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Betreff: Einsamkeit...

Deswegen kann sich auch wieder keiner darauf berufen, daß er nirgendwo eine Therapie kriegt,
Keine Ahnung, ob es so viele Berufungen auf so etwas gibt. Weiß auch gar nicht so recht, was uns das jetzt sagen soll, dass es anscheinend Leute gibt, die sich darauf berufen, dass es nirgendwo Therapien gibt (wobei Therapieplätze ja wirklich knapp sind).
 
Auch das läuft wieder darauf hinaus, daß man selbst den Hintern nicht bewegen will, weil man sich einbildet, unbedingt jemanden zu brauchen der einem die Hand hält. Ich frage mich manchmal (Ironie!), wie die Leute überhaupt allein aufs Klo gehen können.
 
Stimmt ja auch meistens. Mir stößt die Einstellung auf die bei manchen durchscheint, ich bin grundsätzlich an nichts schuld, immer nur andere, Gott und die Welt, die böse Gesellschaft, das böse Geld das nicht vom Himmel fallen will, die böse Verwandtschaft, ein böses Leiden, wer auch immer. (Hab mich immer schon gefragt ob das typische Ost-Sozialisierung ist, wie sich diese Einstellung auf Ossis und Wessis aufteilt. Sollte wohl mal eine Umfrage zum Thema machen um meine Neugier zu befriedigen.)

Ein paar Argumente hast Du inzwischen gelesen, wie Einsamkeit zustandekommt, und daraus die logische Konsequenz, wie man sie beseitigen könnte. Was aber auch bedeuten könnte, daß man sich selbst verändern muß, z. B. Wohnort oder eigene Aktivitäten (Hobby anschaffen), und dazu sind halt viele anscheinend nicht willens oder fähig.

Eng verbunden mit der Überzeugung daß immer nur andere schuld seien, ist übrigens der Glaube, daß andere grundsätzlich riechen oder erraten können müßten wie man sich fühlt. Mit anderen Worten, andere sollen gefälligst Hellseher sein, das ist natürlich nicht der Fall. Um seine Situation und ggf. deren erwünschter Veränderung muß sich schon jeder selbst kümmern, aber siehe oben, nicht jeder ist dazu willens oder fähig. Und andere riechen es nicht, ergo passiert nie was. Eigene Schuld wenn man seine Bedürfnisse nicht kommuniziert.

Oder zwar kommuniziert, aber an die Falschen, denn nicht jeder ist der passende Topf zum Deckel. Manche Menschen nehmen alles was ihnen an Gesellschaft entgegenschneit, aber dann brauchen sie auch keine hohe Qualität erwarten. Andere die zu oft von minderer Qualität (toxisch oder schlicht todlangweilig) enttäuscht wurden, bleiben lieber einsam als erneut enttäuscht zu werden. Oder sich irgendwas einzufangen was sie später bereuen, einen Narzissten der bewunderndes Publikum braucht oder schlimmeres.
Und nicht jeder, mit dem man eigentlich gern möchte, weil Qualität etc. stimmen, hat für sich ein Anhängsel nötig, hat Zeit und Interesse sich mit jemand anderem regelmäßig abzugeben. Topf und Deckel passen nicht zueinander.

Besonders bedroht von Einsamkeit sind Personen, die von vornherein nur einen sehr beschränkten bis nichtvorhandenen Freundeskreis haben, aufgrund toxischer Familie, Umzug oder falschem Wohnort (einsam in der Pampa, nix gut!) oder weil sie sich von vornherein auf eine einzige Person beschränkt haben, bei Erwachsenen ist das in der Regel der Partner, bei Kindern der einzige echte Freund, und wenn diese Person wegfällt, durch Tod, Trennung, Wegzug, Neuorientierung, ist der Sturz ins schwarze Loch fast sicher. Außer man ist fähig, den Verlust bald zu kompensieren, aber das ist ein harter Weg wenn man sich mehr oder weniger vom Partner, Freund, Leben (sonstwas) "betrogen" fühlt. Man verließ sich ja darauf, daß die gute Zeit für immer anhalten wird, daß man nie jemand anderen brauchen wird ...
Und ich denke, wegen so Beiträgen wie deinen, die einfach alles ignorieren,was vorher schon inhaltlich Anderes dazu geschrieben wurde, und die Schuld an der Situation ganz einseitig den Betroffenen geben, müssen dann so Foren wie das Einsamkeitsforum entstehen!
Deswegen kann sich auch wieder keiner darauf berufen, daß er nirgendwo eine Therapie kriegt, denn so einzigartig ist kein Fall wie die Betroffenen sich das gern einbilden, die meisten Probleme sehen die Psychiater im Dutzend billiger. Man kann mit etwas Suchen immer ähnlich gelagerte Fälle finden und schauen wie dort die Lösung aussah.
Klar, ein gebrochenes Bein heilt man ja auch dadurch, dass man sich die Lösungen anschaut, die andere dafür bekommen haben (Gips,..) ..
 
