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Abhängig von der Therapie...?

nölla

Mitglied
Hallo,
ich bin noch nicht lange in der Psychotherapie und merke jetzt schon, wie „süchtig“ ich danach werde. Es ist einfach so ein schönes Gefühl, dass ich über meine Sorgen reden kann, ganz offen, und es mal nur um mich geht und mir vor allem jemand zuhört.
Habt ihr das ähnlich erlebt? Ich habe meinen nächsten Termin erst in 2 Wochen und fiebere schon ausgiebig darauf hin, wobei mir natürlich bewusst ist, dass dieses hinfiebern auch im Hinblick auf die Zeit nach der Therapie nicht sonderlich gut ist....
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo nölla,
ich war früher mal Ausbilder für Psychotherapie
und verstehe daher deine Bedenken sehr gut.

Wie fast jede Behandlung hat auch die Psycho-
therapie Nebenwirkungen – eine davon ist das
Risiko, von dieser Art der Kommunikation und
Aufmerksamkeit abhängig zu werden und da-
durch in seinen "normalen" sozialen Beziehun-
gen keine so wertvollen mehr zu sehen.

Der Unterschied ist ja, dass in diesem Rahmen
weder ein Gespräch auf Augenhöhe noch auf
Gegenseitigkeit stattfindet. In gewisser Weise
ist es ähnlich wie bei der Prostitution, es ist so-
zusagen "professionell" und der Therapeut ent-
scheidet nicht wie im normalen Leben nach
Sympathie oder Laune, ob er seine Aufmerk-
samkeit schenkt oder lieber selber welche an-
fordert. Er tauscht seine Zeit, sein Wissen und
seine Aufmerksamkeit gegen Honorar.

Das ist durchaus heilsam, aber aus meiner Sicht
sollte die Therapie so kurz wie möglich sein und
keine anderen sozialen Beziehungen ersetzen.

Dass du so eine Frage stellst, zeigt schon eine
gewisse gesunde Skepsis deinerseits und diese
könnte dich vor zu schlimmen Nebenwirkungen
schützen.

Hier ist es übrigens eine Art Zwischenbereich bei
hilferuf.de – denn die Schreibenden bekommen
kein Honorar, sie können auch mal selbst was
fragen und sie entscheiden selbst, auf welche
Postings sie antworten ;)

Alles Gute!
Werner
 

Lúthien Tinúviel

Aktives Mitglied
Moin,

ich muss sagen, nein, so habe ich das nicht erlebt. Natürlich habe ich manchmal auch gedacht: "Meine Güte, es soll bitte endlich die nächste Sitzung sein", weil es mir nicht gut ging und ich Dinge mit meiner Therapeutin besprechen wollte, die mich sehr umgetrieben haben. Und es war auch angenehm, dass es nur um mich und meine Bedürfnisse ging. Aber insgesamt war das alles harte Arbeit, ich war oft nach einer Sitzung zu nichts mehr zu gebrauchen, und am Ende der Therapie war ich doch relativ froh, dass ich nicht mehr hingehen würde - es gab einfach auch nichts mehr zu besprechen. Ich habe das mehr als Arbeitsbeziehung erlebt: Meine Krankenkasse hat der Therapeutin Geld gegeben, dafür hat sie mit mir erarbeitet, wieso es mir schlecht geht und was ich dagegen tun kann. Das klingt utilitaristisch, hat mir aber so am besten geholfen. Denn andere soziale Beziehungen hatte (und habe) ich: Familie Freunde, da musste die Therapeutin nichts ersetzen; Zuhörer hatte ich, nur keine, die ihre professionellen Fähigkeiten hatten.

Ich denke aber auch, es ist gut, dass dir das auffällt. Evtl. könnte man das ja auch zusammen in der Therapie besprechen?
 

Sil the evil Bitch

Aktives Mitglied
Abhängigkeit kann tatsächlich entstehen, wenn man eventuell schon lange verzweifelt nach einen Therapieplatz sucht und dann wenn man einen endlich hat, all sein Glück exzessiv auf diesen einen Therapeuten projiziert ohne nach links oder rechts zu dchauen. Dadurch wird unbewusst dass Scheitern der Therapie vorprogrammiert, weil zu hohe Erwartungen schnell in Enttäuschung und Frust münden.

Um den vorzubeugen, hilft es am besten sich zu erinnern, dass selbst der beste Therapeut der Welt nicht Jesus ist sondern auch nur ein Mensch mit eigenen Grenzen. Das hilft mir zmd. Nicht die Haftung zu verlieren.
 

weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Warum sind die Abstände zwischen zwei Sitzungen so lang?

Es ist ein normaler Vorgang, den Du beschreibst, viele verlieben sich auch in ihren Therapeuten/ ihre Therapeutin. Es ist einfach eine unvergleichliche Erfahrung, dass sich jemand einem derart zuwendet.

Du solltest Deine Befürchtungen in der Therapie besprechen. Und was das "danach" angeht: je nach Ansatz und bewilligtem/ vereinbartem Stundenumfang gibt es nach einiger Zeit auch eine gewisse Therapiemüdigkeit. Diese Anfangseuphorie verfliegt. Und ein/e gute/r Therapeut/in wird das Ende der Therapie auch einleiten, besprechen, wie es danach weitergeht, Ankerpunkte erarbeiten.

Abhängigkeit von der Therapie ist ja nie das Ziel. Was ist Dein Ziel?
 

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