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Bindungsprobleme überwinden

Ich möchte dieses Muster wirklich durchbrechen und herausfinden, was dahintersteckt.

Ich sehe das als sinnvoll und gut an- dieses regelmässige "Bäh" Richtung Partner bedeutet doch nichts weiter als eine von der Natur verordnete Distanz. Dann sieht man wieder das ICH und steigt mal aus dem WIR aus, nach einer Weile taucht Sehnen auf, Begehren,Leidenschaft, wieder eintauchen ins WIR. Das würde ich nicht hinterfragen und ändern versuchen, sondern ganz im Gegenteil, annehmen, dass man so ist. Ich liebe diesen Rhytmus, der ist wie das Mäandern eines Flusses, das ist für mich ein völlig gesundes Muster und sicher nicht zufällig so.
 
Ich möchte dieses Muster wirklich durchbrechen und herausfinden, was dahintersteckt.

Ich sehe das als sinnvoll und gut an- dieses regelmässige "Bäh" Richtung Partner bedeutet doch nichts weiter als eine von der Natur verordnete Distanz. Dann sieht man wieder das ICH und steigt mal aus dem WIR aus, nach einer Weile taucht Sehnen auf, Begehren,Leidenschaft, wieder eintauchen ins WIR. Das würde ich nicht hinterfragen und ändern versuchen, sondern ganz im Gegenteil, annehmen, dass man so ist. Ich liebe diesen Rhytmus, der ist wie das Mäandern eines Flusses, das ist für mich ein völlig gesundes Muster und sicher nicht zufällig so.
Jetzt kannst du nicht mehr sagen: "ich brauche mal Abstand, treffen wir uns diese Woche nicht". Denn er ist ja immer da.

Bei den meisten Beziehungen wird das gelöst durch zickiges Benehmen, oder lästig fallen und Flucht auslösen, oder sonstige Dinge, die man nicht mag- das sind alles für mich Strategien, um wieder Me-time abzukriegen, die braucht doch jeder.
 
Hat jemand es geschafft, so ein Muster zu durchbrechen und wieder mehr Nähe und Gefühle zuzulassen, ohne direkt die Beziehung zu beenden? Was hat euch dabei geholfen?

Transparenz, Aufklären, schildern, was man fühlt und spürt und überlegt- zum Beispiel sind diese insgeheimen Trennungswünsche wie Notsignale- ein deutlicher Hinweis, dir ist nach Anders und falls dieses Anders nicht machbar ist, trennst du dich lieber.
Jetzt müsstet ihr auf diese Nöte achten und Lösungen suchen.

Naheliegend ist, wieder neu zu ordnen- eineinhalb Jahre wurde sehr Verbindliches gehegt und aufgebaut, nun macht mal Pause und zieht wieder jeder seine eigenen Runden- die Beziehung ist deshalb nicht gefährdet, wenn ihr sie lockert, experimentiert mit dem Ziel, wir finden den idealen Mittelweg, wo man entspannt beides haben kann- Nähe und auch fröhliche Distanz.
Diese fröhliche Distanz gibts bei uns deshalb, weil diese Distanz nicht als Strafe betrachtet wird, oder als Krise, sondern als Geschenk irgendwie an uns beide- als Teil vom Ganzen. Das gehört dazu, das ist gut so. Ich leb in dieser Ecke des Hauses und du dort, ich schweige, du schweigst, ich bin Luft für dich, du Luft für mich- das lässt sich sehr wohl auch machen, wenn man in einem Zimmer wohnt- ich habe zb wireless Kopfhörer angeschafft wegen der TV Programme, ich kann Stille so schätzen und dafür brauchte es nur diese kleine Investition.
Was schätzt du? Baue es ein in die neue Ordnung und er soll das jetzt auch mit dir durchgehen, was ihm fehlt.
 
