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aktuell: ARD Reportage über kik!

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Jedenfalls zieht mit diesen "Geschäftsmodellen" ( der Unternehmer zahlt wenig und der Staat über Hartz-4 den Rest ) still und leise der Kommunismus ein. Er kommt spät, aber er kommt.
Erstaunlich das sowas, ach so marktwirtschaftlich orientierte Gestalten, auch noch gut finden.😀😀😀
 
Weil sie glücklich sind, Arbeit zu haben.
Glücklich in diesem Sinne bestimmt.

Ein glückliches Leben dagegen ist etwas anderes. Die Stoffe bspw. werden nach wie vor ohne jeden Schutz gebleicht und gefärbt, Unfälle und Krankheiten sind damit an der Tagesordnung. Dazu ständig die Angst vor Lohnkürzungen, Arbeitslosigkeit oder das man es schlicht nimmer aushält. Wir haben dieses System mit Ende des Industriezeitalters abgeschafft, solange die asiatischen Länder abhängig sein werden, wird es bei ihnen auch Bestand haben.
 
Gehen wir mal von folgendem aus:

Die Strategie von kik ist, ich lass günstig in armen Ländern produzieren (zahle dabei aber einen dem Land angemessenen Lohn - gehen wir davon mal aus) und dann verkauf ich die Sachen hier auch billig, und verdiene Kohle. Gehen wir davon aus, das wäre jetzt alles rechtens so wie es ist und wie es in der Reportage gezeigt wurde. Trotzdem möchte der Chef lieber nichts sagen, auch wenn er sachlich richtig läge und Veronika P. sagt auch nichts. Weil es politisch nicht korrekt ist, DENN:

Der normale Mensch sieht die miserablen Zustände in den Produktionsländern. Z.b. der Junge ist totkrank, die Tante näht für kik, aber kann sich den Arzt nicht leisten (wieviel kostet denn ein Arztbesuch in Bangladesh? Ich dachte der Lohn ist an die Bedürfnisse angepasst). Und der normale Mensch sieht das Reichtum des Chefs (z.b. sein Haus, was gezeigt wurde, und diese alberne Party). Da zählt man doch 1 und 1 zusammen. In den Produktionsländern mangelt es an Mitteln (Geld), kik zahlt nur was nötig ist, und er häuft sich Geld an. Klar, dass das bei den Menschen hier nicht gut an kommt, deswegen kann er das ja auch nicht zu geben, auch wenn es sachlich und rechtlich in Ordnung ist. Menschen haben eben auch Emotionen und leben nicht nur nach "sachlich richtig, also in Ordnung". Die meisten Menschen haben eben das Bedürfnis in den armen Ländern zu helfen, aber wenige halt so eindeutige Mittel (Geld) wie kik.

Natürlich werden die Menschen dort anders behandelt als die Menschen hier. Kündigungsschutz etc gibt es dort natürlich nicht. Dort wechseln doch die Näherinnen ständig. Die Ausfallsrate muss doch auch groß sein. Jemand wird krank, jemand stirbt, etc. Da wird einfach jemand neues geholt, sind ja genug Leute da. kik handelt halt extrem wirtschaftlich und spart wo es möglich ist, nur um am Ende ne Menge Geld zu haben.

Da stellt sich doch auch die Frage nach dem Sinn: Warum das alles? Ist es nicht nur, damit am Ende der Chef oben steht und ne Menge Geld hat? Warum nicht ein Geschäftsmodell, wo mit dem Profit der Firma, die Lebensbedingungen der armen Menschen verbessert wird? Die einzige Antwort, die mir einfällt, ist da Gier. Der kik-Chef muss ja ganz schön herzlos sein, wenn er ne Menge Geld hat und das lieber behält anstatt es in die Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Arbeiter zu investieren. Das mit der Herzlosigkeit hat die Reportage ja auch recht gut dargestellt.

So sachlich korrekt auch alles ist (wenn wir davon ausgehen, dass es das ist). Es bleibt ein fader Beigeschmack und nicht nur bei mir, sondern bei vielen anderen auch.
 
Dieses System haben wir nicht abgeschafft, wir haben es exportiert, weil wir es nicht mehr mussten. Und irgendwann werden auch diese Länder es exportieren, weil sie es nicht mehr müssen. Weil die Kinder der Eltern, die dort arbeiten, mit dem Geld auf die Universität geschickt worden sind. Und weil diese Länder Step by Step ihr Umwelt - und Arbeitsstandards erhöhen werden.

So zieht die Karawane weiter, hinterlässt halbwegs entwickelte Länder und siedelt sich wieder dort an, wo es günstiger ist und so geht der Kreislauf weiter und weiter.
 
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