Klar, ein gebrochenes Bein heilt man ja auch dadurch, dass man sich die Lösungen anschaut, die andere dafür bekommen haben (Gips,..) ..
Bei psychischen Problemen hilft kein Gips, sondern Selbsterkenntnis. Und die kann kommen wenn man sich gleichgelagerte Beispiele anschaut. Beinbrüche sind Massenware bei Ärzten, nur selten ein echtes Drama.
 
Ich glaube, beim Thema Einsamkeit ist es wie bei vielen anderen Problemen und Sorgen von Menschen, die man äußerlich nicht so gut sehen kann. Wenn man selbst nicht betroffen ist, kann man sich das oft nicht vorstellen und denkt "Wo ist das Problem? Man muss doch nur.... Mache ich doch auch so. Und bei mir klappt es immer."
Du hast die logische Folgefrage vergessen: "Warum machen es andere nicht auch so, was hindert sie daran?" Hier liegt der Hase im Pfeffer.
 
Du wohnst offenbar am falschen Ort. In Nürnberg gibt es eine sehr rührige Spieleszene, egal ob klassische Brettspiele, Kartenspiele wie Yu-Gi-Oh oder Tabletop Rollenspiele mit aufwendig bemalten Zinnfiguren wie Warhammer, es gibt alles was gefällt, der örtliche Comicladen organisiert das. Und wenn man sich beim Spiel näherkommt, kann das auch mit Mädels- oder gemischten Aktivitäten jenseits der Spiele was werden.
Deswegen sage ich, bei Einsamkeit kann auch der falsche Wohnort eine Rolle spielen, wenn es nämlich weit und breit niemanden gibt der auf der gleichen Wellenlänge liegt und eine kompatible Zeiteinteilung hat (auch wichtig), daß man sich regelmäßig treffen kann.
Ja, manchmal erscheint es so einfach wie am falschen Ort zu wohnen... Das stimmt zwar, aber da kommen schon auch noch einige andere Faktoren hinzu.

Wir haben ja schon in einem anderen Thema festgestellt, das die Menschen nicht mehr so versöhnlich und verständnisvoll sind,wie vor ca 20,30Jahren. Früher hatte man mehr Freunde und Bekannte, weil Veganer,Nicht/Raucher,SowiesoParteiwähler oder sonstwie Orientierte trotzdem miteinander am Stammtisch saßen oder Grillten... Heute eben nicht mehr. Ich kenne niemanden, der nicht in den letzten 10 bis 20 Jahren auf einmal den Kontakt zu bestimmten Freunden oder Familie verloren hat.
Das kann ich bei allem Pragmatismus nicht ausblenden. 🤷‍♀️
 
Du hast die logische Folgefrage vergessen: "Warum machen es andere nicht auch so, was hindert sie daran?"
Die Frage habe ich keineswegs vergessen. Es ist ja die Kernfrage. Aber wie gesagt: jeder Mensch ist anders, fühlt anders, denkt anders, ist anders geprägt worden, hat andere Ängste, und so weiter.

Man kann die Menschen nicht einfach austauschbar miteinander vergleichen und sagen "Die anderen schaffen es doch auch...."
 
Fein, dass du meinst, psychische Probleme generell könnte man durch Anschauen lösen..
Ich frage mich nur, mit welcher Kompetenz, beruflicher Erfahrung, Ausbildung,.. du das meinst!
Nicht generell, aber viele, die bei denen die Fachleute innerlich stöhnen und sich denken, nicht schon wieder. Psychosomatische Leiden beispielsweise, wo auch Einsamkeit der Auslöser sein kann - zu viel Kreisen um den eigenen Bauchnabel weil eine gesunde Ablenkung fehlt.
 

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