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Als Durchschnittsschüler studieren?

LonelySoul

Mitglied
Hey ihr 🙂

ich werde dieses Jahr mein Fachabi machen und möchte danach gerne Soziale Arbeit an einer FH studieren. Nun ist es aber so, dass ich nicht super intelligent bin und eher eine Durchschnittsschülerin bin. Ich brauche immer länger, um komplexe Dinge zu verstehen und ich muss mich für gute Noten anstregen und (viel) lernen. Allerdings lerne ich eigentlich gerne, wenn mich ein Thema interessiert und ich kann mir meine Zeit, die ich zum Lernen für eine Arbeit brauche, gut einteilen.

Ich könnte mein Fachabi mit ca. 2,6 - 2,8 schaffen. Meint ihr, dass dieser Schnitt zu schlecht ist, um studieren zu gehen? Und muss man sehr schlau sein, um ein Studium zu durchlaufen? Ich brauche ja wie gesagt immer etwas länger, um zu lernen und zu verstehen.

Grüße, LonelySoul
 
Wenn man etwas wirklich will, kann man es auch schaffen!

Bei Dir ist eher die Frage relevant, ob Du für Dein Studienfach zugelassen wirst (siehe NC). Es gibt aber genug Fächer, für die Du zugelassen werden kannst und mit denen Du später beruflich ähnliche Dinge machen kannst.

Daher sei etwas flexibel und informiere Dich gut über das doch sehr breitgefächerte Studienangebot in Deutschland oder woanders.

Liebe Grüße
 
Hallo LonelySoul,
ich denke, dass du die wichtigste Voraussetzung mitbringst, nämlich die Disziplin und Bereitschaft zu lernen. Ob du jetzt ein besonders gutes Abitur geschafft hast oder nicht, spielt keine sehr große Rolle. Gute Noten in der Schule sind auch nicht unbedingt ein Indikator für die Intelligenz. Eigentlich heißt es oft nur, dass man eine große Klappe hat.

Den Bereich "Soziale Arbeit" kenne ich persönlich nicht, ich stelle es mir aber so vor, dass man sehr viele Texte lesen muss und Theorien lernt. Es geht also vor allem darum, sich sehr viel Wissen anzueignen und da hat jemand mit straffem Lernplan viel bessere Karten als ein hochintelligenter Chaot.

Der Abitur Durchschnitt setzt sich außerdem aus vielen Fächern verschiedener Bereiche zusammen. Wenn du schlecht in Mathe und Physik bist, spielt es für "Soziale Arbeit" so gut wie keine Rolle. Wenn du der Meinung bist, dass dir dieser Bereich liegt und du bereit bist, viel zu lernen, dann solltest du auf jeden Fall das Studium beginnen und dich nicht am Abiturzeugnis stören. Der NC für Fächer bedeutet ja auch nicht, dass Leute mit schlechterem Schnitt zu dumm sind, er dient lediglich als Filter, wenn der Studiengang überfüllt ist.
 
Hi Du,

ich denke mit Deinem Schnitt könnte es vielleicht Probleme geben, einen Studienplatz zu bekommen. Wenn Dich das Studienfach generell sehr interessiert (und das wird es wohl), wirst Du keine Probleme haben. An FH's ist das Lernprogramm etwas straffer und Du hast in der Regel auch mehr Vorlesungen , Übungen oder Seminare als an einer Uni. Aber andererseits ist es halt auch kürzer und nach meiner Erfahrung bilden sich auch eher Lerngruppen und Kontakte, da es etwas "kuscheliger" ist.
Fleiß ist das Maß. Und das scheinst Du ja auch gut eingeplant zu haben. Das wird schon! Und Dein Schnitt sagt in der Regel auch gar nicht so viel über Deine Intelligenz aus.
LG🙂
 
Wie ein paar hier schon schrieben, ist eher die Zulassung das Problem. Aber wenn es im Bereich Soziale Arbeit zulassungsfreie Studiengänge gibt, ist das auch wieder kein Problem 🙂

Wichtig ist, dass du die entsprechende Motivation hast und da du geschrieben hast, dass du gerne lernst, wenn dich etwas interessiert, hast du die wichtigste Voraussetzung bereits erfüllt.

