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27 und keine Freunde mehr

wilson305

Neues Mitglied
Hallo, habe lange überlegt ob ich posten soll der nicht, aber ich denke es sich von der Seele zu schreiben tut ganz gut.

Ich bin nun 27 und stehe praktisch alleine da. Und nein, eine Freundin habe ich zur Zeit auch nicht, dann wäre ich ja nicht so einsam.Freunde hatte man in der Kindheit einige, diese wurden aber leider mit den Jahren weniger. Am Ende waren alle weg. Die einzige Person die bleibt ist mein Cousin. Aber zählt Familie da wirklich, Familie ist ja praktisch immer für einen da.

Nun bin ich an einem Punkt gelangt an dem ich nicht mehr weiter weiß, mich einfach einsam fühle.

Sehr oft oder so gut wie immer war es der Fall, dass ich selbst zu meinem alten Freundeskreis Kontakt suchen musste. Es war immer, naja fast immer einseitig. Das hat mich anfangs nie wirklich gestört, bis ich merkte das sich andere ja ebenfalls melden könnten. Also startete ich den Versuch einfach die Zeit verstreichen zu lassen, um zu sehen ob an sich beiderseitiges Interesse besteht und siehe da, nichts.
Gut an diesen Status muss ich mich nun gewöhnen.

Zu mir, ich war eine Frühgeburt die damals eigentlich geringe überlebenschancen hatte und gekämpft hat, erfolgreich. Dieser Status führte mit sich das meine Mutter sehr klettenhaft war bis heute teilweise, was mich wahrscheinlich dazu gebracht hat Introvertiert werden zu lassen.Ich bin ein Introvertierter Mensch, aber genieße trotzdem gerne die Gesellschaft anderer bzw. beiderseitiges Interesse würde ja schon reichen. Ich möchte auch viel unternehmen, aber mit wem, wenn sich alle abwenden aus Gründen die ich mir nicht erklären kann. Selbst wenn man nur oft schreiben würde, wie es einem geht wäre schön, aber nicht einmal das. Und diese ständige Situation hat mich teilweise depressiv werden lassen, ich bin es einfach gewohnt enttäuscht zu werden.

Was mich aber am meisten verletzt ist die Tatsache, das der alte Freundeskreis eher mit der Ex etwas unternimmt, die sie durch mich kennen gelernt haben, ohne mich auch nur ansatzweise zu fragen.

Es ging dann Schlussendlich auch soweit, das ich mich dadurch oft irgendwo selbst eingeladen habe, weil ich eigentlich ja auch dazu gehöre aber anscheinend leider nicht.

Und die Tipps mit den Hobbys sind ja schön und gut, habe auch welche, also ich mache Ringen und Wrestling. Aber das sind nur gute Bekanntschaften, mit denen ich sonst nichts unternehme als Sport zu treiben.

Ich bin nun im Rettungsdienst angekommen, dieser Beruf erfüllt mich wirklich sehr und lenkt mich auch gut ab. Und dann habe ich Feierabend, Kollegen sind Kollegen mehr nicht, vielleicht entwickeln sich dadurch noch Freundschaften, aber das zeigt die Zeit.

Dann hocke ich die meiste Zeit daheim und zocke oder schaue Serien, lese Bücher...nicht immer weil ich wirklich Lust dazu habe, sondern eher weil ich mich selbst dazu zwinge gerade wenn es warm ist und man eigentlich draußen sein sollte. Alleine rausgehen könnte man ja, aber dann sieht man wie alle fröhlich mit ihren Freunden beieinander sitzen, diese Situation macht mich nicht eifersüchtig, sie macht mich eher traurig, weil ich das auch gerne wieder hätte.

Ich glaube ich habe nun alles über diese Thematik geschrieben. Was mir nun eingefallen ist.

Schonmal Danke fürs lesen und für mögliche Tipps;Anregungen. Coping Strategien etc.

Gruß Wilson
 

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J

JUNKER

Gast
Hi Wilson,

du schaffst das!

 

Weltkind

Aktives Mitglied
Du bist nicht allein damit. U. a. sind 14,8 % in Deiner Altersgruppe betroffen.



Du bist einer von vielen. Doch diese Vielen, egal welchen Alters, sind alle alleine.

Dass sich selbst einladen keine gute Idee ist, weißt Du glaube ich selbst.

Wie wäre es, aktiv zu werden? Vernetzen, eine Gruppe gründen, regelmäßige Treffen, Unternehmungen, ins Leben rufen, das bekannt machen durch Aushänge und Inserate, gängige online-Plattformen?
Sozial leben. Mehr miteinander statt nebeneinander.
Was weißt Du über Deine Nachbarn? Wie könntest Du da mehr in Kontakt kommen?

