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Alk wegen Sorgen, Führerschein weg, körperlich krank da 60. Wie geht es weiter?

Samy146

Neues Mitglied
Guten Abend,

die Wahrheit immer das Beste!
Ich 43 in fester Anstellung, habe div. Probleme und trinke gern mal ein Bier!

Mir ist letzen Samstag aufgefallen, mein Nachbar ist mir beim Einparken in mein altes Kfz gefahren! Wohl gemerkt, dieses Kfz geht eh in den Schrott, gesagt hat er nichts.
Ich bin ein Mensch mit wenigen sozialen Kontakten, zu diesem Mieter hatte ich nie großartig Kontakt.
Ich bei Ihm geklingelt, er wusste sofort warum ich da bin!

Der Herr ist 60, er ist mit 0,7 Promille einer Frau reingefahren. Der Arbeitgeber Ihm Fristlos ohne Begründung gekündigt!

Ja ich ein gutes Herz, ich mir heute frei genommen um den Kerl zu Ämtern zu fahren.
Das Arbeitsamt sagt, er ist krank geschrieben, somit kann man Ihn nicht arbeitslos melden!
Die AOK sagt, Krankengeld bekommt er nicht, warum will niemand schriftlich mitteilen!
Ich war bei allen Gesprächen dabei und frage mich, von was soll der Kerl leben?

Wie sollte man hier am Besten vorgehen?

Des Weiteren ist der Kerl vor das Arbeitsgericht, der Berater und auch ich sage, diese Kündigung niemals rechtskräftig!
Verhandlung steht schon der Termin mit dem Hinweis " Wenn Sie einen Rechtsanwalt wollen müssen Sie sich kümmern "!

Ohne Rechtsanwalt der Kerl Zero Chance, wer bezahlt Rechtsanwalt bei jemand der gerade komplett unten ist?

Ich will helfen, für Tipps ich echt dankbar.
 
Also ich würde einen Anwalt hinzuziehen. Denn ich selbst habe schon erleben müssen, dass Unwissen gern ausgenutzt wird bei den Behörden.

Ausserdem würde ich auf den ersten Blick sagen, er soll Bürgergeld beantragen. Denn wenn er von Obachlosigkeit bedroht ist, dann sind die Behörden eigentlich angewiesen dies abzuwenden.

Ich hatte mal einen ähnlichen Fall in der Familie und bin mit diesem Mensch zu einer Sozialberatungstelle des Perthes-Werkes gegangen. Ich weiss natürlich nicht, ob da so engagierte Berater sitzen, wie es bei uns in der Stadt der Fall ist. Aber eigentlich sollte man erstmal davon ausgehen.

Suche im Internet, ob es eine Sozialberatungsstelle des Perthes-Werkes in Eurer Stadt gibt, wenn nicht, gibt es aber andere Sozialberatungsstellen (Caritas, AWO, ... ich hab mit dem Perthes-Werk nur besonders gute Erfahrungen gemacht.)

Rufe dort an und sage, dass Du Dich um einen älteren Nachbarn kümmerst, bei dem gerade alles droht vor die Binsen zu gehen und der DRINGEND und SCHNELL Hilfe braucht. Ich würde klipp und klar sagen, wovon er akut bedroht ist und wie schlimm es aussieht und WARUM! Alles ganz genau und unmissverständlich klar machen.
Du erwähnst, dass sich niemand verantwortlich fühlt und Du und er von diesen Dingen keine Ahnung habt, weil es war ja bisher auch nie nötig davon Ahnung haben zu müssen. Dafür muss man sich nicht schämen. Dass ihr dringend eine Beratung braucht und jemand der Euch klar sagt, wer da jetzt verantwortlich ist, und was am Besten zu tun wäre.

Der Mensch, der bei uns im Perthes-Werk arbeitete und echt sowas wie ein rettender Samariter war, der kannte das SGB (II) auswendig und man brauchte nur dessen Namen bei den Behörden erwähnen, dass die wussten, die müssen nun helfen, weil sie einen nicht länger verarschen konnten. Ich will damit auch nicht sagen, dass die Behörden einen generell verarschen, aber dass da entweder mal jemand sitzt, der selbst nicht so gut Bescheid weiss, was ich mir in so einem Beruf schwer vorstellen kann oder eben wohl eher das Unwissen ausnutzt, das kann MAL passieren. Vielleicht auch einfach gerade keinen Bock gehabt, weil kurz vor Feierabend; nicht richtig zugehört; selbst nicht betroffen, schon ist der eigene A**** gerettet und alles sieht rosig, für zum Glück wenige Menschen. Aber vielleicht saß da ja so einer vor Euch, als Ihr um Hilfe gebeten habt. Auch da sind ja nur Menschen am Werk. Und der eine oder andere ist in diesem Beruf gelandet, um irgendwelche Komplexe zu kompensieren.

