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Am Ende

  • Starter*in Starter*in Leah
  • Datum Start Datum Start
L

Leah

Gast
Nach außen immer die "Starke" spielen, da bin ich gut drin. Für andere da sein, mich selber vergessen, da bin ich gut drin. Den "Pausenclown geben, da bin ich gut drin.

Warum überfällt mich aber mein "Leben" heute Nacht mit aller Macht und mit aller Ohnmacht? Warum liege ich hier und bin völlig am Ende? Warum wäre ich lieber Tod als immer noch in diesem Leben gefangen?

Ich muss einfach nur aus diesem beschissenen Alptraum raus der sich "mein Leben" nennt! BITTE- ich will einfach nur hier raus!

Alleine zu feige den letzten Schritt zu gehen - frage ich gen Himmel - wann holst Du mich endlich hier raus??????
 

Hallo Leah,

schau mal hier: Am Ende. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo liebe Leah,
zuerst mal eine feste liebevolle Umarmung. Das klingt wirklich schlimm und ich glaube so wie dir, geht es vielen hier. Mir selbst ist es auch mal so gegangen und ich habe mich gefragt was eigentlich nicht richtig läuft. Denn wo immer ich mich bemühte, machte ich es dem einen Recht, während jemand anderes auf die Barrikaden ging. Es war zum Mäusemelken. Aber ich habe erkannt, dass mein "Helfersyndrom" einfach nur Fluchtverhalten war. Ich hätte selbst so dringend Hilfe gebraucht damals und es gab niemanden der das wusste oder auch nur ahnte, denn ich war ja immer die Starke. Irgendwann bekam ich ein Burn out und das setzte mich außer Gefecht. Und wie du, hatte ich Heimweh, großes Heimweh! Ich wünschte mir jeden Abend einzuschlafen und am Morgen nicht wieder aufzuwachen und ich flüchtete mich sogar in den Schlaf, damit ich nichts mehr fühlen musste.
Das war der Beginn der totalen Wandlung in meinem Leben damals, alles wurde seit damals anders. Nichts ist heute mehr so, schrecklich und traurig, wie es damals war. Trauer und Missmut, das gibts gar nicht mehr in meinem Leben. Ich wollte endlich leben und nicht mehr nur überleben. Das war meine Entscheidung und ich ging von da an, meinen Weg. Oft alleine, oft war es schwer aber ich ging immer weiter und es wurde immer schöner. Und ich traf immer wieder auf Menschen, die mir weiterhalfen ohne dass ich um Hilfe bitten musste. Sie waren einfach da und halfen mir, mit ihrem "so sein" wie sie eben waren. Ich hörte zu, was sie erzählten und zog die für mich wichtigen Informationen daraus und setzte dann in mir selbst um.
Ich machte im Freundeskreis und auch in der Familie extreme Abstriche, was wiederum auf Unverständnis stieß. Aber allmählich gewöhnten sich alle dran (es dauerte und ich verlor einige Menschen aus meinem Umfeld dabei) dass ich nicht mehr auf der Matte stehe, wenn's jemand gerade braucht. Ich war nämlich für alle so eine Art Gebrauchsgegenstand. Zur mir kamen sie immer wenn sie was wollten oder brauchten. Und ich gab.
Ich habe in den letzten Jahren gelernt, zu allererst für mich selbst dazusein, in der Form, wie ich es sonst für andere Leute war. Und heute, kann ich abwägen, wo meine Hilfe wirklich gebraucht wird und wo nicht. Und dann kann ich sie auch leisten. MEHR IST NICHT DRIN. Ich habe mich auch oft massiv abgegrenzt gegen dieses Form der Ausbeutung. Heute erkenne und sage ich klipp und klar, wenn ich mich nicht in der Lage sehen zu helfen, aus welchen Gründen auch immer. ICH SAGE AUCH MAL NEIN
Auch du solltest vielleicht ein bisschen mehr Selbstliebe entwickeln und zu allererst dir selbst ein liebevoller, umsorgender Mensch sein. Das ist wichtig, denn wenn du all deine Kraft in andere Leute steckst, dann beutest du dich regelrecht aus und für dich selbst bleibt nichts mehr übrig.
Du magst dir denken, was habe ich schon für Probleme die nur im Ansatz so wichtig sind, wie die meiner Freunde und Verwandten..........aber du hast sie und sie sind wichtiger als alles andere. Versuche dich öfter abzugrenzen und statt dessen bei dir zu bleiben.
Ich wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht.
Und überlege auch mal, an welcher Stelle du mit der "starken" Leah, vor der schwachen Leah flüchtest......... stell dich ihr und nimm sie in die Arme, das hat sie verdient!!!
Das Erwachen Leah findet in dir statt, dort ist der Himmel und dort ist Gott, der ihn dir schenkt. Horche mal hinein ganz tief in dir, da spricht er die ganze Zeit mit dir. Du warst nur zu abgelenkt um ihn hören zu können.
 
