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Hallo Zimtschnecke9,

schau mal hier: .. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Liebe Zimtschnecke,

mein herzliches Beileid zu deinen Verlusten!

Die Sorge um deine Mutter kann ich verstehen, aber meinst du nicht, dass sie nach einer angemessenen Zeit wieder Sinn in ihrem Leben sieht. Sie hat eine Tochter (dich) und einen Enkel, sie ist nicht alleine.

Der Mensch verkraftet mehr, als man für möglich halten kann.

Ich erzähle dir von mir:

Meine beste Freundin, mein bester platonischer Freund sind in jungen Jahren verstorben (Suizid und tödlicher Unfall). Meine Mutter ist verstorben, da war ich Anfang 20. In den letzten 7 Jahren sind 3 meiner Geschwister verstorben. Ich dachte auch, besonders als meine Mutter starb, das überlebe ich nicht. Das ist 38 Jahre her und ich vermisse sie heute noch.

Es braucht Zeit, die solltest du dir geben und dir notfalls professionelle Hilfe suchen. Ich habe erst viele Jahre später eine Therapie gemacht und meine Trauer erst wirklich dann bearbeitet. Das hat mir für meinen weiteren Lebensweg sehr geholfen.

Ich wünsche dir viel Kraft!
 
Es ist Deine Angst, daß Deine Mutter jetzt in ihrem Leben keinen Sinn mehr sieht, aber hast Du sie schon mal gefragt wie sie selber ihre Zukunft sieht, was sie selber jetzt machen will?
Nicht jeder Mensch wird durch einen (lange vorhersehbaren und unvermeidlichen) Todesfall gebrochen, manche sind auch insgeheim oder offen sogar froh, wenn das Leiden endlich ein Ende hat, und man wieder Luft für sich selbst übrig hat. Das mag egoistisch klingen, aber das Leben geht nun mal weiter.
Deine Mutter wird auch nicht mehr die Jüngste sein und hat vielleicht noch ein paar Wünsche im Leben, die jetzt in erfüllbarere Nähe rücken als vorher, mit der ganzen Belastung durch die Pflege.
Du tust Deiner Mutter sicher keinen Gefallen, wenn Du Deine Ängste auf sie projizierst.
Sprich mit ihr! Reden ist Gold, raten und projizieren ist Kacke.
 
Danke sehr. Ja die Angst von mir ist einfach viel größer auch das meiner Mutter auch was zustoßen könnte da wir nurnoch uns haben macht es umso schwerer sie ist 48 Jahre alt.
48 ist heutzutage lange noch nicht das Ende aller Tage. Da geht noch einiges, was Beruf (sofern sie vor der Pflege einen guten hatte, in den sie wieder einsteigen kann) oder sogar neue Partnerschaft angeht. Wenn Deine Mutter eine jahrelange aufreibende Pflege gestemmt hat, gehört sie absolut noch nicht zum Alteisen. Es sind allein Deine Ängste, die sich hier äußern, aber welche Wünsche hat Deine Mutter jetzt? An ihrer Stelle würde ich jetzt erst mal tief durchatmen und die ungeahnte Ruhe genießen.
 
Danke sehr. Ja die Angst von mir ist einfach viel größer auch das meiner Mutter auch was zustoßen könnte da wir nurnoch uns haben macht es umso schwerer sie ist 48 Jahre alt.
Hast Du nicht noch eine Schwester, einen Partner und ein kleines Kind? Selbst wenn die Schwester ihr eigenes Leben lebt, warum mußt Du an der Mutter klammern? Normalerweise hat die eigene kleine Familie, Mann und Kind, Vorrang, erst danach kommt die Mutter, die immer noch jung genug ist für eine eigene Lebensgestaltung.
 
Auch mein herzliches Beileid.

Die Sorge um deine Mutter kann ich verstehen, aber meinst du nicht, dass sie nach einer angemessenen Zeit wieder Sinn in ihrem Leben sieht. Sie hat eine Tochter (dich) und einen Enkel, sie ist nicht alleine.
Das sehe ich auch so.
Sie wird ihre Mutter immer vermissen .
Aber sie ist nicht alleine.
Steh ihr bei,so gut du kannst.Auch ihr Enkel wird sie auf andere Gedanken bringen.
Ich hoffe,ihr könnt euch gegenseitig in eurer Trauer unterstützen.
Ich wünsche euch Kraft und alles Liebe!
 
