Hey erstmal und danke für alle die sich das hier durchlesen.. ich bin aktuell sehr am verzweifeln und brauche dringend Rat..
Vorweg: Der Text ist trotz Kürzung lang, mir fällt es unglaublich schwer zu filtern, was das Wichtigste ist. Vieles steht deswegen nur oberflächlich da, fragt gerne nach. Und das ist nur meine Sicht, sie würde einiges anders erzählen und hätte an manchen Stellen wahrscheinlich recht. Ich weiche Konflikten aus, ich rede Leuten nach dem Mund und kriege Streitverläufe hinterher oft nicht mehr zusammen, es kann also sein, dass ich unbewusst Dinge verdrehe.
Ich bin 25, sie ist 23, wir sind fast vier Jahre zusammen und wohnen seit dreieinhalb Jahren zusammen. Sie ist meine erste Beziehung, ich habe keinen Vergleich, und genau deswegen frage ich hier. Ich will irgendwann Kinder und ein stabiles Leben, aber nicht in einer Beziehung bleiben, nur um nicht alleine zu sein.
Zu mir: Ich habe seit meiner Kindheit eine massive Verlustangst und war bis zu dieser Beziehung eigentlich immer alleine. Seit ein paar Wochen bin ich erstmals in Therapie, diagnostiziert wurden ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung, Angststörung, Zwangsstörung, phasenweise Depression und Hypersexualität. Mein Therapeut hat nach den ersten Gesprächen gesagt, ich wirke auf ihn wie ein gefügiger Blitzableiter in dieser Beziehung. Sie kommt ebenfalls aus einem sehr schwierigen Elternhaus und hat hier vor Ort weder Familie noch Freundinnen. Wir waren füreinander die einzige enge Bezugsperson.
Wenn es gut läuft, ist es wunderschön. Uns wird nie langweilig und ich kann bei ihr zu hundert Prozent so sein wie ich bin. So einen Menschen hatte ich vorher nie, und ich bin sofort in eine Abhängigkeit reingerutscht.
Vor gut drei Wochen haben wir uns am selben Tag alles gebeichtet.
Ich konsumiere seit meiner Jugend zwanghaft Pornografie, während der Beziehung ist es eskaliert. Ich habe auf diversen Plattformen für Inhalte bezahlt, mit Frauen geschrieben und im Internet nach Leuten aus ihrem Umfeld gesucht, und ich habe sie darüber jahrelang angelogen. Sie hat es mehrfach mitbekommen, einmal habe ich vier Monate durchgehalten und bin dann rückfällig geworden. Ich schäme mich abgrundtief dafür und relativiere davon nichts. Inzwischen habe ich Filter auf meinen Geräten, bin in Therapie und vernichte meine alten Datenträger, das erste Mal, dass ich wirklich etwas tue und nicht nur verspreche.
Sie geht seit Anfang letzten Jahres oft feiern und hat in der Zeit immer wieder mit verschiedenen Männern rumgemacht, bis vor kurzem. An einem dieser Abende, vor etwa anderthalb Jahren, hatte sie mit einem Mann Sex in einem Hotelzimmer. Genau in dieser Nacht hatte ich ihr geschrieben, sie soll Spaß haben und mich nicht vergessen, und sie hat geantwortet, dass sie mich natürlich nicht vergisst. Vier Stunden später ist es passiert. Sie sagt, es seien nur fünf Minuten gewesen, an anderer Stelle sagte sie, der Sex sei auf jeden Fall gut gewesen. Als sie später wütend auf mich war, hat sie mir Bilder von ihm geschickt und seinen Namen gesagt, dafür hat sie sich mehrfach entschuldigt. Sie sagt aber auch, sie fühle sich nicht mehr richtig schuldig, weil sie meine Sachen für schlimmer hält.
