... bricht ein neues Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts an.
Wie würdet Ihr die zuendegehende erste Dekade charakterisieren?
Was unterscheidet die Gesellschaft der 2000er Jahre von jener der 1990er, 1980er, etc. - welche Meilensteine, welche besonderen Ereignisse machen sie aus? Was hat sie erreicht? An was werdet Ihr Euch noch erinnern, wenn junge Menschen Euch in vielen, vielen Jahren einmal fragen:
Wie war das damals, in den 2000er Jahren?
Die 2000er Jahre sind für mich geprägt vom 09/11, der Terrorismushysterie, der zunehmenden totalen Überwachung (von der Rasterfahndung über biometrische Ausweise bis hin zur Einführung von Chiplesegeräten auf Bussen und Bahnen), der Wiederkehr von dauerhafter Massenarbeitslosigkeit, der gesellschaftlichen Entsolidarisierung namens "HartzIV", der Unterdrückung von Meinungsfreiheit im Namen der "politischen Korrektheit" (Beispiele: Elmar Hörig, Martin Walser, Eva Hermann, ...), mit dem Ziel, eine feige Einheitsmeinung durchzusetzen bzw. den "kritischen Bürger" mundtot zu machen, um selbst "störungsfrei" weiter agieren zu können.
Sie sind für mich auch geprägt von einem gesellschaftlichen Identitätsverlust, zum einen durch die zunehmende EU-Vernormung (in Wien mussten z.B. alteingesessene Heurigenlokale schließen, nachdem sie EU-Bestimmungen nicht erfüllten), durch allgemeine Rauchverbote, durch die Tatsache, daß wir uns nicht mehr über unsere deutsche Ethnie, sondern über - ja was eigentlich? - als Deutsche definieren (ich frage mich wirklich, wie ein Deutscher mit Migrationshintergrund das tut, vor allem, wenn es mal zum Verteidigungsfall kommen sollte).
Während die 1980er Jahre für mich die letzten wirklich freien und glücklichen waren, bleiben die 1990er für mich die Zeit der ersten massiven gesellschaftlichen Tabubrüche und die 2000er jene von deren endgültiger, brutaler Umsetzung, mit dem Resultat einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entsolidarisierung, die denn auch den Boden bereitet für die in leider nicht mehr allzu ferner Zukunft anstehenden bürgerkriegsähnlichen Zustände.
Zwar glaube ich nicht, daß die Geschichte sich exakt so wiederholen wird, wie in den 1920er und 1930er Jahren, schließlich hat kein dritter Weltkrieg stattgefunden. Aber Parallelen gibt es sehr wohl, vor allem was die Verzweiflung und Orientierungslosigkeit vieler Menschen betrifft, in diesem von Seilschaften, Lobbies und zweitklassigen Schwätzern gesteuerten Land. Allmählich sind Frust und Aufnahmebereitschaft groß genug, um Demagogen von links oder rechts ein relativ leichtes Spiel zu bieten. Sieht man ja auch am starken Rückhalt der FPÖ in unserem Nachbarland Österreich.
Geprägt sind die 2000er auch vom Scheitern der EU-Verfassung am - endlich mal offensichtlich gewordenen - Willen einzelner Bevölkerungen, von der Euro-Einführung mitsamt der damit einhergehenden dramatischen Preissteigerungen und seinem nun wohl drohenden Scheitern, das sich u.a. in einem enormen Kursanstieg des Schweizer Franken, in steigenen Goldpreisen und neuerdings auch in erhöhter Nachfrage nach Immobilien zeigt.Wer noch Vermögen hat, versucht es ins non-EURO-Land zu retten, etwa durch Kauf von Ferienimmobilien in Skandinavien, durch Eröffnung eines Schweizer Bankkontos oder indem es einfach für privaten Konsum (z.B. teure Fernreisen, Hausrat, etc.) lieber rasch noch verballert wird, als es wie bei Großvater binnen weniger Tage kaputtgehen zu lassen.
Ach, da fällt mir noch ein: Geprägt sind die 2000er auch von der Abschaffung der Hausfrauenehe, denn dank der jüngsten Scheidungsreformen braucht ein Mann ja nur noch "neue" Kinder mit seiner nächsten Ehefrau zu zeugen und schon hat die "Erstfrau" mit ihrem eigenen Unterhalt das Nachsehen. Nimmt man hinzu, wieviele Ehefrauen ab 40 gegen eine jüngere Partnerin ausgetauscht werden und daß dies in der Öffentlichkeit inzwischen auch reibungslos akzeptiert wird (s. unseren letzten Bundeskanzler), kann man es eigentlich nur noch als hoffnungslos naiv bezeichnen, wenn jemand dennoch einen solchen Blankoscheck noch unterschreibt.
Abgeschafft wurde - qua Einführung der sogenannten "Homoehe" auch das Recht von Kindern, mit männlichen und weiblichen Eltern aufzuwachsen und eine entsprechend natürliche Prägung ins weitere Leben mitnehmen zu dürfen. Zwar betrifft dies nur einen winzigen Teil der Bevölkerung, so daß sich die Auswirkungen praktisch wohl in Grenzen halten dürften (inwieweit sie überhaupt negativer Natur sind, bleibt abzuwarten), aber die Richtung zeigt eindeutig weg vom Prinzip, daß nur Beziehungen, aus denen natürlich gezeugte Kinder hervorgehen, unter den besonderen Schutz der Gesellschaft zu stellen sind, wie es in der Verfassung einst vorgesehen wurde.
Es gäbe noch mehr zu sagen, aber das führt zu weit.
Fazit: Die 2000er sind für mich ein Jahrzehnt, das ich lieber nicht erlebt hätte. Manchmal wünschte ich, ich wäre in den 1980ern eingeschlafen und nie wieder aufgewacht. Für mich ist diese ganze Entwicklung ein Alptraum, aber ich stehe ihr mehr oder weniger fassungslos gegenüber und habe leider auch keine Idee, wie man sie stoppen kann. Privat versuche ich mir Enklaven zu schaffen und mich dieser Welt zu entziehen, soweit es irgendwie geht. Zum Glück habe ich gute äußere Voraussetzungen dafür, so daß ich mir einiges ersparen kann - noch. Aber ich verschließe meine Augen nicht davor und mir ist klar, daß es vor allem im Alter einmal sehr, sehr schwierig für mich wird, wenn die wenigen guten Freunde erst mal vor mir verstorben oder weggezogen sind. Ich hoffe, daß Dignitas oder Exit dieses Problem lösen helfen werden.