Jedenfalls: IRGENDWER MUSS ja zuständig sein.


Achja, und ich würde trotzdem Anwälte kontaktieren, dort die Sache genau erklären, eben auch dass dieser Mann sich verteidigen muss, wegen eines Verfahrens mit seinem Arbeitgeber, aber WEIL die Behörden ihn von Pontius zu Pilatus schicken und keiner sich zuständig fühlt, ist das nun ein Teufelskreis. Ich würde noch erwähnen, dass man zu einem späteren Zeitpunjkt bezahlen kann, bzw. sollte er im weiteren verlauf eine staatliche Unterstützung erhalten, dann bekommt er eh einen Beratungsschein und die Kosten des Anwalts werden übernommen. Das weiss so eiN Anwalt aber alles selbst am besten.
(Sollte der Termin bei der Sozialberatungsstelle nichts ergeben, würde ich so lange Anwälte anrufen, bis da jemand dabei ist, der kein A******* ist und mal 2 oder 3 Monaten auf seine Bezahlung warten kann. Wenn der die Situation versteht, dann sieht er ja woran es hapert, und dass dieser Mann dringend HIlfe braucht. Wenn er den Gerichtstermin ohne Anwalt verliert, der eigentlich easy zu gewinnen wäre, dann würde ihn das ja noch mehr in die S**** katapultieren.)

Sage dazu, dass der Fall eigentlich zugunsten Deines Nachbarn ausgehen müsste, aber WEIL er sich nun keinen Anwalt leisten kann, eben WEIL sich niemand zuständig fühlt, wisst ihr jetzt nicht was ihr tun sollt.

Mach aber besser erst den Termin bei der erwähnten Sozialberatungsstelle und dann rufe den Anwalt an.
Die Sozialberatungstelle wird Euch da hoffentlich schon was zu sagen können und vielleicht erübrigt sich der Termin mit dem Anwalt dann. Diesen würde ich aber trotzdem schonmal machen zusätzlich und notfalls absagen, wenn die Sozialberatungsstelle Euch schon weiter helfen konnte. So verliert ihr keine Zeit. Und der Beratungsstelle die zeitliche Dringlichkeit klar machen, damit ihr nicht Tage lang auf einen Termin warten müsst. Den Gerichtstermin erwähnen.

Ich drücke Euch die Daumen. Zur Not kannst mich auch hier privat anschreiben, wenn noch Rat brauchst deswegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
die Wahrheit immer das Beste!
Wahr ist, dass sich dieser Mann nun auf einem kritischen, vielleicht sehr wichtigen Wachrüttler befindet, wo er nicht mehr so machen kann, wie bisher.
Wenn du ihm helfen willst, dann wende dieses "Unglück" nicht ab, auch wenn sich das fürchterlich anhört, nach tiefsten Punkten kommts meist erst zu der Einsicht, dass man was falsch macht.

Vielleicht beantragt er endlich eine Kur und bekennt sich als krankhaft süchtig, das wäre ein längerer Krankenstand, bei dem man ihn nicht kündigen darf vielleicht... oder er startet noch einmal durch und macht etwas, das er nie gemacht hätte, wäre nicht diese Lage jetzt. Etwas, das gesünder ist, etwas, das ihm die kommenden Jahre noch versüßt. Monatsletzter bedeutet, es kommt Monatserster.

Mir hat keiner helfen wollen, dann bin ich an die Wand geklatscht, in Folge gabs eine wundersame Wandlung, ich brauchte diese Krise, vorher gabs kein Einsehen. Das Gleiche war auch bei der Wohnung, da verlor ich alles, um dann nachher eine wesentlich bessere und weitaus idealere Wohnstätte zu finden.
Heute bin ich so weit dem Leben vertrauend, dass ich ruhiger bin, falls etwas umfällt, dann kommt es halt anders. Vielleicht rettest du das Falsche, wenn du dich zu sehr bemühst. Vielleicht solls so sein. Probieren würde ich an deiner Stelle trotzdem alles, du wirst dann sehen, wie es klappt. Klappts nicht, dann seid neugierig, was folgt. Dieses Leben hat ihn zum Alkoholiker werden lassen, sein neues Leben, in das er nun gezwungen wird, das könnte gesund sein, wie bei mir.
 

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