Vor wichtigen Klassenarbeiten darf er am Wochenende nicht raus, damit er sich auf die Schule konzentrieren kann. Das hat er aber gut akzeptiert und versteht auch, warum diese Regel gilt.
Vor Klassenarbeiten hat er im Prinzip auch Stubenarrest? Und das hat er verstanden und akzeptiert? Er hat ja keine andere Möglichkeit, als das zu "akzeptieren". Du hast ihm ja kein Zeitfenster genannt, z.B. vormittags lernst du und nachmittags ist Freizeit.
Du willst ihm damit zum Lernen zwingen ... funktioniert nicht, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. In meinem Elternhaus (Lehrer) ging alles nur um Leistung. Zum Stubenarrest gab es allerdings immer noch ein Arschvoll bei schlechter Note (ab einer 4). Meine "Waffe" war: Nicht lernen!
Mein Sohn hat sich nach mehrmaliger Aufforderung entschuldigt. Daraufhin hat sich auch mein Verlobter bei ihm entschuldigt.
Warum musste er sich als Erster entschuldigen? Dein Sohn ist 15, dein Verlobter ja wohl deutlich älter, da würde ich annehmen, dass der Ältere sein Fehlverhalten zuerst bittet, das zu entschuldigen. Die Beiden befinden sich nicht auf Augenhöhe!
Die Privatschule war eine Entscheidung, die wir getroffen haben, weil wir dachten, dass es für ihn gut ist. Vielleicht war es nicht das, was er sich ausgesucht hätte, das nehme ich ernst.
Alles wurde von dir (und deinem Verlobten) entschieden unter dem Deckmantel "Wir meinen es doch nur gut".
- Kater weg
- Umzug, Freunde weg
- Schulwechsel, Freunde weg
- Kontrolle im Kinderzimmer und Rucksack
- bei "Fehlverhalten" sofortige Sanktionen (z.B. Stubenarrest)
Warum wurde er nicht von Anfang an mit einbezogen? Und sagt jetzt bitte nicht, das haben wir ja und in seinem Sinne entschieden. Ich sehe keine einzige Entscheidung, wo mal die Bedürfnisse deines Sohnes berücksichtigt wurde. Und bei all dem erwartest du noch Dankbarkeit und Respekt?
Er weiß auch, dass es bei uns gelegentlich Rucksack- und Zimmerkontrollen gibt.
Ihr kontrolliert sein Zimmer und seine Sachen? Genau solche Sachen zeigen deinem Sohn, dass du ihm keinen Millimeter vertraust. Es wird über seinem Kopf hinweg alles beschlossen und dann wird er noch kontrolliert, wenn er bockig reagiert. Er wird doch nie gehört!!!
Er bekommt Verständnis für Dinge, die ihm schwerfallen. Zum Beispiel bei seinen nachlassenden Leistungen im Sport.
Du verstehst nicht, dass dein Sohn mit 15 Jahren einen eigenen Willen hat. Vielleicht macht ihm der Vereinssport keinen Spaß mehr, vielleicht gab es mal Vorfälle, die du gar nicht weiß? Sollte es so sein, wundert es mich nicht, wenn er nichts davon berichtet. Ist doch eh egal, was er macht, macht er falsch. Du legt die Grundsätze eines Erwachsenen an ihn, er ist aber noch nicht erwachsen.
Es ging darum, dass mein Sohn aufgrund einer schlechten Note nicht mit seinen Freunden skaten gehen sollte. Er wollte trotzdem gehen und hat versucht, sich darüber hinwegzusetzen. Mein Verlobter hat sich ihm in den Weg gestellt, um das zu verhindern.
Ja, weil diese Massnahme in seinen Augen unsinnig ist und er damit nicht einverstanden ist. Es wäre viel sinnvoller gewesen, in einem ruhigen Gespräch zu erörtern, wie diese eine schlechte Leistung wieder aufgeholt werden kann, ohne Sanktionen auszusprechen.
Dass er sich an Absprachen hält, erwarte ich unabhängig davon, wer sie ausspricht. Im konkreten Fall hat mein Verlobter versucht, ihn daran zu hindern, das Haus zu verlassen, obwohl klar war, dass er an diesem Tag nicht zum Skaten gehen sollte.
