Hallo liebe Leah,
zuerst mal eine feste liebevolle Umarmung. Das klingt wirklich schlimm und ich glaube so wie dir, geht es vielen hier. Mir selbst ist es auch mal so gegangen und ich habe mich gefragt was eigentlich nicht richtig läuft. Denn wo immer ich mich bemühte, machte ich es dem einen Recht, während jemand anderes auf die Barrikaden ging. Es war zum Mäusemelken. Aber ich habe erkannt, dass mein "Helfersyndrom" einfach nur Fluchtverhalten war. Ich hätte selbst so dringend Hilfe gebraucht damals und es gab niemanden der das wusste oder auch nur ahnte, denn ich war ja immer die Starke. Irgendwann bekam ich ein Burn out und das setzte mich außer Gefecht. Und wie du, hatte ich Heimweh, großes Heimweh! Ich wünschte mir jeden Abend einzuschlafen und am Morgen nicht wieder aufzuwachen und ich flüchtete mich sogar in den Schlaf, damit ich nichts mehr fühlen musste.
Das war der Beginn der totalen Wandlung in meinem Leben damals, alles wurde seit damals anders. Nichts ist heute mehr so, schrecklich und traurig, wie es damals war. Trauer und Missmut, das gibts gar nicht mehr in meinem Leben. Ich wollte endlich leben und nicht mehr nur überleben. Das war meine Entscheidung und ich ging von da an, meinen Weg. Oft alleine, oft war es schwer aber ich ging immer weiter und es wurde immer schöner. Und ich traf immer wieder auf Menschen, die mir weiterhalfen ohne dass ich um Hilfe bitten musste. Sie waren einfach da und halfen mir, mit ihrem "so sein" wie sie eben waren. Ich hörte zu, was sie erzählten und zog die für mich wichtigen Informationen daraus und setzte dann in mir selbst um.
Ich machte im Freundeskreis und auch in der Familie extreme Abstriche, was wiederum auf Unverständnis stieß. Aber allmählich gewöhnten sich alle dran (es dauerte und ich verlor einige Menschen aus meinem Umfeld dabei) dass ich nicht mehr auf der Matte stehe, wenn's jemand gerade braucht. Ich war nämlich für alle so eine Art Gebrauchsgegenstand. Zur mir kamen sie immer wenn sie was wollten oder brauchten. Und ich gab.
Ich habe in den letzten Jahren gelernt, zu allererst für mich selbst dazusein, in der Form, wie ich es sonst für andere Leute war. Und heute, kann ich abwägen, wo meine Hilfe wirklich gebraucht wird und wo nicht. Und dann kann ich sie auch leisten. MEHR IST NICHT DRIN. Ich habe mich auch oft massiv abgegrenzt gegen dieses Form der Ausbeutung. Heute erkenne und sage ich klipp und klar, wenn ich mich nicht in der Lage sehen zu helfen, aus welchen Gründen auch immer. ICH SAGE AUCH MAL NEIN
Auch du solltest vielleicht ein bisschen mehr Selbstliebe entwickeln und zu allererst dir selbst ein liebevoller, umsorgender Mensch sein. Das ist wichtig, denn wenn du all deine Kraft in andere Leute steckst, dann beutest du dich regelrecht aus und für dich selbst bleibt nichts mehr übrig.
Du magst dir denken, was habe ich schon für Probleme die nur im Ansatz so wichtig sind, wie die meiner Freunde und Verwandten..........aber du hast sie und sie sind wichtiger als alles andere. Versuche dich öfter abzugrenzen und statt dessen bei dir zu bleiben.
Ich wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht.
Und überlege auch mal, an welcher Stelle du mit der "starken" Leah, vor der schwachen Leah flüchtest......... stell dich ihr und nimm sie in die Arme, das hat sie verdient!!!
Das Erwachen Leah findet in dir statt, dort ist der Himmel und dort ist Gott, der ihn dir schenkt. Horche mal hinein ganz tief in dir, da spricht er die ganze Zeit mit dir. Du warst nur zu abgelenkt um ihn hören zu können.