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Alkoholproblem?!

A

AloneintheDark

Gast
Hallo,

Ich bin schon wieder total betrunken und denke wirklich, dass ich ein Alkoholproblem habe, von dem aber keiner was mitbekommt, da ich alles gut vertuschen kann. Ich habe demnächst wieder ein Alkoholberatungsgespräch (warum zu erklären würde zu lange dauern, kurz: Trunkenheit am Steuer) und ich will dabei echt sagen, vor allem weil es laut Auflage mein letztes ist, dass ich Hilfe brauche, aber ich kann es nicht. Ich kann nicht sagen, dass ich Hilfe brauche wenn ich nüchtern bin. Das kann ich einfach nicht. Die Frau bei der Beratung nimmt mich auch gar nicht mehr ernst, ist aber auch kein Wunder. Ich will einfach nur Heim, nach Hause, eine Familie haben, aber weil das so unwahrscheinlich ist und so schmerzvoll ist betrinke ich mich einfach nur bis ins Delirium, weil ich dann einfach nichts mehr fühle und an nichts mehr denke, ausser an Alkohol und den Tod. Bitte helft mir! Was kann ich tun?
 

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B

BlackLikeMySoul

Gast
Du musst es sagen!!! Denn wenn du es jetzt nicht tust wird alles nur noch schlimmer!! Du sagst, dass du eine Familie haben willst, aber es sehr unwahrscheinlich ist. Frage dich mal warum das so ist? Vielleicht gerade wegen deinem Alkoholproblem. Aber dadurch das du betrunken Auto gefahren bist, hast du dich und andere in Lebensgefahr gebracht!! Macht dir das mal bewusst! Und da du schon selber gesagt hast, dass du ein Alkoholproblem hast, ist das der erste Schritt zur Heilung!!! Und wenn du es nicht mit der Frau klären willst, dann suche dir eine Beratungsstelle und erkundige dich da. Oder suche dir eine Selbsthilfegruppe, denn du bist mit deinem Problem nicht allein!!!
>> Lass dir helfen!! Ich wünsche dir viel Mut, Kraft und Glück!!!:)
LG
 
L

LiebeDich

Gast
Wisst ihr warum Menschen diesen Alkohol-Rausch, sprich wenn man Besoffen ist so sehr mögen? Denn dieser Zustand ist frei von Sorgen und Gedanken. So wie wir ursprünglich einst geschaffen wurden.

Er ähnelt also dem Zustand den wir haben wenn wir unsere Gedanken stoppen, ein befreiendes Gefühl oder?

Nur leider ist dieser Zustand eine Täuschung, denn am nächsten Tag wachst du auf und siehst deine Energie wurde gesaugt.

Statt zu trinken also solltest du deine Gedanken einstellen, das kannst du u.a. durch Meditation. Wenn das uninteressant für dich klingt, dann versuche es mit Beten, bringt durch intensives Bemühen nahezu gleiche Resultate. Der Vorteil ist hier das man am ende keine Schmerzen hat und sich nicht übergeben muss.

Wenn man sich aber gegen alle Optionen wehrt, so scheint es das der Hass noch in Liebe verwandelt werden muss, bevor dies möglich ist.
 
A

AloneintheDark

Gast
Hallo,

Nunja ich bin wieder nüchtern. Vorweg muss ich eigentlich erwähnen, dass ich momentan NOCH kein Alkoholproblem habe. Es aber immer mehr darauf hinauslaufen wird.

Mir hat die Antwort, "Wisst ihr warum Menschen diesen Alkohol-Rausch, sprich wenn man Besoffen ist so sehr mögen? Denn dieser Zustand ist frei von Sorgen und Gedanken. So wie wir ursprünglich einst geschaffen wurden.", sehr gut gefallen.

