Hallo Blutengel,
Therapie ist ein Analysewerkzeug..dort lernt man Selbstbeobachtung etc...alles sehr wichtige Dinge...
Kein Ersatz, sondern zusätzliches Bewußtseins- und Selbstbewusstseinstraining können u.a. sein: Philosophieseminare oder Psychologieseminare an Universitäten..
Meditation, Kampfsport etc.
Wieso eigentlich Schiss vor einer Therapie, also Analyse?...das mag jetzt krass wirken, aber meiner Ansicht nach ist ohnehin nur jemand, der sich mal offen in sein Innerstes schauen ließ überhaupt erst ein Mensch...wozu ist man sonst Mensch unter Menschen und wozu hat man den sonst seinen Verstand? Wenn ihn nicht zu schärfen für wichtige Dinge wie Reflexion z.B..reflektieren bedeutet in sich hineinschauen und sein Handeln möglichst realistisch beurteilen können, Abstand zu sich selber gewinnen mittels bestimmter Denktechniken etc.
Therapie ist da ein Funktionsbeschleuniger..d.h. hilft einem rasch und effizient auf die Sprünge, wenn man mal Probleme hat.
In Amiland haut sich jeder Ottonormalbürger ständig auf ne Psychocouch und quatscht mit seinem Therapeuten..dabei gewinnt man neue Einsichten und Ansichten und hie und da mal nen guten Tipp einige Dinge anders und besser zu machen...so why not?
Grad bei Mißbrauch, dass ein echtes Hammertrauma darstellt sollte man nicht fackeln und in die Vollen gehen finde ich...kann nur nützen. Ohne anständige Traumatherapie kröxt man an sich oft nur halbherzig weiter durchs Leben..ohne tiefergehende Auseinandersetzung damit ist man weiterhin stark gefährdet..denn man hängt irgendwo immer noch zu sehr unreflektiert in schrägem Opferdenken und unzutreffenden Ansichten über sich selber fest, Ansichten die eher vom Denken des Täters und den negativen Vorerfahrungen geprägt wurden und keine eigenen Gedanken sind...hier ist ne Menge Analyse = Bewusstseins-Arbeit notwendig um da mal zu gucken sich genügend weit abzugrenzen, damit man sein eigenes ICH aufbauen kann.
Kneulchen hat's gut beschrieben und zu ihren Ausführungen muss ich anfügen: nur für sich alleine hinzuprötteln bringt oft nicht weiter..wichtig ist offener Gedankenaustausch mit anderen Menschen...damit man mal andere Perspektiven und Sichtweisen entdeckt. Ich glaube, dass eine Eigentherapie nur extrem selten funktioniert und auch nur dann wenn der Betreffende sich sozusagen selber zum Psychologen schult, ne Menge liest über Verhaltensbiologie und Psychologie und Logik und Anthropologie und Sachberichte und psychologische Berichte zum Thema Mißbrauch etc...das ist alles extrem mühsam..besser ist ne Kombi: ein bissel lesen und gucken, ein bissel Praxishandeln per Kampfsport z.B + Therapie. Ein kleiner, aber niemals so schnell wirkender oder effizienter Ersatz für eine Therapie wäre ggf. wenn du wie ich und meine Schwester anstatt offen mit Therpeuten offen über ALLES bis in die schäbigsten Details zu reden, dasselbe in deinem Umfeld, mit Eltern oder Freunden tust...aber glaube mir: oft fällt es wesentlich leichter einige Dinge erstmal mit einem neutralen Unbekannten sprich z.B Therapeuten zu bereden.....beim Therapeuten lernt man die Dinge beim Namen zu nennen und übt sich in Offenheit..dann fällt es danach auch leichter im normalen Lebensumfeld offener zu werden..ist alles reine Übungssache und Sache des normalen Selbstbewusstseins.
Gruß
Tyra