Du wirst mit der Sache so und so nicht durchkommen. Die nachträgliche Minderjährigenadoption ist für "Kinder", die schon während sie noch minderjährig waren eine deutlich bessere Beziehung zu ihren künftigen Adoptiveltern hatten als zu den leiblichen Eltern. Also z.B. für Pflegekinder, die schon seit dem Kindergarten bei ihrer Pflegefamilie lebten, die leiblichen Eltern hassen (hat meist ja seine Gründe, dass sie weggenommen wurden) und von ihrer Pflegefamilie adoptiert werden wollen. Wenn sich da die leiblichen Eltern die ganze Zeit gegen die Adoption ausgesprochen hatten, wird das notfalls noch nach dem 18. Lebensjahr gemacht.
Aber: du musst nachweisen müssen, dass du zu den Adoptiveltern schon lange eine bessere Beziehung hast. Da will das Gericht mindestens Fotos sehen, wie du als Kind und Jugendliche z.B. "Familienausflüge" gemacht hast. Wo willst du diese Fotos herkriegen? Dann ist da noch deine leibliche Familie, die sich garantiert dagegen wehren wird. Und die haben garantiert Fotos und Nachweise, dass sie dich großgezogen hatten und du all die Zeit Teil IHRER Familie warst. Spätestens, wenn das Gericht von deiner einstigen Therapie Wind bekommt, werden sie es als psychische Krankheit sehen und dich in die Psychiatrie einweisen, statt einer neuen Familie zuteilen.
Es tut mir leid, aber EINE ADOPTION GEHT NICHT! Auch nicht, wenn du tatsächlich Adoptiveltern fändest. Die Frau, die die Wahrheit kennt, hat damit gar nichts zu tun. Denn spätestens vor Gericht wirst du scheitern, weil du keine enge Familienzugehörigkeit in der neuen Familie nachweisen kannst.
Dir bleibt nichts anderes übrig, als dir eine Ausbildungsstelle zu suchen und eine Therapie zu machen. Wenn du finanziell auf eigenen Füßen stehst, kannst du dir eine neue Telefonnummer besorgen, umziehen und dem Einwohnermeldeamt sagen, dass sie deine Adresse nicht rausrücken dürfen, auch nicht an deine Eltern.
Ich verstehe übrigens das Problem mit der Familienversicherung nicht. Als ich wegen Studium auszog, war ich auch noch familienversichert. Ich bin zur Krankenkasse, hab gesagt "hier ist meine neue Adresse" und die Papiere kamen künftig an die neue Adresse. Meine Eltern brauchte ich dafür nicht. Da ich auch meine eigene Versichertenkarte habe, konnte ich auch ohne meine Eltern zum Arzt...