Wie die Zukunft aussehen wird, weiß wohl niemand, aber solange deine Mutter so eine liebe Tochter hat, die an alle denkt, wird sie den Schmerz und die Sorgen bestimmt überwinden soweit es überhaupt möglich ist. Ihr müsst nur zusammenhalten und sie mehr an eurem Leben teilhaben lassen um gemeinsam diese schwere Zeit zu meistern.
 
Liebe Zimtschnecke,

mein herzliches Beileid zu deinen Verlusten!

Die Sorge um deine Mutter kann ich verstehen, aber meinst du nicht, dass sie nach einer angemessenen Zeit wieder Sinn in ihrem Leben sieht. Sie hat eine Tochter (dich) und einen Enkel, sie ist nicht alleine.

Der Mensch verkraftet mehr, als man für möglich halten kann.
Wir verdrängen vielfach gern, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Wir wissen alle, dass niemand ewig lebt. Je älter man ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass man stirbt. Da kann man ein noch so lieber Mensch (gewesen) sein. Wenn jemand in einem Alter stirbt, in dem er statistisch gesehen noch einige Lebensjahre vor sich gehabt hätte, erscheint es erst recht unerträglich. Oder dann, wenn man sich auf den Tod eines Menschen nicht vorbereiten konnte, weil er relativ früh plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde. Leider ist auch das etwas, womit wir alle jederzeit rechnen müssen. Dass es uns und Menschen, die uns besonders viel bedeuten, nicht passiert, kann uns niemand garantieren.

Das Leben ist trotzdem - oder gerade deswegen - sinnvoll und kostbar. Für jemanden, der als Hinterbliebene/r sogar noch Kinder und Enkel hat, doch erst recht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, keinen Sinn mehr in meinem Leben zu sehen, weil meine Eltern verstorben sind (Vater mit 71 an Lungenkrebs, Mutter mit 86 nach 40 Jahren Diabetes und einem schweren Schlaganfall vier Monate vor ihrem Tod). Das ist der normale, zu akzeptierende Lauf des Lebens. Eines Tages bin ich dran, und da ich keine Nachkommen habe, wird danach kein Hahn krähen, geschweige denn, dies als "Schicksalsschlag" betrachten. Muss ich auch akzeptieren. Alles andere fände ich auch kindisch. Ich sag' mir immer: Hauptsache, ich bin für Gott wichtig und wertvoll.

Meine Mutter war bereits mit 12 Jahren Vollwaise (ihre Mutter starb mit 43, ihr Vater ganz plötzlich mit 47 Jahren 15 Monate nach dem Tod seiner Frau), ihr erster Freund blieb im Krieg verschollen, und sie hat dennoch einen Sinn in ihrem Leben gesehen.

Wir müssen lernen hinzunehmen, dass das Leben begrenzt ist.
 
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Ich habe übrigens im Grunde gar keine Angehörigen mehr. Meine Schwester ist psychisch so schwer krank, dass ich den Kontakt vor zehn Jahren zu meinem Selbstschutz abbrechen musste. Sie lebt zwar noch, aber ich habe sie an ihre Krankheit verloren. Meine Eltern und die Großeltern sind schon lange tot. Meine Großeltern mütterlicherseits starben bereits in den 1930er Jahren, ich habe sie nie kennen gelernt. Onkel und Tanten sind auch alle tot. Eine Halbcousine im Pflegeheim (vom Alter her - 85 - könnte sie eher meine Mutter sein) wohnt 160 km von hier entfernt. Zwei Cousinen in einem anderen Bundesland, ca. 2 - 2 1/2 Autostunden von hier, die seit jeher nur miteinander und mit anderen konkurrieren. Die eine protzte und stichelte nur, die andere hielt schon immer sehr auf Distanz mit ihrer Familie, nicht nur zu mir, auch zu anderen Verwandten. Da gab es keine emotionale Nähe. Zu den beiden habe ich keinen Kontakt mehr. Sie legen darauf auch keinen Wert. Spätestens seit herauskam, dass meine Schwester psychisch krank ist (vermutlich Schizophrenie), war ihnen meine Herkunftsfamilie wohl nur noch peinlich.

