld muß für ein Alleinleben ausreichen.

Mit 1.200,-- Netto könnte mir München als Arbeits,-und Wohnsitz gestohlen bleiben.
Ob ich noch weiterhin besonderen Wert auf den Freund legen würde ?
Nach dem was du schriebst,glaube ich es nicht.

(Habe in München und FRankfurt vor Jahrzehnten einige Zeit gearbeitet und gelebt.War schon damals über die Mieten
und Lebenshaltungskosten erschrocken.Damals waren wenigstens die Löhne entsprechend.)

Meiner Freundin hat ein uns bekannter ,privater Arbeitsvermittler ,vor einigen Jahren einen lächerlichen
Job in München angeboten.
Als Friseurmeisterin einer bekannten Salonkette für 1.000,--Netto. Verantwortung für mehrere Salons.
Hier im Forum hätten sich bestimmt welche gefunden die dieses lächerliche Angebot als wahren Glücksgriff empfunden hätten. 😉 😀

Inzwischen hat sie einen eigenen kleinen,aber feinen Salon..in der Provinz,dort wo sie ihre sozialen Kontakte pflegt.
Für manche Menschen sind bestehende, soziale Kontakte nicht mit Gold aufzuwiegen.

Du solltest dich gegen München entscheiden den besseren Job annehmen und zusehen,dass du aus deiner Misere herauskommst .
Das kann nur im Sinne deines Freundes sein. Er ist nicht der,mit dem es für alle Zeiten, gut wie schlecht, passt.😉

Wahre Liebe hat Platz in der kleinsten Hütte,ohne dass man sich nervt.🙂
 
Auch in München lassen sich gute Wohnungen/ Zimmer / Appartments unter 400 € finden

z:B.: diese hier Wohnung mieten Mnchen - Altbau Renaissance 1 WG Zimmer mit Ambiente Augustenstrae/Ecke Theresienstrae - Immobilienmarkt - SZ - sueddeutsche.de

http://immobilienmarkt.sueddeutsche..._Provisionohne_Courtage/11445598?comeFromTL=1

aber es gibt noch viele mehr , auch günstigere .


Von daher ist es auch in München möglich mit 1000 Euro netto zu leben, ohne am Hungertuch zu nagen .


Ich finde diese Art von Panikmache und falscher Solidarität nicht wirklich sinnvoll, sondern fehlführend .

Arbeitswilligkeit steigert sich, meiner Erfahrung nach, auch nicht sonderlich durch 300 € brutto mehr .

Genauso wenig wird sich die Selbstreflexion steigern , die notwendig ist, um verantwortungsbewußt mit seinem Leben umzugehen , seine Finanzen verantwortungsbewußt zu planen , eine Partnerschaft verantwortungsbewußt zu führen , etc ....

🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Glückwunsch zum neuen Job! wow 2000 brutto für eine Halbtagsstelle ist echt ein Glücksgriff heutzutage.

Da hättest Du noch Zeit nebenbei zu arbeiten und mal einen ordentlichen Urlaub zu gönnen. Gut, daß Du nicht hast abspeisen lassen.

Was hat man denn davon, wenn man eine gute Ausbildung hat und so einen kärglichen Lohn bekommt von 1.700 euro brutto. Abzüglich den Steuern und den Fixkosten bekommt man vielleicht 100 euro mehr als ein H4empfänger. Da soll man auch noch dankbar für diesen Job sein?
 
Das Problem verstehe ich auch nicht wirklich.

Hab meine erste Arbeitswoche hinter mir, endlich einen Job gefunden. 2000 brutto - Einstiegsgehalt - mit Steigerungsmöglichkeit.

Seit einem halben Jahr hab ich gesucht - im Allround-Sekretariats/Bürobereich. Die Tätigkeits- und Gehaltsspanne ist dabei natürlich sehr unterschiedlich. U.a. hab ich mich bei einer Firma mit Schichtdienst bis abends um 22.00 Uhr beworben bei einer Bezahlung von 1.600 brutto. Schon krass.
Mein letzter Arbeitgeber (Rechtsanwalt) hat 1.800 bezahlt.
Das gleiche hab ich vor kurzem als Gehalt bei einer Behörde angeboten bekommen - ich wurde aber nicht genommen.

Ja, das sind dann so 1.200/1300 netto.
Auch wenn es wenig ist -
es ist ein Anfang und allemal - mit Sicherheit besser als 350 Euro Hartz IV!

Du mußt ja über eine gute derzeitige Basis verfügen, wenn Du so ein Angebot in den Wind schlägst, sonst käme das doch überhaupt nicht in Frage ?! - das verstehe ich nicht.
Denn natürlich kann man davon allemal besser leben als von gar nichts!

Ich bin ja leider keine Sekretärin und habe dafür Jahre in die Ausbildung investiert und verzichtet. Bei der Promotion habe ich eine Hungerlohnstelle genommen. Für was ein Studium, wenn ich so viel bekomme, wie ohne Studium`?
 
Herzlichen Glückwunsch, dass Du nun doch eine Stelle bei Dir im Heimatort bekommen hast. Halbtags mit 2000 EUR ist ja annehmbar, evtl. kannst Du später auch aufstocken. Wie man sieht, muss man nicht immer auf das übelste Angebot eingehen.

Ich finde die Kommentare hier teils ganz schön krass, nicht sonderlich hilfreich, eher das GEgenteil davon. Außerdem kommt hier teils ganz schöner (Sozial-)Neid rüber. Nur weil man sich selbst mit 1200 EUR netto zufrieden gibt, müssen das andere nicht tun. Nur weil man selbst mit so wenig GEld auskommt, heißt das nicht, das andere das können, weil jeder Fall eben ein individueller Fall bzw. Einzelfall ist. Außerdem muss man auch darauf achten, nicht einfach irgendeinen Job zu machen, sondern einen Job, der einen weiterbringt und nicht in eine weitere Sackgasse, aus der ich evtl. nicht mehr herauskomme.