Allerdings würde ich nicht unbedingt Alkohol-Rausch sagen. Sondern generell Rausch. Alkohol ist es bei mir erst seit ca. 1 Jahr. Vorher waren es andere Dinge. Je mehr ich über oben genanntes nachdenke, desto mehr finde ich, habe ich eigentlich immer irgendeine Form von Rausch gesucht. In meiner Familie gab es nur Probleme. Streit, Ärger, Hass. Liebe kenne ich nur vom Sagen hören. Ich habe damals schon immer gemieden zuhause zu sein. War den ganzen Tag draussen. War in einem Schützenverein, Fußballverein, Tennisverein, Tisch-Tennisverein, Landjugend, sogar Ministrant, ich habe anscheinend sogar mal an Gott oder etwas Ähnliches geglaubt oder mich einfach nur damit abgelenkt, um nicht an die Realität erinnert zu werden. Ich hatte damals auch noch wirklich, wahre Freunde. Keine Saufkumpanen wie es mir zur Zeit vorkommt. Wenn einer anruft und sagt, "hey treffen wir uns", gehts immer nur ums Saufen. Ich habe eigentlich keine Lust darauf, aber besser als alleine rumsitzen ist es auf jeden Fall. Aufgrund der Scheidung habe ich umziehen müssen, zu meinem Vater, den ich eigentlich überhaupt nicht kenne. Nur als Tyrann. Nunja, jetzt wohne ich woanders, am A**** der Welt. Kein Fußball mehr, kein Tennis, nichts. Ich meine ich hab früher zuhause sogar versucht im Haushalt so viel es geht zu machen. Ich war mit 8 Jahren selbstständiger als einige 18-Jährige Freunde von mir, die sich im Ofen nicht mal eine Pizza machen können. Ich bin mit 12 Jahren mit meinem Vater mit arbeiten. Mittlerweile denke ich habe ich das nur gemacht, weil ich einfach wissen wollte, was ein Vater ist, da er nie zuhause war. Was mich zum überlegen bringt, wieso er nie zuhause war, hasst er uns alle? Ich habe nebenbei teilweise exzessiv Videospiele gespielt, mich einfach immer sofort irgendwie ablenken können. Nunja ab 12 Jahren hab ich mich da dann mehr in die Arbeit reingesteigert, Malern. Es war eigentlich ziemlich schön, bisschen "rumbatzen". Das ist dann bis 15/16 einigermaßen gut gegangen bis ich dann aber bei der Arbeit auch auf das wahre Gesicht meines Vaters gestoßen bin, ausserdem kann ich mich nie länger mit einer gleichen Beschäftigung abfinden. Ich hatte eigentlich gut verdient aber dann hinterher alles in ner gewissen Kaufrauschphase alles sinnlos ausgegeben. Naja dann war der Umzug dazwischen. Mir war einfach saulangweilig bzw. es ist saulangweilig hier. Früher konnte ich noch Tag und Nacht auf dem Fußballplatz mit Freunden spielen bis man totmüde ins Bett gefallen ist. Allerdings war/ist derartiges nicht mehr möglich. Dann habe ich mich intensiv mit Computer beschäftigt, anfangs noch rumgebastelt, PCs selber zusammengebaut, andere repariert, nebenbei bisschen Geld damit gemacht. Allerdings dann nur noch in virtuellen Welten festgehangen 4 Jahre lang. Naja Ich bin eines Morgens aufgewacht und hab mir gedacht, ich spiele zu viel, habe teilweise 3 Tage durchgezockt, kaum was gegessen 1 Tag geschlafen, usw. Meinem Vater war das egal, es war eh keiner daheim. Hat also auch keiner mitbekommen. In der Schule hat man es nur gemerkt, da ich 1/3 des Jahres "krank" war, zuhause zocken eben. Geschwänzt. Mir war alles egal, hauptsache an nichts denken müssen. War wenn ich dann mal in der Schule war immer noch die ganze Zeit geistig im Spiel. 