Ich bin folgender Meinung:
Nicht der Altersunterschied spielt die Rolle, sondern die Altersklasse. Und da sehe ich im Moment bezüglich der Festigung der Persönlichkeit grosse Bedenken.
Ich wohne nun schon seit 12 Jahren mit Studenten zusammen und habe bereits so oft erhebliche Kehrtwenden oder Entwicklungen im Alter zwischen 20 und etwa 27 Jahren mitbekommen, dass ich bei Heranwachsenden sehr genau hinsehen würde, ehe ich überhaupt darüber nachdenke, mich ihnen zu nähern.
Man kann diese Entwicklung auch nicht an der Ausbildung festmachen, die ja zwangsläufig in dem Alter statt findet, so dass sich danach eine Neuorientierung - auch ortsabhängig abspielt, die "länger" halten soll.
Im Allgemeinen habe ich allerdings folgende Dinge festgestellt.
Es gibt in meinem Bekanntenkreis zwei junge Frauen Anfang 20; man könnte sagen, dass sie von der Strasse kommen.
Sprich beide mit 14 zu hause weg, dann selbst durchgekämpft. Beide haben erhebliche Probleme (gehabt), beide schätze ich aber gerade wegen ihrer vielfältigen, auch negativen Erfahrungen, enorm, und bewundere sie dafür, dass sie Entscheidungen treffen, und: dann dazu stehen! Beide sind ausserordentlich diplomatisch, und gefällt ihnen etwas wichtiges nicht, so lassen sie es mich wissen, sprechen es aber nicht aus. Zumindest so lange nicht, bis ich punktgenau nachfrage. Sie verletzen nicht.
Ähnliches gilt für Leute, die Auslandaufenthalte hatten und sich einfach mal so wo anders durchbeissen müssen.
Oder als Ausländer auch hier. Aktuell habe ich zB eine 22 jährige Iranerin als Mitbewohnerin,erst knapp 2 Jahre in D, die schlanke 6000 km von zu hause weg eine Ausbildung hier in D macht. Das muss man mal bringen. Sie ist zurück haltend aber lustig.
Eine andere Ex-MB'in ist jetzt 27, kommt aus einem russischen Nachfolgestaat und hat nach ihrem Studium versucht, eine Beziehung aufzubauen, die nicht gelang. Mich gibt es in ihrem Leben noch. Allerdings hat sie sich von der Beziehungssuche vollkommen abgewendet und ist dabei, sich selbst zu finden. Ehrlich gesagt tut es mir etwas weh, da ich sie doch ziemlich mag aber nichts tun kann.
Insgesamt, also an deiner Stelle, würde ich sowieso Schönheit nicht überbewerten, da junge Frauen eigentlich immer schön sind (was sollen sie denn sonst sein?) aber dass es dann auch welche gibt, die versuchen, sich darüber zu definieren. Man darf sich fragen wie sie sich in 10 Jahren erleben.
Ich würde aber auch jugendliche Leichtigkeit nicht über bewerten, da ab 20 der ernst des Lebens erst anfängt und sich danach zeigt, wer dem gewachsen ist.
Sinnigerweise sucht man sich, wenn man möchte, eine Frau, die bereits ihre Erfahrungen gemacht hat und weiss, worum es geht, die dann nicht gleich davon läuft. Aber auch keine übrig gebliebene, die nie Entscheidungen getroffen hat und deswegen allzu gerne zu haben sein will, um sich führen zu lassen.