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9 Jahre - und plötzlich ist alles vorbei.

Ich versuche es... schon die ganze Zeit. Ich schaue auf den Bahnhofsplatz vor der Firma, lenke mich ab, Surfe im Netz, versuche zu arbeiten... einfach um die nächsten Minuten zu überstehen. Ich komme kaum gegen die aufkommende Panik an. Und immer noch die Hoffnung... die unglaubliche Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch alles klären läßt, dass es ggf. nur eine Überreaktion war. Aber irgendwie ist es auch eine sinnlose Hoffnung, mein Gehirn läßt sie einfach nicht los.
Aber egal was passiert, wenn ich heute abend nach hause komme... irgendetwas in mir ist heute Nacht zerbrochen, nach dem Gespräch, ich weiß nicht was, aber es tut weh.

Ich habe hier in der Firma niemanden, den ich nahe genug an mich herangelassen habe. Es gab mal jemanden, der mich einfach mit seiner offenen Art überrannt hat, aber der sitzt jetzt in einer anderen Niederlassung.

Es gibt in meinem ganzen Umfeld niemanden, mit dem ich reden könnte. Ich habe bewußt vermieden, 'Freundschaften' über eine oberflächliche Ebene hinaus zuzulassen.

Es tut so weh. Und ich kann kaum gegen die Panikattacken und die Angst ankämpfen.
 
Aber du schaffst es!!!

Du gehst jede Minute weiter, jede Sekunde.... und ja, es tut so sehr weh..... Atmen nicht vergessen.

Schieb eine Wolke vor das gestern. Es ist dann ja noch da, es geht dir nicht verloren, aber schieb sie davor und atme und schau, was sich verändert.
 
Bin gerade 15Minuten bei einem Kollegen gewesen, Probleme beim buchen. Der Anruf kam, sofort funktioniert meine 'Maske' wieder 15Minuten Ablenkung, das hat so gut getan. Aber es hat viel, viel Kraft gekostet, mein Unterbewußtsein hämmerte regelrecht gegen die Tür meines Bewußtseins.

Jetzt bin ich wieder zurück im Büro. Und es ist, als ob sich alles verfinstert, das Licht dunkler ist, als sonst. Ich kenne das schon. Ich wünschte, es wäre 'nur' eine Trennung, 'nur' Liebeskummer, aber es ist bei mir viel mehr. Ich kann und will nicht in mein altes Leben zurück, das auf mich wartet, voller Einsamkeit, Angst, Pank, Traurigkeit, Verzweifelung. Keine Kraft, etwas zu ändern, keine Energie, ich weiß nicht, wie ich das in Worte fassen kann.

Ich glaube eine Schwäche von mir ist, dass Liebe und Beziehung bei mir Bedingungslos sind. Ich binde mich zu 100%, ich kann es nicht anders, keine 'Rettungsanker' wie ich es schon gehört habe. So etwas käme mir wie Betrug vor. Ich habe mal geschworen, mit niemals wieder zu verleiben, auch, weil ich den Eindruck hatte, dass ich niemandem mein Leben zumuten kann, mit all den Ängsten und Einschränkungen. Bei ihr hat das einfach nicht funktioniert.

Ich mach Schritt für Schritt, immer noch ein paar Minuten... aber ich habe Angst, Angst davor, dass ich es diesmal nicht schaffe, dass die Verzweifelung immer stärker wird.
Und ich habe noch viel mehr Angst vor dem, was kommt, wenn ich es schaffe. Denn dann kommt die Leere, und ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll...

Ich bin Euch allen so dankbar, dass ich das hier schreiben darf und ihr mir zuhört und versucht zu helfen. Das hilft mir sehr.
 
weiß sie um deine (jetzt) aufgetretenen nöte? um dein zerrissensein?
neun jahre sind eine lange zeit. wie wirst du ihr gegenübertreten--
 
Ich kann meinen Ängsten und meiner Verzweifelung nicht nachgeben. Ich habe erlebt, was dann passiert, das ging bis zur Selbstverletzung und sogar einem Suizidversuch (vor ca. 20 Jahren). Ich suche über kurz oder lang alle Schuld bei mir, es läuft immer darauf hinaus. Und dann komme ich in meinem schrägen Hirn irgendwann darauf, mich selbst auch dafür zu bestrafen, dass es mir so schlecht geht. Und das Ganze passiert, obwohl ich das weiß.
Je mehr ich meiner Angst und Verzweifelung nachgebe, desto mehr tauche ich in eine Art 'Finsternis', ich kann dann nicht mehr klar denken, nur noch die Depression bestimmt dann mein ganzes Handeln, die Rationalität wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Ich verliere mich regelrecht.
Genau dahin bewege ich mich gerade und ich kann es nicht aufhalten. Wenn ich die Beziehung verliere, dann verliere ich jeden Halt, jeden Bezug zur Realität. Das habe ich schon alles durchgemacht.
Und ich bin zu Psychologen gerannt. Ich bekam Termine... irgendwann. Ich bekam Adressen. Und irgendwann auch mal eine Art Gespräch. Ich kann mich an die Inhalte kaum erinnern. Da ist sofort wieder diese 'Maske' die mein innerstes vor der Realität abschrimt, sofort, wenn ich irgendwo mit Menschen zu tun habe. ich kann das nicht steuern, es passiert automatisch.
Nur eben bei ihr nicht. Nicht mehr. Sie ist einfach zu mir vorgedrungen. Einfach so. Ich habe es nicht mal bemerkt. Am Anfang war die Oberflächlichkeit. Von meiner Seite aus. Einfach treffen, ein bisschen erzählen. Nichts bewegendes. Und plötzlich wohnten wir zusammen. Und plötzlich war in der Leere, die mein Leben war, ein Sinn, alles war plötzlich so logisch. Und es ging vorwärts, ich habe mein Leben auf die Reihe bekommen. Aber nur durch sie habe ich das alles schaffen können, was ich heute bin und es geht irgendwie nicht alleine.
Besser kann ich es nicht erklären. Ich bin ohne sie wieder ganau das, was ich mein Leben lang war. Eine nutzlose Ansamlung von Ängsten, die mit dem Leben an sich schon nicht klarkommt. Es ist einfach zu komplex.
 