Sie wollte sich trennen, dann wollten wir es doch versuchen, dann hat sie entschieden, dass wir auf Probe sind, also faktisch getrennt. Praktisch hat sich außer dem Label nichts geändert: Wir wohnen zusammen, schlafen im selben Bett, kuscheln, haben Sex, machen Ausflüge, nach außen weiß niemand etwas. Mal sagt sie, sie kann das auf keinen Fall mehr, mal, sie versucht es, egal wie lange es dauert. Einen Zeitrahmen gibt es nicht. Sie war seitdem auch schon wieder zwei- oder dreimal feiern und sagt, der Abstand von mir tue ihr gut. Dass inzwischen auch ich überlege, ob ich das noch will, hat sie überhaupt nicht verstanden.
Das Fremdgehen ist nicht mein einziges Thema und hat bei mir das Fass ein bisschen zum überlaufen gebracht, aber es ist ehrlich gesagt nicht mal das größte. Das meiste hat mich schon vorher gestört, ich habe es nur nie ausgesprochen.
Ich mache in dieser Beziehung sehr viel und ich mache es gerne. Ich habe sie immer gefahren und abgeholt, oft morgens um sechs vom Feiern, danach teils noch ihre Freundin in eine andere Stadt, auch wenn ich am selben Tag arbeiten musste. Ich koche und mache aktuell fast den ganzen Haushalt, mit gebrochenem Fuß bin ich dafür auf einem Bein durch die Wohnung gehüpft. Ich mag es, gebraucht zu werden. Umgekehrt ist sie schnell genervt, wenn sie mal etwas machen muss. Und wenn ich von der Feuerwehr oder meiner Ausbildung erzähle, interessiert es sie kaum, während ich mir ihre Partygeschichten hundertmal angehört habe.
Ich spreche fast nie an, was mich stört, das ist mein Fehler. Streits laufen fast immer gleich: Sie sagt etwas, ich sage meine Sicht, sie sagt, das stimmt nicht. Ich erkläre es nochmal, sie sagt wieder, das stimmt nicht. Sie ist überzeugt davon, dass ich sie dabei verarsche, und sie hält mich für manipulativ. Ich glaube nicht, dass sie das taktisch meint, sie sieht es ehrlich so. Ich kann diese Diskussionen deshalb nicht gewinnen und ziehe immer den Kürzeren, egal worum es geht.
Aus kleinen Situationen wird sehr schnell eine Trennungssituation, und das oft. Ich bin schon per WhatsApp verlassen worden, weil ich am Telefon genervt war, als sie nachts fragte, wo ich bleibe. Oft heißt es im Streit, ich soll die Wohnung verlassen, sie brauche ihren Raum, ich könne ja zu meiner Mutter drei Kilometer weiter. Weigere ich mich, heißt es, ich nötige sie damit, mit mir zusammen zu sein. Gehe ich, läuft der Streit auf WhatsApp weiter und wird schlimmer. Am Ende eskaliert es fast immer und ich entschuldige mich.
Zweimal bin ich nicht in die Wohnung gelassen worden. Das erste Mal im Februar mitten in der Nacht, ich hatte einen frisch gebrochenen Fuß, keinen Schlüssel dabei und habe mich nicht getraut zu klingeln, weil ich Angst hatte, es schlimmer zu machen. Ich musste meine Mutter anrufen. Das zweite Mal war gestern.
Was in Streits gesagt wird, trifft mich sehr. Sie hat heute alle Fotos von sich auf meinem Handy gelöscht und gesagt, ich solle unser gemeinsames Profilbild rausnehmen, ob mir das nicht peinlich sei. Am Valentinstag hat sie sich in einem Streit betont aufreizend angezogen und gesagt, sie gehe jetzt zu ihrem Schulfreund, nur um mir zu zeigen, dass sie es kann. Und sie hat mir gesagt, ich solle zurück in mein Junggesellenzimmer bei meiner Mutter ziehen und mir wieder Nutten kaufen, weil ich anders bei Frauen nicht mehr lande. Dass ich meine ersten sexuellen Erfahrungen mit Prostituierten hatte, weiß sie von mir. Sie sagt so etwas nur, wenn sie wütend ist, das weiß sie selbst, aber es zielt jedes Mal auf das, wofür ich mich schäme oder was ich ihr anvertraut habe.