Ich selbst habe einen Realschulabschluss gemacht, der nur mittelmäßig war (2,4). In der Zeit habe ich zwar auch schon was für die Schule getan, aber echt wenig. Da war die Motivation noch nicht so. Tja und nun ein paar Jahre später bin ich Betriebswirtin mit einem Abschluss von 1,6. Ich muss ebenfalls viel tun. Mir fliegen die Sachen definitiv nicht zu und ich brauche manchmal länger um zu verstehen. Aber ich hatte den Willen und mit ein bisschen Ehrgeiz und Interesse ist das kein Problem.

Übrigens studiere ich jetzt auch 😉 Und bislang fällt es mir alles relativ leicht.
 
Ich danke euch für eure Antworten.

Mein Abischnitt würde wohl um einiges besser aussehen, wenn Ethik, Kunst und Sport zum NC dazuzählen würde. Tut es aber leider nicht.
Ich habe eben gelesen, dass in Landshut beispielsweise der NC bei 2,8 liegt. Das wäre dann eine Notlösung, da ich gerne in München, Berlin, Köln, also in Großstädten, studieren würde. Natürlich würde ich mich an vielen FH's bewerben, um sicher einen Platz zu bekommen. (wenn ich denn überhaupt genommen werde)
Ich hab ja noch ein bisschen Zeit bis zu den Prüfungen und bis dahin werde ich einfach mein bestes geben und wenn es am Ende nicht reicht, kann ich leider auch nichts ändern. Dann hab ich es wenigstens probiert.

Mich würde mal interessieren, an wie vielen Unis/FH's ihr euch beworben habt?
 
Also pauschal ist das mit dem Schwierigkeitsgrad von Studiengängen schwer zu beantworten. Natürlich ist SA weniger komplex und abstrakt (das meine ich jetzt nicht abwertend) als beispielsweise Maschinenbau. Das liegt halt in der Natur der Sache. Wie in der Schule...da macht den wenigsten Schülern die Fächerkombination aus Mathe, Physik und Chemie auf Dauer Spaß.

Das "Schwierige" am Studium ist oftmals die persönliche Einstellung zu Dingen wie Lernen, Arbeiten (nebenbei), Freizeit. Nen Studienkollege von mir fand es bspw. absolut nicht machbar im Monat nebenher 30 Stunden zu arbeiten. Zuviel Stress, zu wenig Zeit zum Lernen, blablabla. Ich habe ohne größere Probleme 80 Std. im Monat gearbeitet. Und ich war kein fleißiger Streber oder Intelligenzbestie. Im Gegenteil, eher faul und vergammelt. Aber meine Einstellung war eben ne andere. Darum musst du selbst herausfinden, welches Pensum für dich das richtige ist. Das Studium bietet dir dahingehend auch genügend Freiraum. Kannst ja Prüfungen auslassen und später nachholen, oder ne weniger lernintensive Fächerkombi wählen. Oder zur Not ein Semester dranhängen. Deswegen reißt dir niemand den Kopf ab.

Soziale Arbeit ist für jedermann durchaus mit guten bis sehr guten Leistungen zu schaffen. Das bestätigt auch die Statistik. Im Schnitt beenden fast alle die zugelassen werden auch das Studium, und zwar mit Abschluss. Brauchste dir also keine Sorgen machen. So ganz allgemein...nicht auf dich bezogen...ein Hochschulabschluss lässt meiner Meinung nach eh keine Rückschlüsse auf die Intelligenz der Menschen zu. Gerade im sozialen Bereich zählen zusätzlich zur schulischen Leistung andere Dinge. Wer nicht mit Menschen kann, oder verträumten Sozialromantiken nachweint, der kann das beste Diplom haben und scheitert trotzdem als Sozialarbeiter.

