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andauernde Einsamkeit

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Hr. Pinguin

Sehr aktives Mitglied
Aus dem Fernsehen habe ich, dass Einsamkeit krank macht. Es soll schädlicher sein als Alkoholmissbrauch und Rauchen (wobei es da wohl auf die Menge ankommt... :kerzeanzuend: ).

Unter Einsamkeit Leidende haben einen dauerhaft erhöhten Pegel von Stresshormonen. Das Stressniveau ist umso höher, je weniger Leute man kennt. Chronischer Stress schwächt das Immunsystem. Man hat ein erhöhtes Risiko an Bluthochdruck, Herzinfarkt und sogar Krebs zu erkranken.

Wer von sich sagt, dass er einsam ist, ist mit größter Wahrscheinlichkeit in 10 Jahren tot. (So die Aussage.)
Das ist vielleicht etwas reißerisch. Immerhin stehen über 90jährige, die von sich behaupten, ein erfülltes Leben zu haben, mit besagter Wahrscheinlichkeit auch nicht besser da. (Und alte Menschen sind ja besonders häufig davon betroffenen, unter Einsamkeit zu leiden.) :kerzeanzuend:

Trotzdem, ich wundere mich über mich selber...
 
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Wer von sich sagt, dass er einsam ist, ist mit größter Wahrscheinlichkeit in 10 Jahren tot. (So die Aussage.)
Dann habe ich zum Glück ja noch ganze zwei Jahre zu leben und mit schönen Sachen zu füllen. Ich lebe aus gesundheitlichen Gründen seit 8 Jahren nahezu isoliert in meiner Wohnung, versuche aber jeden Tag einmal rauszugehen und wenn es nur mal meine Stadtrunde ist, ohne etwas zu erledigen. Soziale Kontakte sind sehr anstrengend für mich und ich suche sie deshalb auch nicht gerade. Mir geht es dadurch nicht besser, sondern sie überfordern mich einfach nur.

Mir macht das Alleinsein auch nichts aus und ich bin es gerne, genieße es sogar, was viele nicht nachvollziehen können und werde auch oft dafür unnötig bedauert. Verstehe aber auch Autisten und Leute mit Asperger gut, weil für sie soziale Kontakte auch mit zum Teil großen Qualen verbunden sein können und auch sind, weil sie die Reize nicht schnell genug einordnen und verarbeiten können. Bei mir wurde einmal eine schizoide Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, bei meiner aktuellen Ärztin ist diese aber nicht dabei, dafür aber einige andere chronifizierte, psychische Krankheiten.

Kann gut verstehen, wenn andere davon kaputt gehen, aber mir geht es so eindeutig besser. Bei der letzten Gruppentherapiesitzung lag ich danach zwei Tage krank im Bett, weil es einfach zuviel für mich ist. Kaum jemand kann es nachvollziehen, weil die meisten bei zwischenmenschlichen Kontakten aufblühen. Ich werde davon krank und es haut mich buchstäblich bis zu einer Woche um, je nach Umfang und wie viele Leute da sind, bzw. wieviel direkter, wechselnder Kontakt dabei ist. Nach einem Familienwochenende (in der letzten Beziehung vor ca. 10 Jahren) auf dem Campingplatz mit etwa 40 Leuten, war ich eine Woche krank im Bett.

Also ich kann definitiv von mir sagen, daß mich die Geselligkeit genauso krank macht, wie die meisten anderen die Einsamkeit und ich so wie die meisten einfach nicht leben kann, obwohl ich es gerne tun würde. Aber Jahrzehnte von Anpassungsversuchen, inklusive Beziehungen, haben mir bewiesen, daß es einfach nichts für mich ist. Manchmal vermisse ich natürlich auch jemanden, aber wenn ich dann an die negativen Seiten denke, die auch immer mit dabei sind, fühle ich mich allein doch wieder viel besser. 🙂
 
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Aus dem Fernsehen habe ich, dass Einsamkeit krank macht. Es soll schädlicher sein als Alkoholmissbrauch und Rauchen (wobei es da wohl auf die Menge ankommt... :kerzeanzuend: ).

Mir ging es vor wenigen Jahren so wie Dir. Lern vielleicht ein Musikinstrument zu spielen und dann triff Dich mit anderen zum spielen. Dabei lernt man schnell andere Leute kennen.

Ich spiele seit kurzem selber Posaune. Wenn Du Interesse hast, könnten wir gerne (gegebenenfalls über Skype) zusammen spielen.

Ausserdem empfehle ich Dir Kunst, Filme und Musik, die den Sinn für das Rätselhafte und Geheimnisumwobene wecken und anregen.