Ab und zu habe ich nur zu einer einzigen Cousine noch Kontakt, die kaum älter ist als ich. Sie wohnt ebenfalls 160 km von hier entfernt, allerdings in ganz anderen Lebensverhältnissen. Sie hat es als Einzelkind immer vergleichsweise bequem gehabt. Hauptschulabschluss, Frauenfachschule, sozialer Beruf. Arbeitsplatz vor der Haustür hat Papi ihr besorgt. Arbeitet seit rund 30 Jahren nur noch Teilzeit, obwohl sie nur einen 30-Jährigen Sohn hat. Nur knapp zwei Jahre nach ihrer Trennung von einem Alkoholiker (ich hätte den Typen nie geheiratet, er hatte schon vor der Heirat Geld aus der Kasse seines Arbeitgebers geklaut und daraufhin die fristlose Kündigung erhalten) hatte sie schon wieder den nächsten Lebensgefährten. Mit dem ist sie nun fast 26 Jahre zusammen und baut darauf ihr ganzes Selbstwertgefühl auf. Ihr Elternhaus hat sie natürlich als Einzelkind wie selbstverständlich geerbt. Und da sie nie von zu Hause ausgezogen ist, hat sie in ihrer Heimatstadt und -gegend entsprechend viele Kontakte. Ihr Sohn ist übrigens trotz früherer großmundiger Ankündigungen auch nie von zu Hause ausgezogen und wohnt dort jetzt in der oberen Etage mit seiner Freundin zusammen. Hotel Mama ist halt bequemer. Seine Wohnungseinrichtung hat er auf Pump gekauft, fährt einen Sportwagen, für dessen Finanzierung er schwarz arbeitet. Die Realschule hat er seinerzeit nicht geschafft und musste auf die Hauptschule wechseln. Meine Cousine ist schon stolz darauf, dass er danach seine Lehre abgeschlossen hat und in dem Beruf auch arbeitet.

Ich dagegen habe nach dem Tod meiner Mutter meinen Erbteil, zu dem auch mein Elternhaus gehörte, mit hohen finanziellen Verlusten an einen Nachbarn verkaufen müssen, weil ich anders nicht aus der Erbengemeinschaft mit meiner psychisch kranken Schwester herausgekommen wäre. Sie hat in ihrem ganzen Leben nie gearbeitet, daher auch kein Einkommen, wollte allein in dem Haus wohnen bleiben, aber ich sollte alles, auch ihren Lebensunterhalt, bezahlen. Das ging nicht. Ich wohne 75 km von meinem Heimatort entfernt selber zur Miete. Übergangsweise hatte ich nach dem Tod der Mutter noch viel für das Haus bezahlt, Abgaben, Heizöl und anderes, obwohl ich es gar nicht bewohnte. Hatte meiner Schwester damals auch eine fünfstellige Euro-Summe überlassen, die noch auf dem Konto unserer Mutter war. Davon konnte sie etwa ein Jahr lang leben. Ich wollte ihr mit Rücksicht auf ihre Krankheit nicht sofort den Boden unter den Füßen wegziehen. Die Beerdigungskosten habe ich von meinem eigenen Geld bezahlt, obwohl das Geld meiner Mutter dafür ohne weiteres ausgereicht hätte. Zahle auch die Grabpflege - übrigens auch noch für eine andere Grabstätte, in der meine Großeltern väterlicherseits und eine Tante bestattet sind. Aus Sicht meiner Schwester ist das alles selbstverständlich. Finanziell habe ich unter Berücksichtigung all dessen, was ich bezahlt habe und noch bezahle, weniger als meinen Pflichtteil erhalten.

