Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Am 1. Januar 2011...

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Mir fällt noch was ein:
Auch wenn die Menschen früher nicht aus dem Vollen schöpften, war ihnen eine Zufriedenheit und eine gewisse Gelassenheit zueigen die man heute bei keinem mehr sieht. Heute ist man gehetzt von den immer weiter steigenden Anforderungen die an einen gestellt werden und von den eigenen Begehrlichkeiten. Es geht nicht mehr nur darum nur die Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Und :
Es gab noch nie soviele psychisch "entgleiste" und verzweifelte Menschen wie heutzutage.
Außer zu der Zeit nach dem Krieg.
Das bringt mich oft zum Grübeln.
 
Wie viel Zeit bleibt uns eigentlich noch um Fragen zu stellen?
2012 soll die Welt doch angeblich untergehen. Lohnt es sich 2011 nochmal ordentlich Schulden aufzunehmen, und das Leben in vollen Zügen zu genießen? Oder ist das doch zu riskant, falls es doch noch ein Jahr 2013 und weitere gibt? Was macht ihr 2011?
 
... bricht ein neues Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts an.

Wie würdet Ihr die zuendegehende erste Dekade charakterisieren?

Was unterscheidet die Gesellschaft der 2000er Jahre von jener der 1990er, 1980er, etc. - welche Meilensteine, welche besonderen Ereignisse machen sie aus? Was hat sie erreicht? An was werdet Ihr Euch noch erinnern, wenn junge Menschen Euch in vielen, vielen Jahren einmal fragen:

Wie war das damals, in den 2000er Jahren?


Die 2000er Jahre sind für mich geprägt vom 09/11, der Terrorismushysterie, der zunehmenden totalen Überwachung (von der Rasterfahndung über biometrische Ausweise bis hin zur Einführung von Chiplesegeräten auf Bussen und Bahnen), der Wiederkehr von dauerhafter Massenarbeitslosigkeit, der gesellschaftlichen Entsolidarisierung namens "HartzIV", der Unterdrückung von Meinungsfreiheit im Namen der "politischen Korrektheit" (Beispiele: Elmar Hörig, Martin Walser, Eva Hermann, ...), mit dem Ziel, eine feige Einheitsmeinung durchzusetzen bzw. den "kritischen Bürger" mundtot zu machen, um selbst "störungsfrei" weiter agieren zu können.

Sie sind für mich auch geprägt von einem gesellschaftlichen Identitätsverlust, zum einen durch die zunehmende EU-Vernormung (in Wien mussten z.B. alteingesessene Heurigenlokale schließen, nachdem sie EU-Bestimmungen nicht erfüllten), durch allgemeine Rauchverbote, durch die Tatsache, daß wir uns nicht mehr über unsere deutsche Ethnie, sondern über - ja was eigentlich? - als Deutsche definieren (ich frage mich wirklich, wie ein Deutscher mit Migrationshintergrund das tut, vor allem, wenn es mal zum Verteidigungsfall kommen sollte).

Während die 1980er Jahre für mich die letzten wirklich freien und glücklichen waren, bleiben die 1990er für mich die Zeit der ersten massiven gesellschaftlichen Tabubrüche und die 2000er jene von deren endgültiger, brutaler Umsetzung, mit dem Resultat einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entsolidarisierung, die denn auch den Boden bereitet für die in leider nicht mehr allzu ferner Zukunft anstehenden bürgerkriegsähnlichen Zustände.

Zwar glaube ich nicht, daß die Geschichte sich exakt so wiederholen wird, wie in den 1920er und 1930er Jahren, schließlich hat kein dritter Weltkrieg stattgefunden. Aber Parallelen gibt es sehr wohl, vor allem was die Verzweiflung und Orientierungslosigkeit vieler Menschen betrifft, in diesem von Seilschaften, Lobbies und zweitklassigen Schwätzern gesteuerten Land. Allmählich sind Frust und Aufnahmebereitschaft groß genug, um Demagogen von links oder rechts ein relativ leichtes Spiel zu bieten. Sieht man ja auch am starken Rückhalt der FPÖ in unserem Nachbarland Österreich.