Weißt du bestimmt schon, aber versuch doch deine Chancen zu verbessern mit Praktika und Co. Viele Hochschulen lassen das mittlerweile einfließen oder verlangen sogar ein Vorpraktikum.
 
Hallo,

ich zähle auch zu diesen durchschnittlichen Schülern, habe aber einen ersten Studienabschluss in einem anspruchsvolleren Studiengang. Werde ich weitermachen? Nein.

Es mangelte mir an Dingen, die man für ein Studium, v.a. an der Uni braucht: Disziplin, Mut (irgendwie), hohe Auffassungsgabe (auch gerne als 'Intelligenz' bezeichnet) und Zielstrebigkeit. Ich habe das Studium bestanden, trotz bescheidener Leistungen in den vorherigen Jahren. Es war aber knapp. Bist du nicht dafü rgeeignet, wirst du normalerweise aber auch dementsprechend scheitern. Was in dem Falle gut ist. Denn ich habe mich gnadenlos überfordert und kann nicht mehr weiter.

Prinzipiell wirst du diese Fähigkeiten auch in einer schulischen Berufsausbildung brauchen. Auch Leute, die das Abitur nachholen, können davon ein Liedchen singen. Fragt sich also, wärst du denn allgemein ein 'guter Lerner'?

Man kann auch ein wenig spekulieren, um durchzukommen. Kleinere Hochschulen, wie die meine, sind oft auch viele erfolgreiche Abgänger angewiesen. Die Betreuung ist dort normalerweise auch in der Theorie besser, weil man sich kennt. Die Lernatmosphäre sollte auch besser sein, weil in kleinen Städten nicht so viel angeboten wird, was ablenken könnte. Durchkommen ist also nicht immer eine Frage des individuellen Geschicks.

Wenn du in der Mitte des Studiums merkst, dass du noch immer nicht hinterher kommst oder vieles falsch verstehst, hängt es aber auch ein bisschen bei dir, ob du dir das noch zutrauen kannst.

Probieren geht über studieren. Du machst wahrscheinlich auch nichts falsch, wenn du im sozialen Bereich erstmal ein Praktikum absolvierst, was länger als zwei Monate läuft. Ob du dann unbedingt ein Studium brauchst, um hinenzugelangen, kannst du auch vor Ort in der Praxis erfragen.
 
Hey ihr 🙂

ich werde dieses Jahr mein Fachabi machen und möchte danach gerne Soziale Arbeit an einer FH studieren. Nun ist es aber so, dass ich nicht super intelligent bin und eher eine Durchschnittsschülerin bin. Ich brauche immer länger, um komplexe Dinge zu verstehen und ich muss mich für gute Noten anstregen und (viel) lernen. Allerdings lerne ich eigentlich gerne, wenn mich ein Thema interessiert und ich kann mir meine Zeit, die ich zum Lernen für eine Arbeit brauche, gut einteilen.

Ich könnte mein Fachabi mit ca. 2,6 - 2,8 schaffen. Meint ihr, dass dieser Schnitt zu schlecht ist, um studieren zu gehen? Und muss man sehr schlau sein, um ein Studium zu durchlaufen? Ich brauche ja wie gesagt immer etwas länger, um zu lernen und zu verstehen.
die bundeslaender sind verschieden, die schulen auch. in NRW macht man die fachhochschulreife zB an der hoeheren handelsschule. damit hat man zwar eine studienberechtigung, aber nicht wirklich die faehigkeit zu studieren. wer bei uns (heute) die hoehere handelschule mit 2,6 verlaesst, wird normalerweise kein studium ueberleben.

allerdings sind die anforderungen der verschiedenen faecher an die studenten sicherlich unterschiedlich hoch.
 
Liebe Leute, aber doch bitte erst nachdenken und dann hier schreiben.