Ich habe außerdem unzählige Feuerwehreinsätze und Vereinsabende sausen lassen, weil sie enttäuscht oder genervt war, wenn ich los wollte, und mehr als einmal hatte ich mitten im Einsatz Streit mit ihr.
Ich kaufe ihr gerne Kleidung, weil ich sie darin schön finde. Getragen wird die dann fast nur zum Feiern, und wenn ich sage, dass ich sie darin auch mal sehen will, heißt es, ich soll ihr einen Anlass geben. Für Dates ist oft kein Geld da, fürs Feiern und für Alkohol war immer welches da, auch als sie arbeitslos war.
Zwei Dinge kann ich schwer einordnen. Erstens: Sie hat mich monatelang gedrängt, Ecstasy zu probieren, ich hatte wegen meiner psychischen Sachen Bedenken. Ich habe mich doch überreden lassen und hatte einen kompletten Nervenzusammenbruch, danach habe ich gesagt, dass ich das nie wieder nehme. Im Dezember hat sie mir beim Feiern trotzdem etwas davon in Pulverform ins Getränk gemacht, ohne dass ich es wusste, und es mir Wochen später gebeichtet. Ich habe es nicht geschafft, darüber wütend zu sein. Nicht mal darüber, weil ich solche Angst hatte, dass sie geht.
Zu gestern: Ich war nach Jahren bewusst mal wieder auf einem Feuerwehrabend. Auf ihre Frage, wann ich komme, hatte ich geschrieben, eher 21 als 22 Uhr, aber ohne feste Uhrzeit. Danach kam anderthalb Stunden nichts. Beim Aufbrechen habe ich mich verquatscht, ungefähr 24 Minuten, und genau da kam ein Alarm, ich war noch auf dem Gelände und bin mitgefahren. Ihre Nachrichten gingen von wer sie denn sei, dass sie warten müsse, bis zu ich hätte ja zum Glück noch ein zweites Zuhause, dann kam Stfu. Als ich sagte, 24 Minuten seien für mich kein Sitzenlassen, kam, dann sei es auch kein Aussperren, wenn sie den Schlüssel von innen stecken lasse. Genau das hat sie dann gemacht. Ich habe geklingelt und sie hat aufgemacht, danach kam die Diskussion, dass ich hier nicht mehr wohnen soll. Heute haben wir uns vertragen, sie sagt, ich sei S**** mit ihr umgegangen, ich sehe das anders. Damit sind wir wieder da, wo wir immer landen.
Was, wenn ich mich trenne und dasselbe Problem mit dem nächsten Menschen habe. Was, wenn sie recht hat und ich nie wieder jemanden finde, bei dem so vieles passt.
Mir geht es gerade nicht gut. Ich bin seit Wochen krankgeschrieben, mein Körper ist dauerhaft im Alarmzustand, Herzrasen, Atemnot, kaum Schlaf. Ich habe sehr detaillierte, zwanghafte Bilder von dieser Nacht im Kopf. Anfangs war da nur die Angst, sie zu verlieren, seit ein paar Tagen kommt zum ersten Mal Wut dazu. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich mit einer Frau zusammen sein möchte, die mit einem anderen geschlafen hat.
Meine Frage an euch: Wird hier fair mit mir umgegangen. Wie viel davon ist eine Dynamik, an der wir beide bauen, und wie viel ist einseitig. Kann eine Trennung auf Probe funktionieren, in der man weiter komplett wie ein Paar lebt. Und vor allem: Hat das aus eurer Sicht Potenzial für etwas Stabiles und Langfristiges, oder investiere ich gerade weitere Jahre in etwas, das nicht gut für mich ist.