Ich finde es gut, dass Du nicht mit Deinem Freund zusammenziehen möchtest bzw. dies in Frage gestellt hast. Wenn man mit so jemanden zusammenzieht, nur für 8 Monate einen Job hat, der einen finanziell auch nicht unabhängig stellt, dann sind Folgeprobleme vorprogrammiert.

Natürlich haben die Schreiber teilweise recht, die hier darauf Drängen, dass Du eigenverantwortlich für Dich bist etc. Ich glaube aber, dass Du das selbst gut weißt, sondern einfach mehr emotionale oder liebevolle Unterstützung von Deinem Freund gewollt hättest. Das ist schade, dass er dies nicht kann.


Ach und noch was: einfach irgendwelche Wohnungsanzeigen hier zu posten - ist totaler Schwachsinn. Natürlich gibt es in München Wohnungen, WGs etc. - auch zu bezahlbaren Preisen. Aber wer war dort und hat sich diese angesehen - mit zig- Leuten????? Vermutlich keiner. Ich kenne das GEbaren hier in München zu genüge - man steht mit 50, teils 100 Leuten irgendwo in der Schlange - die Wahrscheinlichkeit diese Wohnung, Zimmer zu erhalten liegen nicht bei 100%, geschweige denn bei 50%. Außerdem werden inzwischen Ablösezahlungen für irgendwelche besch.... eidenen Möbel, Waschmaschinen etc. verlangt, die quasi Neupreise sind, die Sachen aber schon 10 Jahre alt sind. Aber sie können es machen, weil man in Muc verzweifelt Wohnungen braucht. Also muss man zu Kaution, evtl. Maklerprovision teils auch noch zwischen 2000-5000 EUR für Ablöse-Zahlungen veranschlagen. GEnossenschaftswohnungen sind super schwer zu bekommen - das sagt sich alles immer so leicht; im Doing ist das ganze eine Wahnsinns-Hürde.
 
Ich bin ja leider keine Sekretärin und habe dafür Jahre in die Ausbildung investiert und verzichtet. Bei der Promotion habe ich eine Hungerlohnstelle genommen. Für was ein Studium, wenn ich so viel bekomme, wie ohne Studium`?


Hallo Gast,

keine Ahnung, ob Du das noch liest, is ja schon ein bisschen her.

Erstmal freut mich total, dass Du so eine gute Halbtagsstelle gefunden hast, die Deinen Vorstellungen gerecht wird.

Und ich habe durchaus Verständnis für Deine Situation. Meine Tochter studiert auch und konfrontiert mich immer wieder mit news/infos, wonach sie total schockiert ist, wie gering teilweise die Bezahlung nach Beendigung des Studiums - sowohl in ihrer Branche als auch anderen ist/wie hoch auch dort die Arbeitslosenquote etc. - ist. Genauso wie Du, fragt sie sich natürlich, wofür dann halt die ganze Mühe, wozu das Studium .... - ich hab dafür also durchaus Verständnis, für Deine Position - so war das ganz und gar nicht gemeint.

Ich bin auch nicht neidisch. Mein Lebensweg war halt ein anderer. Vielleicht könnte ich heute auch als Sekretärin anderswo auf der Karriereleiter und dem Gehaltsniveau stehen. Aber ich hab da lange in meine drei Kinder Zeit investiert und stehe da halt jetzt auf einem "Wiedereinstiegsniveau". Das ist für mich in Ordnung so und ich gönne jedem anderen das seinige in seinem Lebens- und Berufsweg. Mein Beitrag war wirklich nicht von Neid geprägt.

Ich hab nur eben auch Zeiten als Hartz-IV-Empfänger durchlebt und demgegenüber ist ein solches Gehalt immer noch eine immense Verbesserung. Es ist eben allemal besser als NIX (oder sogut wie nix).

Und wenn man vor der Wahl steht, ob nix oder 1.200 netto besser ist, ist die Frage eindeutig zu beantworten. Dass Du mit erfolgreichem Studium überhaupt vor dieser Frage stehst, ist sicherlich ganz ganz traurig! Dass das im Allgemeinen - auch z.b. meine Tochter betreffend - traurig ist, finde ich auch katastrophal.

Aber vielleicht verstehst Du auch, dass nicht nur mein Beitrag - sondern auch die anderen in der Richtung - keineswegs von Neid geprägt waren, sondern dass sie einfach eine andere Ausrichtung hatten. 1.200 sind eben einfach mehr als 350 hartz- iv satz oder gar nichts.

Aber es freut mich jedenfalls sehr, dass Du jetzt erstmal was passendes gefunden hast
und hoffe, dass Du Dich somit auch wieder besser mit Deinem Freund arrangieren kannst.

Alles Gute,
fleur
 
So ist es gewollt.Die Menschen gewöhnen sich an die niedrigen Löhne. "Ist doch toll.Besser als nix"

Die,die ihren Wert kennen, verschwinden aus Deutschland,wenn sie nichts finden was in der Entlohnung der Ausbildung entspricht.

(z.B. Seit Jahren entschwinden die Ärzte. 2006 sollen es 3000 gewesen sein die auswanderten oder in Ruhestand gingen.
Inzwischen sind es fast 4.000 geworden las ich vor einiger Zeit.
Dafür gibt es preiswerten Ersatz aus dem Niedriglohn-Ausland.

Eine Umfrage bei den Medizinstudenten ergab,dass 60 % nach der Ausbildung ins Ausland gehen wollen.
(Das werden nicht alles Studenten sein die wieder in ihr Heimatland zurückkehren.😉 🙂 )
 

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