@frauenrausch:
ja, sie weiß sehr genau, wie es mir geht. Sie kennt mich ziemlich gut.

Wie soll ich ihr gegenübertreten - ich weiß es nicht. Ich habe Angst vor dem Nachhausekommen. Ich habe Angst vor dem, was dann passiert. ich habe Angst, dass sie gar nicht mehr da ist. Ich weiß nicht, was dann passiert. Keine Ahnung. Ich habe so unglaubliche Angst vor der Leere, dass es mich einfach zerreißt. Ich komme nicht mehr gegen die Panik an, wenn ich daran denke. Ich weiß, ich kann diesen Verlust nicht mehr ertragen, so vieles ist passiert im Leben, das ist irgendwie der letzte Tropen.

Ich kann einfach nicht mehr kämpfen. Ich habe keine Kraft mehr.
 
Doch hast du Kraft.

Alles das, was du beschreibst, was sich positives durch sie entwickelt hat, hat sich eben DURCH sie entwickelt. Sie hat dir Kraft gegeben dich selber gegen das andere durchzusetzen, ja. Und du bist aber letztendlich genau diese Schritte gegangen und hast es alleine vollbracht!!

Deshalb auch sehe ich, dass in dir Kraft steckt. Kraft weiterzugehen und wenn es durch das Tal der Finsternis geht. Da wo Finsternis ist, ist auch Licht, da wo Leere ist, gibt es auch etwas zu füllen.

Du hast Halt, denn du hast eine Arbeitsstelle, du hast deine Maske... du hast.... sicher noch andere Dinge. Entdecke sie, mach die Augen auf.

Sieh auch, was du in der Zeit geschafft hast, als dein Kollege Hilfe brauchte. Hey..... DAS war Leben, DA warst du da!!!
 
einfach zu fliehen, dich in einem hotel einzubuchen geht sicherlich nicht gut.
du "musst" dich ihr und der wahrheit stellen. ich weiß nicht, wie "einfach" sich ihr auszug gestalten wird. wobei-eigentlich müsste es dir sehr egal sein.
ach, mensch...
 
Du glaubst gar nicht, ohne was und wen man so alles "leben" kann!
Meine Freundin ist auch abgehauen - von jetzt auf gleich.
Ist halt so.
Leben geht weiter. Auch für dich.
 
ich versdtehe das du voll down bist und nicht wirklich klar denken kannst. alles was dich hielt ist weggefallen..

ich würde es auch so machen,wie schon jemand schrieb, zum doc gehen, krankschreibung und dich darum kümmern,das du hilfe bekommst. den weg zu gehen ist nun deine pflicht. es ist dein leben, du musst dich nun selbst retten und einen ersten schritt machen. alles andere kommt dann von allein.

du willst nicht ins alte leben zurück? klar, weil du s dir vorstellst wies war...doch ich denke, es kann ja nicht emhr so sein, du hast zwishcenzeitlich viel erfahren und sicherlich auch dinge gelernt...daran musst du dich nun fest halten.

zum beispiel das gefühl, dein leben zu lieben...scheint dir nun wahrscheinlich nicht möglich.doch dieses gefühl ist in dir verankert und du kannst es hervorholen...es kann dir helfen, die schwere zeit zu überbrücken.
all das sagt dir jetzt bestimmt wenig....doch suche dir hilfe und du wirst erkennen können,das du ja nicht mehr genza der bist, der das alte leben lebte.

ein ende bedeutet immer auch ein neubeginn...
in deiner lage sowas zu lesen,ist sicherlich sehr bescheiden....doch mache einen schritt, hin zur hilfe und du wirst mehr erkennen können.

im grunde wars eine beziehung,die dich nur aufgehalten hat,dich um dich selbst zu kümmern.....das musst du nun nachholen.
gehe zum doc und bite um hife. dir sind deine probs bekannt,sage sie ihm und frage was du tun kannst.das ist der wichtigste schritt.
denke nicht gro nach,mach das einfach.🙂
 

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