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Tochter möchte Geld von uns leihen und lügt uns offensichtlich an.

Wenn Eltern sich nicht kümmern, lieblos sind oder gar gewalttätig sind, dürfen die ruhig ihren Anteil sehen, wenn mit dem Kind erwas aus dem Ruder läuft. Abartig finde ich, wenn ein zu fürsorgliches oder zugewandtes Elternhaus gleichermaßen kritisiert wird. Das sind schon 2 völlig verschiedene paar Schuhe bzgl. der Auswirkungen. Ich würde sagen, dass die Tochter nie zu schätzen gelernt hat, dass es ruhig und harmonisch zuging.
Dass das in der Gesellschaft und im sozialen Miteinander dann anders läuft lernt man ja durchaus, wenn man sich außerhalb der elterlichen Blase bewegt.
Dass das jetzt also als Grund herhalten soll für die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung finde ich schon schräg und wenig glaubhaft. Tatsächlich sehe ich das eher wie die Steppenwölfin, dass da womöglich noch die Veranlagung eine Rolle spielt - sofern die Diagnose überhaupt stimmt.
 
Wenn Eltern sich nicht kümmern, lieblos oder gar gewalttätig sind, dürfen die ruhig ihren Anteil sehen, wenn mit dem Kind erwas aus dem Ruder läuft. Abartig finde ich, wenn ein zu fürsorgliches oder zugewandtes Elternhaus gleichermaßen kritisiert wird. Das sind schon 2 völlig verschiedene paar Schuhe bzgl. der Auswirkungen. Ich würde sagen, dass die Tochter nie zu schätzen gelernt hat, dass es ruhig und harmonisch zuging.
Dass das in der Gesellschaft und im sozialen Miteinander dann anders läuft lernt man ja durchaus, wenn man sich außerhalb der elterlichen Blase bewegt. Was ihr also gefehlt hat kann ich nicht nachvollziehen.
Und dass das jetzt gar als Grund herhalten soll für die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung finde ich noch schräger und weniger glaubhaft. Tatsächlich sehe ich das eher wie die Steppenwölfin, dass da womöglich noch die Veranlagung eine Rolle spielt - sofern die Diagnose überhaupt stimmt.
 
Üblicherweise entgleitet der Einfluss der Eltern doch spätestens im früheren Kindesalter, nämlich wenn die anderen Peer Groups (in Kita, Schule, Freizeit/Hobby) an Relevanz gewinnen. Ist da bei euch etwas schief gelaufen?

Wenn Eltern sich nicht kümmern, lieblos sind oder gar gewalttätig sind, dürfen die ruhig ihren Anteil sehen, wenn mit dem Kind erwas aus dem Ruder läuft. Abartig finde ich, wenn ein zu fürsorgliches oder zugewandtes Elternhaus gleichermaßen kritisiert wird.
Ich habe gestern abend lange mit meiner anderen Tochter darüber gesprochen.
Genau das hat sie auch gesagt.
Nach ihrem und auch nach meinem Empfinden haben wir beide Kinder gleich behandelt.

Der Fehler wird wohl grundsätzlich zuerst im Elternhaus gesucht und natürlich findet man immer etwas, wenn man die Gegebenheiten lange genug dreht und wendet.
Wären wir mit Konfliktsituationen "temperamentvoll" umgegangen, wäre das vielleicht als Ursache ausgelegt worden.
Und spätestens in der Kita wird ein Kind nicht nur von den Eltern und Geschwistern geprägt.

Ich würde sagen, dass die Tochter nie zu schätzen gelernt hat, dass es ruhig und harmonisch zuging.

Vielleicht hat die Therapeutin die Worte meiner Tochter auch einfach überinterpretiert und sich an Aussagen aufgehängt, die eine viel geringere Bedeutung hatten.

