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Am Ende

G

Gast

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Hi,
ich weiß nicht warum ich hier schreibe.....vielleicht nur um mich zu rechtfertigen oder um anderen zu helfen nicht in der selben Sackgasse zu landen wie ich.

Ich bin 38 und glaube nicht 39 zu werden.

Mein ganzes Leben ist aus dem Ruder gelaufen als ich etwa 8 war.
Damals ließen sich meine Eltern scheiden und ich blieb bei meinem Vater und Großmutter, während mein Halbbruder mit meiner Mutter wegzog.
Ich weiß, daß meine Großmutter alles versuchte um mir meine Mutter zu ersetzen, doch das geht einfach nicht.

Mein Vater war kein Gefühlmensch. Er konnte nie seine Gefühle zeigen und so wuchs ich auch auf. Ich kann meine Gefühle auch nicht zeigen.

Ich fing an meinen Frust mit Süßigkeiten zu "heilen".....das führte dazu das ich dick wurde und in der Schule schnell gehänselt wurde.

Im Sport eine Null und ständig von den anderen gemobbt drehte sich diese Spirale weiter.

Meine Leistungen in der Schule gingen gegen Null. Obwohl ich es mit meinen Noten auf die Realschule geschafft hätte nach der Grundschule, beschloss man mich ERST EINMAL in die Hauptschule zu stecken. Doch da soff ich dann komplett ab.

Das schlimmste war, daß ich erkannte Schwul zu sein.

Ich lernte schnell dies zu verheimlichen aus ANGST.

Das jedoch machte meinen Frust nur noch größer.

In einer Umgebung aufzuwachsen wo man sein Schwulsein restlos verheimlichen mußte und niemanden um darüber zu sprechen.

Ich fing an nicht mehr in die Schule zu gehen. Zuerst nur mal ein Tag alle paar Wochen, dann jede Woche und dann sogar mehrere Tage am Stück.

Morgens ging ich auß dem Haus und dann trieb ich mich draußen herum bis ich Mittags wieder nach Hause ging als ob nichts gewesen wäre.
Natürlich gab das nur noch mehr Stress und Ärger.

Mir fiel es schwer Freunde zu finden und so war ich ziemlich alleine

Ich fing an zu stehlen, lügen und wurde immer dicker.

Dann bekam ich eine Einmalige Chance.

Mein Vertrauenslehrer schlug vor, daß ich zu meiner Mutter ziehen sollte. Da war ich etwa 14.

Wow...Neuanfang...Neue Stadt....Neue Schule......Neue Chance

Doch das hab ich auch versiebt. Am Anfang war ich afu der neuen schule sehr gut, doch dann brach wieder alles ein.

Anstatt mich zu outen verheimlichte ich meine Neigung weiter und ich hatte ständig Angst "Erkannt" zu werden und so mied ich Freundschaften.

Doch was ich noch nicht ahnte.....ich verbrauchte unendlich viel Energie mit diesem "verstecken".

Da fing ich an an Selbstmord zu denken.

Mir ging es immer Schlechter.

Ich schaffte den Schulabschlu nur knapp. Eine Lehre machte ich als Bürokaufmann...etwas was mich gar nicht interessierte und so schaffte ich auch hier nur knapp einen Abschluß. Die Berufsschule verließ ich ohne Abschlußzeugnis. Ich versuchte mich fast ein Jahr an der FOS....doch hier kam ich gar nicht weiter.

Ich war Volljährig und mein Leben fing ja eigentlich gerade erst an.....doch mir kam es so vor, als wäre es schon vorbei.

Wieder Selbstmordgedanken.

Ich packte es einfach nicht das Ruder herumzureißen.

Deswegen gebe ich auch niemanden die Schuld an meiner Lage und Leben.....ich habe es selbst verbockt.

Meine Großmutter starb und ich hatte Schuldgefühle (sie hatte mal gesagt, daß wir sie erst vermissen würden wenn sie Tot sei und da sei es dann zu spät).....DANKE für diese Schuldgefühle. Sie hatte es nie verziehen das ich zu meiner Mutter zog und sie alleine ließ.

Naja, das war nur ein kleiner weiterer Punkt auf meiner Liste der Dinge die mich fertig machten.

Als mein Vater starb hatte ich wieder Schuldgefühle....da ich ihn ja auch alleine gelassen hatte und ich ihm nie hatte zeigen können das ich ihn lieb hatte.......scheiße wenn man keine Gefühle zeigen kann.

Danach rutschte ich in ein richtig tiefes Loch.

Ich spielte jeden Tag eine Rolle. Jeden Morgen setzte ich mir eine Maske auf und tat so als ob alles OK wäre. Doch die Wirklichkeit sah/sieht anders aus.

Ich habe keine Freunde, lebe alleine. Gesundheitlich geht es mir jetzt auch noch mieß. Meine Mutter glaubt das alles OK sei und sie wohnt auch weit entfernt und bekommt nicht mit, wie dreckig es mir in Wirklichkeit geht.

