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Ärger mit anderen Familienmitgliedern über Erziehung von ADHS-Kind

Lasse die anderen doch reden, kritisieren, auf euch zeigen, das wird es immer geben, Besserwisser und schlaue Leute. Das kannst du nie verhindern, damit müsst ihr leben. Sei stolz auf das, was du erreicht und geschafft hast, schaue weg, wenn andere meinen, besser und schlauer zu sein. Kläre so gut wie machbar dein Kind auf, bleibe so sachlich wie machbar bei Gesprächen mit den anderen, es wird nicht einfacher.
 
Das klingt sehr belastend und unfair. Ich finde es großartig, wie du dein Kind unterstützt und alle euch möglichen Angebote in Anspruch nehmt. Das wird sich sicher auszahlen. Ich würde meine Energie, die ja schon das Kind strapaziert, nicht noch in Erklärungen und Rechtfertigungen für das Umfeld investieren. Es lässt sich bestimmt schwer ausblenden, aber vielleicht kannst du es trainieren. Dir Sätze zurechtlegen, klar und ohne Angriffsfläche für weitere Kommentare. Du bist die Erziehungsberechtigte, nicht Oma, Onkel, Freundin usw. Und du bist es, die weiß was Richtig für dein Kind ist, holst dir dafür Rat und Hilfe von Profis. Nicht beirren lassen.
 
Das klingt sehr belastend und unfair. Ich finde es großartig, wie du dein Kind unterstützt und alle euch möglichen Angebote in Anspruch nehmt. Das wird sich sicher auszahlen. Ich würde meine Energie, die ja schon das Kind strapaziert, nicht noch in Erklärungen und Rechtfertigungen für das Umfeld investieren. Es lässt sich bestimmt schwer ausblenden, aber vielleicht kannst du es trainieren. Dir Sätze zurechtlegen, klar und ohne Angriffsfläche für weitere Kommentare. Du bist die Erziehungsberechtigte, nicht Oma, Onkel, Freundin usw. Und du bist es, die weiß was Richtig für dein Kind ist, holst dir dafür Rat und Hilfe von Profis. Nicht beirren lassen.
Danke für deine Worte - du hast Recht! Ich darf meine Energie nicht mehr mit Besserwissern verschwenden!
 
Was kann ich tun, damit sich mein Umfeld endlich raushält und aufhört seinen Senf und seine Besserwisserei von sich zu geben und mir zu sagen, was ich (angeblich) tun soll? Das machen die ohne jegliches Hintergrundwissen, wohlgemerkt. Und will man was erklären, wollen sie es nicht hören.
Hi Blume,
ich kenne das auch, aber nur sehr selten, da es keine Familie bis auf Vater mehrere 100 km weit weg und die Großeltern ebenso, gibt.

Aber was ich darin erkenne, schon seit Anfang an beim Vater und früher auch von Freunden,- es ist eine Art von Verdrängung.
Denn es wird ja alles nur verharmlost. Und es liegt ja nicht an der Störung des Kindes sondern ganz bestimmt nur an der Erziehung und Verhalten der Mutter/Eltern.
Es ist wie ein Nicht-Wahr-Haben wollen.
Man will kein Enkel, Neffe mit einer Auffälligkeit.
Manche beziehen das scheinbar auf sich selbst, wenn sie erzählen ihr Enkel, Neffe, Kind von der Freundin ist anders, befürchten sie, das fällt auf sie als etwas unangenehmes zurück.
"Oh ein Kind mit ein Störung, wie bemitleidenswert." Kein Wunderkind das schon 5 Sprachen spricht, Klassenbester usw ist.
Viele Leute wollen einfach, das alles normal ist, dass sie nicht mit etwas unangenehmen hervorstechen.
Sie wollen mit ihrem Enkel, Neffe, etwas angeben, das fällt dann positiv auf sie zurück.

Und noch etwas dazu erwähnt, ich finde meine Mutter hatte wenn ich jetzt zurück blicke auch starke ADHS Verhaltensweisen. Ebenso der Vater meiner Tochter.
Meine Mutter hatte diese schlechte Ansprechbarkeit, man musste ihr manchmal auch etwas mehrmals erklären und erzählen bis sie es verstand.
Beim Vater ist es so, das er nur schwer einfach nur mal sitzen und zuhören kann. Da wird dann schnell gezappelt oder sich mit was anderem nebenher beschäftigt.
Eine Psychologin meinte auch, dass es in den Genen liegen könnte. Von daher schau mal bei deiner Familie genauer hin 😁

Also was es wohl braucht damit es für euch alle leichter wird, ist Akzeptanz. ADHS ist nichts schlimmes oder etwas wofür man sich schämen müsste.
Wichtig sollte allen doch nur sein, dass es dem Kind gut geht, es fröhlich ist usw.