Als Beispiel nenne ich einmal den Film:
Little Buddha von Bernardo Bertolucci
 
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Also ich kann nur jeden beglückwünschen, der alleine, bzw. nahezu (oder ganz) isoliert lebt, und dem es damit gut geht. Ich denke aber, bei den allermeisten Menschen ist das soziale Bedürfnis hoch ausgeprägt und sie leiden entsprechend, wenn sie niemanden haben.

Für mich war/ist der Umgang mit Menschen auch sehr oft mit Qualen verbunden. Ich bin aber kein Autist oder Asperger.
Ich hab meinen Schlag von früher weg und dazu bin ich anscheinend hoch-oder übersensibel (das Erste klingt möglicherweise abgehoben, mit dem Zweiten werte ich mich selber ab).

Das mit dem Instrument klingt eigentlich gut. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, Flöte zu lernen. Passt aber glaube ich nicht so gut zu Posaune. 😉
 
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Für mich war/ist der Umgang mit Menschen auch sehr oft mit Qualen verbunden. Ich bin aber kein Autist oder Asperger.
Ich hab meinen Schlag von früher weg und dazu bin ich anscheinend Hoch-oder Übersensibel (das Erste klingt möglicherweise abgehoben, mit dem Zweiten werte ich mich selber ab).
Für Autisten ist jede soziale Interaktion mit Qualen verbunden, weil sie die Reize nur schwer, oder gar nicht in der erforderlich kurzen Zeit verarbeiten können. Sie sind dann dermaßen angespannt, daß sie tatsächlich körperliche Schmerzen dadurch haben. Bei Aspergern ist es milder ausgeprägt, bei Autisten gibt es auch Abstufungen.

Meine jetzige Ärztin meint auch, daß durch die vielen Traumen und geringe Filterausprägung in der Kindheit, eine übermäßige Hochsensibilität entstanden ist.
 
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In einer (Therapie)Gruppe, in der entsprechende Regeln von achtsamen und respektvollen Umgangsformen aufgestellt werden und abwertendes Verhalten, Lästereien, Gehässigkeiten usw. nicht geduldet wird, klappt es eigentlich recht gut, mich zu verständigen. Wieder in die "freie Wildbahn" geworfen, ist es zumeist wieder Katastrophe, weil diese Regeln, die einen schützen sollen, wieder wegfallen. Menschen ganz allgemein neigen leider zu ganz selbstverständlichen Gemeinheiten, Abwertungen, möchten andere ausboten, haben häufig kein Problem damit zu schaden (so meine Lebenserfahrung, die sich andauernd aufs Neue bestätigt hat). Mich triggert das anscheinend und ich komme damit, als jemand, der immer viel auf Achtsamkeit uns Rücksicht bedacht war, überhaupt nicht gut zurecht.
 
Danke für Deine Offenheit. Es ist schon so, daß unsere Gesellschaft immer materialistischer und abgestumpfter geworden ist, was Menschlichkeit angeht. Der extrovertierte Supermensch, der alles wegstecken kann und sich dafür umso mehr behaupten und durchsetzen kann, wird als Ideal genommen.

Ich wünsche Dir fürs neue Jahr, ein dickeres Fell. Damit Du draußen am Leben teilnehmen kannst, wie Du es Dir wünschst und vorstellst. Es gibt zum Glück auch die ruhigen und netten Menschen, nur fallen die halt nicht so auf, weil sie nicht so sehr im Vordergrund stehen und daß Du Freunde findest, die Dir Rückhalt, Nähe und ein tragendes soziales Netz geben.
 
In der westlichen Welt gilt der Meterialismus. Abgestumpft sind sie aber wohl überall auf der Welt.

Ich wünsche mir Menschen, für die man kein dickes Fell benötigt. So hat das für mich sonst keinen Wert. Anpassen in der Art macht mich auch nur krank. (Noch mehr als die soziale Isolation...)

Danke für die Wünsche. Mal sehen, obs hilft. 😉
 
Auch, wenn es dich aus der Ferne vermutlich nicht trösten kann - du hast etwas, was ich dir ganz hoch anrechne, nämlich Rückgrat. Anders als viele andere Menschen mutiert du nicht zum "Auge um Auge" - Misanthrop. Du bist ein wirklich feiner Kerl und das nimmt dir niemand. Das finde ich supergut und wirklich bewundernswert.

Meine Worte sind natürlich nur ein schwacher Trost, aber Ernst gemeint. Lieber würde ich dir ganz tolle Menschen an deine Seite schicken. Das aber kann ich nicht. Aber ich kann dir sagen, Hut ab vor dir und ich bin mir sicher, du bist sehr liebenswert.
 
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