Ich existiere nur noch und komme nicht mal mit alltäglichem klar wie aufräumen und sauber machen. Deswegen ist eine Müllkippe im Vergleich zu meiner Wohnung sauber und aufgeräumt. Ich sehe es, doch ich kann es einfach nicht ändern.

Ich versuche durch Arbeit eine Routine zu schaffen.......sie ist alles was mich noch aufrecht hält.

Doch auch hier geht nicht alles glatt. Zuerst nur als Zeitarbeiter, dann wurde ich übernommen....eigentlich ein Grund zur Freude....doch ich bekam einen befristeten Vertrag. Dann wurde ich krank und fiel immer wieder für ein paar Wochen aus. Jetzt hatte ich einen Arbeitsunfall und bin wieder krank geschrieben.....und ich habe ANGST das mein Vertrag nächstes Jahr nicht verlängert wird. Ich weiß, daß ich das nicht verkraften würde.

Ich bin ausgebrannt....restlos leer.

Ich habe mir selbst eine Frist gesetzt. Entweder ich packe es das Ruder bis Ende dieses Jahres herumzureißen oder ich gebe auf.

Was soll ich sagen...ich habe mir Mühe gegeben. Ich habe meine Schulden weitestgehend abgezahlt, habe versucht einen Job zu bekommen und in ihm zu bleiben......doch leider läuft nicht alles wie geplant.

Naja, zu sagen wäre da auch noch, daß ich seit zwei Jahren keinen Strom mehr habe (Schulden)...es aber geschafft habe die Schulden jetzt abzuzahlen. Doch es ist schwer einen neuen Anbieter zu finden der einen als Kunden nimmt und Strom liefert wenn man vorher bei einem anderen rausgeflogen ist. Und so weiter und so weiter und so weiter......

Vor einigen Jahren bin ich mit meinem Auto gegen einen Baum gebrettert.....sie haben fast zwei Stunden gebraucht um mich aus dem Wrack rauszuholen. Über vier Liter Blut habe ich verloren und der Doc meinte später in der Klinik nur, daß wenn der Notarzt nur zwei Minuten später gekommen wäre es aus gewesen wäre mit mir (die haben sogar meine Mutter angerufen als ich im Koma lag und gesagt, daß wenn sie mich noch einmal lebend sehen wollte sie sofort kommen solle, da ich die Nacht nicht überleben würde). Scheiße.......ZWEI Minuten und ich hätte es geschafft gehabt.

Doch jetzt schlepp ich mich seit dem Tag nur noch von Stunde zu stunde und verfluche die Schnelligkeit unserer Rettungskräfte.

Scheiße....soviele Menschen möchten Leben und müssen Sterben......und ich will nicht Leben und darf nicht Sterben.....der da oben ist ein Komiker.

Wie auch immer....bald läuft meine Uhr ab und ich mache mir schon seit Monaten Gedanken darüber wie ich es machen werde und wenn nicht ein Wunder geschieht werd ich es diesmal schaffen.

Ich habe einfach keine Lust mehr zu leben. Jeder Tag ist für mich einfach nur noch Scheiße. Ich habe keine Freunde. Ich habe das Alleinsein jetzt auch satt. Ich habe keine Lust mehr jeden Tag nur noch zu funktionieren bis ich Abends ins Bett falle. Ich habe Angst davor womöglich Morgen nicht mehr in der Lage zu sein meinem Leben ein Ende zu setzen und womöglich als Pflegefall dahinzusiechen.....
Ich sehe keine Ziele mehr für mich und mit jedem Tag wo ich Älter werde fällt es mir schwerer einen Sinn im Leben zu sehen.
Ich habe keine Kraft mehr mich zu verstellen und diese Maske zu tragen.
Ich habe mein Leben versaut und jetzt werd ich die Konsequenzen ziehen.

Mein Rat an alle die gerade anfangen was ähnliches durchzumachen......WARTET NICHT ZU LANGE EUER LEBEN IN DEN GRIFF ZU BEKOMMEN.
Je früher mann diesen Teufelskreis durchbricht um so eher hat man eine Chance ein Leben zu leben und nicht nur zu existieren.
ÖFFNET EUCH und setzt nicht jeden Tag eine Maske auf bis es zu spät ist.
Glaubt nicht, daß sich morgen alles von alleine zum Guten wendet....darauf habe ich jetzt fast 25 Jahre gewartet.
Wartet nicht bis eure Kraft und Energie aufgebraucht ist...nutzt sie um Euer Leben zu ändern.

Ansonsten kann ich nur sagen, daß es ein Jammer ist, daß in Deutschland so wenig Hilfe zu bekommen ist. Vor einem Jahr habe ich mich aufgerafft und versucht einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen. Leider ist das hier auf dem Land schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt zu wenig Docs und zu viele wie mich.
In eine Klinik möchte ich nicht.....ich will nicht einfach nur mit Medis zugepumpt werden damit ich am Leben bleibe....ich hätte früher Hilfe gebraucht, als es noch eine Chance für mich gab. Jetzt irgendwo ruhiggestellt dahinzusiechen ist für mich der reinste Horror.

Es tat gut mal den ganzen Mist von der Seele zu schreiben.

LG Thorsten
 

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