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Bin ich überempfindlich?

SylviaK

Mitglied
Liebe Grüße an Alle Forenleser,

ich war hier schon lange nicht mehr online. Inzwischen ist sehr viel passiert. Ich bin nun verheiratet, habe zwei süße Kinder und wir wohnen in einem Haus, welches wir ein ganzes Leben abbezahlen werden. Wir sind beide berufstätig und um die 40 herum. Ich hatte sehr lange gesundheitliche Probleme, nun geht es mir aber diesbezüglich wieder besser. Seit einem Jahr kriselt es in unserer Ehe. Ich konnte nie so richtig fest machen, woran das lag. Streitgespräche endeten meist damit, das ich mich schuldig fühlte. Wir haben viele Krisen durchgemacht, ich war viel im Krankenhaus und er hat viel für uns gebaut. Er ist allgemein ein Mann, der anpackt, viel im Haushalt hilft und auch mit den Kindern viel unternimmt.

Wir haben ein großes Thema: Geld. Häufig betont er, wie wenig wir doch haben. Wie es sein kann, dass andere Familien in den Urlaub fahren und wir nicht. Ich würde zu wenig verdienen in meinem Beruf und müsse um mein Gehalt verhandeln. (Ich habe letztes Jahr eine Gehaltserhöhung bekommen...) Also nahm ich durch sein Gerede angesteckt einen Zweitjob an. Nun kann man sich vorstellen, als Mutter von zwei Kindern mit zwei Jobs und einen Mann der sich ständig beklagt und leider auch die Kinder anschreit ist man ein wenig gestresster als sonst. Ich habe mich einfach irgendwann von ihm zurückgezogen, weil mich die Gespräche immer extrem ausgelaugt haben. Egal, was ich sagte, er fand eine Möglichkeit es auf mich zu drehen oder die Kinder oder meine Eltern oder auf was auch immer. Dadurch kam es zu einem großen Krach, wo ich ihm sagte, dass es so nicht weiter geht. Ich habe ihm klar gesagt, dass ich mir einen respektvolleren Umgang wünsche vor allem mit den Kindern. Und das ich im Moment keine Nähe zulassen kann, weil mir bei ihm die Sicherheit fehlt. Und ich das Vertrauen verloren habe.

Nur ein kleines Beispiel: Wir reden, er unterbricht mich. Ich bitte ihn das zu unterlassen. Mache das teilweise schon ironisch mit "Willkommen in meinem Satz" Seine Antwort: "Na hast du dich mal reden gehört? Diese ständigen Pausen, kein Mensch weiß, wann du fertig bist...." Ähm ok. Danke. Oder wir streiten und er schneidet mich dann und spricht nicht mehr mit mir.

Ich schlug eine Paartherapie vor. Lehnt er ab.

Lange Rede kurzer Sinn. Kürzlich wollten wir auf ein Mittelalterfest - das war schon immer unser Ding, das verband uns. Da stand er plötzlich vor mir in einem neuen authentischen mittelalterlichen Gewand. Ich war stinksauer. Diese Gewänder kosten mehrere hundert Euro. Wir wollten sie uns irgendwann einmal gemeinsam leisten um gemeinsam über die Märkte zu gehen. Ich rief: "Was ist das denn? Ich denke wir haben kein Geld?" Er war natürlich beleidigt.

Später sprach er mich drauf an. Das ihn meine Reaktion enttäuscht habe. Das er sich schon lange nichts mehr geleistet habe. Das stimmt. Er hat immer sein Geld in das Haus gesteckt und nie etwas für sich beansprucht. Natürlich kann er sich auch selbst Dinge leisten, da bin ich nicht dagegen. Ich sagte ihm, dass ich verstehe, dass er sich das schon lange leisten wollte und sich auch wünscht, es für mich aber sehr widersprüchlich war, da er ständig betont, das wir kein Geld haben. Und das es mich auch irgendwie verletzt hat, da ich mir vorgestellt habe, das wir uns irgendwann beide ein gemeinsames Gewand aussuchen, was zu uns passt und wir als Paar gemeinsam über die Märkte wandern. Ich sage jetzt nicht, wie ich mich bei der Antwort gefühlt habe, um neutral zu bleiben. Er sagte: "Du wolltest dir das Gewand kaufen, wenn du abgenommen hast. Das ist aber nie geworden bzw. konntest du es nicht und da habe ich mich jetzt halt alleine drum gekümmert. Außerdem gibst du doch auch Geld aus für deine Psychologin - das kommt summiert dann bestimmt auf das Gewand zusammen." Nein das Abnehmen hat leider nicht geklappt, das stimmt. Ja, ich bezahle eine Psychologin privat, da ich keine Kassenpsychologin gefunden habe und ich seit der Ehe stark an meiner Wahrnehmung zweifle und mich immer frage: Bin ich das Problem?

