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12jähriges Mädchen - wie umgehen?

Nemoeh

Mitglied
Hallo Ihr Lieben,
meine Tochter wird bald 12 Jahre alt. Sie ist ein liebes, zufriedenes, schlaues Mädchen. Klar merke ich bei Ihr so langsam, dass die Pubertät anrollt, auch körperlich.
Meine Tochter war schon immer sehr eigensinnig, kam immer gut mich sich selbst klar, brauchte nicht viele Freunde - die wo sie hatte genügten ihr.
Seit diesem Schuljahr ist sie in der 5.Klasse. Durch die Pandemie hatte sie bisher keine große Gelegenheit (wie viele) ihre Klassenkameraden kennenzulernen. Durch Gespräche merke ich, dass sie eher passiv im Kontaktverhalten in der Klasse ist. Das stört sie anscheinend nicht, hat aber auch zur Folge, dass die Mitschüler ihre Dinge machen und sie oft nur dabei steht oder außen vor ist. In der Pause sei sie mal mit dem ein oder anderen in Kontakt und unterhalte sich. Aber meistens muß sie dann auf die Kinder zu gehen.
Ich weiß und merke, dass es ihr schwer fällt auf andere ihres Alters zu zu gehen, wobei sie bei Erwachsenen oder Kleinere kein Problem hat - da ist sie mutig und hat eine "große Klappe". Sie ist noch eher kindlich, wobei einige Mädchen in ihrer Klasse schon "weiter" sind und andere Interessen haben...
Mittlerweile feiern die ein oder anderen Mitschüler ihre Geburtstage und sie wurde bisher noch nicht eingeladen.
Sie fühlt sich anscheinend wohl in der Klasse und sagt, sie werde ihre Kameraden in den Ferien vermissen.
Was mich aber ärgerlich macht (und ich weiß, dass es zum Teil nur mein Problem ist) ist, dass sie seit Monaten fast nichts unternimmt, um Verabredungen mit ihren Klassenkameraden zu starten oder mit ihren Freunden (sind 2-3 Stück) sich zu treffen.
Sie wird selten initiativ, hängt lieber am Handy hört Hörspiele oder liest ein Buch...
Ich habe manchmal die Befürchtung, dass alles an ihr vorbei läuft, sie den Anschluß in der Klasse verliert oder niemand mehr mit ihr Kontakt pflegen möchte.
Früher als sie noch kleiner war, habe ich Treffen vereinbart, aber mit 12 sollte sie das so langsam machen...
Insgesamt scheint sie nicht unglücklich zu sein, nur manchmal kommt der AHA Effekt, wenn ihr mal einfällt, doch spontan jemanden zu treffen, dass es leider dann nicht klappt... aber das hält nicht lange vor...
Danke für Eure ehrlichen Antworten, Grüße
 

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Knirsch

Aktives Mitglied
Wenn sie Hilfe von dir braucht und möchte, dann kannst du ihr die anbieten und mal jemanden einladen oder irgendwas organisieren, wo jemand mitkommen könnte, ansonsten würde ich sie machen lassen. Wenn sie keinen Leidensdruck hat, sehe ich nicht, was man da tun muss, denn es gibt genügend introvertierte Kinder, die mit ein, zwei Freunden zufrieden sind und möglicherweise kommt sie ja in einem Jahr oder so selbst in die Gänge.
 

Nemoeh

Mitglied
Ja das stimmt, dass ich bisher alles geregelt habe - mir fällt es nur schwer, still zu bleiben wenn ich sehe das sie nur herum hängt...das ist echt hart...
Ich hoffe sehr, dass sie irgendwann Interesse bekommt, Kontakte aufzubauen oder so...müssen ja nicht 10 sein;)
 

SFX

Aktives Mitglied
Hallo,

ach, dieses Thema hatten wir mit unseren Kindern auch schon mehrfach durch! Und was soll ich sagen, da ist eben jedes Kind anders. Die Pubertät ist eben auch eine Phase der Selbstfindung und Reifung. Das Gehirn wird neu umstrukturiert und ist quasi eine Art "Baustelle". Da sind Stimmungsschwankungen, unlogisches Verhalten oder unreflektierte Taten an der Tagesordnung. Auch für Eltern eine schwierige Zeit!

Manche Kinder möchten sich austesten, Drama, Streit und ständige Regelverletzungen sind dann üblich. Wer bin ich? Wie will ich sein, wie sehen mich die Anderen? Eltern sind blöd, Lehrer und Schule noch viel blöder! Ich möchte stark sein, beliebt sein und viele Freunde haben! Dazugehören, immer im Mittelpunkt stehen. Mein Leben ist JETZT! Hausaufgaben und Zimmer aufräumen ist unwichtig.

Manche Kinder sind verunsichert. Ziehen sich zurück. Durchleben diese Veränderung emotionaler und legen keinen Wert auf die Anerkennung und Gesellschaft der Anderen. Sind mehr in sich gekehrt, still. Lesen Bücher, träumen in Gedanken. Möchten vielleicht alleine sein. Fühlen sich missverstanden, weinen manchmal und wissen nicht, wie sie mit der Veränderung umgehen sollen.

BEIDE Kinder haben EINS gemeinsam: Sie suchen ihren Platz in der Welt der Erwachsenen. BEIDE Kinder müssen von ihren Eltern die gleiche Zuwendung und Unterstützung erfahren! Sei deiner Tochter in dieser Zeit vielleicht nicht die Mama, die Treffen mit ihren Freundinnen für sie verabreden will. Sei deiner Tochter SELBST eine gute Freundin!

Nimm sie doch so, wie sie ist. Sie braucht dich. Mit Vorwürfen und Unverständnis erreichst du absolut nichts und sie wird sich weiter zurückziehen. Aber wenn du ihr Vertrauen gewinnst, kannst du sie stark machen für die Welt der Erwachsenen. Du als ihre Mama. Das hilft ihr mehr als tausend Freunde.

Viele liebe Grüße und alles Gute,
SFX

PS: Ach ja, unsere Tochter war in diesem Beispiel übrigens die rebellische Krawallschachtel und unser jüngster Sohn der zurückgezogene Träumer! Es hat also nichts mit dem Geschlecht zu tun, wie man vielleicht glauben könnte!!!
 

Geißblatt67

Aktives Mitglied
Hallo @Nemoeh , deine Tochter leidet nicht unter der Situation, oder? Dann musst du nichts tun. Du kannst sie bestärken, sich selbst mehr um Verabredungen zu bemühen. Das reicht.

Die Schulsituation im letzten Jahr war ja auch nicht normal. Vielleicht wird es wieder besser in der Hinsicht.
 

GrayBear

Aktives Mitglied
@Nemoeh , es ist manchmal ganz schön schwer für Eltern, nicht von sich selbst auszugehen und die Kinder ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Begleite sie auf ihrem Weg und sei für sie da, wenn sie Unterstützung braucht, aber hab auch Vertrauen, dass sie für sich die richtigen Entscheidungen treffen kann, von einigen Ausrutschern abgesehen. Um sich selbst zu finden, braucht es das Vertrauen der Eltern.
 

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