Schade, dass auch hier wieder Spott und Zynismus mitschwingen. Eine sachliche Nachfrage hätte ich gerne beantwortet.
Ich arbeite Vollzeit und habe nie erwartet, dass mein Sohn den Haushalt mitträgt wie ein Erwachsener. Es ging immer um altersgerechte Aufgaben.
Ich sehe mittlerweile den Punkt, dass Jugendliche nicht automatisch erkennen, wenn sich eine Situation verändert oder wenn mehr Unterstützung gebraucht wird. Auch wenn er grundsätzlich weiß, wie man mithilft, muss ich meine Erwartungen klar kommunizieren und darf nicht voraussetzen, dass er meine Belastung von alleine erkennt.
Die Trennung vom Kindesvater war für meinen Sohn sicher nicht einfach, und ich hätte mir auch gewünscht, dass er eine verlässliche Beziehung zu beiden Elternteilen haben kann. Darauf hatte ich aber nicht allein Einfluss.
Ich möchte eine Sache richtigstellen: Ich habe nicht von einer normalen Kindheit gesprochen, sondern davon, dass ich in bitterer Armut aufgewachsen bin. Es gab Zeiten, in denen ich aus Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, an manchen Tagen nicht genug zu essen hatte und hungern musste.
Natürlich wünsche ich mir, dass mein Sohn es einmal besser hat, als ich es hatte. Ich versuche mir bewusst zu machen, dass meine Erfahrungen nicht automatisch der Maßstab dafür sein können, was für meinen Sohn richtig ist. Ich versuche, ehrlich zu reflektieren und auch meine eigenen Fehler zu erkennen. Dazu gehört für mich auch, anzuerkennen, dass ich manche Dinge vielleicht aus meiner eigenen Perspektive betrachtet habe und nicht immer ausreichend gesehen habe, wie sie bei meinem Sohn angekommen sind. Daran muss ich arbeiten.