Ich bin für ehrliche Antworten dankbar, auch für unbequeme. Ich brauche keine Beschönigung, ich brauche eine Richtung.
Vorweg: Der Text ist trotz Kürzung lang, mir fällt es unglaublich schwer zu filtern, was das Wichtigste ist. Vieles steht deswegen nur oberflächlich da, fragt gerne nach. Und das ist nur meine Sicht, sie würde einiges anders erzählen und hätte an manchen Stellen wahrscheinlich recht. Ich weiche Konflikten aus, ich rede Leuten nach dem Mund und kriege Streitverläufe hinterher oft nicht mehr zusammen, es kann also sein, dass ich unbewusst Dinge verdrehe.
Ich bin 25, sie ist 23, wir sind fast vier Jahre zusammen und wohnen seit dreieinhalb Jahren zusammen. Sie ist meine erste Beziehung, ich habe keinen Vergleich, und genau deswegen frage ich hier. Ich will irgendwann Kinder und ein stabiles Leben, aber nicht in einer Beziehung bleiben, nur um nicht alleine zu sein.
Zu mir: Ich habe seit meiner Kindheit eine massive Verlustangst und war bis zu dieser Beziehung eigentlich immer alleine. Seit ein paar Wochen bin ich erstmals in Therapie, diagnostiziert wurden ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung, Angststörung, Zwangsstörung, phasenweise Depression und Hypersexualität. Mein Therapeut hat nach den ersten Gesprächen gesagt, ich wirke auf ihn wie ein gefügiger Blitzableiter in dieser Beziehung. Sie kommt ebenfalls aus einem sehr schwierigen Elternhaus und hat hier vor Ort weder Familie noch Freundinnen. Wir waren füreinander die einzige enge Bezugsperson.
Wenn es gut läuft, ist es wunderschön. Uns wird nie langweilig und ich kann bei ihr zu hundert Prozent so sein wie ich bin. So einen Menschen hatte ich vorher nie, und ich bin sofort in eine Abhängigkeit reingerutscht.
Vor gut drei Wochen haben wir uns am selben Tag alles gebeichtet.
Ich konsumiere seit meiner Jugend zwanghaft Pornografie, während der Beziehung ist es eskaliert. Ich habe auf diversen Plattformen für Inhalte bezahlt, mit Frauen geschrieben und im Internet nach Leuten aus ihrem Umfeld gesucht, und ich habe sie darüber jahrelang angelogen. Sie hat es mehrfach mitbekommen, einmal habe ich vier Monate durchgehalten und bin dann rückfällig geworden. Ich schäme mich abgrundtief dafür und relativiere davon nichts. Inzwischen habe ich Filter auf meinen Geräten, bin in Therapie und vernichte meine alten Datenträger, das erste Mal, dass ich wirklich etwas tue und nicht nur verspreche.
Sie geht seit Anfang letzten Jahres oft feiern und hat in der Zeit immer wieder mit verschiedenen Männern rumgemacht, bis vor kurzem. An einem dieser Abende, vor etwa anderthalb Jahren, hatte sie mit einem Mann Sex in einem Hotelzimmer. Genau in dieser Nacht hatte ich ihr geschrieben, sie soll Spaß haben und mich nicht vergessen, und sie hat geantwortet, dass sie mich natürlich nicht vergisst. Vier Stunden später ist es passiert. Sie sagt, es seien nur fünf Minuten gewesen, an anderer Stelle sagte sie, der Sex sei auf jeden Fall gut gewesen. Als sie später wütend auf mich war, hat sie mir Bilder von ihm geschickt und seinen Namen gesagt, dafür hat sie sich mehrfach entschuldigt. Sie sagt aber auch, sie fühle sich nicht mehr richtig schuldig, weil sie meine Sachen für schlimmer hält.