Ein Studierender mit (Fach)Abi-Schnitt von 2,6 überlebt kein Studium?? Das ist mehr als unrealistisch, um nicht zu sagen totaler Unsinn. Ich weiß ja nicht so recht in welchen elitären Hochschuleinrichtungen meine Vorredner ihr Wissen erweitern durften, aber so gab es beispielsweise in meinem Studiengang kaum jemanden mit einem besseren Abi-Schnitt von 2,0. Und trotz dieser Schmach haben diese Leute ohne größere Probleme ihren Abschluss geschafft. Und das ist der absolute Normalzustand in sehr vielen Studienfächern. Wer das in Frage stellt, kann sich ja gerne mal auf den Homepages diverser Hochschulen vergnügen und sich die Zulassungstabellen der letzten Jahre anschauen. Da tauchen nicht nur 1er-Kanditaten auf. Auch Mitmenschen mit 3er-Abi werden zugelassen. Und ich wette meinen Bachelor darauf, dass diese mit Sicherheit nicht von der Uni fliegen, weil ihre Leistungen zu wünschen übrig lassen.

Und bevor dieser Thread dadurch zweckentfremdet wird, dass einige Leser und Schreiber sich in Selbstbeweihräucherungen und Lobeshymnen auf ihre eigenen schulischen Leistungen ergehen, möchte ich doch einmal ein klitzekleinen Einblick in die Grundlagen der Studienbewerbung geben. Das Medizinstudium ist dafür bestens geeignet:

Es wird doch wohl niemand ernsthaft glauben, dass die Mehrzahl der Medizinstudenten gute bis sehr gute Abiturszeugnisse vorweist, weil man für das Medizinstudium so wahnsinnig intelligent sein muss? Oder damit man später den intellektuellen Witzchen des leitenden Oberarztes folgen kann? Der einzige Grund ist der, dass es nun mal weitaus mehr Bewerber auf die Studienplätze gibt als eben Studienplätze zur Verfügung stehen. Und je weiter diese Schere sich öffnet, desto knackiger wird der NC. Die Qualität des Studiums oder die intellektuellen Fähigkeiten des Studenten haben rein gar nichts mit dieser Prozedur zu tun. Gut zu beobachten ist das ja auch bei einigen ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen. Dort existieren teilweise keinerlei Zulassungsbeschränkungen. Aber wohl kaum weil das Studium "leicht zu schaffen" ist (denn genau das Gegenteil ist der Fall). Einige Hochschulen bekommen die Hörsäle nicht voll, darum auch keine Beschränkung.

Wie hier schon gesagt wurde, die Art des Studiums spielt eine große Rolle. Ein Geschichtsstudium ist nun mal anders aufgebaut als ein Maschinenbaustudium. Universitäten machen vieles anders als Fachhochschulen. Soziale Arbeit ist eine gute Mischung. Man muss weder etliche Bücher verschlingen, noch muss man neue Systeme entwickeln. Meistens besteht die Mischung aus Hausarbeiten, Klausuren und mündlichen Prüfungen. Alles machbar. Viele stellen sich das anspruchsvoller vor, als es dann tatsächlich ist.

Ich will nichts verallgemeinern, aber man muss auch mal andere Seiten betrachten und aufm Teppich bleiben. Ich hab vorm Studium ne Berufsausbildung abgeschlossen. In der Berufsschule hatte ich einige Klausuren schreiben müssen, welche schwieriger waren als so manche Prüfung im Studium. Dies wurde im Übrigen vor nicht allzu langer Zeit auch öffentlich bemängelt und wer regelmäßig Nachrichten schaut, der hat's mitbekommen -> Zu oft zu gute Noten an deutschen Hochschulen.

Also nicht immer rumheulen wie schwer und wie böse das Studium ist, sondern auch mal ehrlich sein und positiv berichten. Ich kann der TE nur raten Soz.Arb. zu studieren. Ist interessant, abwechslungsreich, oftmals praxisnah und auch gut zu schaffen.
 

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