Hallo,
ich bin gerade zunehmend am verzweifeln und es fühlt sich so an, als würde sich ein gewisser Angstzustand manifestieren, daher versuche ich gerade Meinungen oder Empfehlungen bzgl. meiner Situation zu sammeln / erhalten.
Zu meiner aktuellen Lage: Ich bin 38 und habe einen schlechten Hauptschulabschluss (Durchschnitt 4,1) welcher nun bereits über 20 Jahre zurückliegt und auf meine damalige körperlich und daraus resultierenden auch psychischen Verfassung zurückzuführen ist. Ein Herzfehler, welcher lange nicht richtig erkannt bzw. entsprechend behandelt wurde, hatte viele Ausfälle im Unterricht zufolge und mein Wissensstand geriet zunehmend ins Hintertreffen. Gesagt zu bekommen, dass man den Schwindel und das Herzrasen ja nur durch Lernstress hat oder sogar simuliert war dann das Tüpfelchen auf dem i für das Selbstwertgefühl.
Nach dem Abschluss und dem Gefühl wertlos und der Arbeitswelt nicht gewachsen zu sein (obwohl ich einige sehr gute Praktikas während der letzten Schuljahre absolvieren konnte), wurde dann etwa 2005 meine Freundin schwer krank. Eine Kombination aus widerkehrender Schmerzkrankheit und steigender chronischer Erschöpfung, welche zu dem damaligen Zeitpunkt gefühlt kein Arzt richtig diagnostizieren konnte oder wollte. Es wurde auf die Psyche geschoben und eine Einstufung in Behindertengrade wäre überflüssig oder nicht möglich etc. - dabei war der Alltag ohne Hilfe oft quasi nicht mehr zu bewältigen. Die Universität, welche meine Freundin besucht hatte, riet sogar aktiv von einer generellen bzw. weiteren Einstufung in dieser Richtung ab, da es ihre Chancen im Studium gefährden hätte können, vor allem ohne bis dato jegliche medizinische Belege.
Ich will hier jetzt auch nicht weiter ins Detail gehen, außer dass ich bis vor kurzem mehr oder weniger ehrenamtlich die Alltagshilfe und auch oft tatsächliche Pflege auf täglicher Basis übernommen habe. Inzwischen ist durch die zurückliegende Pandemie und ihre gesundheitlichen Langzeitfolgen ja zum "Glück" etwas mehr Verständnis und Anerkennung dieser Krankheitsbilder in der Gesellschaft angekommen und der Pflegegrad meiner Freundin liegt inzwischen anerkannt bei Stufe 4. Das bietet zum Glück nun zukünftig viel mehr Optionen, was die Versorgung und Bewältigung des Alltags betrifft.
Da uns die Elternteile in den ganzen Jahren sowohl mit einer Wohngelegenheit für meine Freundin im eigenen Haus und auch finanziell sehr unterstützt haben und ich meist nur den Haushalt als eine kleine Gegenleistung nahezu vollständig übernehmen konnte, würde ich jetzt gerne versuchen so schnell es geht tatsächlich endlich auf eigenen Beinen zu stehen. Meine Eltern werden nicht jünger und ich will mich für diese unendliche Großzügigkeit gerne noch irgendwann mehr erkenntlich zeigen können... hoffentlich.
Ich bin mir meiner Situation bewusst und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich keine unfassbare Angst vor dem Jobcenter und der drohenden “Unvermittelbarkeit” angesichts meiner fehlenden Qualifikationen und Referenzen hätte. Durch meine Pflegetätigkeit im privaten Haushalt könnte ich mir durchaus einen Weg in den tatsächlichen Pflegedienst vorstellen und ein Weg als Pflegehelfer wäre laut einigen Recherchen ja evt. selbst für einen Versager auf dem Papier wie mich nicht ganz ausgeschlossen… hoffe ich jedenfalls.
Die andere Option wäre, dass ich das über die Jahre angesparte Geld in ein Fernstudium investiere, um meine mittlere Reife in den nächsten zwei Jahren nachzuholen und so die Gesamtsituation ggf. zumindest geringfügig (vielleicht würde ja die Selbstdisziplin dafür auf dem Papier auch etwas zählen?) etwas aufzubessern.
Aber egal in welche Richtung ich derzeit blicke, die Versagensängste sind leider riesig.
Falls jemand von euch generelle Ratschläge oder eine sinnvolle Priorität für das weitere Vorgehen hätte… ich wäre dankbar für jeden Input und Denkanstoß. Gerade fühlt sich alles doch sehr überwältigend an. Die Realität ist wie ein Dammbruch über mich hinweggefegt, als ich jetzt wieder mehr Zeit nur für mich und meine Gedanken hatte.
