Ich kenne dieses Problem sehr gut.
Manchmal sind Dinge möglich, die man erstmal für komplett unmöglich gehalten hat.
Ich habe vor ein paar Tagen mein Bachelorzeugnis erhalten und hatte die Regelstudienzeit überschritten. Bei uns gilt 10 als Höchstmaß, aber wegen Corona haben alle Verlängerungen bekommen. Dann nochmal eine und dann muss man einen Antrag stellen.
Vor Corona war das so, dass man für das 11. Semester einen Antrag stellen musste. Es gab aber die Ausnahme: wenn man nur noch die Mündliche, die Thesis und noch 10 Credits offen hat, durfte man quasi ohne Probleme ein Semester nehmen.
Die Hochschulen und Unis geben da einem schon Freiraum und schmeißen einen nicht direkt raus.
Jetzt zu deinem Problem. Du bist im 5. Semester. Wie kommst du darauf, dass du 10+ brauchst?
Wie viele Prüfungen hast du offen?
Vielleicht hilft es dir, wenn ich sage, dass mein Studium alles andere als toll lief. Ich war im 7. Semester erst im Praxissemester, weil ich es vorhin aus psychischen Gründen nicht hinbekommen habe. Und ich hatte fast das halbe Studium noch offen. Ich musste dann alle Prüfungen innerhalb kurzer Zeit durchdrücken, teilweise sich kollidierende Vorlesungen besuchen, mir einen genauen Plan machen, wie ich vorgehe, was ich wann schreibe und ganz wichtig: REDE mit deinen Professoren.
Ich habe mich da immer geniert und mir war das peinlich, aber tu es. Ich hatte mehrere Zweitversuche und sogar einen Drittversuch. Also mein Studium war immer haarscharf vorbei.
Ich weiß nicht, wie viel % du von deinem Studium schon bestanden hast, aber zieh es lieber durch. Jetzt wieder abzubrechen... hm... ich weiß nicht. Nachher landest du beim Arbeitsamt und dann siehst du, wie viel Wert du für den Arbeitsmarkt bist. Man denkt am Anfang immer: ich schaff das nicht, ich will hier weg. Und wenn dann der harte Boden kommt, merkt man, dass man vielleicht doch lieber hätte durchhalten sollen. Klingt voll blöd. Ich bin fast durchgedreht.
Aber ich habe es tatsächlich geschafft. Ich habe in einem Semester 13 Klausuren bestanden. Es geht, auch wenn man das nicht glauben will.
Mein Schnitt ist nicht supertoll, aber ich habe jetzt den Abschluss. Mir hat es auch geholfen, dass ich mit der Studienberatung darüber gesprochen habe. Es ist am Anfang peinlich, weil man sich voll dumm vorkommt. Aber er kann dir sagen, wie du am besten vorgehst. Keiner sagt: Brechen Sie das Studium lieber ab.
Die versuchen dir immer zu helfen und es gibt ja auch sowas wie so eine Art Vereinbarung, dass du mit deinem Dekan ausmachst, dass du so und so viele Prüfungen machst in einem Semester. So war das zumindest bei uns, was man machen konnte.
Deswegen denke ich, dass du es vielleicht auch schaffen kannst. Ich sag mal plakativ: Hartz 4 kannst du immer noch beantragen, auch mit 33. Das läuft nicht weg.
Wenn es GAR NICHT mehr geht, dann such dir eine Ausbildung. Es ist wichtig, dass du überhaupt irgendeine Qualifikation hast, denn - glaube mir - heutzutage ohne Abschluss ohne irgendwelche Skills... du wirst von einem Scheiß zum nächsten geschoben. Du wirst immer finanzielle Probleme haben.
Es ist nicht schlimm, wenn man im Leben scheitert. Nein. Es ist nur wichtig, dass man nicht stehenbleibt.