Bin ich überempfindlich, dass ich jetzt sauer bin? Natürlich schneidet er mich jetzt. Sollte ich mich für ihn freuen? Bin ich kleinlich?

Danke für eure Meinungen

Liebe Grüße
SylviaK
 
A

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Re: Bin ich überempfindlich?
Hallo,

Wie war Eure Ehe vorher? Hattet Ihr da einen respektvolleren Umgang, mehr gemeinsame Unternehmungen, war es entspannter?

Hast Du Dich vielleicht vorher mehr angepasst an ihn und bist durch die Therapie vielleicht selbstbewusster und wehrst Dich mehr, wenn er streitet oder Dich nicht ausreden lässt?
Nein, Du solltest die Schuld nicht bei Dir suchen, es gehören immer 2 dazu, wenn eine Ehe Probleme hat.

Es klingt als seid Ihr beide sehr überlastet und es ist auch sehr viel, wenn man sein Leben lang ein Haus abbezahlen muss und Du nun noch 2 Jobs hast zusätzlich zu Kindern und Haushalt. Immerhin gut, dass er Dich da wohl unterstützt.

Kinder anschreien geht natürlich gar nicht. Da gibt es keine Entschuldigungen für. Da gebe ich Dir recht, dass Du da Klartext redest und ihm sagst, dass das aufzuhören hat. Wenn er überlastet ist, muss er sich woanders austoben, nicht auf Kosten der Familie seine Aggressionen rauslassen.

Liebt Ihr Euch noch oder bzw. liebst Du ihn noch? Wie alt sind Eure Kinder? Ich würde auch dringend zu einer Paartherapie raten, denn es klingt nicht so, als könntet Ihr sachlich kommunizieren. Unterbrechen mit dummen Sprüchen, so wie er es tut, ist keine Art, miteinander zu reden.

Dass er sich ein Kostüm gekauft hat, kann ich verstehen, wenn Du privat Deine Psychologin bezahlst, dann möchte er natürlich auch mal was Schönes für sich haben. Kannst Du ausschließen, dass er vielleicht jemand anderen hat, ist er treu Deiner Meinung nach?

Wäre im schlimmsten Falle eine Scheidung für Dich eine Möglichkeit?
 
Liebe Grüße an Alle Forenleser,

ich war hier schon lange nicht mehr online. Inzwischen ist sehr viel passiert. Ich bin nun verheiratet, habe zwei süße Kinder und wir wohnen in einem Haus, welches wir ein ganzes Leben abbezahlen werden. Wir sind beide berufstätig und um die 40 herum. Ich hatte sehr lange gesundheitliche Probleme, nun geht es mir aber diesbezüglich wieder besser. Seit einem Jahr kriselt es in unserer Ehe. Ich konnte nie so richtig fest machen, woran das lag. Streitgespräche endeten meist damit, das ich mich schuldig fühlte. Wir haben viele Krisen durchgemacht, ich war viel im Krankenhaus und er hat viel für uns gebaut. Er ist allgemein ein Mann, der anpackt, viel im Haushalt hilft und auch mit den Kindern viel unternimmt.

Wir haben ein großes Thema: Geld. Häufig betont er, wie wenig wir doch haben. Wie es sein kann, dass andere Familien in den Urlaub fahren und wir nicht. Ich würde zu wenig verdienen in meinem Beruf und müsse um mein Gehalt verhandeln. (Ich habe letztes Jahr eine Gehaltserhöhung bekommen...) Also nahm ich durch sein Gerede angesteckt einen Zweitjob an. Nun kann man sich vorstellen, als Mutter von zwei Kindern mit zwei Jobs und einen Mann der sich ständig beklagt und leider auch die Kinder anschreit ist man ein wenig gestresster als sonst. Ich habe mich einfach irgendwann von ihm zurückgezogen, weil mich die Gespräche immer extrem ausgelaugt haben. Egal, was ich sagte, er fand eine Möglichkeit es auf mich zu drehen oder die Kinder oder meine Eltern oder auf was auch immer. Dadurch kam es zu einem großen Krach, wo ich ihm sagte, dass es so nicht weiter geht. Ich habe ihm klar gesagt, dass ich mir einen respektvolleren Umgang wünsche vor allem mit den Kindern. Und das ich im Moment keine Nähe zulassen kann, weil mir bei ihm die Sicherheit fehlt. Und ich das Vertrauen verloren habe.

