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Am Ende

Yko

Neues Mitglied
Moin Moin
Vielen danke das ich bei euch sein darf, ich bin seit ein paar jahren Rentner wegen meinen Schweren Rheuma und Depressionen.
Natürlich habe ich meine Arbeit durch die Krankheit verloren, genau so wie meine Frau mit der ich 15 Jahre zusammen gelebt habe.
Freunde und Familie habe sich auch nach kurzer Zeit in Luft aufgelöst und Lebe nun alleine mit meinen Hund.
Jetzt habe ich aber das Problem das ich es nicht geschafft habe meinen eigen Haushalt zu führen, ja meine Wohnung ist sehr Schmutzig und naja Vermüllt (keine Lebensmittel aber viele Kartons)
Ach wenn es nur eine kleine Wohnung ist schaffe ich es nicht dem Herr zu werden und ich habe die Letzten Tage schon am liebsten aufgegeben.
Das ist mir so unangenehm das ich es nichtmal meinen Betreuer von der AWO erzählen kann, wobei mir fast klar ist das es eigendlich die beste alternative wäre. Aber ich könnte ihn danach nicht mehr unter die Augen treten weil es mir so Peinlich ist und ich mich hölisch schäme dafür.
Habe den ganzen tag Zeit und schaffe nicht mal so was leichtes

Meine große frage ist wie gehe ich jetzt richtig vor, was soll ich machen ( bitte kein Sprüche wie einfach mal Sauber machen oder sei nicht so Faul, das war schon in einen anderen Forum so)

Würde mich über Tipps freuen
Gruß Yko aka Simon
 

Hallo Yko,

schau mal hier: Am Ende. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo Simon,

ich würde fast meinen, dass das Gefühl des sich Schämens einer der Hauptfaktoren ist, die dich daran hindern, die Situation zu verbessern. Denn wahrscheinlich wäre es das Beste, wenn Du Dir von Menschen helfen lassen würdest, die dazu vorurteilsfrei in der Lage sind, und die das auch schon häufiger gemacht haben, weil es deren Job ist. Dass sich allein lebende Menschen zuhause in eine Situation von Unordnung bringen kommt ja nicht gerade selten vor. Schon deswegen solltest du dich nicht dafür schämen, sondern dir vor Augen führen, dass Du mit dem Problem nicht allein bist.

Ich könnte mir vorstellen, dass Dir Dein Betreuer da weiter helfen kann und Dir vielleicht jemanden vermitteln kann, der dir hilft? Wie würdest du ihn denn einschätzen? Denkst du, dass Dein Betreuer genügend Verständnis und Empathie mitbringt, dass Du Dich ihm anvertrauen könntest?
 
Hm, das ist wirklich keine leichte Situation.
Wenn der Antrieb, die Energie fehlt, helfen doofe Sprüche wie "sei nicht so faul", "mach mal sauber", so gar nicht.
Supergut finde ich, dass du trotzdem (!) nach Rat und Lösungen suchst!

Hast du schon versucht einen Wochenplan mit wenigen, kurzen, Tagesaufgaben zu erstellen und das jeweils abzuhaken?
Nicht vergessen, auch duschen, Wuff füttern, Gassi führen, einkaufen, sind schon Aufgaben, die du erledigst.
Keinesfalls gleich viel zusätzlich reinpacken! Was traust du dir zu?
5 Kartons nehmen und rausbringen?
Oder eine Kiste vollpacken und rausbringen?
Zusätzliche Tagesaufgabe erledigt!

Am Ende des Tages, am Ende der Woche, kannst du darüber nachdenken, was das in dir auslöst, wie du dich dann fühlst.

Der Ist-Zustand klingt auch nicht nach einer tiergerechten Umgebung. Es kann also sein, dass die Möglichkeit droht, dass dir dein Hund weggenommen werden muss, um ihn vor Verwahrlosung zu schützen.
Ist das etwas, was dich unterstützt, aktiver werden zu können? Ein, zwei kleine Zusatzaufgaben am Tag zu bewältigen?
Dann nutze das! Erledige die Aufgaben für deinen Hund, für euch beide.

Auch wenn diese kleinen Schritte nicht hex-hex die perfekte Wohnung zaubern, eine kleine, stetige Verbesserung kannst du so bestimmt erreichen.
Setze dir eine Frist von 2 Monaten? 3 Monaten? Nicht länger.
Wenn du dann halbwegs entmüllt hast, kannst du viel leichter auf deinen Betreuer zugehen.
Und wenn bis dahin keine Verbesserung möglich ist, brauchst du so zwingend Unterstützung, dass du das dann in die Hände deines Betreuers legen "musst". Dafür ist dieser da. Um dir zu helfen, dich in deinem Sinne zu unterstützen, wenn du es alleine nicht schaffst.

Fang nicht morgen an.
Fang jetzt an. Ein Blatt, ein Stift.
Ein paar Striche.

Di / Mi / Do / Fr / Sa / So

Tägliche Aufgaben rein (Essen Wuff, Wasser Wuff, Dusche, Einkauf, was du eben so machst)

Und dann heute:
Wochenplan erstellen

Kannst dann direkt abhaken!

Mittwoch: xx Kartons rausbringen

Donnerstag: ...

Wie wäre es, hier den Plan zu posten und zu schreiben, wie es klappt?

Hältst du meinen Vorschlag für einen Versuch wert?
 
