Und ebenso kann man das halt auch von einem Hund erwarten....sollte zumindest so sein und ich stimme Dir zu: Wo dieses grundliegende Verständnis von Rücksichtnahme -also dass man eben einfach aneinander vorbei geht und gut ists- fehlt, kann man eigentlich schon fast erwarten, dass da eher unangenehme Hunde im Schlepptau sein werden.
Ja, es sind oft die Hunde, aber andersrum sehe ich auch öfters mal, wie Menschen ungefragt Kontakt zum Hund aufnehmen, vor allem dieser Klassiker "Hallo, was bist duuuuu denn für ein Hübscher?"
Und das nicht erst, nachdem man sich vom Halter das Okay dazu eingeholt hat, wie es eigentlich sein sollte.
Und auch ein Anreden , nicht nur das Anfassen, ist ja schon ein Kontakt. Sollte man ohne Okay des Halters nicht tun, machen aber viele.
Mir hat mal eine Hundetrainerin erklärt, ich solle, wenn ich auf einen Halter mit Hund treffe, egal ob der Hund fremd oder bekannt ist, den Hund anfangs immer ignorieren, als wäre der Luft und immer zuerst Kontakt zum Halter aufnehmen und den begrüßen, denn Begrüßungen oder auch den Check von Fremden, hat der "Leitwolf" , also der Halter, durchzuführen, und man sollte dem Hund nie das Zeichen geben, dass das sein Job wäre.
Daher ist es sehr wünschenswert, dass Besucher/Passanten bei Kontakt immer erst eine Zeit mit dem Halter reden und DANN erst mit dem Hund. (das ist jetzt natürlich im Optimalfall, wo denn auch ein ansprechbarer Halter zur Stelle ist - ist ja leider nicht immer der Fall in der Öffentlichkeit)
Und das erlebe ich schon oft anders, wenn gerade Leute mit "Knuddel-Hunden" durch die Einkaufsstraße gehen, erst gestern wieder, dass da von der Seite der Hund angequatscht wurde, was er doch für ein Hübscher ist und der Hund mit Gesten animiert wurde, zu der fremden Person hinzugehen.
Ich selber habe früher da auch den Fehler gemacht (und mache ihn manchmal auch wissentlich immer noch), Hunde, die unaufgefordert, aber freundlich zu mir gelaufen kamen, freundlich anzusprechen. Wenn ich den Eindruck hatte: okay, der Halter lässt das zu, dass sein Hund zu mir kommt, dann werde ich den ja sicher ansprechen dürfen. Und es hat den Haltern auch immer nichts ausgemacht. Und dann frage ich eben auch manchmal, ob ich den Hund streicheln kann.
Aber eigentlich gebe ich dem Hund damit zu verstehen: "Hey, hast du super gemacht, einfach zu mir gelaufen zu kommen. Freut mich total."
Macht der Hund dann beim nächsten Passanten natürlich wieder, aber der freut sich darüber dann eventuell nicht so wie ich.
Also, ist eigentlich (auch) ein Fehler von mir, aber meiner persönlichen Auffassung nach müssten Hunde jetzt auch nicht zuuuuu streng erzogen werden, weil ich eben sehr Hunde vernarrt bin und mich über die meisten Kontaktaufnahmen von Hunden freue. Also kein Ding, wenn einer mal ungefragt an mir schnüffelt oder fröhlich auf mich zuläuft, um mich zu begrüßen, und der Halter auch keine Zeichen sendet, dass er das nicht so will.
Aber es ist natürlich das gute Recht , wenn Menschen das NICHT wollen.
Und wenn man dann noch Menschen, die vollkommen ohne Schuld von Hunden gebissen worden sind, in meinen Augen verhöhnt, weil die hätten es ja angeblich nicht dazu kommen lassen müssen, dann ist das für mich sowieso die Höhe, wo ich nur mit dem Kopf schütteln kann.
Aber ich wollte auch nochmal sagen, ich verstehe auch die genervten Hundehalter, wenn andersrum dann die Menschen ungefragt Kontakt zu ihrem Hund aufnehmen.
Ich denke das kommt auch schon relativ oft vor - klar in den meisten Fällen funktionierts gut mit der gegenseitigen Rücksichtsname und man geht einfach jeder seines Weges.