Beruflich habe ich mir alles hart erkämpfen müssen. Habe als erste in der Familie Abitur gemacht und studiert und bin heute Juristin in einer großen Behörde. Habe als Beamtin ein gutes und sicheres Einkommen. Geschenkt worden ist mir aber nichts auf dem Weg dorthin. Während ich 1993 im 2. juristischen Staatsexamen war, starb mein Vater an Lungenkrebs. Meine Mutter war von 1971 (da war ich acht, meine Schwester knapp sechs) bis zu ihrem Tod 2011 chronisch krank (Diabetes, Herz etc.).

Um alledem die Krone aufzusetzen, ist nun auch noch mein Partner, mit dem ich aus bestimmen Gründen sowieso nur eine Wochenendbeziehung führen konnte, Ende Mai 2022 plötzlich und unerwartet im Alter von erst 60 Jahren verstorben. Wir waren elf Jahre zusammen.

Die Cousine, die ich oben erwähnte, weiß dies alles, blendet es aber aus und will nicht wahrhaben, um wieviel besser sie es immer hatte. Klar, ihre Eltern sind auch tot, wurden aber beide über 80, und bei ihrem Tod hatte sie selbst schon ihren Sohn und ihren Lebensgefährten, ihren Teilzeitjob und auch noch Unterstützung durch weitere Verwandte und ihre beste Freundin vor Ort. Sie musste weder beruflich noch um ihr ererbtes Haus kämpfen. Dass ich im Gegensatz zu ihr Abitur gemacht und erfolgreich studiert habe, passt ihr aber trotzdem nicht. Bei Themen, die mit meinem Beruf zusammenhängen, wird immer auffallendes Desinteresse demonstriert. Nachdem ihr langjähriger Lebenspartner ihr kürzlich einen Heiratsantrag gemacht hat (angeblich mit Kniefall), hat sie erst recht Oberwasser. Dies musste sie mir ausgerechnet am Abend des 2. Weihnachtsfeiertags erzählen im Laufe ihres Telefonanrufs - in dem Wissen um die Rahmenbedingungen meines Lebens und darum, dass es das erste Weihnachtsfest ohne meinen Partner war. Mich hat das über mindestens 14 Tage wieder in meiner Trauerbewältigung zurückgeworfen. Die Wahl des Zeitpunkts für die Mitteilung (Hochzeitstermin steht noch gar nicht fest) und die Erwähnung der Details kommen mir unsensibel und geradezu gemein vor.

Ich habe noch über meinen Vater viele Verwandte in Kanada. Ein Großonkel väterlicherseits war nämlich vor fast 100 Jahren dorthin ausgewandert, hat später dort geheiratet und hatte mit seiner Frau sechs Kinder, die ihrerseits schon längst wieder Kinder (viele davon etwa in meinem Alter) und Enkel haben. Sie haben am Tod meines Partners mehr Anteil genommen als die besagte deutsche Cousine, die sich seither auch nicht häufiger bei mir meldet als vorher. Ich hatte die kanadischen Verwandten 2017 schon einmal besucht - sie wohnen über die Provinz British Columbia verteilt - und sie haben mich für diesen Sommer wieder eingeladen. Ihnen tut es auch Leid, dass mein Partner viel zu früh und so plötzlich verstorben ist. Ich möchte sie auch im kommenden Sommer wieder besuchen und hoffe, dass mir wenigstens dieser Besuch vom Schicksal vergönnt ist.

Wenn man noch mehrere nahe Angehörige hat (Mutter, Partner, sogar ein Kind), mit denen ein Kontakt möglich ist und man sich gut versteht, ist aus meiner Sicht kein Anlass zur Panik gegeben. Eher ein Grund zu großer Dankbarkeit. Dass Eltern, Großeltern etc. eines Tages vor ihren Kindern bzw. Enkeln sterben, ist der normale Lauf des Lebens. Und wenn sie ein normales Alter von, sagen wir, über 80 Jahren erreichen durften, ist das in meinen Augen auch kein wirklicher Schicksalsschlag. Schicksalsschläge sind nur Ereignisse, die in dieser Form nicht jeden treffen (zu früher Tod, plötzlicher Tod oder Tod zu einem Zeitpunkt, zu dem man schon mit anderen Dingen überdurchschnittlich belastet ist, keine Unterstützung durch andere hat etc.).
 
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