Bei den meisten Beziehungen wird das gelöst durch zickiges Benehmen, oder lästig fallen und Flucht auslösen, oder sonstige Dinge, die man nicht mag- das sind alles für mich Strategien, um wieder Me-time abzukriegen, die braucht doch jeder.

Ich sehe das als sinnvoll und gut an- dieses regelmässige "Bäh" Richtung Partner bedeutet doch nichts weiter als eine von der Natur verordnete Distanz

Auf eine Weise, dass nach ca. 2 Jahren jede Beziehung beendet wird?
Nein, so hat "die Natur" sich das nicht gedacht. Zur Evolution menschlicher (serieller) Monogamie gibt's Forschungen.
 
Auf eine Weise, dass nach ca. 2 Jahren jede Beziehung beendet wird?
Ich hab das so nicht gemeint.

Falls man an Trennung denkt, könnte ein unausgewogenes Nähe-Distanz-Muster schuld sein und daran lässt sich feilen.

Bei uns zum Beispiel begann es mit "Irgendwie"- so nach und nach kamen wir drauf, hier und da brauchts Nachjustieren, umändern, updaten, mehr Ausgleich- das richtige Maß finden, wo jeder auf seine Kosten kommt. Zu viel Zusammenpicken löst bei mir/ihm Fluchtideen aus, manchmal Wut, Streit- spätestens dann kapiere ich/er, etwas kommt zu kurz, daher dieses Feeling. Darüber reden wir und das wird offen gelegt und nach Lösungen gesucht miteinander.
Eine gute Beziehung funktioniert für mich echt nur durch wirkliches, beständiges Nachfühlen und Zuhören, ob mir selber, oder dem anderen.
Hier in diesem Fall glaube ich, diese Verbindung braucht ein Update- ein Hinterfragen, was fehlt oder zu viel ist und eben ein neues, besseres Muster, nach dem man vorgeht.
"Gestern" war dies stimmig, heute kann etwas anderes stimmiger sein- zb wieder mehr Me-time pflegen und das andere mal hinten anstellen.
 
Noch ein Link dazu, der Abläufe sehr klar dargestellt, wie ich finde:


Zitate:

"
Die Verliebtheit ist wichtig, weil sie die Grundlage für eine tiefere Bindung schafft. Gleichzeitig ist sie jedoch keine dauerhafte Gefühlslage. Nach einigen Monaten oder Jahren lässt die hormonelle Intensität nach und die Beziehung tritt in eine neue Entwicklungsstufe ein.

Viele Menschen interpretieren diesen Übergang fälschlicherweise als Verlust der Liebe. Tatsächlich beginnt jetzt häufig erst die eigentliche Partnerschaft, in der sich zeigt, ob aus Verliebtheit eine stabile Beziehung entstehen kann.

Phase 2 und 3: Die Realität und die Machtkämpfe​

Nach der anfänglichen Euphorie folgt die Phase der Realität. Die Partner lernen einander nun umfassender kennen. Gewohnheiten, Eigenheiten und unterschiedliche Vorstellungen treten deutlicher hervor.
Plötzlich werden Eigenschaften sichtbar, die zuvor kaum aufgefallen sind. Vielleicht zeigt sich, dass der Partner unordentlicher ist als gedacht oder andere Vorstellungen von Freizeit, Geld oder Familienleben hat. Diese Erkenntnisse sind völlig normal und gehören zur Entwicklung jeder Beziehung."



"

Viele Konflikte entstehen genau in dieser Phase. Einige Paare erleben diese Zeit als besonders herausfordernd.

Dabei sind Meinungsverschiedenheiten keineswegs ein Zeichen für das Scheitern der Beziehung. Im Gegenteil: Sie bieten die Chance, einander besser zu verstehen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Entscheidend ist der Umgang mit den Konflikten."
Verdammt, ich habe lange pause gemacht aber das hier ist echt anders, guter Punkt.
 