1 Tag vor meinem Abitur habe ich nicht mal eine Ahnung gehabt, wie ein Abitur aussieht, hab mir dann im Internet alte Abituraufgaben runtergeladen, eine durchgelesen und mit so einer Vorbereitung auch noch bestanden. Lächerlich eigentlich wenn ich daran denke, dass man mit NULL lernen Abitur machen kann. Nunja, auf jeden Fall bin ich wie gesagt aufgewacht und dachte mir: Ab heute ist Schluss mit zocken! Und genau so war es dann auch. Nur was macht man denn dann den ganzen Tag, wobei ich erstmal festgestellt habe dass ich eh nur noch Nachts auf war. 2-3 Tage auf 1 Tag schlafen, das war mein Rhythmus. In der Zwischenzeit eben an Silvester nach der Arbeit und einem heftigen Streit mich total weggeschüttet, dass ich im Delirium Auto gefahren bin. Ich bin froh, dass der Unfall passiert ist. Und auch dass niemandem etwas passiert ist, wobei ich froh gewesen wäre wenn ich einfach nur etwas schneller gewesen wäre, da mein Auto 2 cm vor einer dicken Betonmauer zu stehen gekommen ist und ich nicht einmal einen blauen Fleck hatteobwohl ich mit 120 durch den Ort gefahren bin und so einiges umgemäht hatte. Die ganze Zeit war aber immer irgendwie komisch. Ich hab da nur 3 Dinge gemacht. 2-3 Monate exzessiv Auto gefahren immer aus Langeweile auf der Autobahn mit Vollgas dahingebrettert, wo wir bei Geschwindigkeitsrausch wären. Ich war einfach süchtig. Dann 2-3 Monate wieder exzessiv zocken, oder mal am Wochenende Krankenhaussaufen, es gab keine Feier an der ich nicht ein Delirium hatte. Alkohol schmeckt scheuslich, allerdings ist die Wirkung, wenn man alles vergisst einfach nur toll. Und das gute bei mir bzw. eigentlich das schlechteste ist, dass es mir am nächsten Tag ganz normal geht, kein Erbrechen, keine Übelkeit, nichts. Mittlerweile leg ich mich immer mit irgendwelchen Leuten an, weil es mir einfach einen gewissen Kick gibt, ein kleiner Adrenalinrausch. Nunja mir würde noch einiges Einfallen, vor allem merke ich immer, dass ich zwischenzeitlich manche Dinge vergesse. Das Krasseste überhaupt war aber als ich eines Tages aufgewacht bin und in einem richtigen Trancezustand mich auf den Weg in den Wald gemacht habe mit meinem Taschenmesser mit dem ich mich umbringen wollte. Gott sei Dank war es aber zu stumpf und ich hab als ich mich ruckartig aufgeschnitten habe einen derartigen Schock bekommen, dass es kaum geblutet hat. Davon hat aber eh keiner was mitbekommen, die Narbe ist zwar groß, allerdings kann man sie leicht unter der Uhr verbergen. Naja aufgrund des Unfalles wurde ich zu Sozialstunden verurteilt und zur Alkoholsuchtberatung. Ich war zwar bei der Beratung aber die Sozialstunden habe ich nicht geanz geleistet gehabt. Deshalb wurde ich angewiesen den Jugendarrest für eine Woche anzutreten. Habe ich allerdings alles nicht so ernst genommen, weil mir einfach nur noch alles scheißegal ist und ich einfach nichts mehr ernst nehme. Ich meine wofür auch. Naja 6 Wochen später wurde ich dann eben von der Polizei abgeholt und in den Arrest gebracht und ich muss sagen ich hatte mich in der Woche besser gefühlt als je zuvor. Es war einfach toll. Endlich wieder ein geregelter Tagesablauf. ich musste schon um 5 aufstehen Frühstück machen helfen. Es war herrlich. Ich hatte mich fast wieder so gefühlt wie als Kind. Und die Wärter dort waren einfach nur klasse. Mir hat es dort sichtlich gefallen, weshalb mich dann alle einfach nur irgendwie beneideten und lachen mussten, dass es einem in so einer Anstalt so gut gefällt. Ich fühlte mich paradoxerweise freier denn je. Kein Fernseher, kein Alkohol, keine Drogen, kein Tabak, kein Internet, nichts! Ausser gute alte deutsche Literatur wie Kafka, Mann, Schiller etc. Und natürlich etwas Arbeit nebenher. Ich fühlte mich aber auch einfach nur sicher. Ich hab mich jedes mal wohl gefühlt als ich wieder in meine Zelle gesperrt wurde. Das einzig nervende war nur dass man sich nur jeden 2. Tag duschen durfte und ich mindestens 1 mal am Tag duschen muss. Ich weis nicht wieso, aber ich muss es einfach. Allerdings war es dann doch auch ziemlich angenehm am Ende der Woche, mal wieder seinen eigenen Geruch zu riechen. Naja ich hör mal auf. Lange Texte wirken immer zu erschreckend als dass sie wer liest. Ich wünsch Euch eine gute Nacht.