Gruß, Pyre
ich bin gerade zunehmend am verzweifeln und es fühlt sich so an, als würde sich ein gewisser Angstzustand manifestieren, daher versuche ich gerade Meinungen oder Empfehlungen bzgl. meiner Situation zu sammeln / erhalten.
Zu meiner aktuellen Lage: Ich bin 38 und habe einen schlechten Hauptschulabschluss (Durchschnitt 4,1) welcher nun bereits über 20 Jahre zurückliegt und auf meine damalige körperlich und daraus resultierenden auch psychischen Verfassung zurückzuführen ist. Ein Herzfehler, welcher lange nicht richtig erkannt bzw. entsprechend behandelt wurde, hatte viele Ausfälle im Unterricht zufolge und mein Wissensstand geriet zunehmend ins Hintertreffen. Gesagt zu bekommen, dass man den Schwindel und das Herzrasen ja nur durch Lernstress hat oder sogar simuliert war dann das Tüpfelchen auf dem i für das Selbstwertgefühl.
Nach dem Abschluss und dem Gefühl wertlos und der Arbeitswelt nicht gewachsen zu sein (obwohl ich einige sehr gute Praktikas während der letzten Schuljahre absolvieren konnte), wurde dann etwa 2005 meine Freundin schwer krank. Eine Kombination aus widerkehrender Schmerzkrankheit und steigender chronischer Erschöpfung, welche zu dem damaligen Zeitpunkt gefühlt kein Arzt richtig diagnostizieren konnte oder wollte. Es wurde auf die Psyche geschoben und eine Einstufung in Behindertengrade wäre überflüssig oder nicht möglich etc. - dabei war der Alltag ohne Hilfe oft quasi nicht mehr zu bewältigen. Die Universität, welche meine Freundin besucht hatte, riet sogar aktiv von einer generellen bzw. weiteren Einstufung in dieser Richtung ab, da es ihre Chancen im Studium gefährden hätte können, vor allem ohne bis dato jegliche medizinische Belege.
Ich will hier jetzt auch nicht weiter ins Detail gehen, außer dass ich bis vor kurzem mehr oder weniger ehrenamtlich die Alltagshilfe und auch oft tatsächliche Pflege auf täglicher Basis übernommen habe. Inzwischen ist durch die zurückliegende Pandemie und ihre gesundheitlichen Langzeitfolgen ja zum "Glück" etwas mehr Verständnis und Anerkennung dieser Krankheitsbilder in der Gesellschaft angekommen und der Pflegegrad meiner Freundin liegt inzwischen anerkannt bei Stufe 4. Das bietet zum Glück nun zukünftig viel mehr Optionen, was die Versorgung und Bewältigung des Alltags betrifft.
Da uns die Elternteile in den ganzen Jahren sowohl mit einer Wohngelegenheit für meine Freundin im eigenen Haus und auch finanziell sehr unterstützt haben und ich meist nur den Haushalt als eine kleine Gegenleistung nahezu vollständig übernehmen konnte, würde ich jetzt gerne versuchen so schnell es geht tatsächlich endlich auf eigenen Beinen zu stehen. Meine Eltern werden nicht jünger und ich will mich für diese unendliche Großzügigkeit gerne noch irgendwann mehr erkenntlich zeigen können... hoffentlich.
Ich bin mir meiner Situation bewusst und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich keine unfassbare Angst vor dem Jobcenter und der drohenden “Unvermittelbarkeit” angesichts meiner fehlenden Qualifikationen und Referenzen hätte. Durch meine Pflegetätigkeit im privaten Haushalt könnte ich mir durchaus einen Weg in den tatsächlichen Pflegedienst vorstellen und ein Weg als Pflegehelfer wäre laut einigen Recherchen ja evt. selbst für einen Versager auf dem Papier wie mich nicht ganz ausgeschlossen… hoffe ich jedenfalls.
Die andere Option wäre, dass ich das über die Jahre angesparte Geld in ein Fernstudium investiere, um meine mittlere Reife in den nächsten zwei Jahren nachzuholen und so die Gesamtsituation ggf. zumindest geringfügig (vielleicht würde ja die Selbstdisziplin dafür auf dem Papier auch etwas zählen?) etwas aufzubessern.
Aber egal in welche Richtung ich derzeit blicke, die Versagensängste sind leider riesig.
Falls jemand von euch generelle Ratschläge oder eine sinnvolle Priorität für das weitere Vorgehen hätte… ich wäre dankbar für jeden Input und Denkanstoß. Gerade fühlt sich alles doch sehr überwältigend an. Die Realität ist wie ein Dammbruch über mich hinweggefegt, als ich jetzt wieder mehr Zeit nur für mich und meine Gedanken hatte.
Gruß, Pyre
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