Ach liebe Leah, hey, ich reiche Dir mal die Hand...
Julie hat wunderbare Worte gefunden ...
Doch, verstehe ich Dich nur zu gut...
Den Weg den Julie vorschlägt, versuchen wir BEIDE wohl schon seit längerem...
Es ist nur so verdammt schwer, immer alleine zu gehen und vorallem wird man gerade bei diesem Weg noch einsamer....
Auch ich durfte mal hören: DU BIST DOCH STARK! Klar, nach außen hin..
aber, wie es innerlich ausschaut, weiß doch niemand und es interessiert auch niemanden. Oder, wenige...
Abstriche im Umfeld habe ich ja auch schon hinter mir; zur Genüge...
Wohl aber auch, weil ich einfach keine Kraft mehr habe...
Und, wenn man mal die Menschheit betrachtet; wofür lohnt es sich wirklich noch? Eigentlich NUR für einen selber. Weil man ja belogen, betrogen und beschissen wird...
Vertrauen? Wem sollte man wohl noch vertrauen?
Julie hat Recht, das es nur den Weg gibt, ersteinmal mit sich alleine EINS zu werden und glücklich zu werden...
Aber, die Einsamkeit in einen verfrißt einen und man denkt über den Sinn nach.
Aufstehen, arbeiten gehen und das war das Leben!
Was mich und wohl auch Dich zerfrißt ist die Menschheit um uns rum.
Schon alleine was uns passiert ist und dann zu sehen tagtäglich das es Tausenden so ergeht... Das es nur noch um Ausnutzung, Austausch etc. geht und um sonst nichts!
Aber Leah, glaube mir, es ist trotzdem nicht so einfach von der Welt zu gehen.... Du weißt, das ich mich lange genug damit beschäftigt habe...
Angst vor dem Tod ist es nicht, weil es endlich eine Erlösung des Gedanken-
karrussels wäre...

Aber, denke auch bitte, bitte an Dein Versprechen!!!

Um nicht wieder mißbraucht und verraten zu werden, gibt es nur den Weg:
mit sich alleine zu leben!

Ich drücke Dich
Belfine
 
Hallo,

Julie und Belfine - danke Euch herzlich für Eure lieben Worte! Ja Julie, ich versuche es schon so lange - jeden Tag wieder. Ich kümmere mich fast ausschließlich nur noch um mich, ich unternehme Dinge die mir gut tun, ich verbringe meine Zeit nur noch mit Menschen die mir gut tun, ich habe extrem gesiebt - gerade auch in der Familie! Diese ganzen elenden Schmarotzer, die sich immer an mich gehängt haben, weil sie selber ihr Leben nicht im Griff haben, die habe ich gnadenlos weggeschubst, weil ich selbst keine Kraft mehr habe.

Verstanden? Nein verstanden hat das keiner - aber es ist mir egal! Es gibt nur noch wenige Menschen die mir wirklich wichtig sind in meinem Leben. Und selbst wenn ich versuche es mir so schön wie nur möglich zu machen, ich höre die Stimme in mir nicht mehr. Früher einmal, da war sie mir nah, da hatte ich tief in mir drin diese Gewissheit, dass ich beschützt werde und dass ich nicht allein bin. Schon so lange vorbei, aus, weg....

ich hatte heute Nacht wirklich den TOTALEN Zusammenbruch! Habe stundenlang geheult, heute sehe ich aus wie ne lebende Leiche. Mir tuts fast schon wieder leid, dass ich meinen "Hilfeschrei" ins Forum gestellt habe, aber es tat irgendwie auch wieder gut einen Ort zu haben, wo man den ganzen Schmerz einfach mal rausbrüllen kann.

Es gibt keinen anderen Ort an dem ich es rauslassen könnte. Alle anderen würden sich an den Kopf packen wenn die wüssten wie es in mir drin aussieht! Die würden mich für komplett balla erklären. Grade ich, wo ich doch nach außen hin alles so im Griff habe und alles so perfekt läuft!

Ich hätte niemals gedacht, dass ich nochmal so sehr zurückgeworfen werden könnte. Es tut einfach nur noch weh und ich kann nicht mehr, ich schaffe es nicht mehr stark zu sein, jeden Morgen wieder aufzustehen, meine "Maske" aufzusetzen, zu lächeln, fröhlich zu sein. Innendrin bin ich tot.
 
Ach Leahlein,

es war VOLLKOMMEN richtig es hier reinzustellen...
Die, die Dich nicht verstehen, sollten EINFACH drüber weglesen...
Ich verstehe Dich auf jeden Fall...
Weißt Du, wie ich immer sage: ich atme, aber ich lebe nicht mehr...
Genauso ist es...
Das man sich innerlich tod fühlt ist der richtige Ausdruck...

Aber halt durch; am WE finden wir eine Lösung, o.k.???
Wir werden darüber reden und einen Weg finden!!!

