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Altersvorsorgedepot (AVD)

Es geht darum, Geld in die Kapitalmärkte zu schieben. Und weil sich neuerdings jeder für den nächsten Warren Buffet hält, kann man die Leute eben gut an der Nase herumführen. Dass noch Steuergeld oben drauf gelegt wird, macht es nicht besser. Und wenn nach 20 Jahren die Kohle halbiert ist, kann man sagen: "Naja, du konntest ja selbst entscheiden. Hättest du halt auf andere Werte setzen müssen." Das ist lobbygetriebener Murks.
Sehe ich nicht so.
Riester war Lobby Arbeit, weil man den Banken erlaubt hat dicke Gebühren zu kassieren.

Das AVD ist eher eine staatlich geförderte Alternative zu einem privaten Aktien ETF Depot, welches Viele (ich auch) bereits haben. Menschen, die wissen, dass ein breit gestreute Aktien ETFs historische Renditen von 7% haben und das sehr kalkulierbar sicher.
Dass sich "die Kohle in 20 Jahren halbiert" ist keine haltbare These. Bereits ab einer Haltedauer von 10 Jahren, gab es im MSCI World noch nie einen Zeitraum mit Verlust. Und das AVD ist auf viele Jahrzehnte aufgebaut.

Dennoch finde ich deinen Beitrag gut, denn es zeigt, dass es halt viel Skepsis gegenüber den Kapitalmärkten gibt. Und diese Skepsis ist aus Erfahrung heraus gewachsen und nachvollziehbar. Nur heißt das in meinem Augen nicht, dass damit jedes Produkt wie das AVD automatisch schlecht ist.
Ich fürchte allerdings, dass diese Skepsis dafür sorgt, das nur die in das AVD einzahlen werden, die eh schon am Kapitalmarkt aktiv sind.
 
Menschen, die wissen, dass ein breit gestreute Aktien ETFs historische Renditen von 7% haben und das sehr kalkulierbar sicher.
Wie gesagt, hatten wir alles schon bei Riester. Der Staat könne nicht wirtschaften, die Beiträge könnten gering bleiben, "die Märkte" könnten bis zu 10 % Rendite erwirtschaften, hieß es damals. Was ist von übrig geblieben? Nichts.
Und wir werden auch sehen, was vom ETF-Hype übrig bleibt, wenn in ein paar Jahren die Anleger in den Ruhestand gehen und im großen Stil ihre Anlagen monetarisieren.
 
Wie gesagt, hatten wir alles schon bei Riester. Der Staat könne nicht wirtschaften, die Beiträge könnten gering bleiben, "die Märkte" könnten bis zu 10 % Rendite erwirtschaften, hieß es damals. Was ist von übrig geblieben? Nichts.
Nein das hatten wir nicht bei Riester.
Riester war als Garantieprodukt aufgebaut. Beiträge in einem Riestervertrag flossen eben nicht in "die Märkte" sondern in schlechte verzinste Garantieprodukte.
Und wir werden auch sehen, was vom ETF-Hype übrig bleibt, wenn in ein paar Jahren die Anleger in den Ruhestand gehen und im großen Stil ihre Anlagen monetarisieren.
An der These, dass der Renteneintritt der Babyboomer („Demografischer Wandel“) zu einem kollabierenden ETF- und Aktienmarkt führen könnte, ist bei genauerer Betrachtung theoretisch und praktisch wenig dran. Die Befürchtung übersieht wesentliche Mechanismen des globalen Finanzsystems.

1. Verkäufe geschehen schleichend, nicht auf einen Schlag: Anleger verkaufen mit 65 oder 67 Jahren nicht über Nacht ihr gesamtes Portfolio. Die Entnahmephase erstreckt sich über 20 bis 30 Jahre. In der Praxis werden meist nur 3 bis 4 % des Kapitals pro Jahr liquidausgezahlt, während der verbleibende Großteil im Markt investiert bleibt und weiter erwirtschaftet.

2. Globale Entkopplung der Märkte: Sollten in einzelnen Ländern (wie Deutschland) altersbedingt mehr Anteile verkauft als gekauft werden, wirkt das global kaum nach. Breit gestreute ETFs (wie MSCI World oder FTSE All-World) investieren in globale Märkte. Der demografische Wandel verläuft weltweit zeitversetzt, und schwellende Mittelschichten in anderen Regionen treten zeitgleich als neue Käufer an die Kapitalmärkte.