Das Wichtigste ist, dass Ihr beide genau wisst, welche Bindungstypen ihr seid und welche „Probleme“ dadurch entstehen, sind sie lösbar oder führen sie auf Dauer in eine Sackgasse.
Du schätzt Dich als den vermeidenden Typ ein und ihn als sicher mit einer kleinen Tendenz zu ängstlich, also was bedeutet das für Eure Beziehung hinsichtlich des Nähe-Distanz Verhältnisses ganz individuell, denn da gibt es so viele Abstufungen innerhalb der drei bekannten Beziehungstypen wie wahrscheinlich Paarungen insgesamt.
Der vermeidende Typ befindet sich in einer stetigen Push-Pull-Dynamik, große Nähe muss durch gnadenlose Distanz ersetzt werden und dann tritt wieder der Wunsch nach Nähe auf. Der sichere Typ kann damit idR sehr gut umgehen, einem hauptsächlich ängstlichen Typ hingegen wird dadurch regelmäßig der eigene Boden entzogen.
Ihr könnt das nur durch offene Kommunikation lösen und die notwendigen Kompromisse für beide Seiten finden, die diese Beziehung in Balance hält.
Einige Muster kann man natürlich durchbrechen - nennen wir es lieber besser verstehen und aktiv damit umgehen (Kommunikation) - dabei wird Dir hoffentlich die Therapie helfen. Aber auch eine Paartherapie könnte da sehr gut helfen, einfach um von objektiver Seite beide Seiten zu erkennen und zu verstehen, denn dass nur ein Partnermensch die ganze Arbeit für Balance trägt, das funktioniert auf Dauer nicht. Den grundlegenden Beziehungstyp kann man nicht ändern, auch dazu gibt es umfassende Forschungen und die Erkenntnis, dass es hier auch genetische Veranlagungen gibt und das ist unveränderlich in uns allen.

Ich bin da immer noch, trotz vieler Podcasts und anderer neuer Errungenschaften, bei meinem favorisierten Buch über die drei Bindungstypen

Warum wir uns immer in den Falschen verlieben: Beziehungstypen und ihre Bedeutung für unsere Partnerschaft​

von Amir Levine (Autor), Rachel S.F. Heller (Autor)
Hochfundiertes Werk, liest sich - trotz der klaren wissenschaftlichen Ausrichtung - sehr gut und basiert auf der klinischen Erfahrung der Autoren. Es ist bereits 2010 im englischen Original erschienen und 2011 dann auch in deutscher Übersetzung.
Im Englischen finde ich es noch deutlich präziser, aber die deutsche Übersetzung ist gut.
 
Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen mit Bindungsangst bzw. einem starken Nähe-Distanz-Muster gemacht hat und vielleicht ein paar Tipps oder Erfahrungen mit mir teilen kann.

Ich bin 27 und seit etwas mehr als zwei Jahren mit meinem Partner (30) zusammen. Seit einem Jahr wohnen wir zusammen.

Bei mir gibt es ein Muster, das sich bisher durch alle meine Beziehungen gezogen hat. Meine Beziehungen gingen nie länger als ungefähr zwei Jahre. Meistens fing es nach ca. 1,5–2 Jahren an: Meine Gefühle wurden plötzlich weniger, mein Nervensystem war gefühlt ständig auf Hochtouren, Kleinigkeiten am Partner haben mich extrem genervt und ich hatte immer mehr das Bedürfnis nach Abstand.

Bei meinen früheren Beziehungen muss ich allerdings rückblickend sagen, dass die Partner rational gesehen wahrscheinlich tatsächlich nicht richtig zu mir gepasst haben. Bei meinem jetzigen Partner empfinde ich das anders. Wenn ich versuche, die Situation unabhängig von meinen momentanen Gefühlen zu betrachten, denke ich wirklich, dass er der Richtige für mich sein könnte und wir sehr gut zusammenpassen. Genau deshalb möchte ich diesmal nicht einfach wieder gehen, wenn dieses alte Muster auftaucht.

