Das lässt sich doch ganz einfach nachlesen.
Wo der Preis fürs Öl gemacht wird
Seit 1861 hat sich der Preis fürs Öl bis in die 1970er Jahre kaum verändert. Erst da steigt der Preis an
Die Warenterminbörse von New York, die New York Mercantile Exchange (NYMEX), ist einer von fünf Handelsplätzen fürs Öl weltweit. Gehandelt werden sogenannte Futures - das sind Öl-Lieferverträge, in denen Käufer und Verkäufer einen Preis fürs Barrel Öl vereinbaren, lange bevor das Öl überhaupt gefördert wird. Mit diesen Warentermingeschäften will man sich absichern gegen allzu große Preisschwankungen bei den Rohstoffen: Der Käufer weiß schon lange vorher, wieviel er zahlen muss, und der Verkäufer weiß, welchen Preis er bekommen wird. Beim Abschluss eines solchen Öl-Liefervertrages ist nur eine Anzahlung fällig, den zuvor ausgehandelten Preis muss der Käufer erst bei Lieferung zahlen. Der Vertrag regelt dabei alle Bedingungen der Lieferung: wann geliefert wird (Termin), was geliefert wird (Sorte des Öls) und was dafür bezahlt werden muss (Preis). Zwar wurde dieses Handelssystem geschaffen, um mehr Preis-Sicherheit zwischen Öl-Produzenten und Öl-Konsumenten, also beispielsweise Raffinerien, herzustellen. Doch in diesem System lässt sich auch gut auf einen steigenden oder fallenden Ölpreis spekulieren.
Wer am Ende den Preis zahlt
Eugen Weinberg ist Ölanalyst und beobachtet die weltweiten Ölmärkte für die Frankfurter Commerzbank
Der Frankfurter Öl-Analyst Eugen Weinberg schätzt, dass vom derzeitigen Ölpreis von circa 120 US-Dollar pro Barrel etwa 20 bis 30 Dollar auf die Spekulationsgeschäfte der Anleger, Investoren und Hedgefonds zurückzuführen sind. Das heißt, dass bis zu 25 Prozent des Ölpreises, den alle zahlen müssen, durch Spekulation entstehen. Das könnte, wie der Analyst meint, aber auch noch mehr werden, weil immer mehr Anleger ihr Geld in Öl investieren und sich durch Börsenspekulationen große Gewinne erhoffen. Als Auslöser für diesen Effekt wird unter anderem die weltweite Hypotheken-und Finanzkrise gesehen. Seit diese Märkte in 2007 und 2008 zusammengebrochen sind, suchen Fonds und Investment-Banken sich einen neuen Ort, um das Geld ihrer Kunden schnell zu vermehren und sie fanden die Rohstoffmärkte und das Öl. Je mehr Investorengeld dabei auf den Ölmarkt strömt, desto teurer wird das Öl. Und genau darauf spekulieren auch die Investoren und kaufen Öl am Warenterminmarkt, um es später weiterzuverkaufen, da sie es ja nicht selbst brauchen.
Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft, sagt der Ölanalyst Eugen Weinberg, wird sich zeigen, ob die Öl-Verbraucher bereit sind, den hohen Ölpreis, der auch durch die Börsenspekulationen entsteht, mitzutragen. Dann könnte auch die gerade entstehende Blase auf dem Ölmarkt platzen und die Preise wieder nach unten gehen. Ganz preiswert wird das Öl aber nie mehr werden.
Knappe Ressourcen, hoher Gewinn - Quarks & Co - WDR Fernsehen