Vielleicht hast du unbeabsichtigt diese Störung als zu dramatisch, zu folgenschwer dargestellt.
Mit zu vielen Problemen?
Ich weiß man könnte sich da oft drüber auskotzen, weil es einfach anstrengend ist.
Immer barfuß rum laufen, ist hier das gleiche^^
Und alles mögliche wird vergessen, immer muss man darauf achten und dran erinnern.
Ist halt so. Wird aber sicher immer besser, wenn Routinen gefestigt sind.
Das habe ich bei meiner Mutter ja gesehen. Immer die selben Abläufe. Ich fand es schrecklich, aber jetzt im Nachhinein weiß ich warum sie es gemacht hatte.

Also mir stellt sich die Frage, wie du mit der Diagnose klar kommst. Wie bringst du das rüber, als etwas schlimmes und dramatisches?
Darauf reagieren viele mit einem Herunterspielen und Absprechen von Tatsachen.

Ein Punkt könnte auch sein, dass sie nicht wollen dass du wegen deiner Tochter als etwas Besonderes hervor stichst. Als jemand der anders als alle andere behandelt wird, weil du es ja schwerer mit deiner Tochter hast zb.

Das weiß ich jetzt nicht, ob das von dir signalisiert wird oder die anderen darauf Wert legen sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen um schöne heile Welt vor zu spielen.
 
@Blume444 Deine Umgebung versteht dich nicht, weil du kein Mund für diese Ohren bist. Wenn jemand sich nicht in deiner Situation befindet, wird es dich auch nicht verstehen können. Umgebe dich mit Eltern, die das gleiche durchmachen oder durchgemacht haben. Du wirst sehen, wie sehr dich das erleichtern wird. Dass du trotz aller Widerstände für deine Tochter da bist, finde ich sehr stark. Lass dich nicht von irgendwelchen Unterstellungen beeinflussen. Vergiss nicht: Du bist kein Mund für diese Ohren!
 
Hi Blume,
ich kenne das auch, aber nur sehr selten, da es keine Familie bis auf Vater mehrere 100 km weit weg und die Großeltern ebenso, gibt.

Aber was ich darin erkenne, schon seit Anfang an beim Vater und früher auch von Freunden,- es ist eine Art von Verdrängung.
Denn es wird ja alles nur verharmlost. Und es liegt ja nicht an der Störung des Kindes sondern ganz bestimmt nur an der Erziehung und Verhalten der Mutter/Eltern.
Es ist wie ein Nicht-Wahr-Haben wollen.
Man will kein Enkel, Neffe mit einer Auffälligkeit.
Manche beziehen das scheinbar auf sich selbst, wenn sie erzählen ihr Enkel, Neffe, Kind von der Freundin ist anders, befürchten sie, das fällt auf sie als etwas unangenehmes zurück.
"Oh ein Kind mit ein Störung, wie bemitleidenswert." Kein Wunderkind das schon 5 Sprachen spricht, Klassenbester usw ist.
Viele Leute wollen einfach, das alles normal ist, dass sie nicht mit etwas unangenehmen hervorstechen.
Sie wollen mit ihrem Enkel, Neffe, etwas angeben, das fällt dann positiv auf sie zurück.

Und noch etwas dazu erwähnt, ich finde meine Mutter hatte wenn ich jetzt zurück blicke auch starke ADHS Verhaltensweisen. Ebenso der Vater meiner Tochter.
Meine Mutter hatte diese schlechte Ansprechbarkeit, man musste ihr manchmal auch etwas mehrmals erklären und erzählen bis sie es verstand.
Beim Vater ist es so, das er nur schwer einfach nur mal sitzen und zuhören kann. Da wird dann schnell gezappelt oder sich mit was anderem nebenher beschäftigt.
Eine Psychologin meinte auch, dass es in den Genen liegen könnte. Von daher schau mal bei deiner Familie genauer hin 😁

Also was es wohl braucht damit es für euch alle leichter wird, ist Akzeptanz. ADHS ist nichts schlimmes oder etwas wofür man sich schämen müsste.
Wichtig sollte allen doch nur sein, dass es dem Kind gut geht, es fröhlich ist usw.