LG
Belfine
 
liebe leah,

ich kann heute auch nicht so viel schreiben. lass dich mal gedanklich in den arm nehmen und gib deine sorgen einfach mir. ich nehm sie mit und schmeiß sie in den sondermüll.....

sg
 
Ich stimme dir vollkommen zu Belfine, natürlich war es richtig dass Leah hier mal ihren Schmerz rausgelassen hat. Ihr Zwei, ich umarme euch nochmals ganz doll.
Na klar, ich brauche euch nicht belügen, es dauerte bei mir Jahre, bis ich da ankam wo ich heute bin und natürlich noch immer nicht angekommen. Aber jeder Tag, war ein kleiner Erfolg zu verbuchen. Ein Erfolg den nur ich sehen konnte, weil ich bereit war, ihn zu sehen. Weil ich angefangen hatte mich selbst lieb zu haben. So wie meine Mutter mich hätte liebhaben sollen.
Nur für mich, alles!!!! Endlich!!! Wer hätte mir das geben sollen, wenn ich nichtmal selbst dazu bereit war?? Das war immer mein Ansatz.
Und ich habe mir nie wieder den Tod gewünscht, als Ausweg aus meiner Siutaion. Im Gegenteil, heute weiß ich dass ich lebe und mein Tod gehört dazu und ich freue mich über ihn ganz genau so wie über mein Leben, aber er ist eben kein Ausweg mehr. Und ich glaube genau dafür, dass wir das erkennen, gehen wir diesen letzten "erlösenden" Schritt eben nicht.
Etwas ist da in uns, und dieses etwas weiß es besser als unser Gedankenkarrussel. Leah, wenn du kannst bleib zuhause, nimm ein heißes Bad oder mach egal wie das Wetter ist, einen langen Spaziergang, iss was gutes, schlaf dich aus, sei für dich da.
Jeder Schritt, den du gehst für dich, der lohnt sich so unbedingt und es geht immer ein Stückchen weiter raus, aus diesem Schlammloch. Es geht.
Habt Vertrauen ihr Zwei, nicht in die Welt da draußen, sondern in euch selbst!!!
 
Hallo Leah,

die Medizin gegen deinen Schmerz hast du ja schon von Julie bekommen - besser kann man es wirklich nicht mehr machen ;-) @Julie
Auch Belfine hatte absolut Recht.

So. Aber wie um Himmels Willen konnte es nur dazu kommen?
Ich denke, dieses "für andere da sein", "die Starke oder den Pausenclown spielen", das hat dir immer ein gutes Gefühl gegeben - das Gefühl, "etwas" wert zu sein und gebraucht zu werden, hm? Und nun bist du mal selber mit den Kräften am Ende und bräuchtest jemanden, der für dich da ist...

Kann es sein, dass dir gar nicht wohl ist bei dem Gedanken, selbst auch mal Hilfe zu bekommen? Das wäre nämlich der zweite wichtige Schritt, dass du dich deshalb nicht schlecht fühlst. (der erste Schritt war: mal darauf verzichten, immer für andere da zu sein - hast du ja schon gemacht)

So weit erstmal,
Grüße - Jens
 
Stimmt schon irgendwie Julie.

Ich warte auf jemanden der mich da raus holt?! BLÖÖÖÖDSINN!!!! Nur ich selber kann mich da raus holen! Egal ob allein oder in einer Beziehung! Man kann auch in einer Beziehung allein sein - oder es kann einem schlecht gehen. Und mir würde es garantiert nicht besser gehen wenn ich jetzt noch Beziehungsstress hätte. Das würde meine Probleme nur verstärken. Vielleicht gibts genau deswegen keinen Ausweg aus meinem Gedankenkarussell.... ich soll das erst lernen, erst begreifen, dass ich selbst etwas ändern muss und nicht immer darauf warten soll, dass mein Prinz in schimmernder Rüstung kommt und mich rettet!

Boah, du hast mir echt die Augen ein Stück geöffnet heute. Das muss ich jetzt erst ma verdauen.

DANKE
 
Puh - jetzt wirds kompliziert. Jens gibt mir auch einen neuen Denkanstoß! Du kannst auch damit recht haben, dass ich mich sehr schwer tue "Hilfe" anzunehmen! Das habe ich immer so gut es ging vermieden! Ich war immer für andere da und habe mich gut dabei gefühlt - das stimmt so weit.

Aber mal zu sagen "hey, mir gehts nicht gut, ich brauch mal jemanden", das hab ich nie gelernt und das konnte ich auch noch nie so gut. Weißt Du, "Schwäche" zeigen, das ist etwas das ich mir schon seit meiner Kindheit regelrecht "versage". Das passt nicht zu mir, ich bin nicht so.... zumindest bin ich so erzogen worden. Ich muss STARK sein, ich muss alles alleine schaffen. Schon allein weil meine Mum mir nie helfen konnte - im Gegenteil, habe heute noch manchmal das Gefühl SIE ist das Kind und ich bin die Mutter. Sie ist auch eine der Personen die an mir kleben wie ne Klette und mich aussaugen wie ein Blutegel, mir meine Kraft rauben. Und ne Mutter wird man leider nicht so einfach los wie falsche Freunde....
 

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