Es gab noch etwas, das die Therapeutin gestern angesprochen hat.
Und zwar hatte der Zahnarzt bei meiner Tochter etwa mit 4 oder 5 Jahren eine Zahnfehlstellung diagnostiziert, die möglichst früh korrigiert werden sollte.
Ihr Oberkiefer war zu eng, so dass die zweiten Zähne aufgrund von Platzmangel schief angelegt waren.
Die Behandlung sollte beginnen, sobald meine Tochter lesen gelernt habe. (Weil eine Zahnspange das Lesenlernen behindert)
Ein paar Monate vor ihrem 7. Geburtstag hatte sie dann ihren ersten Termin beim Kieferorthopäden und bekam feste eine Zahnspange.
Da sich der Oberkiefer vergrößern sollte, gab es an der Zahnspange eine Stellschraube.
Uns wurde eine Art Schlüssel mitgegeben, mit der wir diese Stellschraube einmal pro Woche, in eine bestimmte Richtung drehen sollten, damit sich der Kieferknochen streckt.
Die Prozedur war nicht angenhem für meine Tochter.
Sie hat jedesmal geweint, wenn ich mit dem Schraubenschlüssel ankam.
Es tat mir leid, dass sie Schmerzen hatte. Ich habe es aber trotzdem nach Anweisung des Kieferorthopäden durchgezogern.

Diese Episode schien bei meiner Tochter insoweit Spuren hinterlassen zu haben, dass es bei der Therapeutin Erwähnung fand.
Die Therapeutin fand es nicht korrekt, dass ich meine Tochter gegen ihren Willen mit diesem Schraubenschlüssel bearbeitet habe.
Ich denke aber, meine Tochter würde es genauso wenig korrekt von mir finden, wenn ich es nicht getan hätte und ihre Zähne heute krumm und schief wären.
 
Es geht aber nicht darum, dass eine Erwachsene kognitiv die Sinnhaftigkeit heute versteht - es geht um das Gefühl als Kind. Beides sind unterschiedliche Dinge. Und es kann sehr wohl Spuren hinterlassen, die mit erwachsener sachlicher Beurteilung nicht automatisch geheilt sind.


Das bezieht sich jetzt NUR auf die Situation mit der Zahnspange und nicht auf die Gesamtsituation. Diese will ich nicht beurteilen.
 
Ich bin in großer Angst vor den Wutausbrüchen meines Vaters aufgewachsen und kann auch heute nicht gut damit umgehen, wenn jemand seinen Gefühlen ungehmmt feien Lauf lässt.
Ich glaube, dass sich in diesem Satz möglicherweise viel stecken könnte. Ich habe mir mal die Mühe gemacht das, was ich einer anderen Userin vor einem Jahr zu einem sehr ähnlichen Thema geschrieben habe, rauszusuchen. Dabei ging es darum, dass die erwachsene Tochter ihr ebenfalls eine zu "sanfte" Erziehung, zu viel "Idylle" und eine "Bilderbuchfamilie" vorgeworfen hat und um das Harmoniebedürfnis, das dahinter steckt. Was ja nicht weit davon entfernt ist, ein Problem damit zu haben, wenn jemand den Gefühlen ungehemmt freien Lauf lässt.

"Genau so was - der Wunsch nach "oberflächlicher" Harmonie um jeden Preis - kommt in meiner Familie vor und es ist für mich EXTREMST belastend. Hauptsächlich geht es von meiner Oma aus, mit ihr kann ich allerdings unmöglich darüber sprechen und habe nach mehreren Versuchen aufgegeben ihr erklären zu wollen, wie ich mich dadurch fühle. Sie möchte es gar nicht wissen, es würden die Harmonie bedrohen und deswegen muss es totgeschwiegen werden. Wie so vieles. Mein Onkel hat ebenfalls sehr oft versucht ihr zu erklären, dass Konflikte auf diese Weise eine sehr destruktive Eigendynamik entwickeln können, wenn sie nur verdrängt und verleugnet werden. Letztendlich war dieses starke Streben nach vordergründiger Harmonie ein wesentlicher Grund dafür war, warum er den Kontakt zu seiner Mutter (meiner Oma) abgebrochen hat.

Ob das im Fall von dir und deiner Tochter eine ähnliche Dynamik hat weiß ich natürlich nicht, @Pulverkaffee . Vielleicht könntest du die Möglichkeit aber im Hinterkopf haben, wenn du mit ihr sprichst und sie fragen wie sie diese Harmonie, von der sie gesprochen hatte, genau empfindet?"

Vielleicht geht das, was deine Tochter dir mit der zu liebevollen und bedürfnisorientierten Erziehung sagen möchte in eine ähnliche Richtung?
 

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