Vielleicht hast du unbeabsichtigt diese Störung als zu dramatisch, zu folgenschwer dargestellt.
Mit zu vielen Problemen?
Ich weiß man könnte sich da oft drüber auskotzen, weil es einfach anstrengend ist.
Immer barfuß rum laufen, ist hier das gleiche^^
Und alles mögliche wird vergessen, immer muss man darauf achten und dran erinnern.
Ist halt so. Wird aber sicher immer besser, wenn Routinen gefestigt sind.
Das habe ich bei meiner Mutter ja gesehen. Immer die selben Abläufe. Ich fand es schrecklich, aber jetzt im Nachhinein weiß ich warum sie es gemacht hatte.

Also mir stellt sich die Frage, wie du mit der Diagnose klar kommst. Wie bringst du das rüber, als etwas schlimmes und dramatisches?
Darauf reagieren viele mit einem Herunterspielen und Absprechen von Tatsachen.

Ein Punkt könnte auch sein, dass sie nicht wollen dass du wegen deiner Tochter als etwas Besonderes hervor stichst. Als jemand der anders als alle andere behandelt wird, weil du es ja schwerer mit deiner Tochter hast zb.

Das weiß ich jetzt nicht, ob das von dir signalisiert wird oder die anderen darauf Wert legen sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen um schöne heile Welt vor zu spielen.
 
Hallo,

vielen Dank für deine lange und ausfhrliche Antwort!
Also für mich ist es kein Problem, kein "perfektes Kind" zu haben - denn ich selbst habe Epilepsie und weiß genau, wie es ist, eine Beeinträchtigung zu haben. Aber manchmal bringt mich unsere Tochter an die nervlichen Grenzen. Statt dann Unterstützung vom Umfeld zu bekommen, und sei es nur mit Worten, wird es entweder runtergespielt oder ich krieg noch eins drauf, nach dem Motto, das liegt an meiner schlechten Erziehung, also ich bin Schuld, wenn sich unsere Tochter nicht angemessen verhält, z.B. laut ist, nicht stillsitzen kann, barfuß rumrennt usw.
Was die Genetik angeht, hast du völlig Recht: Bei meinem Bruder wurde im Erwachsenen-Alter ADHS diagnostiziert und auch ein Onkel sowie meine Oma zeigen diese Verhaltensweisen, wollen aber nichts davon hören (gibt es ja nicht).

Ich denke, dass es viel ein "nicht wahrhaben wollen" ist. Am meisten ärgern mich die, die ubsere Tochter einmal im Quartal sehen und dann meinen, mir zu sagen, wie ich sie zu erziehen habe. Als sie noch kleiner war (2 bis 3 Jahre) hatte sie solche Wutausbrüche, dass sie völlig die Kontrolle verlor und ihren Kopf mit Wucht auf den Boden geknallt hat. Immer wieder. Damals wussten wir noch nichts von der ADHS, aber ich fand das beängstigend. Da sie nicht zu beruhigen war und mich in diesem Delirium geschlagen und gebissen hat, hab ich sie damals in ihr Kinderbett mit Gittern, damit sie sich nicht weiter verletzt. Sie hat natürlich erst noch eine Weile weitergebrüllt. Ich war dann die böse Rabenmutter, die ihr armes Kind schreien lässt - wie ich nur so herzlos sein könnte usw. So ist das teils heute noch bei Wutanfällen (ich lasse unsere Tochter dann einfach in Ruhe, bis es abgeklungen ist).
Keiner will verstehen, dass dies ein Symptom der ADHS ist und gut zureden in dem Moment nichts hilft.
 