3. Institutionelles Kapital dominiert das Volumen: Der Großteil des weltweit in ETFs und Aktien investierten Kapitals stammt nicht von privaten Kleinanlegern, sondern von institutionellen Investoren (Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, Banken). Diese schichten Portfolios zwar um, lösen aber keine panikartigen Liquidationswellen aus.

4. Die Funktion von ETFs ist passiv: ETFs sind lediglich Hüllen. Der Preis eines ETFs richtet sich nach dem Marktwert der enthaltenen Unternehmensaktien. Wenn Aktionäre Anteile verkaufen, wird dieser Angebotsschub von den Fundamentaldaten der Unternehmen abgefedert: Generieren diese weiterhin Gewinne und Cashflows, finden sich Käufer oder die Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück.

Der Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand erzeugt keinen strukturellen Marktcrash bei ETFs.

Überhaupt: Es geht um Unternehmen. Ich würde 10 mal eher auf globale Finanzmärkte wetten als auf irgendeine andere Anlage, sei es das Tagesgeldkonto oder eine Staatsanleihe. Ich weiß nicht ob es meine Bank oder Deutschland noch in 50 Jahren gibt; aber dass es so etwas wie eine Weltwirtschaft noch gibt, ist vergleichsweise sicher. ETFs sind in Bezug auf Rente die meines Ermessens sichersten Anlage.
 
Nein das hatten wir nicht bei Riester.
Riester war als Garantieprodukt aufgebaut. Beiträge in einem Riestervertrag flossen eben nicht in "die Märkte" sondern in schlechte verzinste Garantieprodukte.

An der These, dass der Renteneintritt der Babyboomer („Demografischer Wandel“) zu einem kollabierenden ETF- und Aktienmarkt führen könnte, ist bei genauerer Betrachtung theoretisch und praktisch wenig dran. Die Befürchtung übersieht wesentliche Mechanismen des globalen Finanzsystems.

1. Verkäufe geschehen schleichend, nicht auf einen Schlag: Anleger verkaufen mit 65 oder 67 Jahren nicht über Nacht ihr gesamtes Portfolio. Die Entnahmephase erstreckt sich über 20 bis 30 Jahre. In der Praxis werden meist nur 3 bis 4 % des Kapitals pro Jahr liquidausgezahlt, während der verbleibende Großteil im Markt investiert bleibt und weiter erwirtschaftet.

2. Globale Entkopplung der Märkte: Sollten in einzelnen Ländern (wie Deutschland) altersbedingt mehr Anteile verkauft als gekauft werden, wirkt das global kaum nach. Breit gestreute ETFs (wie MSCI World oder FTSE All-World) investieren in globale Märkte. Der demografische Wandel verläuft weltweit zeitversetzt, und schwellende Mittelschichten in anderen Regionen treten zeitgleich als neue Käufer an die Kapitalmärkte.

3. Institutionelles Kapital dominiert das Volumen: Der Großteil des weltweit in ETFs und Aktien investierten Kapitals stammt nicht von privaten Kleinanlegern, sondern von institutionellen Investoren (Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, Banken). Diese schichten Portfolios zwar um, lösen aber keine panikartigen Liquidationswellen aus.

4. Die Funktion von ETFs ist passiv: ETFs sind lediglich Hüllen. Der Preis eines ETFs richtet sich nach dem Marktwert der enthaltenen Unternehmensaktien. Wenn Aktionäre Anteile verkaufen, wird dieser Angebotsschub von den Fundamentaldaten der Unternehmen abgefedert: Generieren diese weiterhin Gewinne und Cashflows, finden sich Käufer oder die Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück.

Der Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand erzeugt keinen strukturellen Marktcrash bei ETFs.

Überhaupt: Es geht um Unternehmen. Ich würde 10 mal eher auf globale Finanzmärkte wetten als auf irgendeine andere Anlage, sei es das Tagesgeldkonto oder eine Staatsanleihe. Ich weiß nicht ob es meine Bank oder Deutschland noch in 50 Jahren gibt; aber dass es so etwas wie eine Weltwirtschaft noch gibt, ist vergleichsweise sicher. ETFs sind in Bezug auf Rente die meines Ermessens sichersten Anlage.
Dann investiere doch in diese Anlagen. Warum nicht?
Darum musst Du doch niemand anderen überzeugen das auch zu tun?

Ich bin da raus und werde und will nicht überzeugt werden.
 

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