Geprägt sind die 2000er auch vom Scheitern der EU-Verfassung am - endlich mal offensichtlich gewordenen - Willen einzelner Bevölkerungen, von der Euro-Einführung mitsamt der damit einhergehenden dramatischen Preissteigerungen und seinem nun wohl drohenden Scheitern, das sich u.a. in einem enormen Kursanstieg des Schweizer Franken, in steigenen Goldpreisen und neuerdings auch in erhöhter Nachfrage nach Immobilien zeigt.Wer noch Vermögen hat, versucht es ins non-EURO-Land zu retten, etwa durch Kauf von Ferienimmobilien in Skandinavien, durch Eröffnung eines Schweizer Bankkontos oder indem es einfach für privaten Konsum (z.B. teure Fernreisen, Hausrat, etc.) lieber rasch noch verballert wird, als es wie bei Großvater binnen weniger Tage kaputtgehen zu lassen.

Ach, da fällt mir noch ein: Geprägt sind die 2000er auch von der Abschaffung der Hausfrauenehe, denn dank der jüngsten Scheidungsreformen braucht ein Mann ja nur noch "neue" Kinder mit seiner nächsten Ehefrau zu zeugen und schon hat die "Erstfrau" mit ihrem eigenen Unterhalt das Nachsehen. Nimmt man hinzu, wieviele Ehefrauen ab 40 gegen eine jüngere Partnerin ausgetauscht werden und daß dies in der Öffentlichkeit inzwischen auch reibungslos akzeptiert wird (s. unseren letzten Bundeskanzler), kann man es eigentlich nur noch als hoffnungslos naiv bezeichnen, wenn jemand dennoch einen solchen Blankoscheck noch unterschreibt.

Abgeschafft wurde - qua Einführung der sogenannten "Homoehe" auch das Recht von Kindern, mit männlichen und weiblichen Eltern aufzuwachsen und eine entsprechend natürliche Prägung ins weitere Leben mitnehmen zu dürfen. Zwar betrifft dies nur einen winzigen Teil der Bevölkerung, so daß sich die Auswirkungen praktisch wohl in Grenzen halten dürften (inwieweit sie überhaupt negativer Natur sind, bleibt abzuwarten), aber die Richtung zeigt eindeutig weg vom Prinzip, daß nur Beziehungen, aus denen natürlich gezeugte Kinder hervorgehen, unter den besonderen Schutz der Gesellschaft zu stellen sind, wie es in der Verfassung einst vorgesehen wurde.

Es gäbe noch mehr zu sagen, aber das führt zu weit.

Fazit: Die 2000er sind für mich ein Jahrzehnt, das ich lieber nicht erlebt hätte. Manchmal wünschte ich, ich wäre in den 1980ern eingeschlafen und nie wieder aufgewacht. Für mich ist diese ganze Entwicklung ein Alptraum, aber ich stehe ihr mehr oder weniger fassungslos gegenüber und habe leider auch keine Idee, wie man sie stoppen kann. Privat versuche ich mir Enklaven zu schaffen und mich dieser Welt zu entziehen, soweit es irgendwie geht. Zum Glück habe ich gute äußere Voraussetzungen dafür, so daß ich mir einiges ersparen kann - noch. Aber ich verschließe meine Augen nicht davor und mir ist klar, daß es vor allem im Alter einmal sehr, sehr schwierig für mich wird, wenn die wenigen guten Freunde erst mal vor mir verstorben oder weggezogen sind. Ich hoffe, daß Dignitas oder Exit dieses Problem lösen helfen werden.
 
Fazit: Die 2000er sind für mich ein Jahrzehnt, das ich lieber nicht erlebt hätte. Manchmal wünschte ich, ich wäre in den 1980ern eingeschlafen und nie wieder aufgewacht. Für mich ist diese ganze Entwicklung ein Alptraum, aber ich stehe ihr mehr oder weniger fassungslos gegenüber und habe leider auch keine Idee, wie man sie stoppen kann. Privat versuche ich mir Enklaven zu schaffen und mich dieser Welt zu entziehen, soweit es irgendwie geht.



Ergänzend zu Deinen Punkten - die ich allesamt unterschreibe - möchte ich noch hinzufügen, daß die Ökonomisierung des Privaten in den 2000ern ihre Vollendung gefunden hat. Die Gier bringt Menschen mittlerweile dazu, sogar aus ihrer Freizeit ein Maximum an Vergnügen bzw. Erholung herausholen zu wollen. Hinzu kommt, daß Kommunikationsmittel wie Anrufbeantworter, Displayanzeige, Handy und Email es ermöglichen, der Nähe auszuweichen, ohne sich erklären zu müssen bzw. dem Gegenüber dabei direkt ins Auge zu sehen. Resultat: Längerfristige, feste Verabredungen sind die Ausnahme, stattdessen will sich kaum noch jemand festlegen und im Endeffekt klappt dann häufig gar nichts mehr.