Nur ein kleines Beispiel: Wir reden, er unterbricht mich. Ich bitte ihn das zu unterlassen. Mache das teilweise schon ironisch mit "Willkommen in meinem Satz" Seine Antwort: "Na hast du dich mal reden gehört? Diese ständigen Pausen, kein Mensch weiß, wann du fertig bist...." Ähm ok. Danke. Oder wir streiten und er schneidet mich dann und spricht nicht mehr mit mir.

Ich schlug eine Paartherapie vor. Lehnt er ab.

Lange Rede kurzer Sinn. Kürzlich wollten wir auf ein Mittelalterfest - das war schon immer unser Ding, das verband uns. Da stand er plötzlich vor mir in einem neuen authentischen mittelalterlichen Gewand. Ich war stinksauer. Diese Gewänder kosten mehrere hundert Euro. Wir wollten sie uns irgendwann einmal gemeinsam leisten um gemeinsam über die Märkte zu gehen. Ich rief: "Was ist das denn? Ich denke wir haben kein Geld?" Er war natürlich beleidigt.

Später sprach er mich drauf an. Das ihn meine Reaktion enttäuscht habe. Das er sich schon lange nichts mehr geleistet habe. Das stimmt. Er hat immer sein Geld in das Haus gesteckt und nie etwas für sich beansprucht. Natürlich kann er sich auch selbst Dinge leisten, da bin ich nicht dagegen. Ich sagte ihm, dass ich verstehe, dass er sich das schon lange leisten wollte und sich auch wünscht, es für mich aber sehr widersprüchlich war, da er ständig betont, das wir kein Geld haben. Und das es mich auch irgendwie verletzt hat, da ich mir vorgestellt habe, das wir uns irgendwann beide ein gemeinsames Gewand aussuchen, was zu uns passt und wir als Paar gemeinsam über die Märkte wandern. Ich sage jetzt nicht, wie ich mich bei der Antwort gefühlt habe, um neutral zu bleiben. Er sagte: "Du wolltest dir das Gewand kaufen, wenn du abgenommen hast. Das ist aber nie geworden bzw. konntest du es nicht und da habe ich mich jetzt halt alleine drum gekümmert. Außerdem gibst du doch auch Geld aus für deine Psychologin - das kommt summiert dann bestimmt auf das Gewand zusammen." Nein das Abnehmen hat leider nicht geklappt, das stimmt. Ja, ich bezahle eine Psychologin privat, da ich keine Kassenpsychologin gefunden habe und ich seit der Ehe stark an meiner Wahrnehmung zweifle und mich immer frage: Bin ich das Problem?

Bin ich überempfindlich, dass ich jetzt sauer bin? Natürlich schneidet er mich jetzt. Sollte ich mich für ihn freuen? Bin ich kleinlich?

Danke für eure Meinungen

Liebe Grüße
SylviaK
Ich würde euch eine Paartherapie empfehlen. Er muss anders umgehen lernen mit der Geldknappheit. Es kann nicht sein, dass er Druck auf dich ausübt.

Natürlich solltet ihr euch auch mal was gönnen. ABer wie du sagst, die gemeinsame AKtivität, Mittelaltermarkt und das teure Gewand nur von ihm, das passt nicht zusammen. Und sorry, ich glaube nicht, dass er eine Minute bei dem Kauf an dich gedacht hat.

Und zu erwähnen, du wolltest ja abnehmen, das hat nicht geklappt, also hättest du dir sowieso kein Kleid gekauft und alles andere ist einfach nur lieblos.

Habe ich vielleicht überlesen. Habt ihr ein gemeinsames Konto? Verdient er viel mehr als du? Führt ihr ein Haushaltsbuch?
 
Sollte ich mich für ihn freuen?
Gefühle kann man nicht erzwingen.
Da stand er plötzlich vor mir in einem neuen authentischen mittelalterlichen Gewand.
sieht nach einer Solonummer aus. Das symbolisiert nicht gerade, dass er mit dir über den Markt gehen möchte.
"Du wolltest dir das Gewand kaufen, wenn du abgenommen hast. Das ist aber nie geworden bzw. konntest du es nicht
da würgt er dir doppelt eine rein, indem er dir indirekt Unfähigkeit zur Gewichtskontrolle unterjubeln könnte (muss aber nicht sein).
Außerdem gibst du doch auch Geld aus für deine Psychologin - das kommt summiert dann bestimmt auf das Gewand zusammen."
Er vergleicht Äpfel mit Birnen. Psychologin ist existenzieller, als das Gewand. Eine reine Spaß-Ausgabe.