Es gab KEINE Absprache. Absprachen sind Vereinbarungen, wo beide Parteien sich über eine Lösung einigen und sich die Hand drauf geben. Hier ist es der Versuch, deinen Sohn zu etwas zu zwingen, was DU willst. "Ich bin die Mutter und es wird gemacht, was ich sage. Du schreibst eine schlechte Note und ich zwinge dich mit dem Hausarrest dazu, dass du lernst."
Meine Güte, dein Sohn ist 15, glaubst du wirklich, dass du ihn mit solchen Maßnahmen zur Übernahme von Verantwortung zwingst? Nein, denn die Einsicht dazu gelingt ganz sicher nicht mit Zwang oder Sanktionen.
Und warum geht dein Verlobter dazwischen? Er hat sich da komplett rauszuhalten, ganz einfach.
Er wollte verhindern, dass mein Sohn trotz der vorher getroffenen Abmachung einfach das Haus verlässt.
Dein Verlobter tut mit solchen Dingen genau das, was du nicht willst. Abneigung und Gegenwehr ist das Einzige, was dadurch bei deinem Sohn erreicht wird. Hausarrest bei einem 15-Jährigen ist für mich maßlos übetrieben und auch nicht mehr zeitgemäß. Wenn du willst, dass er Verantwortung übernimmt, dann freiwillig, Zwang sorgt nur fürs Gegenteil.
Deshalb ging es bei der Konsequenz nicht darum, Macht zu demonstrieren oder ihn zu bestrafen, sondern darum, ihm zu vermitteln, dass Freizeit auch Verantwortung voraussetzt. Wenn man sich bewusst gegen das Lernen entscheidet, muss man auch mit den Folgen rechnen.
Doch, es geht hier auch um Macht. Dein Wort ist mehr wert als sein Wort. Deine Bedürfnisse wiegen schwerer als seine Bedürfnisse. Du willst, dass er sich wie ein verantwortungsbewusster Erwachsener benimmt, behandelst ihn aber wie ein Kind. Das passt alles nicht zusammen.
Es ging nicht darum, ihn festzuhalten oder ihm etwas anzutun, sondern darum, ihn daran zu hindern, trotz einer klaren Absprache einfach zu gehen.
Doch, er wurde festgehalten und ihr beiden Erwachsene wart euch euer Machtdemonstration auch bewusst. Eine Absprache hätte zu dem Zeitpunkt eher so ausgesehen, dass ihr einseht, dass Hausarrest und sich vor ihm aufbauen und ihn hindern nicht der richtige Weg war. Ihr hättet ihn ziehen lassen sollen und vereinbaren, dass du dich mit ihm zum Punkt X hinsetzt und über die verschieden Bedürfnisse sprecht und dann echte Vereinbarungen trefft, wobei der Sohn da auch Vorschläge machen sollte.
Es war eine Entscheidung von mir als Mutter, weil ich der Meinung war, dass sein Verhalten, nicht zu lernen, obwohl er Zeit dafür gehabt hätte, eine Konsequenz haben sollte.
Die Konsequenz ist also immer Strafe? Eine echte Konsequenz wäre, wenn er sitzen bleibt und sich ein weiteres Jahr mit Schule befassen muss, während seine Kumpels bereits Richtung Ausbildung/Studium wandern. Du verlangst Verständnis von ihm, warum hast du kein Verständnis für deinen Sohn?
Seine ganze sichere Umgebung wurde ihm genommen, er ist komplett haltlos. Dann gab es zwei körperliche Konfrontationen durch deinen Verlobten. Da ist es irrelevant, ob er vorher geschubst hat. Und sein nächtlicher Ausflug vom Balkon wird ja auch wieder Konsequenzen gehabt haben. Also deine Konsequenzen, nicht seine. Dein Sohn brüllt so laut um Hilfe und um"gesehen werden", aber du hörst nur Stille.
Und verstehe bitte, Zwang oder Sanktionen haben noch nie einen Pupertier zum Lernen gebracht. Du verlangst Respekt, gibst aber selbst keinen. Dein Sohn hat ständig nur zu akzeptieren und wenn sich Widerwillen regt, wird er körperlich angegangen. So entwickelt sich kein Vertrauen, so verlierst du nur noch das bisschen Vertrauen, was noch da ist. Hör doch endlich deinem Kind zu!
Und zum Thema Hausarrest:
Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.
Nachzulesen hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Hausarrest
Es liegt alleine an dir, wie sich zukünftig dein Verhältnis zum Sohn entwickelt.