Sie wollte sich trennen, dann wollten wir es doch versuchen, dann hat sie entschieden, dass wir auf Probe sind, also faktisch getrennt. Praktisch hat sich außer dem Label nichts geändert: Wir wohnen zusammen, schlafen im selben Bett, kuscheln, haben Sex, machen Ausflüge, nach außen weiß niemand etwas. Mal sagt sie, sie kann das auf keinen Fall mehr, mal, sie versucht es, egal wie lange es dauert. Einen Zeitrahmen gibt es nicht. Sie war seitdem auch schon wieder zwei- oder dreimal feiern und sagt, der Abstand von mir tue ihr gut. Dass inzwischen auch ich überlege, ob ich das noch will, hat sie überhaupt nicht verstanden.
Das Fremdgehen ist nicht mein einziges Thema und hat bei mir das Fass ein bisschen zum überlaufen gebracht, aber es ist ehrlich gesagt nicht mal das größte. Das meiste hat mich schon vorher gestört, ich habe es nur nie ausgesprochen.
Ich mache in dieser Beziehung sehr viel und ich mache es gerne. Ich habe sie immer gefahren und abgeholt, oft morgens um sechs vom Feiern, danach teils noch ihre Freundin in eine andere Stadt, auch wenn ich am selben Tag arbeiten musste. Ich koche und mache aktuell fast den ganzen Haushalt, mit gebrochenem Fuß bin ich dafür auf einem Bein durch die Wohnung gehüpft. Ich mag es, gebraucht zu werden. Umgekehrt ist sie schnell genervt, wenn sie mal etwas machen muss. Und wenn ich von der Feuerwehr oder meiner Ausbildung erzähle, interessiert es sie kaum, während ich mir ihre Partygeschichten hundertmal angehört habe.
Ich spreche fast nie an, was mich stört, das ist mein Fehler. Streits laufen fast immer gleich: Sie sagt etwas, ich sage meine Sicht, sie sagt, das stimmt nicht. Ich erkläre es nochmal, sie sagt wieder, das stimmt nicht. Sie ist überzeugt davon, dass ich sie dabei verarsche, und sie hält mich für manipulativ. Ich glaube nicht, dass sie das taktisch meint, sie sieht es ehrlich so. Ich kann diese Diskussionen deshalb nicht gewinnen und ziehe immer den Kürzeren, egal worum es geht.
Aus kleinen Situationen wird sehr schnell eine Trennungssituation, und das oft. Ich bin schon per WhatsApp verlassen worden, weil ich am Telefon genervt war, als sie nachts fragte, wo ich bleibe. Oft heißt es im Streit, ich soll die Wohnung verlassen, sie brauche ihren Raum, ich könne ja zu meiner Mutter drei Kilometer weiter. Weigere ich mich, heißt es, ich nötige sie damit, mit mir zusammen zu sein. Gehe ich, läuft der Streit auf WhatsApp weiter und wird schlimmer. Am Ende eskaliert es fast immer und ich entschuldige mich.
Zweimal bin ich nicht in die Wohnung gelassen worden. Das erste Mal im Februar mitten in der Nacht, ich hatte einen frisch gebrochenen Fuß, keinen Schlüssel dabei und habe mich nicht getraut zu klingeln, weil ich Angst hatte, es schlimmer zu machen. Ich musste meine Mutter anrufen. Das zweite Mal war gestern.
Was in Streits gesagt wird, trifft mich sehr. Sie hat heute alle Fotos von sich auf meinem Handy gelöscht und gesagt, ich solle unser gemeinsames Profilbild rausnehmen, ob mir das nicht peinlich sei. Am Valentinstag hat sie sich in einem Streit betont aufreizend angezogen und gesagt, sie gehe jetzt zu ihrem Schulfreund, nur um mir zu zeigen, dass sie es kann. Und sie hat mir gesagt, ich solle zurück in mein Junggesellenzimmer bei meiner Mutter ziehen und mir wieder Nutten kaufen, weil ich anders bei Frauen nicht mehr lande. Dass ich meine ersten sexuellen Erfahrungen mit Prostituierten hatte, weiß sie von mir. Sie sagt so etwas nur, wenn sie wütend ist, das weiß sie selbst, aber es zielt jedes Mal auf das, wofür ich mich schäme oder was ich ihr anvertraut habe.