Hallo,

vielen Dank für deine lange und ausfhrliche Antwort!
Also für mich ist es kein Problem, kein "perfektes Kind" zu haben - denn ich selbst habe Epilepsie und weiß genau, wie es ist, eine Beeinträchtigung zu haben. Aber manchmal bringt mich unsere Tochter an die nervlichen Grenzen. Statt dann Unterstützung vom Umfeld zu bekommen, und sei es nur mit Worten, wird es entweder runtergespielt oder ich krieg noch eins drauf, nach dem Motto, das liegt an meiner schlechten Erziehung, also ich bin Schuld, wenn sich unsere Tochter nicht angemessen verhält, z.B. laut ist, nicht stillsitzen kann, barfuß rumrennt usw.
Was die Genetik angeht, hast du völlig Recht: Bei meinem Bruder wurde im Erwachsenen-Alter ADHS diagnostiziert und auch ein Onkel sowie meine Oma zeigen diese Verhaltensweisen, wollen aber nichts davon hören (gibt es ja nicht).

Ich denke, dass es viel ein "nicht wahrhaben wollen" ist. Am meisten ärgern mich die, die ubsere Tochter einmal im Quartal sehen und dann meinen, mir zu sagen, wie ich sie zu erziehen habe. Als sie noch kleiner war (2 bis 3 Jahre) hatte sie solche Wutausbrüche, dass sie völlig die Kontrolle verlor und ihren Kopf mit Wucht auf den Boden geknallt hat. Immer wieder. Damals wussten wir noch nichts von der ADHS, aber ich fand das beängstigend. Da sie nicht zu beruhigen war und mich in diesem Delirium geschlagen und gebissen hat, hab ich sie damals in ihr Kinderbett mit Gittern, damit sie sich nicht weiter verletzt. Sie hat natürlich erst noch eine Weile weitergebrüllt. Ich war dann die böse Rabenmutter, die ihr armes Kind schreien lässt - wie ich nur so herzlos sein könnte usw. So ist das teils heute noch bei Wutanfällen (ich lasse unsere Tochter dann einfach in Ruhe, bis es abgeklungen ist).
Keiner will verstehen, dass dies ein Symptom der ADHS ist und gut zureden in dem Moment nichts hilft.

Das ist echt traurig.
Wir sehen den Vater ja auch nicht oft und anfangs wollte er auch immer nicht glauben, dass irgend etwas nicht geht. Nach ein paar Tagen mit ihr, hat er es dann eingesehen.
Doch ich muss zugeben, bei manchen Dingen hatte er Recht.
Ich neige ja mittlerweile auch schon dazu, alle möglichen Hürden und Schwierigkeiten im Vorfeld auszuräumen oder zu umschiffen, weil es "könnte" ja schwierig werden und Theater geben. Manchmal hat das aber dann doch gut geklappt. Und ich habe es nur versucht, weil der Vater es so wollte und ich mir dachte, dann handle du das falls es Theater gibt.

Also die eigene Erfahrung lehrt manche besser als viele Worte.
Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit sie mal auflaufen zu lassen.

Schwierig, es immer richtig zu machen. Man muss flexibel genug sein um immer wieder zu überprüfen ob manches jetzt vielleicht doch geht, oder nochmal anders dran gehen.
Unabhängig von den Besserwissern.

Mir hatte der Vater einmal ordentlich Druck gemacht, weil sie etwas nicht konnte. Ich bin da das letzte Mal drauf eingestiegen und hatte es erklärt. Mir gefällt es ja auch nicht das es so ist. Nur wie bei so vielem, wenn die Entwicklung voranschreiten, wird sie auch das können.

Seitdem gehe ich jedenfalls auf nichts mehr ein von ihm, dann liegt der Fehler halt bei mir und er hat Recht. Das denkt er ja auch wenn ich dagegen argumentiere. 🤔
Viele verstehen auch gar nicht, dass man auf Dauer nicht ständig wegen jeder Kleinigkeit wie zb dem barfuß laufen mit dem Kind auf Konfrontation gehen will und kann.
Die Kraft muss rationiert werden für die wichtigen Dinge, wie Gesicht waschen, Zähne putzen, Haare kämmen und ins Bett gehen und morgens aufstehen usw.

Ich glaube ich würde im Gespräch mit diesen Besserwissern immer aufzählen, was deine Tochter alles gut kann. Und mich daran auch erfreuen. Damit der Fokus endlich mal davon weg geht, was sie nicht gut kann, oder du etwas besser zu machen hast.
Die Oma von meiner Tochter macht das so. Sie sagt immer was sie toll an meiner Tochter findet und was sie noch nicht kann wird sie sicher noch lernen.
 