Während einer Depression fehlt einem mehr oder weniger der Antrieb, irgend etwas zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hast du dich mal mit Minimalismus beschäftigt? Es ist sehr befreiend, sich von Gegenständen zu trennen, die man nicht nutzt. All das Zeug, das herumliegt und dem du keine Beachtung schenkst, ist eine Belastung. Natürlich muss man nicht gleich total radikal werden und alles aus der Wohnung schmeißen. Aber es gibt Gegenstände, die liegen tatsächlich NUR herum. Die meisten Menschen lesen ihre Bücher zum Beispiel nur ein einziges Mal in ihrem Leben, dann stapeln sie sie so lange, bis sie ein neues Bücherregal dafür kaufen müssen. Dieses Bücherregal muss immer wieder abgestaubt und aufgeräumt werden. Und wenn es voll ist, dann muss man noch eins kaufen. Meine Bücher habe ich alle weiter verschenkt. So haben diese Gegenstände wieder einen Nutzen und machen anderen Menschen freude. Und ich muss nicht abstauben.
 
Handelt es sich bei der Wohnung um betreutes Wohnen oder läuft die Betreuer-Sache völlig nebenher unabhängig von der Wohung?
Gibt ja nicht nur Betreutes Wohnen in Form von WG's, sondern auch privat oder als Paar, wo dann gelegentlich trotzdem jemand vorbeischaut wie man zurecht kommt. Grad von der AWO kenn ich das eigentlich so, aber dein Betreuer macht überhaupt keine Hausbesuche?
So schwer es auch fällt sich zu überwinden, aber ich würde das zu allererst auch mit deinem Betreuer besprechen und anerkennen, dass du derzeit überfordert bist. Dir wird mit Sicherheit nicht der Kopf abgerissen, sondern viel mehr geholfen.

Für mich klingt das alles sehr typisch nach depressionsbedingten Mangel an Antrieb, nicht nach Faulheit. Die Situation belastet dich ja selbst.
 
wow vielen dank für die ganzen Antworten und Tipps, und natürlich auch für den Zuspruch.
Ich werde natürlich auf jeden Tipp eingehen und alles beantworten, habe aber gestern und heute Nacht einige Panikattacken gehabt. Ist nichts neues, aber die letzten 3 Tagen waren echt übel nach dem ich gemerckt habe wie ich wieder Versagt habe...

Ich schreibe Später nochma sry
 
Moin Moin
Vielen danke das ich bei euch sein darf, ich bin seit ein paar jahren Rentner wegen meinen Schweren Rheuma und Depressionen.
Natürlich habe ich meine Arbeit durch die Krankheit verloren, genau so wie meine Frau mit der ich 15 Jahre zusammen gelebt habe.
Freunde und Familie habe sich auch nach kurzer Zeit in Luft aufgelöst und Lebe nun alleine mit meinen Hund.
Jetzt habe ich aber das Problem das ich es nicht geschafft habe meinen eigen Haushalt zu führen, ja meine Wohnung ist sehr Schmutzig und naja Vermüllt (keine Lebensmittel aber viele Kartons)
Ach wenn es nur eine kleine Wohnung ist schaffe ich es nicht dem Herr zu werden und ich habe die Letzten Tage schon am liebsten aufgegeben.
Das ist mir so unangenehm das ich es nichtmal meinen Betreuer von der AWO erzählen kann, wobei mir fast klar ist das es eigendlich die beste alternative wäre. Aber ich könnte ihn danach nicht mehr unter die Augen treten weil es mir so Peinlich ist und ich mich hölisch schäme dafür.
Habe den ganzen tag Zeit und schaffe nicht mal so was leichtes

Meine große frage ist wie gehe ich jetzt richtig vor, was soll ich machen ( bitte kein Sprüche wie einfach mal Sauber machen oder sei nicht so Faul, das war schon in einen anderen Forum so)

Würde mich über Tipps freuen
Gruß Yko aka Simon

Ich versuch es mal mit "zitieren" - vielleicht bekommt er dann eine Nachricht, dass sein Thread weiter besucht wird.



Hi Yko,

vermutlich geht es Dir so, wie in der letzten Zeit auch.

Dein Problem ist nicht, dass Du die Wohnung nicht hin kriegst, Dein Problem ist die Perspektive.

Da Du schon jetzt das Ende des Arbeitslebens erreicht hast, gibt es keine Anstrengung, für die es lohnt, aufzustehen.

Du musst dir in der Situation über Einkommen auch keine Gedanken mehr machen, sehr wohl aber über Ziele.

Ein Ziel - wenn Du nicht körperlich belastbar sein kannst - wäre Wissen.
Wissen kann Dich, auch über die derzeitige Situation hinaus - begehrlich machen. Danach fändest Du partner(innen), mit denen Du Dich austauschen kannst, vielleicht auch jemanden, mit dem Du zusammen bleiben möchtest.

Wenn der/die dann zu Dir kommt , bekämst Du einen unglaublichen Motivationsschub und das "Problem" würde sich in Luft auflösen!
 
Moin zusammen und nochmal vielen Dank für eure Tipps.
Nun wollte ich euch mal kurz berichten wie es in den letzten Zeit ergangen ist, und wie es nun ausschaut.

Nachdem ich hier euch um Rat gebeten habe ging es mit mir immer schlechter, ich hatte die Schlimmsten Gedanken.
Also war es so das ich erst einmal auf eine "Erholungs Kur" gehen, und dort wurde mir sehr geholfen und da kam es dann auch zur Sprache mit meinen Beteuer zur meiner Wohnungs Situation.

Er hat sehr verständnisvoll Reagiert, und nach meiner "Kur" wurde dann mit Hilfe meines Betreuers und der AWO die Wohnung wieder Wohnbar gemacht.

Nun muss natürlich dran gearbeitet werden das ich nie wieder in die Situation komme, wo ich noch nicht weiß wie es ausschauen soll.

Ich werde natütlich euch auf den Laufenden halten wenn es jemanden Interessiert.

Ich wünsche euch allen ein schönen Rest Sonntag

Gruß Simon
 

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