Ich habe außerdem unzählige Feuerwehreinsätze und Vereinsabende sausen lassen, weil sie enttäuscht oder genervt war, wenn ich los wollte, und mehr als einmal hatte ich mitten im Einsatz Streit mit ihr.
Ich kaufe ihr gerne Kleidung, weil ich sie darin schön finde. Getragen wird die dann fast nur zum Feiern, und wenn ich sage, dass ich sie darin auch mal sehen will, heißt es, ich soll ihr einen Anlass geben. Für Dates ist oft kein Geld da, fürs Feiern und für Alkohol war immer welches da, auch als sie arbeitslos war.
Zwei Dinge kann ich schwer einordnen. Erstens: Sie hat mich monatelang gedrängt, Ecstasy zu probieren, ich hatte wegen meiner psychischen Sachen Bedenken. Ich habe mich doch überreden lassen und hatte einen kompletten Nervenzusammenbruch, danach habe ich gesagt, dass ich das nie wieder nehme. Im Dezember hat sie mir beim Feiern trotzdem etwas davon in Pulverform ins Getränk gemacht, ohne dass ich es wusste, und es mir Wochen später gebeichtet. Ich habe es nicht geschafft, darüber wütend zu sein. Nicht mal darüber, weil ich solche Angst hatte, dass sie geht.
Zu gestern: Ich war nach Jahren bewusst mal wieder auf einem Feuerwehrabend. Auf ihre Frage, wann ich komme, hatte ich geschrieben, eher 21 als 22 Uhr, aber ohne feste Uhrzeit. Danach kam anderthalb Stunden nichts. Beim Aufbrechen habe ich mich verquatscht, ungefähr 24 Minuten, und genau da kam ein Alarm, ich war noch auf dem Gelände und bin mitgefahren. Ihre Nachrichten gingen von wer sie denn sei, dass sie warten müsse, bis zu ich hätte ja zum Glück noch ein zweites Zuhause, dann kam Stfu. Als ich sagte, 24 Minuten seien für mich kein Sitzenlassen, kam, dann sei es auch kein Aussperren, wenn sie den Schlüssel von innen stecken lasse. Genau das hat sie dann gemacht. Ich habe geklingelt und sie hat aufgemacht, danach kam die Diskussion, dass ich hier nicht mehr wohnen soll. Heute haben wir uns vertragen, sie sagt, ich sei S**** mit ihr umgegangen, ich sehe das anders. Damit sind wir wieder da, wo wir immer landen.
Was, wenn ich mich trenne und dasselbe Problem mit dem nächsten Menschen habe. Was, wenn sie recht hat und ich nie wieder jemanden finde, bei dem so vieles passt.
Mir geht es gerade nicht gut. Ich bin seit Wochen krankgeschrieben, mein Körper ist dauerhaft im Alarmzustand, Herzrasen, Atemnot, kaum Schlaf. Ich habe sehr detaillierte, zwanghafte Bilder von dieser Nacht im Kopf. Anfangs war da nur die Angst, sie zu verlieren, seit ein paar Tagen kommt zum ersten Mal Wut dazu. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich mit einer Frau zusammen sein möchte, die mit einem anderen geschlafen hat.
Meine Frage an euch: Wird hier fair mit mir umgegangen. Wie viel davon ist eine Dynamik, an der wir beide bauen, und wie viel ist einseitig. Kann eine Trennung auf Probe funktionieren, in der man weiter komplett wie ein Paar lebt. Und vor allem: Hat das aus eurer Sicht Potenzial für etwas Stabiles und Langfristiges, oder investiere ich gerade weitere Jahre in etwas, das nicht gut für mich ist.
Ich bin für ehrliche Antworten dankbar, auch für unbequeme. Ich brauche keine Beschönigung, ich brauche eine Richtung.