Die schlechte Stimmung könnte sich mit der Zeit auch besonders für die Kinder sehr negativ auswirken. Und die können wohl am wenigsten dafür.
 
Du schreibst, dass du inzwischen zwei Jobs hast. Wie viele Stunden sind das zusammen? Es macht ja schon einen Unterschied, ob du neben einer Vollzeitanstellung noch einen Nebenjob angenommen hast - oder trotz zweitem Job nur in Teilzeit arbeitest - stundenmässig gesehen.

Dein Mann scheint schon lange das Gefühl zu haben, dass auf der Give- und Receive-Ebene ein starkes Ungleichgewicht herrscht. Er arbeitet in Vollzeit und bringt das Gros des Haushaltseinkommens ein. In seiner Freizeit arbeitet er am Haus und im Garten und finanziert fast alle notwendigen Anschaffungen gefühlt alleine. Private Wünsche erfüllt er sich seit Jahren nicht und hat sich nun erstmals etwas gegönnt, woran er einfach Freude hat und was nicht zwingend nötig war.

Ich verstehe deinen Frust, auch weil es mit dem Abnehmen nicht klappt, was du scheinbar schon lange vorhast. Aber auch er sollte sich mal was kaufen dürfen ohne vorher um Erlaubnis bitten zu müssen.

Die Situation ist verfahren, aber auch er hat Bedürfnisse, die du scheinbar gar nicht wahrgenommen hast bisher.
 
An deiner Stelle würde ich nicht aufgeben einen Kassen-Therapeuten zu finden.

Angenommen du hast 1x wöchentlich einen Termin, dann entspricht das möglicherweise dem Nebenjob.

Ich persönlich würde dann tatsächlich lieber auch mal gemeinsam mit der Familie in Urlaub fahren.
 
Liebe Sylvia, es wäre schade, wenn ihr das verbockt, was ihr aufgebaut habt.

Mach wieder auf Verliebt, rede nicht, diskutiere nicht, kommt zurück zu Innigkeit, Daseinsfreude, Lust, Liebe, Zeit für Zärtlichkeit und miteinander wohlwollenden Friede haben als Paar.

Dafür brauchts nicht viel, das ist eher nichts weiter, als ein "Reset" der vorigen Zeit und ab nun anders.

Alles, was er liebt gern geben, alles, was du weißt, dass er mag freigiebig und ohne Blockade liefern- mach das und alles andere unterlasse ( quasseln, verhandeln, diskutieren, abwerten, verweigern, spöttisch sein, distanziert sein etc- das ist alles wie Liebesentzug als Erziehungsmittel und Ehefeindlich. Für euch brauchts keine Therapie, eher eine Entscheidung für Liebe wieder.
 
Das kann nicht einseitig sein. Der Mann fordert von der Frau, dass sie gefälligst mehr verdienen soll. Er lässt lieblose Bemerkungen ab, aber sie soll Verliebtheit vorspielen?
 
Ich finde, dass es nichts mit "sich etwas gönnen" zu tun hat, wenn man die Therapie privat zahlt, weil es an Kassenplätzen fehlt.

Du würdest mit dem Geld bestimmt gern etwas Schöneres machen. Er tut ja gerade so, als wäre das Dein wöchentlicher Wellness-Termin.

Das mit dem Gewand wäre sicher kein Problem, wenn Ihr das besprochen hättet, oder? Wie haltet Ihr es denn mit dem Geld, das jede*r von Euch nach Belieben ausgeben kann? Nur das hier:

Natürlich schneidet er mich jetzt.
Wieso natürlich? Das heißt, er spricht nicht mehr mit Dir? Was ist das denn?

An dem hier:
Diese ständigen Pausen, kein Mensch weiß, wann du fertig bist...."
könnte aber was dran sein. Mein Freund macht das nämlich auch. Er spricht, der Satz ist zu Ende und spricht dann nicht mehr weiter. Wenn ich dann was sage, fühlt er sich unterbrochen und ich verstehe die Welt nicht mehr. Woher soll ich wissen, dass er noch nicht fertig ist, nachdenken muss und ich so lange nichts sagen darf?

Oder Mentalität? Viele Schweizer*innen zum Beispiel haben einen recht langsamen Redefluss. Da wusste ich auch nie, wann es angemessen ist nachzufragen, ob noch eine Antwort kommt ...
 

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