In den vergangenen 2-3 Jahren sind mir eine Menge Menschen begegnet, die sogar meinten, gar keine Freunde zu brauchen - sie schließen sich lieber 2-3 losen "Freizeitgruppen" an, gehen mal hier, mal dort zum Stammtisch, zum Wandern, in die Ausstellung, mit mal diesem, mal jenem "Freizeitpartner". Aber bitte immer nur auf Abruf, bitte immer nur spontan und bitte immer nur exakt zu ihren Bedingungen.

Regelmässige Treffen kommen so nicht zustande und Nähe gar nicht erst auf. Man kommt über die Small-Talk-Ebene nicht hinaus.

Viele Menschen können auch gar keine Nähe mehr vertragen und hängen nur noch vor dem PC, verlinken sich mit anderen über Social Networks und kommunizieren weitgehend über Blogeinträge, Twittermitteilungen u.ä. - also weitgehend ohne Aussicht auf ein lebendiges Feedback.

Zwar gibt es noch immer ordentliche Internetforen, aber wenn ich an die gute alte CompuServe-Zeit zurückdenke, bekomme ich feuchte Augen. Deren Niveau ist bis heute unerreicht, so wie ich auch den Offline-Readern hinterhertrauere, mit denen ganze Forendiskussionen geführt und gespeichert werden konnten. Alles ist bunter, oberflächlicher, mainstreamish geworden.

Ja! Wir sind endlich amerikanisiert.

Und es fühlt sich grauenhaft an, jeden verdammten Tag.
 
Die 2000er werden mir noch lange als das Jahrzehnt in schlechter Erinnerung bleiben, in dem es salonfähig wurde, sogar Lebenspartnerschaften einfach per SMS oder Email zu beenden.
 
Die Menschheit ansich war schon immer "S****".
Wir sind eben Tiere und da setzt sich über kurz oder lang eben der
Stärkere durch.Natürlich gibt es auch Menschen die so etwas wie Respekt oder auch Achtung anderen entgegenbringen, aber dieser
Personenkreis ist meiner Ehrfahrung nach nicht besonders gross sondern eher recht übersichtlich.
Was mir aufgefallen ist im gegensatz zu den 80er oder 90er Jahren
ist die immer grösser werdende Verachtung.Ich meine damit, dass es heute nicht mehr langt jemanden ein Bein zu stellen......nein danach muss man sich hinstellen und den Gefallenen auch noch
auslachen.
Tut mir leid für uns alle...aber der mensch ist mit Abstand das bösartigste und wiederlichste Tier welches diesn Planeten einmal besiedelt hat.
 
Die Menschheit ansich war schon immer "S****".
Wir sind eben Tiere und da setzt sich über kurz oder lang eben der
Stärkere durch.Natürlich gibt es auch Menschen die so etwas wie Respekt oder auch Achtung anderen entgegenbringen, aber dieser
Personenkreis ist meiner Ehrfahrung nach nicht besonders gross sondern eher recht übersichtlich.
Was mir aufgefallen ist im gegensatz zu den 80er oder 90er Jahren
ist die immer grösser werdende Verachtung.Ich meine damit, dass es heute nicht mehr langt jemanden ein Bein zu stellen......nein danach muss man sich hinstellen und den Gefallenen auch noch
auslachen.
Tut mir leid für uns alle...aber der mensch ist mit Abstand das bösartigste und wiederlichste Tier welches diesn Planeten einmal besiedelt hat.


Menschen sind keine Tiere.

Allerdings sind wir nicht nur verstand- sondern auch instinktgesteuert. Der eine mehr, der andere weniger.

Sehr viele Menschen sind friedlich und genügsam. Leider reicht es, wenn schon nur 10-20% rücksichtslos alles für sich allein beanspruchen.

Und das tun sie.
 
Allmählich sind Frust und Aufnahmebereitschaft groß genug, um Demagogen von links oder rechts ein relativ leichtes Spiel zu bieten. Sieht man ja auch am starken Rückhalt der FPÖ in unserem Nachbarland Österreich.

Gast,

bis Österreich mußt gar nicht gucken...

schau mal hier!
 
Menschen sind keine Tiere.

Allerdings sind wir nicht nur verstand- sondern auch instinktgesteuert. Der eine mehr, der andere weniger.

Sehr viele Menschen sind friedlich und genügsam. Leider reicht es, wenn schon nur 10-20% rücksichtslos alles für sich allein beanspruchen.

Und das tun sie.


10 - 20 Prozent ????? guter Scherz
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben