Für mich klingt die Überforderung mit dem Kind erstmal nach ganz "normalen" Problemen, die Mütter jeden Alters haben können.
Also da würde ich erstmal Entwarnung geben: Jedes Kind ist anders und jede Mutter auch: Es gibt lebhafte, laute und fordernde Kinder und es gibt Elternteile (ob Mutter oder Vater ist egal) die damit in der jeweiligen Lebensphase nicht so gut können wie andere.
ich glaube, das ist der ganz normale Lauf der Dinge, dass man bei dem einen Kind vielleicht leichter klarkommt und das andere einen mehr fodert: Egal in welchem Alter.
Aber ich glaube, bei dir spielt vielleicht auch noch mit, dass du Dich in gewisser Weise "unter Beobachtung" fühlst. Du bist nunmal mit lauter Vorurteilen konfrontiert. Dein Mann halt NICHT in gleicher Weise.
DU bist eben in den Augen vieler die "egoistische Frau, die nochmal ein Kind wollte". Die Gesellschaft weist einer Frau und Mutter eben ihren Platz zu den sie gefälligst zu erfüllen hat und wehe, sie tut es nicht und geht einen eigenen und ungewöhnlichen Weg...dann darf sie sich aber was anhören.
Und jetzt merkst Du, dass du halt mit dem Kind nicht ganz so easy klarkommst und hörst in deinem Kopf die hämischen Stimmen: "Siehst Du, haben wir es Dir nicht gesagt?"
Und das setzt Dich unter Druck: also unter Druck, dass es doch leicht gehen muss. Du willst ja beweisen, dass Du es "kannst".
Wärst Du jünger und würdest die SELBE Überforderung fühlen, würde sie Dir vielleicht nicht so viel ausmachen- weil eben der Druck der Gesellschaft ein anderer ist.
Du musst es aber niemandem recht machen. Du musst keine immer entspannte Supermutti sein um für dein Kind eine Super Mutter zu sein.
dein Kind liebt Dich so wie Du bist. Du bist gut genug! Auch wenn dein Mann eben gerade mehr macht: ja und?
Millionen Kinder wachsen in Familien auf, wo einer mehr und der andere etwas weniger macht oder machen kann: Heißt das, dass das schlecht ist?
Du musst Dich nicht schuldig fühlen- Du liebst Dein Kind oder?
Du bist immer für Dein Kind da, nehme ich mal an.
Und nur weil deine Nerven gerade eher angespannt sind, weil ein Kind haben halt anstrengend ist und Du halt vielleicht nicht dem Mutterbild genügst, das Du im Kopf hast, heißt das nicht ,dass es schlecht ist, was Du tust oder dass Du zu alt bist.
Das ist DEIN Leben und EURE Familie: Da gibt es kein "zu alt".
Dein Kind bekommt doch was es braucht.
Nimm den Druck raus, den Du Dir selber machst.
Die meisten Frauen- egal welchen Alters- die Mutter werden, müssen irgendwie erleben, dass sie Vorurteilen ausgesetzt sind. Vermutlich hast Du das bei deinen ersten Kindern nicht so wahrgenommen, weil Du sorgloser warst und es auch noch nicht so viel Social media und co gegeben hat.
Aber heutzutage Mutter sein, ist nicht leicht: weil du ja IMMER eine verantwortungslose, selbstsüchtige Person bist, egal was Du machst.
Du hast der Welt offenbar ein tolles und selbstbewusstes, gesundes Mädchen geschenkt: darauf solltest Du stolz sein.
warum ist das weniger wert, nur weil Du eben älter bist als andere Mütter?
Stell Dir mal vor, du wärst tatsächlich eine Oma, die das Kind vollständig aufzieht oder eine Adoptivmutter: DANN würde Dich jeder feiern, egal wie alt Du bist. Dann würde jeder sagen wie toll und was für eine tolle Familie usw.
Aber weil Du das Kind nicht nur aufziehst, sondern auch geboren hast und dein leibliches Kind aufziehst, musst Du Dich kritisieren lassen? Absurd oder?
Da sieht man doch, dass in der Gesellschaft was falsch läuft.
Lass diese gedanken los: die kosten nur unnötig Energie- Energie, die Du für dein Kind brauchst!