Ich stehe mal wieder auf der Leitung.
Eine Freundschaft ist eine Freundschaft, wenn ich genug Freunde in meinem Leben habe und meine verfügbare Zeit nicht in weitere Freundschaften, sondern in eine Paarbeziehung investieren möchte, mich danach sehne statt nach noch mehr Freunden, was sollte verwerflich daran sein, das offen zu kommunizieren und mit seinen Ressourcen vernünftig und entschieden zu haushalten?
Nicht alle Menschen bauen erst Freundschaften auf (so etwas dauert auch seine Zeit), um sich daraus mehr und sexuelle Anziehung entwickeln zu lassen.
Sexuelle Anziehung und Intimität (emotionale Nähe) können auch anders und vorher entstehen, eine vertraute Basis, statt als Freundschaft vorausgesetzt, sich parallel beginnen zu entwickeln.
Es führt nicht nur ein Weg nach Rom.
Jemand, der kein Kribbeln bei mir (!) auslöst, keine sexuelle Anziehung, wird das auch nicht über den Umweg einer Freundschaft auslösen.
Wenn da nichts ist, ist da nichts und wird da nichts.
Wozu also beider Zeit verschwenden, wenn ich mir eine Beziehung (inklusive Sex) wünsche und genügend Freunde habe?
Welcher Mensch mit gut gefülltem Privat- und Berufseben hat denn soviel freie Zeit, mit der er nichts Besseres anzufangen wüsste als jemanden zu treffen, mit dem keine Beziehung entstehen kann, weil es keine Anziehung gibt?
Sicher kann ich jedem unterstellen, was in vorangehenden Beiträgen bereits durchklang. Und sicher ist das bei nicht wenigen so.
Deshalb gilt das aber längst nicht für alle, die deutlich kommunizieren, dass sie keine weiteren guten Freunde, sondern eine Beziehung wollen.