lg AloneintheDark
 

Sori

Sehr aktives Mitglied
du hast nicht den Mut der Frau zu sagen, dass Du ein Problem hast.
Ich finde es aber schon super, dass Du Dir selber eingestehst, abhängig zu sein. Das ist der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung.
Es geht vielen so, dass es ihnen schwerfällt, offen ein Problem anzusprechen. Vielleicht würde es Dir helfen, wenn Du einen kurzen Brief schreibst, denn du der Dame gibst. Dann musst Du nicht reden, aber das Eis wäre gebrochen...

Ich wünsche Dir den Mut, über Deinen eigenen Schatten zu springen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.
 
L

LiebeDich

Gast
Mein Mann ist Alkoholiker und wenn er so richtig besoffen ist,dann ist er auch voller Depressionen,spricht vom Sterben,alles ist schlecht,etc...
Sein Zustand ist dann alles andere als ´sorgenfrei´!
Genau das ist es ja: Jede Täuschung ist anfangs Schön, und am Ende zerstört sie dich.

Hier ein Auszug aus einer Webseite:

[FONT=Arial,Helvetica][SIZE=-1]"Die Erfüllung eines jeden Vertrages mit der Finsternis (also die Täuschung) bedeutet am Ende IMMER völlige Machtlosigkeit, also Versklavung und Leiden."[/SIZE][/FONT][FONT=Arial,Helvetica][SIZE=-1]

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[FONT=Arial,Helvetica][SIZE=-1]Dazu gehört auch die Alkohol-Sucht.[/SIZE][/FONT][FONT=Arial,Helvetica][SIZE=-1]
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Dame

Aktives Mitglied
Hallo,

der erste Schritt ist der schwerste: sich einzugestehen, dass man abhängig ist (hier abhängig von Alhohol). Als nächster Schritt ist dann sich einzugestehen: Ich schaffe es alleine nicht. Ich brauche Hilfe.

Dann erfolgt im nächsten Schritt: wo kann ich Hilfe finden? Da gibt es die Suchtberatungen, oder eine Psychotherapie. (wobei ich der Psychotherapie den Vorzug gebe. Dorthin kann man auch ohne Überweisung hingehen. Schließlich ist es nicht einfach sich einzugestehen, dass das eigene Leben anders verläuft, als man es gerne hätte.)

Hinter der Alhoholabhängigkeit verbirgt sich im allgemeinen eine depressive Gemütslage (das ganze Leben ist nur Schrott, alle sind gegen mich, ich bin ganz allein, ich tauge zu nichts - oder ähnliche Gedanken). Der Alkohol vermittelt einem Glücksgefühle und plötzlich meint man, man hätte sein Leben in der Hand. (bis man wieder nücht ern ist). Man sieht die Welt quasi wie durch eine rosarote Brille.

Sich mit seiner Vergangenheit und vor allem Familie innerlich zu versöhnen bzw auseinanderzusetzen halte ich für eine wichtige Grundlage, auf die dann aufgebaut werden kann. Und den Zugang zu den eigenen Gefühlen wiederfinden, denn ein Abhängiger möchte gerade das nicht, wieder den alten Schmerz fühlen. Das ist viel zu schlimm und fast nicht auszuhalten.

LG Dame
 

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