Nähe war für mich schon immer schwierig. Ich bin sehr freiheitsliebend, introvertiert und brauche viel Zeit und Raum für mich. Meine früheren Partner habe ich meistens nur einmal unter der Woche und einmal am Wochenende gesehen. Mehr ging von meiner Seite aus kaum.

Bei meinem jetzigen Partner war es am Anfang genauso. Auch beim Thema Zusammenziehen habe ich sehr lange alle möglichen Ausreden und Gründe gefunden, warum es nicht gehen könnte. Gleichzeitig hat er es irgendwie geschafft, dass ich ganz langsam immer mehr Nähe zulassen konnte.

Erst konnten wir uns häufiger sehen, irgendwann dann jeden Tag, wobei ich selbst da die gemeinsame Zeit teilweise noch begrenzen musste. Und schließlich habe ich mich sogar darauf eingelassen, mit ihm zusammenzuziehen. Mittlerweile wohnen wir seit einem Jahr zusammen und grundsätzlich funktioniert das auch.

Jetzt ist allerdings genau das passiert, wovor ich irgendwie Angst hatte: Nach etwas mehr als zwei Jahren scheint mein altes Muster wieder voll da zu sein.

Ich fühle momentan sehr wenig, mein Nervensystem ist gefühlt ständig angespannt und ich kann seine Nähe teilweise kaum zulassen. Kleinigkeiten nerven mich plötzlich, ich möchte Abstand und auch meine sexuelle Lust hat deutlich abgenommen. Ich kenne auch von mir, dass ich manchmal Streit anfange oder unbewusst Distanz zwischen uns schaffe. Gleichzeitig weiß ich, dass ich in anderen Phasen sehr liebevoll sein und seine Nähe auch genießen kann.

Das Schwierige ist, dass sich der Gefühlsverlust in dem Moment natürlich total real anfühlt. Gleichzeitig sehe ich dieses offensichtliche Muster: Wieder passiert es ungefähr nach derselben Beziehungsdauer wie bei meinen vorherigen Beziehungen. Nur möchte ich diesmal nicht wieder alles beenden, einen neuen Partner kennenlernen und dann nach 1,5–2 Jahren möglicherweise wieder genau am selben Punkt stehen.

Ich möchte dieses Muster wirklich durchbrechen und herausfinden, was dahintersteckt. Ich habe zum Glück bald einen Therapieplatz und in ein paar Wochen geht es los. Bis dahin würde mich aber sehr interessieren, ob jemand von euch etwas Ähnliches erlebt hat.

Kennt jemand dieses Gefühl, dass nach zunehmender Nähe bzw. nach längerer Beziehungsdauer plötzlich die Gefühle wie abgeschaltet sind und der Partner einen auf einmal extrem schnell nervt? Vielleicht auch verbunden mit innerer Unruhe, Rückzug und weniger sexueller Lust?

Hat jemand es geschafft, so ein Muster zu durchbrechen und wieder mehr Nähe und Gefühle zuzulassen, ohne direkt die Beziehung zu beenden? Was hat euch dabei geholfen?

Ich könnte dazu noch viel mehr schreiben, aber das ist erstmal die grobe Zusammenfassung.
:)


Natürlich weiß ich, dass es von meiner Kindheit kommt
:)


Zu meinem jetzigen Partner: ich empfinde ihn als sicher gebunden mit ein paar Neigungen zu ängstlichen Bindung aber sehr sehr im Rahmen.
Er ist der Mann den ich mir immer gewünscht habe: optisch sehr attraktiv und charakterlich auch mein Geschmack.

Ehrlich sein zu ihm. - kommunizieren ohne Scham wenn dein Muster einen Hebel umschaltet. Dir Raum nehmen - rausgehen. Spazieren gehen .

Mit kommunizieren schaffst du Verständnis

In Therapie alternative Strategien entwickeln.

Selbstwert überprüfen.
 

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Du bist keinem Raum beigetreten.

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