Warum entwertest Du den Kontakt zu Deinem Cousin? Verwandt zu sein ist kein Makel und nicht weniger wert als andere Kontakte; im Gegenteil, Familie wird in vielen Kulturen hoch geschätzt und auch bei uns war das mal ähnlich. Da ist vielleicht ein Umdenken nötig. Diese negative Haltung ist sicher nicht förderlich für Eueren Kontakt.

Positiv finde ich auf jeden Fall, dass Du überhaupt Kontakte möchtest! So einige finden keine Kraft mehr dafür.

Du könntest nach einer Selbsthilfegruppe suchen; mit Glück lernst Du da jemanden kennen, dem es ähnlich geht.
Ein Ehrenamt kann verbinden.
Hast Du mal einen Kollegen auf ein Bier nach Feierabend eingeladen, in die Bar um die Ecke?
Gibt es diese Möglichkeit nach dem Sport mit jemandem?

Mehr fällt mir spontan auch nicbt ein.
 

Jusehr

Aktives Mitglied
Ich glaube erst mal, dass Dein Zustand viel häufiger in Deutschland ist, als Du denkst. Ich glaube, dass es mindestens 20% aller Deutschen ähnlich wie Dir geht. Zuwenig soziale Kontakte.

Und ich weiß nicht, ob man dagegen überhaupt viel machen kann. Aktionismus wie zB eine Volleyballgruppe gründen, wären nicht mein Ding. Das wäre mir irgendwie zu künstlich.

Ich würde weiter mein Ding durchziehen. Authentisch. Schlimmstenfalls bleibt man eben allein. Es gibt schlimmeres.

Wenn man selbst OK ist, dann müßten eigentlich die Vorraussetzungen für hinreichend soziale Kontakte gegeben sein. Wenn dann trotzdem nichts passiert, würde ich es nicht mit der Brechstange versuchen ;-).

Wenn Du übrigens 27 bist, dann bedenke, dass viele in diesem Alter in die Ehe gehen. Das verschärft die Situation noch einmal! Der Hafen der Ehe wäre also auch eine "Lösung". So scheint das in Deutschland - und in manch anderen Ländern - meistens zu laufen.
 

Zauberfee78

Aktives Mitglied
Wenn du dich hier im Forum ein wenig einliest, wird dir auffallen, dass es vielen Usern so geht wie dir. Die traurige Wahrheit ist, dass viele Menschen kein tiefes Interesse an Freundschaften haben. Das ist der Grund, warum bei der Kontaktaufnahme selten bis gar nicht die Initiative ergreifen. Wenn sich was ergibt, dann ist es schön und sie genießen die Zeit. Aber wenn nichts ansteht, dann stört sie das auch nicht und sie verbringen ihre Freizeit alleine, ohne dass es ihnen was ausmacht. Freundschaften sind ihnen nicht so wichtig. Und wenn die Leute dann den Partner fürs Leben finden und die ersten Kinder kommen, wollen viele erst Recht keine Freunde mehr und konzentrieren sich auf die Familie.

Du musst echt viel Glück haben, wenn du als erwachsener Mensch Freunde findest. Es ist alles andere als einfach. Aber du kannst gute Bekannte finden, indem du z. B. in eine Interessensgemeinschaft eintrittst. Daraus können sich auch Freundschaften entwickeln, wobei es natürlich kein Muss ist. Und selbst wenn nicht, bist du dann immerhin wenigstens sporadisch unter Menschen.
 
Kenn ich nur zu gut. Die Leute geben sich nicht so gerne ab mit ruhigen, nachdenklichen, eher unsicheren Persönlichkeiten. Die halten sie für arrogant oder befürchten von ihnen runtergezogen zu werden und suchen daher lieber den Spaß mit oberflächlichen Leuten. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Alters. Ich würde generell an Selbstbewusstsein arbeiten zb mit Coaches.
Das ist doch wunderbar, dass du einen Cousin hast! Wenn ihr euch gut versteht, dann unternimm doch mit ihm etwas. Mit anderen Leuten zusammen ist es einfacher mit Neuen in Kontakt zu kommen, als allein jemand Fremden anzusprechen, wie du ja auch selbst festgestellt hast.
 
G

Gelöscht 58773

Gast
Vllt lernst du auch einfach mal zu schätzen was du hast "Familie ist sowieso immer da" ist wohl ein Satz, den hier sehr viele nicht unterschreiben können und der bestimmt kein Regelfall ist
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Nach Trennungen ist es leider häufig so, dass der Freundeskreis sich auflöst. Zumindest, wenn es gemeinsame Freunde waren.
Ich würde mir ein Hobby suchen und es in einer Gruppe ausüben. Neue Freunde finden.
(Bogenschießen würde ich machen. was macht dir Freude?)
 

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