Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Die letzten Jahre waren sehr schwierig weil meine Frau sich sehr verändert hat und in ihrer Einstellung zu vielen Dingen des Täglichen Lebens so extrem realitätsfern ist.
Du fragst nach der Kommunikation- ist ganz einfach: Solange es keine Probleme gibt ist alles schön und gut. Wie du aber weisst ist unser Leben voller Probleme. Und da beginnt ein Teil meiner Hölle.
Egal um was es geht- für Sie habe ich schuld.Beispiel?
-Kündigung durch meinen Arbeitgeber nach 7 Wochen Krankheit- ich bin schuld weil ich nicht arbeiten gegangen bin. Andere gehen auch mit Rückenschmerzen arbeiten.
- Nachdem die Lohnfortzahlung ausgelaufen war, gab es Krankengeld. Die Krankenkasse ist super, es gab einen gleitenden Übergang, dennoch ist das Krankengeld geringer als mein eigentlicher Verdienst- und wieder bin ich Schuld, weil ich ja längst hätte wieder arbeiten gehen können.
-Prozess vor dem Arbeitsgericht gewonnen, Kosten für Anwalt und Gericht zahlt glücklicherweise die Rechtschutzversicherung bis auf die Selbstbeteiligung von 150€- ich bin schuld das wir das Zahlen müssen, weil ich nicht arbeiten gegangen bin als sie es gesagt hat
-Ende Januar Treppe runter gefallen und Sprunggelenk gebrochen- wäre ich arbeiten gewesen, so hätte ich da nicht fallen können...und überhaupt, die hat allen ernstes behauptet, das ich das mit Absicht gemacht habe.
- bin im November bis Mitte Dezember für meinen Rücken in ambulanter Reha gewesen. Die REHA ist der letzte Versuch um die Rücken OP herum zu kommen- wird es nicht besser, so wird operiert. In dieser Zeit gibt es kein Krankengeld sondern Übergangsgeld. Die Rentenversicherung hat sich verdammt Zeit gelassen mit Berechnung und so war am 1.12. Kein Geld da, das kam erst am 27.12. - ich bin daran schuld, denn ich hätte niemals in die Reha gehen dürfen wenn deswegen kein Geld rein kommt.
- sie wollte schon lange wieder arbeiten gehen, wenn auch nur als Geringverdiener auf 450€ Basis. Das tut sie jetzt seit 1.12.- jetzt stellt sie es so dar, dass sie arbeiten gehen muss weil ich krank zu Hause bin.
Lieber Talismann,
an dieser Stelle verstehe ich Dich. Deine Frau hat sich verändert.
Aus meiner Sicht stellt sich das so dar, dass es nicht um Logik geht oder um die Frage "wäre es vernünftig gewesen, wenn Du z.B. ..... trotzdem arbeiten gegangen wärest?" 😕
Es scheint sich mir bei Deiner Frau um eine Belastungsgrenze zu handeln, an der sie angekommen ist.
Sie will keine Probleme mehr. Es ist ihr egal, ob die Probleme vermeidbar gewesen wären, wenn Du Dich seinerzeit anders verhalten hättest, oder ob bei anderem Verhalten noch ganz andere Probleme entstanden wären. Sie hat einfach die Schnauze gestrichen voll. 🙁
Da ist kontraproduktiv: Jede Diskussion, jedes Rechtfertigen, jedes Begründen
Da ist hilfreich:
- In den Arm nehmen, Mut zu sprechen, trösten,
- Verständnis zeigen dafür, dass sie an ihrer Belastungsgrenze angelangt ist
Weisst Du, lieber Talismann, an Deiner Stelle würde ich zu meiner Frau sagen:
"ich habe keine Ahnung, wie sich unsere Situation verbessern könnte. Ich sehe im Moment keine Lösung. Aber Gott kennt die Lösung. Ich vertraue ihm und hoffe, dass Er uns eine Lösung zeigen wird."
Dies, lieber Talismann, kann ich sagen, weil ich es so schon oft genug erlebt habe. Aber wie bei allen Dingen gibt es auch ein erstes Mal. Irgendwann sollte man anfangen, sein ganzes Vertrauen auf Gott zu setzen. Jedenfalls ist das mein Lösungsweg, wenn ich mal wieder ratlos bin und keine Lösung sehe.
LG, Nordrheiner