Wir haben auch ein mit ADHS diagnostiziertes Kind - unsere Tochter ist mittlerweile 20 Jahre alt. Ich habe damals sehr schnell damit aufgehört, von der Störung und damit verbundenen Problemen im Verwandten- und erst recht im Bekanntenkreis zu erzählen; lediglich in der Schule und beim Sport wussten Lehrer und Trainer Bescheid. Allerdings hatte ich auch das Glück (?), eine sehr gute Freundin zu haben, deren Sohn ebenfalls betroffen war - nur ohne Hyperaktivität. Zuspruch und Unterstützung bekam ich dann auch noch über Kontakte, die ich im Rahmen einer Mu-Ki-Kur geknüpft hatte. Auch da gab es betroffene Kinder; die sind ja alles andere als selten. Und dieses relativ häufige Phänomen führt eben wohl auch dazu, dass man mit seinen Sorgen nicht ernst genommen oder es als etwas abgetan wird, was angeblich alltäglich ist. Dass Kinder fordernd sind, ihre Grenzen austesten, gehört ja tatsächlich zum Großwerden mit dazu. Dass es da etwas gibt, was noch einen weiteren Unterschied macht, kann man als Außenstehender nicht nachvollziehen.

Ich würde den üblichen Verdächtigen daher auch tatsächlich nichts mehr erzählen. Such dir ein Forum zum Thema - da gibt es wirklich viele - und tausch dich dort aus.

Die von dir geschilderten Probleme mit dem Herumtrödeln und der Fliege an der Wand, die die Aufmerksamkeit unverhofft bindet und Pläne zunichte macht, kennt ich auch zur Genüge. Ein Stückweit muss man da auch tatsächlich einfach durch und den Spagat hinbekommen zwischen Leitlinien und einer gewissen Entspanntheit. Unserem Kind hat es z. B. sehr geholfen, nicht ellenlang am Tisch sitzen bleiben zu müssen, wenn sie mit dem Essen fertig war. Selbst im Restaurant durfte sie herumlaufen mit der Auflage, keinem Kellern vor die Füße zu laufen und keine anderen Gäste zu behelligen. Das hat prima geklappt - wir hatten ein zufriedenes Kind und waren selber ausgeglichen.

Natürlich gab es aber auch bei uns ein paar herausfordernde Situationen. Für uns war dann die medikamentöse Therapie mit Methylphenidat (in Ergänzung mit Leistungssport als körperlichem Ausgleich für das H) ein Game Changer, der die Probleme nahezu hat verschwinden lassen - es war ein Segen nicht nur für uns als Eltern, sondern insbesondere für unsere Tochter. Leider war sie schon fast im 3. Schuljahr, als wir mit der Medikation begannen und erste schulische Defizite durch die Unkonzentriertheit in den ersten beiden Schuljahren bereits offenbar. Die musste sie also wieder aufholen, hat das aber super hinbekommen. Ab der weiterführenden Schule lief es dann wie am Schnürchen, sie war eigentlich die gesamte Zeit über eine der Besten, megakonzentriert und interessiert, durfte eine Klasse überspringen und hat ein Bombenabi hingelegt. Ich bin sicher, dass ihr Leben ohne Medikinet deutlich problematischer verlaufen wäre. Wir haben ihr damit eine Chance eröffnet und die hat sie genutzt. Wichtig ist die engmaschige Betreuung durch den Arzt - die ist aber ohnehin gegeben, da die Verschreibung von BTM strikt geregelt ist.
 
Viele verstehen auch gar nicht, dass man auf Dauer nicht ständig wegen jeder Kleinigkeit wie zb dem barfuß laufen mit dem Kind auf Konfrontation gehen will und kann.
Die Kraft muss rationiert werden für die wichtigen Dinge, wie Gesicht waschen, Zähne putzen, Haare kämmen und ins Bett gehen und morgens aufstehen usw.

Genau das ist es - du hast es perfekt benannt: Ich brauche meine Kraft für die wichtigen Dinge und nicht für Kleinigkeiten wie barfuß laufen. Denn es gibt echt Wichtigeres!
Ebenso ist dieser ständige Streit um Kleinigkeiten schlecht für das Familienklima und schädlich für das Selbstwertgefühl des Kindes. Denn unsere Tochter macht das nicht, weil sie uns ärgern will, sondern weil sie sich unwohl fühlt (Socken) oder weil sie nicht anders kann (zappelig sein, nicht stillsitzen können)
 

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