Hallo EuFrank,
Jedem sollte nach seiner Bedürftigkeit zugeteilt werden. Etwas gerechteres gibt es nicht. 7000 Euro übersteigen bei weitem die Bedürftigkeit eines durchschnittlichen Familienvaters.
Aber das würde doch bedeuten, dass nicht mehr nach Leistung vergütet wird ? Bedürftigkeit ist ein guter Maßstab für Sozialleistungen und Mindestlöhne. Aber es würde nicht unserer Gesellschaftsform entsprechen, wenn man diesen Maßstab auch auf Vergütungen anwenden würde. Ich glaube auch nicht, dass das gerecht wäre oder positive Auswirkungen auf die Allgemeinheit hätte.
Ich glaube, es wäre nicht positiv für die Allgemeinheit, weil es halt nur wenige Menschen gibt, für die ihre wirtschaftliche Situation nicht wichtig ist. Das ist sowohl unter Politikern, als auch unter allen anderen Bürgern hier in unserem Staat so. Ich glaube einfach, dass sich nicht genügend Politiker finden würden, die einen guten Job machen können, wenn die Diäten an der Bedürftigkeit bemessen würden.
Das sehe ich auch so: die gute Arbeit steht im Vordergrund. Dieselbe wird aber erheblich in ihrer Qualität eingeschränkt, sobald sich persönliche finanzielle Interessen hinzugesellen.
Ich denke, es ist bis zu einem gewissen Punkt möglich, die Arbeit eines Menschen von den wirtschaftlichen Interessen dieses Menschen zu trennen. Ein Politiker, der einen guten Job macht und dabei Geld verdienen will, ist für die Allgemeinheit nützlicher als Einer, der ehrenamtlich einen schlechten Job macht.
Der Letztere ist auch aus meiner Sicht ein sympathischerer Mensch - aber das nützt wenig, wenn man die Ergebnisse der Arbeit der beiden Menschen gegeneinander stellt.
Der gewisse Punkt, ab dem man nicht mehr trennen kann, ist dann erreicht, wenn die wirtschaftlichen Interessen die Arbeit beeinflussen.
Ich denke darum, es schadet nicht, wenn sich persönliche fnanzielle Interessen dazu gesellen - sondern es schadet, wenn diese Interessen die Entscheidungsfindung beeinflussen.
Finanzielle Interessen beeinflussen die Entscheidungsfindung aber nicht nur dann, wenn viel verdient werden kann - sondern auch wenn wenig verdient wird. Das ist nicht bei allen Menschen so, aber leider bei Vielen oder den Meisten.
Es wäre falsch wenn jemand in die Politik geht, um dort reich zu werden - darum sollten Politiker nicht zu viel verdienen. Politiker sollten aber auch nicht wenig verdienen, da Menschen beeinflussbar werden, wenn sie wirtschaftlich knapp versorgt sind. Das ist keine lobenswerte Eigenschaft, aber ich denke, man muss dem Rechnung tragen - besonders in der Politik, eben weil dort persönliche wirschaftliche Interessen in der Entscheidungsfindung sehr schädlich sein können.
Nochmal: wer in die Politik geht, um "Kohle zu machen", der hat dort sowieso nichts zu suchen!
Das sehe ich auch so. Man sollte auch keine Politik machen, wenn man dort Macht oder Anerkennung sucht. Politik zu machen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe für die es einen reifen Charakter braucht.
Aber da die Diäten der Abgeordneten des Bundestages sehr niedrig sind im Vergleich zu den Gehältern, die die meisten Abgeordneten in der freien Wirtschaft beziehen könnten, sehe ich keine Gefahr, das jemand ein Mandat annimmt, um sich an den Diäten zu bereichern.
Wenn sich ein Abbeordneter bereichern will -und das wird sicherlich bei dem Einen oder Anderen vorkommen- dann denke ich, er wird eher seine Position zur Geschäftsanbahnung nutzen. Der wirtschaftliche Erfolg, der daraus entstehen kann ist sicherlich um ein Vielfaches höher als die bezogenen Diäten.
Einen schönen Sonntag wünsche ich euch Allen,
Benjamin