Liebe Leute, aber doch bitte erst nachdenken und dann hier schreiben.
Ein Studierender mit (Fach)Abi-Schnitt von 2,6 überlebt kein Studium?? Das ist mehr als unrealistisch, um nicht zu sagen totaler Unsinn. Ich weiß ja nicht so recht in welchen elitären Hochschuleinrichtungen meine Vorredner ihr Wissen erweitern durften, aber so gab es beispielsweise in meinem Studiengang kaum jemanden mit einem besseren Abi-Schnitt von 2,0. Und trotz dieser Schmach haben diese Leute ohne größere Probleme ihren Abschluss geschafft. Und das ist der absolute Normalzustand in sehr vielen Studienfächern. Wer das in Frage stellt, kann sich ja gerne mal auf den Homepages diverser Hochschulen vergnügen und sich die Zulassungstabellen der letzten Jahre anschauen. Da tauchen nicht nur 1er-Kanditaten auf. Auch Mitmenschen mit 3er-Abi werden zugelassen. Und ich wette meinen Bachelor darauf, dass diese mit Sicherheit nicht von der Uni fliegen, weil ihre Leistungen zu wünschen übrig lassen.
Und bevor dieser Thread dadurch zweckentfremdet wird, dass einige Leser und Schreiber sich in Selbstbeweihräucherungen und Lobeshymnen auf ihre eigenen schulischen Leistungen ergehen, möchte ich doch einmal ein klitzekleinen Einblick in die Grundlagen der Studienbewerbung geben. Das Medizinstudium ist dafür bestens geeignet:
Es wird doch wohl niemand ernsthaft glauben, dass die Mehrzahl der Medizinstudenten gute bis sehr gute Abiturszeugnisse vorweist, weil man für das Medizinstudium so wahnsinnig intelligent sein muss? Oder damit man später den intellektuellen Witzchen des leitenden Oberarztes folgen kann? Der einzige Grund ist der, dass es nun mal weitaus mehr Bewerber auf die Studienplätze gibt als eben Studienplätze zur Verfügung stehen. Und je weiter diese Schere sich öffnet, desto knackiger wird der NC. Die Qualität des Studiums oder die intellektuellen Fähigkeiten des Studenten haben rein gar nichts mit dieser Prozedur zu tun. Gut zu beobachten ist das ja auch bei einigen ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen. Dort existieren teilweise keinerlei Zulassungsbeschränkungen. Aber wohl kaum weil das Studium "leicht zu schaffen" ist (denn genau das Gegenteil ist der Fall). Einige Hochschulen bekommen die Hörsäle nicht voll, darum auch keine Beschränkung.
Wie hier schon gesagt wurde, die Art des Studiums spielt eine große Rolle. Ein Geschichtsstudium ist nun mal anders aufgebaut als ein Maschinenbaustudium. Universitäten machen vieles anders als Fachhochschulen. Soziale Arbeit ist eine gute Mischung. Man muss weder etliche Bücher verschlingen, noch muss man neue Systeme entwickeln. Meistens besteht die Mischung aus Hausarbeiten, Klausuren und mündlichen Prüfungen. Alles machbar. Viele stellen sich das anspruchsvoller vor, als es dann tatsächlich ist.
Ich will nichts verallgemeinern, aber man muss auch mal andere Seiten betrachten und aufm Teppich bleiben. Ich hab vorm Studium ne Berufsausbildung abgeschlossen. In der Berufsschule hatte ich einige Klausuren schreiben müssen, welche schwieriger waren als so manche Prüfung im Studium. Dies wurde im Übrigen vor nicht allzu langer Zeit auch öffentlich bemängelt und wer regelmäßig Nachrichten schaut, der hat's mitbekommen -> Zu oft zu gute Noten an deutschen Hochschulen.
Also nicht immer rumheulen wie schwer und wie böse das Studium ist, sondern auch mal ehrlich sein und positiv berichten. Ich kann der TE nur raten Soz.Arb. zu studieren. Ist interessant, abwechslungsreich, oftmals praxisnah und auch gut zu schaffen.